Beweisarchiv: Analysis: Ungleichungen: Young'sche Ungleichung
Aus Wikibooks
- Ungleichungen: Grönwall'sche Ungleichung · Young'sche Ungleichung
- Konvergenz: Herleitung des WALLIS-Produktes
- Differentialrechnung: Differentiation der Sinusfunktion · L'Hospitalsche Regel
Die Young'sche Ungleichung gehört zu den fundamentalen Ungleichungen der Analysis. Sie hat viele Anwendungen in der Theorie der partiellen Differentialgleichungen, aber auch bei den gewöhnlichen Differentialgleichungen und wird beispielsweise auch für den standardmäßigen Beweis der Hölder-Ungleichung verwendet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Allgemeine Fassung
[Bearbeiten] Aussage
Sei
eine stetige, streng monoton wachsende und unbeschränkte Funktion mit f(0) = 0. Insbesondere existiert ihre Umkehrfunktion f − 1, welche ebenfalls stetig, streng monoton wachsend und unbeschränkt ist. Dann gilt für alle
die Young'sche Ungleichung
.Die Gleicheit genau gilt genau dann, wenn f(a) = b ist.
[Bearbeiten] Beweis
Sei
eine Folge von stetig differenzierbaren Funktionen, welche monoton wachsend und gleichmäßig gegen f konvergiert. Dann gilt mit der Substitution y = fn(x) und anschließender partieller Integration
.
Durch Grenzübergang
folgt
,
also
Im Fall b = f(a) ist dieser Ausdruck gleich ab. Für b < f(a) ist
, da der Integrand auf (f − 1(b),a) strikt größer als b ist. Für b > f(a) verwende man analog
.

[Bearbeiten] Spezialfall
[Bearbeiten] Aussage
Sind p,q > 1 mit
und
, so gilt

mit Gleichheit genau dann, wenn ap = bq.
[Bearbeiten] Beweise
[Bearbeiten] aus der allgemeinen Fassung
Setze f(x) = xp − 1. Die Umkehrfunktion lautet dann f − 1(y) = yq − 1. Die Gleichheitsbedingung ap − 1 = b ist äquivalent zu ap = bq.
[Bearbeiten] unmittelbar
Ohne Einschränkung seien a,b > 0. Wegen

ist die Exponentialfunktion strikt konvex. Da
und
, folgt
.Gleichheit gilt wegen der strikten Konvexität genau dann, wenn
.
[Bearbeiten] als Spezialfall der Ungleichung vom gewichteten arithmetischen und geometrischen Mittel
Setze für n = 2 die Summanden ap und bq und die Gewichte
und
. Die Gleichheitsbedingung der arithmetisch-geometrischen Ungleichung überträgt sich unmittelbar.

[Bearbeiten] Skalierte Version des Spezialfalls
[Bearbeiten] Aussage
Für alle
mit
gilt

[Bearbeiten] Beweis
Setze im vorigen Spezialfall für
und
.



