Beweisarchiv: Algebra: Körper: Transzendenz von e und π
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Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Transzendenz von e und π
Der folgende Beweis beruht auf Hilberts Aufsatz "Über die Transzendenz der Zahlen e und π" (siehe unten). Er wird als Widerspruchsbeweis geführt, d.h. es wird angenommen, dass die Zahlen e und π algebraisch sind. Von fundamentaler Bedeutung ist der für alle
geltende Sachverhalt
(1)
Beim Beweis für e geht man folgendermaßen vor: Man nimmt an, dass e algebraisch ist, also einer Gleichung
(2)
mit ganzen Koeffizienten genügt. Man betrachtet nun das Integral
![\int^{\infty}_{0}=\int^{\infty}_{0}z^{k}[(z-1)(z-2)\ldots(z-n)]^{k+1}e^{-z}dz](http://upload.wikimedia.org/math/5/c/0/5c0e4d847c7849ead7c29f37f714a767.png)
dessen Integrand das Produkt der Funktionen
und
ist. Dieses Integral multipliziert man nun mit der linken Seite der Gleichung (2) und bekommt folgenden Ausdruck:

Diesen Ausdruck kann man aufspalten in P1 + P2 mit


Ziel ist es nun zu zeigen, dass
ungleich Null ist. Dazu weist man nach, dass
eine ganze von Null verschiedene Zahl und
kleiner als 1 ist.
Um zu zeigen, dass
eine ganze von Null verschiedene Zahl ist, zeigt man mit (1), dass das Integral
eine ganze, durch k! teilbare Zahl ist und die übrigen Integrale
,
sogar mindestens durch (k + 1)! teilbar sind. Nach wenigen Schritten wählt man schließlich k so, dass k + 1 eine Primzahl ist, die größer als n und a ist und erhält die gewünschte Forderung für
.
Um zu zeigen, dass
ist, stellt man fest, dass die Funktionen
und 
als stetige Funktionen auf dem Intervall [0,n] durch G bzw. H beschränkt sind. Dann lassen sich die einzelnen Integrale in P2 sehr gut abschätzen und man kommt zu der Ungleichung:

Da
existiert ein genügend großes k sowie ein davon abhängiges
, für welche gilt:

Da es unendlich viele Primzahlen gibt, exisiert ein k, für das sowohl
als auch
gilt.
Der Transzendenzbeweis von π verläuft ähnlich. Man nimmt ebenfalls an, dass π algebraisch ist. Dann ist auch iπ algebraisch und Wurzel eines Polynoms mit ganzen Koeffizienten und es gilt:

wenn z1 = iπ ist. Es gilt: z2 = − iπ ist als konjungiert komplexe Zahl ebenfalls Wurzel des Polynoms. Ausmultiplizieren liefert:

wobei die yl die Summen der Wurzeln zj sind. Einige (wie z.B. z1 + z2) haben den Wert 0 und tragen auf der linken Seite der Gleichung den Wert 1 bei (da e0 = 1). Dann ergibt sich: 
wobei die
jene Summen der zj sind, die ungleich Null sind und a = N − M + 1 ist.
Nun geht man ähnlich wie beim Transzendenzbeweis von e vor. Man multipliziert diese Gleichung wieder mit einem Integral und spaltet die sich ergebende Summe wieder in P1 + P2 auf. Mit Hilfe einiger Fakten aus der Theorie der symmetrischen Funktionen und einiger geschickter Abschätzungen der Integrale zeigt man, dass eine Gleichung
nicht bestehen kann.
Genauere Erläuterungen und Zwischenschritte zu den Transzendenzbeweisen von e und π kann man den ausführlichen Beweisen von Fritsch entnehmen (siehe Weblinks).
[Bearbeiten] Literatur
- D. Hilbert Über die Transcendenz der Zahlen e und π. Mathematische Annalen 43, 216-219 (1893).
[Bearbeiten] Weblinks
- Der Beweis (nach Hilbert) von Fritsch, dass e transzendent ist (als PDF)
- Der Beweis (nach Hilbert) von Fritsch, dass π transzendent ist (als PDF)
[Bearbeiten] Wikipedia-Verweise
Transzendente Zahl · Kreiszahl · Eulersche Zahl
- Halbgruppen: Linksneutrale und rechtsneutrale Elemente
- Gruppen: Bahnensatz · Elementordnung 2 und Kommutativität · Untergruppenordnung teilt Gruppenordnung
- Ringe: Binomischer Lehrsatz · Boolesche Ringe · Chinesischer Restsatz
- Körper: Endlicher Integritätsbereich · Transzendenz von e und π · Zahlencharakter von e

