Alternative Menstruationshygiene/ Hygieneartikel/ Konventionelle Artikel/ Tampons
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Was ist es?
Tampons bestehen aus dicht zusammengerolltem Baumwollwattevlies und Zellstoff aus Holzbrei, umgeben von einer synthetischen Schicht, die das Ein- und Ausführen erleichtern soll. In der Mitte ist ein Faden befestigt, der das Zurückholen erleichtert. Es sind auch Tampons erhältlich, die mit einem Applikator ausgestattet sind. Dieser verringert Mithilfe der zwei ineinander geschobenen Pappröhrchen den Fingerkontakt mit der Vagina.
Tampons werden im Sitzen in die Scheide eingeführt. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich. Es sollte immer die kleinstmögliche Größe gewählt werden, da ein zu starkes Aufsaugen die Vagina austrocknen lässt und dadurch das Ein- und Ausführen erschwert und eventuell sogar schmerzhaft macht. Außerdem sollten sie nicht zu lange getragen werden (maximal acht Stunden) und am Ende der Menstruation entfernt werden, denn das aufgestaute Blut zieht gerne ungewollte Bakterien an.
Tampons und Binden sollten nicht in die Toilette geworfen werden, weil diese dadurch verstopfen könnte. Neun von zehn Verstopfungsproblemen in Toiletten rühren von Wegwerftampons und -binden. Um unnötige Irritationen zu vermeiden, sollten die Hände vor der Benutzung gewaschen werden.
Positives
- Sie sind in jedem Supermarkt erhältlich.
- Es gibt sie in allen möglichen Größen und Formen, somit ist eine gute Anpassung an die eigenen Bedürfnisse möglich.
- Sie sind klein und handlich
- Die meisten Frauen spüren die Tampons nicht beim Tragen.
- Sie sind für alle sportlichen Aktivitäten verwendbar, ohne Angst haben zu müssen, dass Blut in deine Unterhose tropft. Jedoch solltest du sie nach dem Schwimmen auswechseln, da sie sich auch mit Wasser voll saugen können.
Negatives
- Tampons saugen nicht nur das Menstruationsblut, sondern auch die Scheidenflüssigkeit auf. Diese ist wichtig, damit die Scheide nicht austrocknet. Auch bringt dies die natürliche pH-Balance durcheinander. Die Scheidenflora hat normalerweise ein natürliches Abwehrystem, durch Tampons wird dieses gestört und somit anfälliger für Infektionen wie z. B. den Scheidenpilz.
- 2,4 % der Weltackerfläche werden für Baumwolle verwendet, die meist in Monokultur angebaut wird und daher großräumig das ökologische Gleichgewicht beeinflusst, teilweise sogar drastisch verändert. Baumwolle, die nicht biologisch angebaut wird, ist meistens genmanipuliert. Außerdem werden 25 % der weltweit verwendeten Pestizide und Insektizide bei der Baumwollproduktion eingesetzt. Darunter fünf der neun giftigsten Pestizide. Aufgrund starker Belastungen mit Giftstoffen wurde es verboten, die für die meisten Tampons verwendete Baumwolle „gin trash“ an Tiere zu verfüttern. Diese Gifte können niemals vollständig aus den Fasern ausgewaschen werden und kommen somit durch Tampons und Binden in direkten Kontakt mit einem der sensibelsten Punkte des Körpers.
- Die Hygieneartikelindustrie ist überzeugt, dass wir weiße, „saubere“ Artikel brauchen (was aber nicht bedeutet, dass sie steril sind). Das Problem dabei ist, dass Dioxin (eine zur Bleichung verwendete Chemikalie) mehrere nachgewiesene schädliche Nebeneffekte hat. Dioxine sind schon in geringen Dosen giftig und werden durch eine Vielfalt von natürlichen und industriellen Herstellungsabläufen produziert. Es wurde festgestellt, dass eine Verbindung zwischen Dioxinen und Endometriose (siehe Regelschmerzen) besteht. Die meisten Frauen, die an Endometriose erkranken, weisen eine hohe Konzentration von Dioxinen im Körper auf. Außerdem gelten Dioxine als krebsfördernd und verwirrend für das Hormonsystem. Bei Männern mindert es die Spermienproduktion. Bei Frauen wurden Geburtsfehler, Unfruchtbarkeit und sogar Missgeburten beobachtet. Tamponhersteller geben an, heutzutage dioxinfreie Bleichungsprozesse anzuwenden und dass der uns durch andere Einflüsse zugeführte Dioxinwert viel höher sei. Jedoch wurde nie von einer unabhängigen Untersuchung festgestellt, ob dies wirklich der Fall ist. Außerdem können Dioxine auch durch andere Inhalte als die Baumwolle in die Tampons gelangen. Wir haben es hier mit einem der am stärksten absorbierenden Teile unseres Körpers zu tun, wieso sollten wir ein solches Risiko eingehen?
- Binden und Tampons enthalten Rayon (Viskose) für eine bessere Absorption. Es unterstützt, mit seiner extrem starken Saug- und Bindewirkung die schädliche Wirkung von anderen Chemikalien. Wenn kleine Fasern in der Vagina zurückbleiben – was meistens der Fall ist – entsteht ein entzündeter Herd um die Stückchen, welche dem Dioxin einen besseren Nährboden geben. Außerdem machen Rayonfasern kleine Schnitte in die Gebärmutterwand, welche die Wand „schälen“ und Infektionen hervorrufen. Es wurde eine direkte Verbindung zwischen Rayon und TSS nachgewiesen. Tamponhersteller weisen darauf hin, dass eine akzeptierbare Menge von Rayon unschädlich ist, jedoch ist der wiederholte Kontakt damit sehr ungesund – etwa vier bis fünf Tampons pro Tag, fünf Tage pro Monat, über eine Dauer von etwa 40 Jahren sollen kein wiederholter Kontakt sein?
- Tampons können das Toxische Schocksyndrom (TSS) auslösen, wenn man sie „vergisst“ oder aus anderen Gründen zu lange am Ort belässt. Dies ist eine Art Blutvergiftung, die von dem meist harmlosen Bakterium Staphylococcus aureus oder seltener auch von Streptokokken ausgelöst werden kann. Die Symptome sind hohes Fieber, Erbrechen, ein Gefühl wie bei Sonnenbrand, Durchfall, Muskelkrämpfe, Verwirrtheit und ein allgemeines Unwohlsein. Normalerweise kann TSS erfolgreich behandelt werden, jedoch bei zu spätem Erkennen der Krankheit bis zum Tod führen. Im Jahr 1979/80 starben 55 Frauen an TSS und 1066 wiesen die Symptome auf. 1997 waren es noch fünf und 1998 waren es noch drei Fälle. Alle Menschen können TSS bekommen, in der Regel kommt es aber nur im Zusammenhang mit Tampons zustande.
- herkömmliche Tampons und Binden enthalten meistens synthetisches Material, welches nicht biologisch abbaubar ist und somit unseren Planeten verschmutzt.
- Tampon- und Bindenherstellende Fabriken geben Dioxin in die Umwelt ab, welches das Wasser verschmutzt und sich in die Nahrungskette einschleicht. Die Auswirkungen davon (z. B. Atmungserkrankungen) bekommen arme Menschen und Kinder am stärksten zu spüren.
- Über 12 Milliarden Binden und sieben Millionen Tampons werden einmal verwendet und dann entsorgt. Außerdem kommt noch dieselbe Menge an überflüssiger Verpackung dazu. Tampons und Binden sind ein weiteres Produkt, dass auf den riesigen, unsere Erde überflutenden, giftigen Müllhalden landet und dort langsam vor sich hin rottet. In manchen Ländern wird der größte Teil des Mülls verbrannt, wodurch das ganze Gift in die Luft fliegt. In anderen Ländern wird der Abfall zuerst jahrelang liegengelassen. Durch Regen und andere Umwelteinflüsse, verteilen sich die Giftstoffe von den Deponien in das gesamte Ökosystem. Und falls sie nicht Wasser, Licht und zirkulierender Luft ausgesetzt sind, bleiben sie bis zu 50 Jahre liegen.
- Eine menstruierende Person verbraucht durchschnittlich etwa 16.800 Binden oder Tampons in ihrem Leben. Dies sind bis zu 140 kg.
- In den Jahren 1998/99 wurden an den Stränden Amerikas 170.000 Tamponapplikatoren gesammelt. Tampons sind der häufigste Abfall an Stränden.
- Herstellerfirmen sind meist Multikonzerne, mit unwürdigen Arbeitsbedingungen – z. B. sind ArbeiterInnen häufig den ganzen Chemikalien ungeschützt ausgeliefert.
Tampons sind kleine gefährliche Suckers, die uns als das Hygieneprodukt während der Menstruation verkauft werden. Sie beschädigen alle nur erdenkbaren Rechte. Dies geht von Frauenrechten, über Menschenrechte, Sexualrechte, Gesundheitsrechte, Arbeitsrechte bis hin zu Umweltrechten. Gibt es Gründe, wieso wir uns solchen Bedingungen unterwerfen sollten? Auch bei solch intimen Themen und sensiblen Zonen sollte mensch sich Gedanken machen und sich den Folgen des Handelns bewusst sein.