Anorganische Chemie für Schüler: Redoxreaktionen als Elektronenübergänge

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Hoch zur anorganischen Chemie für Schüler, Viertes Kapitel - Erweiterter Kurs I


Kapitel 15: Redoxreaktionen als Elektronenübergänge

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Einleitung

In Kapitel 10 hast Du Redoxreaktionen als Sauerstoffaustauschreaktion kennen gelernt. Das ist ein gutes Konzept, um viele chemische Reaktionen zu verstehen. Allerdings benötigen wir für einige komplexere Reaktionen ein erweitertes Konzept.

Als gutes Hilfsmittel haben sich dabei die Oxidationszahlen erwiesen. Sie sind den Wertigkeiten ähnlich und helfen chemische Vorgänge besser zu erkennen. Oft wird erst durch die Bestimmung der Oxidationszahlen einzelner Atome klar, welche chemische Reaktion abläuft. Regeln findest Du im Folgenden.

[Bearbeiten] Zusatzinformationen:

Wikipedia
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[Bearbeiten] Die Oxidationszahl- eine nützliche Hilfszahl

1. Oxidationszahl werden über den Elementsymbolen als römische Ziffer notiert

2. Elemente haben stets die Oxidationszahl 0

Cl,  H2 Au

3. Sauerstoff besitzt in Verbindungen die Oxidationszahl -II

  II -II I -II IV -II
z.B.: MgO,  H2O SO2

4. Wasserstoff besitzt in Verbindungen die Oxidationszahl +I

  I -I I -II -III I
z.B.: HCl,  H2O NH3

5. Atome, die Wasserstoff ersetzen erhalten positive Vorzeichen

  I -I I -II
z.B.: NaCl,  Li2O

6. Atome, die Wasserstoff binden erhalten negative Vorzeichen

  I -I I -II -III I
z.B.: HF,  H2S PH3


7. Der Betrag der Oxidationszahl ergibt sich aus der Zahl der ersetzten bzw. gebundenen Wasserstoffatome

z.B.: s.o.

8. Die Summen der Oxidationszahl in Molekülen bzw. Verbindungen ergibt immer 0

z.B.: s.o.

9. Die Oxidationszahl der Elemente der ersten 3 Hauptgruppen in Verbindungen (!) ist immer positiv und entspricht der Hauptgruppennummer

  I -I II -II IV -II
z.B.: NaCl,  MgO Al2O3

10. Bei Ionen entspricht die Oxidationszahl der Ionenladung. Somit haben auch Säurereste die der Ladung entsprechende Oxidationszahl


  I II III -II
z.B.: Na + Mg2 + Fe3+,   S2-

[Bearbeiten] Aufgaben:

Bestimme alle Oxidationszahlen

H2O, MgO, Al2O3, NaCl, N2, NaOH, NH3, SO2, CaO, H2S, SO3, K2O, Na2CO3 , N2O3 , BaO2 , Cl2O4, K2SnO3, H2N2O2, CaB2O4, Cr2O42-, Cr2O72-, AsO43-, MnO4-, HOBr, HBrO2, HBrO3, HBrO4, SCl2, PCl3, BCl3, SnH4, SbCl5, SeF6

[Bearbeiten] Zusatzinformationen

Wikipedia
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[Bearbeiten] Säurereste und Oxidationszahlen

  • Die Säure HCl hat den Säurerest Cl- (Chlorid) ; Oxidationszahl ist -I
  • Die Säure H2SO4 hat den Säurerest SO4 2- (Sulfat) ; Oxidationszahl ist -II
  • Die Säure H3PO4 hat den Säurerest PO4 3- (Phosphat) ; Oxidationszahl ist -III

 

Prinzip: Die Oxidationszahl der Säurereste entspricht der Anzahl an Wasserstoffen (mit umgekehrtem Vorzeichen!)


[Bearbeiten] Aufgaben

Bestimme alle Oxidationszahlen

Cu, NH4Cl, HBr, KBrO3, H2O, NaCl, H3PO4, Mg, I2, C6H12O6, CO2, HClO4, Al2(SO4)3, H2SO4, BaCl2, AgCl, AgNO3, AlCl3, CaCO3, CaCl2, Br2, Fe2O3, FeCl3, KHSO4, SO2, N2, NaNO3, NH3, KI, HCl

[Bearbeiten] Oxidation und Reduktion (=Elektronenübertragungsreaktionen)

 

a) Verbrennungen mit Sauerstoff


Versuchsbeschreibung
Beobachtung
Schlussfolgerung

1. Entzünden von Fe-Wolle

  • dunkelgraues Reaktionsprodukt Fe glimmt
  • Wärmeentwicklung

\Rightarrow Verbrennung von Fe
\Rightarrow exotherme Reaktion
\Rightarrow ein neuer Stoff ist entstanden

2. Verbrennung von Fe-Wolle in reinem O2

  • siehe V1
  • Reaktion ist heftiger

\RightarrowSauerstoff ist d. Reaktionspartner

4Fe + 3O2 \longrightarrow 2Fe2O3 + E

3. Entzünden von Al-Pulver

  • Lichtblitz
  • weißes Produkt

\RightarrowAl verbrennt mit Sauerstoff

4Al + 3O2 \longrightarrow 2Al2O3 + E


Bisher: Antoine Laurent de Lavoisier (1743 - 1794, mit Guillotine hingerichtet):

Die Vereinigung eines Elementes mit Sauerstoff nennt man Oxidation. Das Element wird dabei oxidiert, Sauerstoff ist das Oxidationsmittel. Verbrennungen sind ein Spezialfall der Oxidation, bei der Licht und Wärme freiwerden .

Die Umkehrung der Oxidation wird Reduktion genannt. Sie ist die Abgabe von Sauerstoff

 

b) "Verbrennungen" ohne Sauerstoff
Versuchsbeschreibung
Beobachtung
Schlussfolgerung

1. Reaktion von Al in Br2

  • Al verbrennt
  • weißer Feststoff als Produkt

\Rightarrow exotherme Reaktion
\Rightarrow ein neuer Stoff ist entstanden
\Rightarrow

2Al + 3Br2 \longrightarrow 2AlBr3 + E


Stellt man nun die beiden letzten Reaktionen gegenüber, so sieht man, dass sie recht ähnlich sind. Es entstehen weiße Produkte unter Flammenerscheinung. Ist die zweite Reaktion dann etwa keine Redoxreaktion?

4Al + 3O2 \longrightarrow 2Al2O3 + E
2Al + 3Br2 \longrightarrow 2AlBr3 + E

Eine Gemeinsamkeit beider Reaktionen ist das Aluminium. Betrachtet man nun die Valenzelektronen (=Außenelektronen) genauer, so sieht man, dass Al 3 Außenelektronen hat.
\Rightarrow In beiden Salzen hat Al eine 3fach positive Ionenladung.

Gemeinsamkeit:   ox: Al \longrightarrow Al3+ + 3 e-

Eine Elektronenabgabe wird als Oxidation bezeichnet. Die Elektronen werden vom Oxidationsmittel aufgenommen (neuere, allgemeinere Definition)

Elektronen können aber nicht einfach so abgegeben werden. Es ist ein Reaktionspartner notwendig, der dieses Elektronen aufnimmt. Die Elektronenaufnahme wird als Reduktion bezeichnet. Die Elektronen werden vom Reduktionsmittel abgegeben.

Reduktion = Elektronenaufnahme Oxidationsmittel = Stoff der e aufnimmt
Oxidation = Elektronenabgabe Reduktionsmittel = Stoff der e abgibt

Reduktion und Oxidation laufen immer gleichzeitig ab. Man spricht von Redoxreaktionen. Bei Redoxreaktionen werden Elektronen von einem Teilchen auf ein anderes übertragen. Redoxreaktionen sind also Elektronenübertragungsreaktionen.

[Bearbeiten] Schritte zum Erstellen der Reaktionsgleichungen

Die folgenden Schritte sollen für Dich ein Rezept darstellen, nach dem Du vorgehen sollst, wenn Du in Zukunft Reaktionsgleichungen für Redoxreaktionen aufstellst. Bei den einfachen Aufgaben auf diesem Zettel kannst Du den Schritt 5 & 6 noch überspringen.

Eine kleine Warnung für alle Schnellrechner:
Überspringst Du später einen Schritt, wird das Ergebnis in der Regel falsch sein!

  1. Unvollständige Gleichung aus dem Experiment aufstellen (Ausgangsstoffe ?? Produkten)
  2. Oxidationszahlen ermitteln
  3. Teilgleichungen aufstellen
  4. Anzahl der jeweils aufgenommenen oder abgegebenen e- ermitteln
  5. Ladungsausgleich:
    1. in alkalischer Lösung mit (OH)- (=Hydroxidionen)
    2. in saurer Lösung durch (H3O)+ (=Hydroniumionen)
  6. Stoffbilanz mit Wasser
  7. Elektronenanzahl der Teilgleichungen untereinander durch Multiplikation ausgleichen
  8. Teilgleichungen "addieren" und so die Gesamtgleichung aufstellen. Fast fertig!
  9. Überlegen, ob Energie benötigt oder freigesetzt wird
  10. Überprüfung der Gleichung durch Probe (Dazu zählt man wie oft jedes Element und jede Ladung auf beiden Seiten vorkommt - die Zahlen müssen immer gleich sein!)


Tipps (die Du eigentlich schon aus den letzten Kapiteln kennst):

  1. Nur Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und die Elemente der 7. HG kommen als zweiatomiges Element vor: \Rightarrow H2, N2, O2, F2, Cl2, Br2, I2 (es gibt also niemals Fe2 oder Al4 als Element!)
  2. Überlege Dir immer gut, ob die Formel, die Du erstellt hast, überhaupt logisch ist und sie Dir bekannt vorkommt. Ein einfaches Zusammenzählen aller Atome ist nämlich nur sehr selten die richtige Lösung: z.B. verbrennt CH4 + O2 nicht zu CH4O2, sondern zu CO2 + H2O (Kohlenstoffdioxid und Wasser!)

Wenn ein Element, ein Ion oder ein Molekül e- AUFnimmt, ist das eine REDuktion.
Wenn ein Element, ein Ion oder ein Molekül e- ABgibt, ist es eine Oxidation.

Hinweis: Wenn Du noch nicht soweit bist, komplette Reaktionsgleichungen aufzustellen, dann ist das noch nicht sooo schlimm - schlimm wird es, wenn Du aufgibst ;-)
In dem Fall zumindest alle Oxidationszahlen zuordnen und die Teilgleichungen der Elemente aufstellen, bei denen sich die Oxidationszahlen ändern. (also soweit machen, wie es geht!)

[Bearbeiten] Aufgaben

Erstelle die Reaktionsgleichungen der folgenden Reaktionen und entscheide, ob es Redoxreaktionen sind. Bedenke: Redoxreaktionen liegen vor, wenn sich die Oxidationszahlen von Atomen ändern.

  1. Verbrennung von Fe zu Fe2O3
  2. Vereinigung von Aluminium mit Fluor zum Salz
  3. Verbrennung von Methan (CH4)
  4. Mg reagiert mit Brom [Br2] zum entsprechenden Bromid
  5. Bildung von P4O10 aus den Elementen


[Bearbeiten] Zusatzinformationen:

Wikipedia
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[Bearbeiten] Weitere Beispiele für Redoxreaktionen

[Bearbeiten] Redoxreaktionen mit Elementen:

Als Schülerversuche

Mg + S
Mg + O
2Mg + O2 \longrightarrow 2MgO + E
Mg + Br2 \longrightarrow MgBr2 + E
Mg + S \longrightarrow MgS + E


Schlussfolgerung
Das Mg-Atom reagiert bei Redoxreaktionen zum zweifach positiv geladenen Mg2+- Ion

ox:  \qquad Mg \longrightarrow Mg^{2+}  + 2 e^-

Aus O2, Br2 und S entstehen negativ geladene Anionen.

red:  \qquad O_2 + 4 e^- \longrightarrow 2O^{2-}
red:  \qquad Br_2 + 2 e^- \longrightarrow 2Br^-
red:  \qquad S + 2 e^- \longrightarrow S^{2-}

In allen drei Fällen gibt Magnesium Elektronen ab und wird zum Mg2+-Ion.
Diese Elektronenabgabe bezeichnet man als Oxidation. Die Elektronenaufnahme der Reaktionspartner nennt man Reduktion.



[Bearbeiten] Redoxverhalten der Halogene

Cl2-Wasser + Hexan \longrightarrow Hexan färbt sich gelb
Br2-Wasser + Hexan \longrightarrow Hexan färbt sich braun
I2-Wasser + Hexan \longrightarrow Hexan färbt sich violett

[Bearbeiten] Redoxverhalten von Wasserstoffperoxid

Versuchsbeschreibung
Beobachtung
Schlussfolgerung

H2O2 mit Kartoffel

  • Gasentwicklung, Nachweis durch Glimmspanprobe

Bei der Zersetzung von H2O2 entwickelt sich Sauerstoff

  -I   -II    
ox: 2O \longrightarrow O2 + e-    
  IV   -IV    
red: O + e- \longrightarrow O2- |* 2

______________________________________________

2H2O2 \longrightarrow O2 + H2O + E

[Bearbeiten] Redoxreaktion von Kohlenstoff mit Schwefel

Versuchsbeschreibung
Beobachtung
Schlussfolgerung

Kohlenstoff in konzentrierter Schwefelsäure kochen

  • Kohlenstoff „verschwindet“
  • Geruch nach Schwefeldioxid

\rightarrow Kohlenstoff hat reagiert
\rightarrow es ist Schwefeldioxid entstanden
\rightarrow konzentrierte Schwefelsäure ist ein

Oxidationsmittel


Tipp zum Lösen der Gleichungen: Säuren in Reaktionsgleichungen zu Ionen dissozieren!


\curvearrowright

C + 2H2SO4 \longrightarrow 2SO2 + CO2
C + 2H+| style="border:none; padding:0em 0.5em 0em 0.5em; " |+ 2H+ \longrightarrow 2SO2 + CO2

Teilgleichungen:

  0   IV    
ox: C + 2 H2O \longrightarrow CO2 + 4e- + 4H+    
  IV   -IV    
red: SO42- + 2e- + 4H+ \longrightarrow SO2 + 4e- + 2H20   |* 2

______________________________________________

C + 2H2SO4 \longrightarrow 2SO2 + CO2 + 2H2O



Damit man nicht nachträglich durcheinander kommt, wird die erste, ursprüngliche Gleichung - die ja im Grunde falsch ist und nur ein erster Entwurf war - in Klammern gesetzt.

Ohne Teilgleichungen kann man die Reaktionsgleichung für derart komplexe Reaktion nicht korrekt erstellen!

Aus dem Experiment kann man die Reaktionsprodukte bestimmen. Erst durch die Reaktionsgleichung kann man überprüfen, ob es theoretisch möglich ist, das Produkt zu bilden.



[Bearbeiten] Hausaufgabe: Kupfer + Salpetersäure \longrightarrow Kupferoxid + Stickstoffdioxid

Eine Kupfermünze reagiert mit Salpetersäure heftig unter Bildung des giftigen Stickstoffdioxids. Stelle die Reaktionsgleichung auf:

1. Ausgangsstoffe, Endstoffe: Cu + HNO3 \longrightarrow NO2 + CuO
2. Oxidationszahlen bestimmen
3. Teilgleichungen aufstellen
ox: Cu \longrightarrow CuO
red: HNO3 \longrightarrow NO2
4. Elektronenanzahl der jeweils aufgenommenen oder abgegebenen e- ermitteln
ox: Cu \longrightarrow CuO + 2 e-
red: HNO3 + e- \longrightarrow NO2
5. Ladungssumme ausgleichen
Cu \longrightarrow CuO + 2 H3O+ 2 e-
HNO3 + H3O+ + e- \longrightarrow NO2
6. Stoffbilanz mit Wasser
Cu + 3 H2O \longrightarrow CuO + 2 H3O+ 2 e-
HNO3 + H3O+ + e- \longrightarrow NO2 + 2 H2O
7. Elektronenzahlen der Teilgleichungen untereinander ausgleichen (Reduktion mal 2)
Cu + 3 H2O \longrightarrow CuO + 2 H3O+ 2 e-
2HNO3 + 2H3O+ + 2e- \longrightarrow 2NO2 + 4 H2O
8.Teilgleichungen addieren
Cu + 2HNO3 \longrightarrow CuO + 2NO2 + H2O
9. Überlegen, ob Energie benötigt oder freigesetzt wird
Cu + 2HNO3 \longrightarrow CuO + 2NO2 + H2O + E


10. Probe
Cu: 1/1
H: 2/2
O: 6/6
N: 2/2

Reduktion von Kaliumdichromat

Versuchsbeschreibung
Beobachtung
Schlussfolgerung

Cr2O72- + Fe2+

  • orange Lösung färbt sich grün

\rightarrow es ist Cr3+ entstanden

Stelle die Reaktionsgleichung auf:

Lösung - Kurzform:

1. (Cr2O7)2- \longrightarrow 2 Cr3+ ;
  Fe 2+ \longrightarrow Fe3+
2.  VI   -II          II              III         III
  (Cr2O7)2- + Fe2+ \longrightarrow Cr 3+ + Fe3+
3. ox: Fe2+ \longrightarrow Fe3+ + e-
  Cr2O72- + 6e-\longrightarrow 2 Cr3+
4. ox: Fe2+ \longrightarrow Fe3+ + e-
  Cr2O72- + 6e- 14 H3O+ \longrightarrow 2 Cr 3+
5. ox: Fe2+ \longrightarrow Fe3+ + e-
  Cr2O72- + 6e- 14 H3O+ \longrightarrow 2 Cr 3+ + 21 H2O
6. ox * 6

7. Cr2O72-+ 6 Fe 2+ 14 H3O+ \longrightarrow 2 Cr 3+ + 21 H2O + 6 Fe3+ +E

[Bearbeiten] Reaktionen mit Manganionen

Mangan ist ein Element, welches in vielen verschiedenen Oxidationsstufen vorkommen kann. Dadurch sind sehr viele Reaktionen möglich. Mit Schwefeltrioxid reagiert es unterschiedlich je nach Säuregrad

[Bearbeiten] Reaktion von Permanganat mit Sulfit:

1. In saurem Milieu: 2 MnO4- + 5 SO32- + 6 H3O+ \longrightarrow 2 Mn2+ + 5 SO42- + 9 H2O + E
2. In alkalischem Milieu: 2 MnO4- + SO32- + + 2 OH- \longrightarrow 2 (MnO4)2- + SO42- + H2O + E
3. In neutraler Lösung: 2 MnO4- + 3 SO32- + H2O \longrightarrow 2 MnO2 + 3 SO42- + 2 OH- + E


Erklärungen zu 2: Permanganat (VII) zu Manganat (VI)

ox: SO32- + 2 OH- \longrightarrow SO42- + H2O + 2e-    
red: MnO4- + e- \longrightarrow MnO42-   |* 2

______________________________________________

2 MnO4- + SO32- + 2 OH- \longrightarrow 2 MnO42- + SO42- + H2O + E



Damit die Gleichung im Labor möglich ist, müssen die Kationen ergänzt werden, so dass man weiß, welche Salze man verwenden kann

2 KMnO4 + Na2SO3 + 2 KOH \longrightarrow 2 K2MnO4 + Na2SO4 + H2O + E

[Bearbeiten] Chlordarstellung aus HCl und Permanganat

2 MnO4- + 16H+ + 10Cl- \longrightarrow 2 Mn2+ + 5Cl2 + 8 H2O + E

[Bearbeiten] Die Farben der unterschiedlichen Manganionen

Mn7+ (VII) - z.B. (MnO4)- ist violett
Mn6+ (VI) - z.B. (MnO4)2- ist grün
Mn4+ (IV) - z.B. (MnO2) ist braun (MnO2 = Braunstein)
Mn2+ (II) - z.B. MnO ist farblos


[Bearbeiten] Zusatzinformationen:

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[Bearbeiten] Übungsaufgaben Redoxreaktionen

1) Formuliere für die angegebenen Reaktionen Teilgleichungen für die Oxidation und Reduktion und die Redoxgleichung für diese Reaktion.  Kennzeichne in der Redoxreaktion Reduktionsmittel und Oxidationsmittel.
  a) Aluminium reagiert mit Chlor zu Aluminiumchlorid.
  b) Leitet man Chlorgas in Ammoniakgas ein, so kommt es zur Bildung von Stickstoff und Chlorwasserstoffgas.
  c) Wenn man konzentrierte Schwefelsäure mit Kohlenstoff (C) erhitzt, dann entsteht Schwefeldioxid und ein anderes, farbloses Gas. wenn man dieses Gas in Calciumhydroxidlösung ("Kalkwasser") leitet entsteht eine weisse Trübung (Niederschlag).
  d) Schwefelwasserstoff wird in Chlorwasser eingeleitet. Als Reaktionsprodukt entstehen Chloridionen und ein gelber Feststoff.
2) 2 H2S + SO2 \longrightarrow 3 S + 2 H2O (Synproportionierung)
3) 3 Br2 + 6 OH- \longrightarrow 5 Br- + BrO3- + 3H2O (Disproportionierung)
4) Reaktion einer Kaliumpermanganatlösung mit Wasserstoffperoxidlösung im alkalischen Medium. Es entsteht Braunstein (MnO2) und Sauerstoff.
5) Chlor reagiert mit Natronlauge. Es entsteht Chlorid und Hypochlorit (OCl-)
  Cl2 + 2 NaOH \longrightarrow NaCl + NaOCl + H2O (Disproportionierung)
6) KMnO4 + Mn(OH)2 \longrightarrow MnO2 + KOH + H2O
7) Natrium reagiert beim Kontakt mit Wasser zu Natronlauge und Wasserstoff
  2 Na + 2 H2O \longrightarrow 2Na+ + 2 OH- + H2


ox: 2Na \longrightarrow 2 Na+ + 2e-
red: 2H2O + 2 e- \longrightarrow 2 OH- + 2H2

______________________________________________

2 Na + 2 H2O \longrightarrow 2 Na+ + 2 OH- + H2


Tipp:

Wenn ein Element oder ein Ion oder ein Molekül e- AUFnimmt ist das eine REDuktion.
(Bei der Elektrolyse geschieht dies an der KAThode - nur dort!)
Wenn ein Element oder ein Ion oder ein Molekül e- ABgibt ist es eine Oxidation
(Bei der Elektrolyse geschieht dies an der ANode - nur dort!)

[Bearbeiten] Die Elektrolyse - eine erzwungene Redoxreaktion

V: Zn in I2-Lösung \longrightarrow Entfärbung


V: Zersetzung einer ZnI2-Lösung durch elektrischen Strom

[Bearbeiten] Bedeutung von Redoxvorgängen

Beispiele aus der Natur:

Photosynthese: E + 6 CO2 + 6H2O \longrightarrow C6H12O6 + 6O2
Zellatmung: C6H12O6 + 6O2 \longrightarrow 6CO2 + 6H2O +E
Alkoholische Gärung: C6H12O6 \longrightarrow 2CO2 + 2CH3CH2OH +E

Beispiele aus der Technik:

Alle Formen der Metallgewinnung aus Erzen
Korrosionsprozesse
Stromerzeugung durch Batterien oder Akkumulatoren (z.B. Brennstoffzelle)

[Bearbeiten] Übungsaufgaben, bis der Arzt kommt ;-)

MnO4- + NO2- \longrightarrow Mn2+ + NO3-
ClO- + CrO22- + OH- \longrightarrow Cl- + CrO42-
HBrO3 + Bi \longrightarrow HBrO2 + Bi2O3
Zn(s) + NO3- + \longrightarrow Zn2+ + NH3 + OH-
Ag + H2SO4 \longrightarrow Ag2SO4 + SO2
Al + H2SO4 \longrightarrow Al2(SO4)3 + SO2
Bi + HNO3 \longrightarrow Bi(NO3)3+ + NO
Cr2O72- + H2S \longrightarrow Cr3+ + S + OH-
Cu + HNO3 \longrightarrow 3 Cu(NO3)2 + NO
FeSO4 + HIO3 + H2SO4 \longrightarrow I2 + Fe2(SO4)3 + H2O
MnO2 +Cl- + H+ \longrightarrow H2O + Cl2 + Mn2+
MnO4- + C2O42- + H3O+ \longrightarrow Mn2+ + CO2
P + HNO3 + H2O \longrightarrow H3PO4 +NO
PbO2 + HCl \longrightarrow PbCl2 + Cl2
SbH3 + OH- \longrightarrow Sb(OH)4- + H2
Sn + HNO3 \longrightarrow SnO2 + NO2
SO2 + I2 + OH- \longrightarrow SO3 + 2I-
SO32- + Sn+ +H3O+ \longrightarrow SnS2 + Sn4+

[Bearbeiten] Lösungen:

2MnO4- + 6H+ + 5NO2- \longrightarrow 2Mn2+ + 3H2O + 5NO3-
3ClO- + 2CrO22- + 2 OH- \longrightarrow 3Cl- + 2CrO42- + H2O
3HBrO3 + 2Bi \longrightarrow 3HBrO2 + Bi2O3
4Zn(s) + NO3- + 6H2O \longrightarrow 4Zn2+ + NH3 + 9OH-
Ag + 2H2SO4 \longrightarrow Ag2SO4 + SO2 + 2H2O
Al + 6H2SO4 \longrightarrow Al2(SO4)3 + SO2 + 6H2O
Bi + 4HNO3 \longrightarrow Bi(NO3)3 + 2H2O + NO
Cr2O72-+ H2S \longrightarrow Cr3+ + S + OH-
Cu + 8HNO3 \longrightarrow 3 Cu(NO3)2 + 2NO + 4H2O
10FeSO4 + 2HIO3 + 5H2SO4 \longrightarrow I2 + 5Fe2(SO4)3 + 6H2O
MnO2 +2Cl- + 4H+ \longrightarrow 2H2O + Cl2 + Mn2+
2MnO4- + 5C2O42- + 16H3O+ \longrightarrow 2Mn2+ + 10CO2 + 8H2O
P + 5HNO3 +2H2O \longrightarrow 3H3PO4 +5NO
PbO2 + 4HCl \longrightarrow PbCl2 + Cl2 + 2H2O
SbH3 + OH- + H2O \longrightarrow Sb(OH)4- + H2
Sn + 4HNO3 \longrightarrow SnO2 + 4NO2 + 2H2O
SO2 + I2 + 2OH- \longrightarrow SO3 + 2I- + H2O
SO32- + 6Sn2+ +12H3O+ \longrightarrow SnS2 + 5Sn4+ + 18H2O
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