Berlin-Fremdenführer/ Essen und Trinken
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Von Eisbein und Currywurst
So vielfältig und multikulturell wie die Stadt, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten Leib und Seele zusammenzuhalten. Traditionell bevorzugt der Berliner deftige Fleischgerichte. In seinem Lied "Der Überzieher" verwies schon Otto Reutter auf den Verzehr von gekochter, gepökelter Schweinshaxe - das Eisbein. Dieses ist in guten deutschen Berliner Gasthäusern mit Kartoffeln, Sauerkraut und Erbsenpürrée erhältlich. Klassisch auch die "Leber Berliner Art", die mit Kartoffelbrei und Zwiebelringen gereicht wird. Auch die typischste Brühwurst Deutschlands, die Bockwurst, hat ihren Ursprung in Berlin und wurde nicht etwa aus Ziege hergestellt, sondern zum Bockbier gereicht. Doch eine ganz andere Wurst trat in der Nachkriegszeit ihren Siegeszug durch ganz (West-)deutschland an: die Currywurst. Nicht nur der Berliner Arbeiter läßt sich diese zusammen mit "Pommes" schmecken. Selbst Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder beantwortete die Frage, welche Currywurst die Beste sei, klar mit: "Konnopke". Diese Antwort löste zwar eine Protestwelle aller anderen deutschen Imbißbuden in der Hauptstadt aus, doch jeder Berliner 'Curry'-Freund, bestätigt die Qualität des Schnellimbisses unter dem U-Bahn-Viadukt nahe der Station Eberswalder Straße. Ähnlich beliebt ist auch Curry36 an der Kreuzung Gneisenaustraße, Mehringdamm. Erkennungsmerkmal einer guten Currywurst ist zunächst die Wahlmöglichkeit zwischen der echten, milden Curry ohne Darm. Doch auch die Variante der gebratenen Bockwurst mit Curry und angewärmtem Ketchup - eben der mit Darm - ist durchaus zulässig. Wahlweise genießt man seine Wurst mit scharfen Zwiebeln.
Bulette und Döner
Neben dieser Spezialität soll eine noch ältere, die Bulette, ja nicht außeracht gelassen werden. Als Hausmannskost ebenfalls mit Kartoffelbrei, ist sie ebenfalls an Imbißständen erhältlich, teilweise auch mit Curry und Ketchup wie die Wurst, dann als Currybulette. Der Name rührt aus der Einbürgerung der Hugenotten unter Friedrich II. Diese traditionellen 'Fast-Food'-Gerichte Berlins wurden durch die zunehmende multikulturelle Entwicklung der Stadt ergänzt. So wurde der deutschlandweit bekannte Döner Kebap in Berlin kreiert und ist dort auch am günstigsten zu erwerben. Oft befinden sich gleich mehrere türkische Schnellrestaurants in einer Straße und bieten das mit Drehspieß und Gemüse gefüllte Fladenbrot an. Häufig ist die Konkurrenz so stark, das ein solcher sättigender Imbiß schon für 1 € zu haben ist. Doch auch originär türkische und arabische Gerichte sind hier erhältlich.
Lokalitäten
Zahlreiche indische Restaurants aller Preisklassen konnten sich gerade in den letzten Jahren vor allem in den bunten Szenebezirken Kreuzberg und Prenzlauer Berg etablieren. Noch häufiger trifft man die noch günstigeren Chinabistrots an, die ihre "Chinapfanne" unter 3 € überall feilbieten. Die typische Berliner Eckkneipe, wie sie vom Berliner Volkskarikaturisten Heinrich Zille in seinen zahlreichen Cartoons dargestellt wurde, existiert ebenfalls immernoch. Hier wird das typische malzige Berliner Bier zu günstigen Preisen ausgeschenkt, und nirgendwo anders geht es wohl berlinerischer zu. Für einen "Nichtberliner" gehört jedoch manchmal ein bißchen Mut dazu ein solchens Lokal zu betreten. Hier aber kann er zwischen den traditionellen Biersorten "Berliner Kindl", "Schultheiss" und "Berliner Pilsener" wählen. Eine Besonderheit bietet das "Eschenbräu" in der Trifftstraße im Wedding nahe der Station Leopoldplatz. Hier kann man trübe, hausgebraute Biere im Sommer auch im Biergarten genießen.
Wohin?
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[Bearbeiten] Rund um den Ku'damm
Als Tourist sollte man jedoch zunächst den metropolitanen Charme der Berliner Gastronomie, der Tradition mit Szene verbindet, genießen. Das alte, westberliner Zentrum rings um den Kurfürstendamm beherbergt zahlreiche Restaurants und Cafés der gehobeneren Preisklasse. Im Europacenter findet man einen großen Irish Pub. Das Café Kranzler lockt am Ku'damm als traditionelles Haus des alten Berlins.
[Bearbeiten] Mitte
Eine reiche Auswahl an Restaurants, Kneipen und Clubs bietet das Gebiet unmittelbar südöstlich der S-Bahn-Station Hackescher Markt. Direkt unter der Station befindet sich ebenfalls ein Irish Pub, der sich bei Iren wie bei Deutschen einen Namen gemacht hat. Auch entlang der Oranienburger Straße, welche sich davon abzweigt, wird man ein Lokal seines Geschmackes finden. Hier kann man koschere Speisen in einem jüdischen Restaurant kennenlernen und in schicken Bars Cocktails schlürfen. An der Ecke Oranienburger Straße/Friedrichstraße befindet sich das Tacheles, welches sich als Künstlertreffpunkt einen Namen gemacht hat.
[Bearbeiten] Friedrichshain und Prenzlauer Berg
Ähnlich kommerziell geben sich mittlerweile auch die vormals alternativeren Kneipengegenden in Friedrichhain und Prenzlauer Berg. Folgt man am Abend dem Strom derer, die den S-Bahnhof Warschauer Straße in Richtung Frankfurter Allee verlassen gerät man in den Kiez um die Simon-Dach-Straße. Hier befinden sich ebenfalls zahlreiche Kneipen und Bars. Insgesamt ist die Stimmung hier noch etwas befreiter als in der Mitte Berlins. Rund um die Eberswalder Straße, vor allem jedoch in der Kastanienallee befindet sich das Herz des Prenzlauer Berges. Hier sind Künstler, Studenten, Gays, Punks und junge Familien zu Hause. Zahlreiche Spätverkäufe öffnen ihre Pforten für all' jene, die ihr Geld nicht in den angesagten Kneipen lassen wollen, sondern vor allem im Sommer mit ihrem Bier oder Wein unter freiem Himmel im angrenzenden Mauerpark bei selbstgemachter Musik und Feuerschluckern den Tag revuepassieren lassen. Wer eine Leidenschaft für Biergärten hegt, kann unter Bäumen im Prater in der Kastanienallee genauso wie im Biergarten am Pfefferberg an der U-Bahn Station Senefelder Platz ein frisch Gezapftes genießen. Nicht teuer, aber auch nicht unbedingt kullinarisch ist das tägliche Buffet im An einem Sonntag im August, ebenfalls in der Kastanienallee, wo die Partygänger der letzten Nacht neben frühstückenden Studenten ihr letztes Pils trinken können.
[Bearbeiten] Kreuzberger Nächte
Eine echte Alternative zu alldem findet man in Kreuzberg. Wie so oft in Berlin, gibt es auch hier zwei Zentren, die gastronomische Möglichkeiten bieten. Ausgangspunkt für den 36-Kiez, benannt nach der alten Postleitzahl des Bezirkes, ist der Görlitzer Bahnhof. Nordwestlich geht hier die Oranienstraße (nicht zu verwechseln mit der Oranienburger Straße) ab. Dort sind nicht nur zahlreiche Szeneläden, sondern auch Kneipen unterschiedlichster Art zu finden. Mehr davon gibt es in der südwestlichen Verlängerung, der Wiener Straße. Hier kann man vegetarisch Essen oder in der Madonna zahlreiche Whiskysorten aus aller Welt (sogar Japan!) probieren. Ein echtes Kleinod befindet sich in der Ohlauer Straße die von der Wiener Straße abgeht. Hier findet man versteckt das Café Kreuzberg, welches nicht viel Platz aber dafür eine zuvorkommende Bedienung, sowie eine exzellente Käseplatte bietet.
Das "andere" Kreuzberg verläuft entlang der Bergmannstraße nahe der U-Bahnstation Mehringdamm. Neben Plattenläden und Geschäften für alternative Dekoration gibt es auch hier nette Straßencafés und preiswerte internationale Restaurants. Ein Besuch des nahegelegenen Viktoriaparks mit herrlichem Blick über die Stadt bietet sich zu jeder Tageszeit an.
[Bearbeiten] Zu guter Letzt
Abschließend sei gesagt, egal wieviele Nachträge zu diesem Eintrag kommen werden: Eine Gesamtauflistung aller Restaurants und Kneipenecken Berlins ist in Anbetracht des Wachstums und der Dynamik dieser Stadt kaum möglich. Verhungern und verdursten wird aber keiner. Die Hauptstadt bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel, Möglichkeiten die gastronomische Vielfalt kennenzulernen.