Aikido

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Gnome-applications-office.svg Dieses Buch steht im Regal Sport.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Zusammenfassung des Projekts

  • Zielgruppe: Einsteiger, die mit dem Sport anfangen, aber auch welche, die sich mitten drin befinden; etwa 6. - 3.Kyu
  • Lernziele: Es ist eher eine Referenz oder dient als Inspiration. Aikido kann man nicht aus Büchern lernen.
  • Buchpatenschaft/Ansprechperson: Dennis email: fakier@gmx.net
  • Sind Co-Autoren gegenwärtig erwünscht? JA ! Bilder wären gut, oder selber einfach einen kleinen Part übernehmen
  • Richtlinien für Co-Autoren: versuchen, sachlich und klar zu formulieren
  • Projektumfang und Abgrenzung zu anderen Wikibooks:
  • Themenbeschreibung: Ein Buch über Aikido, das dem Anfänger eine gute Hilfe auf seinem Weg bietet.
  • Aufbau des Buches: Es soll vom Einstieg über Basistechniken bis hin zu kleinen „Hints“ und „Hacks“ reichen.



[Bearbeiten] Aikido

[Bearbeiten] Einstieg

[Bearbeiten] Einführung

Ai = Harmonie, Ki = Kraft, Do = Lehre

Aikido wird oft als eine Kunst, bei der man den Gegner durch seine Kraft zu Fall bringt, beschrieben. Es ist jedoch mehr das gemeinschaftliche Üben einer Technik, bei der beide bestrebt sind, ihre Kunst zu perfektionieren. Sowohl der Angreifer als auch der Verteidiger nimmt seine Rolle ernst: Der Erstgenannte sucht nach Lücken zum Kontern, letzterer verteidigt sich schließlich ;) Die zwei Rollen sind gleichwertig und repräsentieren gleichwertige Kraft. So kann es keinen Sieger und Verlierer geben. Deshalb gibt es auch keine Wettkämpfe im Aikido. Dies wäre an der Ideologie vorbei.

Ein schönes Zitat, welches Aikido ganz gut beschreibt: „Wasser braucht nicht zu kämpfen, es umfließt seinen Gegner. Es ist formlos und namenlos.“

Aikido ist eine relativ junge Kampfkunst aus Japan, die in der Mitte der 1920er-Jahren des vorigen Jahrhunderts vom Japaner Morihei Ueshiba aus älteren Kampfkünsten entwickelt wurde. Wörtlich könnte man Ai-ki-do als den Weg (Do) der Kraft (Ki) durch Harmonie (Ai) übersetzen. Der Fokus bei den Techniken liegt dabei nicht auf der Zerstörung oder der Verletzung eines Gegners, sondern auf der Kontrolle eines Partners.

Aikido is a way of unifying the world. (Morihei Ueshiba)

Es gibt noch viele andere gute und prägnante Erklärungen, was Aikido ist: eine Schule für Körper und Geist, eine Charakterschulung, …. Durch das Erlernen von Aikido-Techniken wird der Körper trainiert. Der Aikidoka lernt Angriffe nicht zu blockieren oder mit Gegenangriffen zu antworten, sondern die Angriffe zu akzeptieren und die Angriffsenergie durch kreis- oder spiralförmige Bewegungen so umzuleiten, dass es zu einer Kontrolle des Partners, nicht aber zu einer Verletzung kommt. Dabei hat die eigene Entwicklung (Do) einen höheren Stellenwert, als die reine technische Meisterung der Techniken.

Dieses körperliche Bild lässt sich sehr einfach auch auf eine Geisteshaltung überführen:

 Im Aikido versucht man immer eine stabile aufrechte Haltung zu bewahren. In dem Maße wie wir die körperliche „Aufrechtheit“ verinnerlichen, so wird auch unsere Aufrichtigkeit im Leben wachsen.

 In Partnerübungen werden Angriffe und Verteidigung immer abwechselnd geübt. Durch regelmäßiges Üben werden die Techniken vertraut und man schafft es eine Situation ohne Verlierer (weil es keine Verletzungen gibt) zu schaffen. Dasselbe Verhalten finden wir in Geschäftsbereich: Verhandeln ohne sein Gegenüber zu verletzen, eine win-win Situation zu schaffen, das sind die Grundlagen des modernen Business-Knigge.

 Durch die Fallschule lernt man zu Fallen ohne sich zu verletzen. Auch im Leben fällt man oft: der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Verlust eines geliebten Menschen sind ebenso Beispiele wie Burn-out oder Mobbing. Auch hier ist es wichtig, sich bei diesen „Stürzen im Leben“ nicht zu verletzen.

[Bearbeiten] Üben und Etikette

[Bearbeiten] Etikette

Beim Betreten des Dojos (Übungshalle bzw. Trainingsraum) werden die Schuhe ausgezogen.

Vor dem Betreten der Matte verbeugt man sich zur Kamiza (Hausaltar), beim Verlassen der Matte gilt dasselbe.

Zu spät zum Training zu kommen, zeugt von mangelndem Respekt. Da wir aber in einer modernen Gesellschaft leben, lässt es sich nicht immer vermeiden. Wem dies passiert, sollte sich an den Mattenrand setzen, kurz Mokusō (eine Meditation) machen, sich zur Kamiza verbeugen und warten, bis er vom Trainer hereingewunken wird. Daraufhin verbeugt man sich kurz in dessen Richtung, steht auf und betritt die Matte. Welches Verhalten vorgeschrieben wird, ist aber auch immer ein bisschen von Verein und Trainer abhängig.

„Wer seine Lehrer achtet, hat Achtung vor sich selbst“

Zur Geisteshaltung wurde bereits im vorigen Kapitel einiges erwähnt. Auch in der Etikette drückt sich unsere Geisteshaltung aus. Diese Regeln mögen uns anfänglich für Europa unpassend und als steifes Zeremoniell vorkommen, jedoch schult die Etikette auch die Achtsamkeit. Wer unachtsam durch das Leben geht, der kann kein gutes Aikido machen. Schon wenn wir das Dojo betreten und unsere Schuhe ordentlich hinstellen, drückt sich darin klar unsere Geisteshaltung aus. Ebenso zeigt sich dieser Unterschied in der Geisteshaltung, ob wir unseren Keiko-Gi nach dem Training ordentlich zusammengelegt in der Trainingstasche verstauen, oder einfach nur hineinstopfen.

Die Einwirkung des Ritus auf die Bildung des Menschen ist von geheimer Art. Sie kommt dem Bösen zuvor, ehe es noch auftritt; sie rückt ihn dem Guten näher und dem Bösen ferner, ohne dass er es merkt. (Li-Ki, Mémoires sur les rites).

Um Verletzungen vorzubeugen und dem Gedanken von „fair-play“ gerecht zu werden sind Wettkämpfe normalerweise reglementiert. Obwohl es im Aikido keinen Wettkampf gibt, gibt es auch hier gewisse Verhaltensregeln im Dojo. Diese variieren natürlich von Dojo zu Dojo beinhalten aber im Wesentlichen dieselben Punkte und verfolgen denselben Grundgedanken, nämlich die Verletzungsgefahr im Training zu minimieren und eine gewisse Etikette einzuhalten. Einige wichtige Regeln möchte ich hier auflisten:

  • Versuche pünktlich ins Dojo zu kommen.
  • Das Dojo ist nicht mit Straßenschuhen zu betreten.
  • Beim Betreten des Dojo bzw. der Tatami wird in Richtung der Kamiza gegrüßt.
  • Der Keiko-Gi sollte immer sauber zu sein.
  • Finger- und Zehennägel sind zur Vermeidung von Kratz- und Schnittwunden immer kurz zu schneiden. Ebenfalls um der Verletzungsgefahr vorzubeugen, darf während des Trainings keinerlei Schmuck (Fingerringe, Kettchen, Uhren, Ohrringe) getragen werden.
  • Im Umgang mit dem Partner ist Fairness und Rücksichtnahme das oberste Gebot. Beim gemeinsamen Training nimmt der höher gradierte Aikidoka Rücksicht auf den weniger fortgeschrittenen Partner.
  • Das Blockieren von Techniken ist prinzipiell untersagt, da es sowohl die eigene Entwicklung als auch die Entwicklung des Partners blockiert.
  • Gäste und Zuschauer sollten sich während des Trainings ruhig verhalten.
  • Nach Beendigung des Trainings helfen alle mit, die Tatamis wieder richtig zu verstauen.
  • Das Wort des Trainingsleiters ist für jeden verbindlich. Er hat das Recht und die Pflicht, jeden zurechtzuweisen, der sich nicht in die Disziplin einordnet. Gleichzeitig soll er aber auch Vorbild in Bezug auf die Einhaltung der Dojo-Etikette sein.

Du siehst also, dass der Begriff Rei weiter geht und auch die Bedeutung von Höflichkeit, gutem Benehmen, Hierarchie, Respekt und Dankbarkeit umfasst.

Der Kampf ohne Regel und Ethik gehört in die Tierwelt und nicht in die des Budos. (N. Tamura, Aikido Etikette und Weitergabe)

[Bearbeiten] Uke-Arbeit

Uke ist der Angreifer, also derjenige, der geworfen wird, aber in keinstem Fall ein Opfer oder Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Die Aufgabe des Angreifenden ist es, stets seine Aufmerksamkeit und Kraft zum Partner zu schicken. Nur so kann er sich gut bewegen und beide können voneinander lernen. Uke sollte auch stets bestrebt sein, weiterhin anzugreifen, um möglicherweise zu kontern, aber nicht sperren oder sich verkrampfen. Bei einer abgesprochenen Technik zu sperren ist keine große Kunst. Später ist es durchaus von Interesse, eine Technik zu sperren, jedoch sollte man sich bewusst machen, dass daraus dann eine andere Technik resultiert. Ist man also nicht gewillt, sich in einer anderen Technik wiederzufinden, oder hat noch nicht entsprechende Kenntnisse, um die neue Technik unbeschadet zu überstehen, sollte darauf verzichtet werden. Das Sperren einer Technik hat auch mit Respekt zu tun. So sollte man nur sperren, wenn man den anderen kennt oder er über meine Absicht im Klaren ist. Sperren bei einem höher Graduierten oder bei jemanden, den man nicht kennt, könnte missverstanden werden. Auch ein „übertriebenes“ Angreifen, bei dem der Verteidiger nicht in die abgesprochene Technik gelangen kann, kann als Sperren bezeichnet werden.

[Bearbeiten] Grundstellung

Hanmi (Han 半 (Halb) - Mi (Körper)) ist die Grundstellung im Aikido und in fast allen Techniken nach Schritten und Drehungen wieder die einzunehmende Position. Die Ausrichtung des Hanmis zielt in Richtung des Angriffs. Die gedachte Linie geht vom vorderen gerade stehenden Fuß durch den Zehenansatz des hinteren zum forderen Fuß senkrecht stehenden Fuß.

[Bearbeiten] Schrittübungen

Schrittdiagramm eines Tai Sabaki
Irimi Schrittdiagramm


Es hört sich vielleicht einfach an, da wir uns seit Kindesalter fortbewegen, aber auch das Bewegen will gelernt und geschult sein. Nur durch ständiges Üben erhalten wir die Schärfe und Klarheit in unseren Bewegungen. Eine Technik besteht aus vielen kleinen Mosaiksteinen und keine darf fehlen oder es ihr an Qualität mangeln.

[Bearbeiten] Irimi

Irimi ist nur ein Schritt nach vorne. Allerdings wird damit auch ein Prinzip bezeichnet, auf das später eingegangen wird.

[Bearbeiten] Tenkan

Dabei wird ein Fuß zurückgenommen und man dreht sich um 180 Grad. Dies ist eine Ausweichbewegung, bei der die Kraft des Partners durchgelassen wird. Der vordere Fuß bleibt dabei möglichst unter Spannung, damit das Knie geschützt ist.

[Bearbeiten] Kaiten

Das Wort bedeutet Windmühle. Kaiten ist eine auf der Stelle ausgeführte Drehung um 180 Grad. Dabei ist zu beachten, dass die Kraft aus der Hüfte kommt, was ein scharfes und schnelles Drehen ermöglicht.

[Bearbeiten] Suri Ashi

Suri Ashi bezeichnet einen Schiebeschritt, bei dem der vordere Fuß vorne bleibt bzw. nach vorne geschoben und der hintere hinterhergezogen wird. Dieser Schiebeschritt ist der einzige, den man im Aikido benötigt. Es gibt noch eine zweite Schiebeschritt-Art, bei der der hintere Fuß unter den Schwerpunkt gezogen und dann der vordere nach vorne gesetzt wird. Diese ist z.B. beim Karate gebräuchlicher. Sie kann verwendet werden, um mit dem vorderen Bein zu treten.

[Bearbeiten] Ayumi-ashi

Ayumi-ashi ist im Aikido eher ungebräuchlich. Es bezeichnet einen Übersetzschritt. Der Schwerpunkt kann tief gehalten werden, der hintere Fuß kreuzt den vorderen und dann wird der zuerst vordere wieder nach vorne gesetzt.

[Bearbeiten] Tai Sabaki

Tai Sabaki heißt soviel wie „Körper bewegen“ und stellt die wichtigste Technik im Aikido dar, weil alle „Anfänger-Techniken“ diese Schrittkombination aus Irimi und Tenkan enthalten. Sie dient sowohl zum Ausweichen als auch zum Positionieren.

[Bearbeiten] Was bedeuten Ura und Omote?

Bevor wir zu den ersten Techniken kommen, müssen wir klären, was es mit Ura und Omote auf sich hat. Wie zwei Seiten einer Münze kann jede Technik vor und hinter dem Partner ausgeführt werden. Es gibt – je nachdem, wie der Partner steht – immer eine „offene“ und eine „geschlossene“ Seite. Dies ist in anderen Kampfkünsten auch geläufig. Dabei wird mit Omote „vor dem Partner“ und mit Ura „hinter dem Partner“ beschrieben. Oft wird in anderen Büchern anstelle von Ura und Omote auch Irimi und Tenkan als Bezeichnung verwendet. Das rührt daher, dass Omote mit einem Irimi-Schritt und Ura mit einem Tenkan-Schritt ausgeführt wird. Es wird auch häufig davon geredet, dass Omote die „belehrendere“ Technik ist, mit der dem Angreifer die Sinnlosigkeit seines Angriffs demonstriert wird. Bei Ura geht man in seinen „Windschatten“, weil man möglicherweise einen Tritt oder seine andere Hand, die zuschlagen könnte, fürchtet. Ura zeichnet sich häufig durch eine schnellere und kürzere Technik aus. So sind die Grundschultechniken, die in Ura gezeigt werden, meist ohne Eingang.

[Bearbeiten] Was ist ein Eingang?

Ein Eingang bezeichnet eine einleitende Bewegung. Sie hat noch nichts mit der Technik zu tun und kann ganz getrennt davon betrachtet werden. Im eigentlichen Sinn dient sie dazu, den Partner zu bewegen. Steht er in einem festen Stand, ist es fast nicht möglich, ihn in eine Technik zu zwingen, da wir nicht gegen seine Kraft arbeiten wollen. Auch befindet sich in einem sich bewegenden System Bewegungsenergie, die wir nutzen können.

[Bearbeiten] Ukemi Waza

Ukemi Waza sind Fallübungen. Das Fallen und Rollen ist mit das Wichtigste im Aikido, es ist auch mit das Erste, was man im Aikido lernt. Aikido zeichnet sich auch durch seine gute Fallschule aus. Es gibt mehrere Möglichkeiten des Fallens, wobei in Deutschland aus historischen Gründen das Fallen sehr durch das Judo geprägt ist. Fallen dient nicht nur dazu, nach einer Technik wieder unbeschadet aufzustehen, es erfordert auch Körperspannung und Kraft. Kraft ist im Aikido von heute eher sekundär, Körperspannung ist jedoch in vielen Sportarten oft sehr wichtig. Als Aikido in Deutschland noch ganz neu war, wurde mit Eisenstangen trainiert, um die Präzision der Technik und die Stärke des Griffs zu verbessern. Heute sind Kraftübungen eher seltener und teilweise sogar verpönt.

[Bearbeiten] Mae Ukemi

Vorwärtsrolle

[Bearbeiten] Ushiro Ukemi

Rückwärtsrolle

weitere Varianten: seitliche Vorwärtsrolle, Über Kopf Rolle (Salto)

[Bearbeiten] Die Angriffe im Aikido

Munedori (Nr. 4)
Ryotedori (Nr. 10)

Im Aikido gibt es 16 Angriffsformen, die alle einen japanischen Namen tragen. Diese werden in manchen Dojos verwendet. In vielen werden sie jedoch auch schlicht durchnummeriert, um es einfacher zu halten, was jedoch zu Missverständnissen führen kann. Generell ist es immer gut, wenn man auch den japanischen Namen kennt. Ein bisschen Vokabular gehört eben zu jedem Sport. Diese Angriffsformen werden vorher verabredet, damit beide sich im Klaren darüber sind, was geschehen wird. Die Angriffsformen sind nach ansteigender Schwierigkeit aufgelistet und werden in der Regel auch so trainiert. So ist die Technik nicht so schwer, wenn der Abstand stimmt und man einen guten Kontakt mit dem Partner hat. Zunehmend werden die Angriffstechniken immer enger, was die Technik erschwert. Auch nimmt die physikalische Stärke des Kontakts ab. Wo ich beim einer gefassten Hand einen starke Bindung habe, ist bei einem Schlag der Kontakt nur marginal. Damit ist es viel schwerer zu arbeiten als mit einer festen Verbindung. Während der Ausführung einer Technik besteht die ganze Zeit Kontakt, sogar dann, wenn er physikalisch nicht vorhanden ist.

[Bearbeiten] Auflistung der Angriffe

Nummer Japanische Bezeichnung Erklärung
1 Ai-hanmi-katatedori Die rechte Hand des einen umfasst das rechte Handgelenk des anderen bzw. die linke Hand das linke Handgelenk. Dies wird auch als harmonische Ausgangssituation bezeichnet, weil die Hand des einen die gleich starke Hand des anderen festhält.
2 Gyaku-hanmi-katatedori Die rechte Hand des einen umfasst das linke Handgelenk des anderen bzw. die linke Hand das rechte Handgelenk.
3 Katadori (-men-uchi) Die rechte Hand des einen fasst die linke Schulter des anderen bzw. die linke Hand die rechte Schulter. Mit der freien Hand führt Ersterer einen frontalen Schlag von oben gegen den Kopf des Partners aus. Das men uchi steht in Klammern, da es nicht bei allen Techniken zu diesem Schlag kommt: Bei den Hebeln bewegt man sich, bevor der Schlag ausgeführt werden kann.
4 Munedori Die rechte bzw. die linke Hand des einen fasst die Kleidung des anderen über der Brust.
5 Shomen-uchi Frontaler Schlag des einen von oben gegen den Kopf des anderen. Dabei ist zu beachten, dass die hintere Seite des Partners, also bei der das Bein hinten ist, angegriffen wird. So wie bei der 1. Form ist es wechselseitig.
6 Yokomen-uchi Schlag von einem der Partner, der mit der rechten Hand von oben gegen linke Kopfseite des anderen bzw. mit der linken Hand gegen die rechte Kopfseite geführt wird. Dabei wird – wie bei der 2. Form – die Seite angegriffen, bei der das Bein vorne ist.
7 Chudan-zuki Stoß des einen mit der rechten bzw. linken Faust gegen den Magen des anderen. Meistens wird die Seite angegriffen, bei der das Bein vorne ist, wie bei der 2. Form.
8 Ushiro-katate-eridori Die rechte bzw. linke Hand des einen fasst von hinten den Kragen des anderen. Dabei läuft er von vorne um das vordere Bein des Partners und greift in den Kragen.
9 Katate-ryotedori Beide Hände des einen umfassen rechten bzw. linken Unterarm des anderen. Dabei wird die Hand etwas höher angeboten. Der Angreifer schneidet diese mit einer Hand nach unten, greift zu und fasst darauf mit der anderen nach. Dies geschieht fast zeitgleich. Bei diesem Angriff kann der Angreifer die gefasste Hand leicht nach außen drehen. Hier sieht man noch deutlich den Bezug zum Schwert: Damit soll nämlich bewirkt werden, dass der Verteidiger sein Schwert mit der Hand nicht mehr ziehen kann.
10 Ryotedori Jede Hand des einen umfasst von vorne eines der Handgelenke des anderen.
11 Ryo-hijidori Beide Hände des Angreifers umfassen von vorne die Ellenbogengelenke des Verteidigers.
12 Ryo-katadori Beide Hände des einen fassen von vorne die Schultern des anderen.
13 Ushiro-ryotedori Beide Hände des einen umfassen von hinten die Handgelenke des Partners. Dies wird manchmal so geübt, dass der Partner wirklich von hinten kommt, doch meistens kommt er von vorne. Dazu bietet der Verteidiger – wie in der 9. Form – wieder eine Hand etwas höher an. Der Angreifer schneidet diese nach unten und fasst. Dann läuft er weiter um den Partner herum und versucht, die zweite Hand zu greifen.
14 Ushiro-ryohijidori Beide Hände des Angreifers umfassen von hinten die Ellenbogengelenke des Verteidigers. Diese Form ist wieder ähnlich wie 13.
15 Ushiro-ryokatadori Beide Hände des einen fassen von hinten die Schultern des anderen, was wiederum der 13. Form ähnelt.
16 Ushiro-katate-kubi-shime-katate-(tekubi-)tori Die rechte Hand des Angreifers würgt von hinten den Hals des Verteidigers, während seine linke Hand das linke Handgelenk des Partners umfasst, bzw. die linke Hand des einen würgt von hinten den Hals des anderen, während seine rechte Hand das rechte Handgelenk umfasst.

[Bearbeiten] Grundschultechniken

Hier sollen die Grundtechniken des Aikidos beschrieben werden. Dies ist nicht leicht, da es viele Variationen gibt und auch die Grundschultechniken verbandsabhängig sind. Die meisten Techniken lassen sich auf unterschiedliche Angriffe anwenden. Entsprechend vielfältig sind die Eingänge.

[Bearbeiten] Nage-waza

Nage-waza sind Würfe.

[Bearbeiten] Irimi Nage

Zu Deutsch: Innerer Eingangswurf

[Bearbeiten] Kote Gaeshi

Zu Deutsch: Handgelenksdrehung und Kipphebel

[Bearbeiten] Shiho Nage

Zu Deutsch: Vierrichtungs-Wurf

[Bearbeiten] Kaiten Nage

Zu Deutsch: Schleuderwurf

[Bearbeiten] Aiki Otoshi

Zu Deutsch: … Ausheben

[Bearbeiten] Koshi Nage

Zu Deutsch: Hüftwurf

[Bearbeiten] Juji Garami

Zu Deutsch: Kreuz verwickelnde Technik

[Bearbeiten] Tenchi Nage

Zu Deutsch: Himmel- und Erdewurf

Ikkyo
Ikkyo Omote / Ura
Nikkyo Omote

[Bearbeiten] Katame-waza

Katame-waza bezeichnet Haltetechniken, mit denen der Partner am Boden fixiert wird. Auch handelt es sich hierbei um Hebel, wobei jedoch Ikkyo, Sankyo und Yonkyo auch als Wurf ausgeführt werden können. In der Nomenklatur erhalten sie dann den Zusatz Nage, z.B. Sankyo Nage. Die Würfe sind durchnummeriert in ihrer Namensgebung, weil von einem in den anderen „gesprungen“ werden kann. Man kann sie sozusagen durch iterieren, wobei Ikkyo die Mutter aller Haltetechniken darstellt.

[Bearbeiten] Ikkyo

Armstreckhebel, auch Ude-osae genannt. Die Technik wird als omote (vor dem Partner) und ura (hinter dem Partner) gelehrt.

Angriff Technik Erklärung
Shomen-uchi Ikkyo omote
Shomen-uchi Ikkyo ura
Katatedori Ikkyo omote
Katatedori Ikkyo ura
Ushiro-ryotedori (Ai hanmi) Ikkyo omote
Ushiro-ryotedori (Gyaku hanmi) Ikkyo omote

[Bearbeiten] Nikkyo

Auch Kote-mawashi genannt.

Angriff Technik Erklärung
Shomen-uchi Nikkyo omote
Shomen-uchi Nikkyo ura
Katatedori Nikkyo omote
Katatedori Nikkyo ura

[Bearbeiten] Sankyo

Auch Kote-hineri genannt.

[Bearbeiten] Yonkyo

Auch Tebuki-osae genannt.

[Bearbeiten] Gokyo

Auch Ude-nobashi genannt.

[Bearbeiten] Weitere Hebel

Die beiden folgenden Techniken werden in den älteren Büchern über Aikdo nicht gelistet, aber auf der DVD von Christian Tissier. "Principes et applications – Volume 1 : immobilisations" Sie folgen jedoch den gleichen Prinzipien. So lässt sich Ude Garami doch recht gut von Ikkio ableiten, kann aber auch als Sonderform von Nikkyo gesehen werden. Sie könnte auch als Bindeglied zwischen Ikkyo und Nikkio gesehen werden. Da die Technik jedoch sehr Effektiv und in sie aus fast jeder Technik gelangt werden kann, und nicht zuletzt weil sie von Christian Tissier als eigenständige Technik bereits gelistet wird, verdient sie diese Stellung als eigenständige Technik. Hiji Kime Osae könnte auch als Bindeglied zwischen Ikkyo und Nikkyo und evtl. Sankyo gesehen werden, da man aus ihr ohne Probleme in Sankyo gehen kann, um den Partner wieder zu bewegen, wenn er nicht am Boden fixiert werden soll. In die Technik kann einfach durch einen Ikkyo oder Nikkyo artigen Eingang gelang werden, was beides von Christian Tissier auf der zuvor genannten DVD gezeigt wird.

[Bearbeiten] Ude Garami

[Bearbeiten] Hiji Kime Osae

[Bearbeiten] Shime Waza

Shime Waza bezeichnet alle Würgetechniken. Auch wenn es im Prüfungsprogramm des Aikidos keine Würgetechniken gibt, wird auf Lehrgängen oder beim Training eine ganze Reihe davon gezeigt.

[Bearbeiten] Weitere Techniken

Es gibt eine Vielzahl von Techniken, denen man im Training begegnet, die jedoch nicht zum Grundschulprogramm gehören.

[Bearbeiten] Kanuki gatame

Zu Deutsch: Kanuki bedeutet Schloss

[Bearbeiten] Ude Kime Nage

[Bearbeiten] Sumi Otoshi

Zu Deutsch: Eckenkippe

[Bearbeiten] Kokyu nage

Kokyu nage bedeutet Atemkraft-Wurf. Kokyu Nage sind meist keine richtige Technik und bestehen nur aus einem kleinen Element. Prinzipiell wird nur versucht, die Kraft des Angreifers durchzulassen. Manche sagen, es kann bei einem „ungestümen“ Angriff angewendet werden. Andere sehen darin die höchste Kunst, bei der die Grundschultechniken nur den Weg bereiteten, und es nun keiner „Technik“ mehr bedarf, den Angreifer abzuwehren. Oft werden Kokyu Nage am Ende des Trainings oder dazwischen geübt, um sich ein bisschen auszupowern oder um lockerer zu werden.

[Bearbeiten] Ein paar exemplarische Beispiele

[Bearbeiten] Verknüpfen von Techniken und Gegentechniken

Aihanmi katatedori ikkyo ura.ogg
Ai-hanmi-katatedori ikkyo ura

Die eigentliche Magie des Aikidos offenbart sich erst, wenn man langsam zu verstehen beginnt, dass auf eine Richtungsänderung der Kraft eine andere Technik folgt. So kann aber auch von jeder Technik in eine andere „gesprungen“ werden und jede Technik mit (fast?) jeder Technik gekontert werden. Dies offenbart einem eine schier unendliche Vielfalt von Möglichkeiten.

[Bearbeiten] Ren Waza

Ren Waza bezeichnet das Verketten von zwei Techniken ohne Rollenwechsel.

[Bearbeiten] Henka waza

Als Henka Waza wird eine Variation bzw. Abwandlung einer Technik bezeichnet.

[Bearbeiten] Kaeshi Waza

Kaeshi Waza bezeichnet eine Gegentechnik, es findet ein Rollenwechsel statt.

[Bearbeiten] Techniken auf den Knien

Hanmi-hantachi (Shiho Nage)

Alle Techniken im Aikido können auch auf den Knien ausgeführt werden. Das Gehen auf den Knien heißt Shikko. Vermutlich kommt es daher, dass die Japaner auf den Knien sitzen, und dass es auch immer möglich war, bei Verhandlungen vom Verhandlungspartner angegriffen zu werden. Da es auf Knien schwerer ist, sich zu bewegen und man sich genauer bewegen muss, ist es auch eine besondere Übung. Prinzipiell gibt es kaum einen Unterschied, ob die Technik im Stehen oder auf Knien ausgeführt wird. Früher wurden die Techniken viel mehr auf den Knien geübt, denn wenn man sie auf Knien kann, kann man sie auch im Stand. Inzwischen wird eher weniger auf den Knien geübt, weil es lästig erscheint, aber es ist trotzdem eine unverzichtbare Ergänzung zum Training.

[Bearbeiten] Bewegen auf den Knien

[Bearbeiten] Hanmi-hantachi

Hanmi-hantachi bedeutet, dass der Verteidiger kniet und der Angreifer aus dem Stand angreift. Hierbei ist oft darauf zu achten, dass man versucht, den Angreifer nach unten zu holen. Greift der Angreifer z.B. in der 2. Angriffsform an, kann der Verteidiger einen Tenkan auf den Knien machen und die gefasste Hand tief halten, damit der Partner weiter nach unten kommt und er einen Tenshi Nage ausführen kann.

[Bearbeiten] Suwari-Waza

Bei Suwari-Waza sind sowohl Verteidiger als auch Angreifer auf Knien.

[Bearbeiten] Buki Waza (Waffentechniken)

zum Kapitel: "Buki Waza (Waffentechniken)" Wikibooks-nav-vor.png

[Bearbeiten] Schwert

zum Kapitel: "Schwert" Wikibooks-nav-vor.png


[Bearbeiten] Stock

zum Kapitel: "Stock" Wikibooks-nav-vor.png


[Bearbeiten] Messer

zum Kapitel: "Messer" Wikibooks-nav-vor.png


[Bearbeiten] Verteidigen gegen mehrere Gegner

O'Sensei sagte über Technik "treat one like many and many like one"

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