Beweisarchiv: Arithmetik: Lösungen von Gleichungen: Gleichungen höheren Grades mit einer Variablen: Quadratische Gleichungen
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[Bearbeiten] Behauptung
Seien a,b,c komplexe Zahlen und
.
Dann hat die quadratischen Gleichung
ax2 + bx + c = 0
genau zwei Lösungen (bzw. eine im Fall b2 − 4ac = 0), und zwar:

[Bearbeiten] Beweis (angelehnt an den Satz von Vieta)
Es gilt
und
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(Bei der zweiten Rechnung wurde die dritte binomische Formel verwendet.)
Nun betrachten wir das Polynom
Ausmultiplizieren liefert
- ax2 − a(x1 + x2)x + ax1x2,
und setzt man die oben ausgerechneten Ausdrücke für x1 + x2 sowie x1x2 ein, erhält man
also die linke Seite der quadratischen Gleichung.
Zusammengefasst:
- ax2 + bx + c = a(x − x1)(x − x2).
Soll nun die linke Seite null sein, so muss auch die rechte null sein. Ein Produkt ist aber genau dann null, wenn einer der Faktoren null ist. a ist nach Voraussetzung ungleich null, also ist x genau dann eine Lösung der quadratischen Gleichung, wenn
- x − x1 = 0 oder x − x2 = 0,
oder umgeformt
- x = x1 oder x = x2
gilt.
Also sind x1 und x2 Lösungen der quadratischen Gleichung, und es gibt keine weiteren.
[Bearbeiten] Beweis (durch quadratische Ergänzung)
Multipliziert man die quadratische Gleichung mit 4a, so erhält man die Gleichung
- 4a2x2 + 4abx + 4ac = 0,
die man zu
umformen kann. Die ersten beiden Terme sehen aus wie das Ergebnis der binomischen Formel für
- (2ax + b)2,
es fehlt also nur das b2, das man durch Addition und anschließende Subtraktion ergänzen kann:
Wendet man nun die binomische Formel an und bringt die letzten beiden Terme der linken auf die rechte Seite, erhält man
- (2ax + b)2 = b2 − 4ac,
Wurzelziehen liefert
und Auflösen nach x (durch Subtraktion von b und anschließender Division durch 2a) ergibt schließlich
[Bearbeiten] Beweis (unter Verwendung des Satzes von Vieta)
Dividiert man die quadratische Gleichung durch a, erhält man
Nach dem Satz von Vieta gilt für die zwei Lösungen
und
Die Idee besteht nun darin, den linearen Ausdruck x1 − x2, aus dem man zusammen mit x1 + x2 die beiden Lösungen leicht ausrechnen kann, mit x1 + x2 und x1x2 in Beziehung zu setzen. Da diese beiden Terme symmetrisch in x1 und x2 sind, quadrieren wir x1 − x2, um ebenfalls einen symmetrischen Ausdruck, nämlich
zu erhalten. Die Terme
und
kann man in
wiederfinden, es verbleibt als Differenz − 4x1x2, d. h.
- (x1 − x2)2 = (x1 + x2)2 − 4x1x2.
Mit den Vieta-Formeln ergibt sich also
und folglich
(Wählt man das andere Vorzeichen für die Wurzel, so vertauscht sich lediglich die Numerierung von x1 und x2.)
Zusammen mit der Vieta-Formel für x1 + x2 bildet diese Gleichung nun ein lineares Gleichungssystem, aus dem folgt:
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