Beweisarchiv: Lineare Algebra: Endomorphismen: Satz von Cayley-Hamilton

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Satz von Cayley-Hamilton

[Bearbeiten] Voraussetzungen

Es seien K ein Körper, V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum und f\colon V\to V ein K-linearer Endomorphismus von V.

[Bearbeiten] Behauptung

f ist Nullstelle seines charakteristischen Polynoms, d.h. setzt man f formal in das charakteristische Polynom ein, erhält man den Nullendomorphismus.

[Bearbeiten] Beweis

Es sei A = K[f] die von f erzeugte kommutative Unteralgebra von \operatorname{End}\left(V\right). Die zu beweisende Aussage kann wie folgt umformuliert werden: Die Determinante D des Endomorphismus f\otimes1-1\otimes f von A\otimes V ist gleich null.

Der Beweis beruht auf der Konstruktion der komplementären Matrix: Zu jeder Matrix B gibt es eine Matrix B^\#, deren Einträge Polynome in den Einträgen von B sind, so dass BB^\#=B^\#B=\det B\cdot\mathbf 1 gilt. Im betrachteten Fall folgt insbesondere

D\cdot A\otimes V\subseteq\operatorname{im}(f\otimes1-1\otimes f).

Das Bild ist aber im Kern der Abbildung

A\otimes V\to V,\quad g\otimes v\mapsto g(v),

enthalten. Es gilt also D(v) = 0 für alle v\in V, aber das ist nichts anderes als die Aussage D = 0 in A\subset\operatorname{End}\left(V\right).

[Bearbeiten] Elementarer Beweis

Etwas weniger elegant, aber elementarer geht es so:

Zu  v\in V betrachte den Vektorraum  U_v:=\text{span}\left(f^k(v), k\in{\mathbb N}_0\right)\subseteq V.

Da V endlichdimensional ist, erzeugen bereits l Vektoren  v_0=v, v_1=f(v), \ldots, v_{l-1}=f^{l-1}(v) den Unterraum Uv.

Wählt man l minimal, bildet  {\mathcal V}=\{v_0,\ldots,v_{l-1}\} eine Basis von Uv. Ansonsten hätte ein vi eine Darstellung  v_i=\sum\limits_{k=0}^{i-1}\lambda_kv_k\Rightarrow
f^{l-i}(v_i)=v_l=\sum\limits_{k=0}^{i-1}\lambda_kf^{l-i}v_k=
\sum\limits_{k=0}^{i-1}\lambda_k v_{k+l-i} im Widerspruch dazu, daß l minimal ist.

Nach Konstruktion gilt  f(v_i)=v_{i+1}, i=0,\ldots l-2 und wir haben aufgrund der Basiseigenschaft

 f(v_{l-1})=\sum\limits_{k=0}^{l-1}c_kv_k,c_k\in\mathbb K. Damit hat  \tilde f := f|_{U_v} bezüglich  \mathcal V die Darstellung

 M_{\tilde f}=\left(
\begin{array}{cccccc}
0&0&0&\ldots&0&c_0\\
1&0&0&\ldots&0&c_1\\
0&1&0&\ldots&0&c_2\\
\vdots&&\ddots&\vdots&0&\vdots\\
0&0&0&\ldots&1&c_{l-1}
\end{array}\right)
\Rightarrow \chi_{\tilde f}(x)=
\left|
\begin{array}{cccccc}
-x&0&0&\ldots&0&c_0\\
1&-x&0&\ldots&0&c_1\\
0&1&-x&\ldots&0&c_2\\
\vdots&\vdots&\ddots&\vdots&-x&\vdots\\
0&0&0&\ldots&1&c_{l-1}-x
\end{array}
\right|
.

Mit einiger Rechnerei (Entwickeln nach der letzten Spalte, Stichwort Frobenius-Matrix) berechnet man das Charakteristische Polynom \chi_{\tilde f}(x) von  \tilde f:

 \chi_{\tilde f}(x)=(-1)^l\left(x^l+\sum\limits_{k=0}^{l-1}(-c_k)x^k
\right).

Setzen wir nun f in dieses Polynom ein, und wenden die entstehende lineare Abbildung auf v = v0 an, erhalten wir:

 \chi_{\tilde f}(f)(v_0)=

 (-1)^l\left(f^l(v_0)+
\sum\limits_{k=0}^{l-1}(-c_k)f^k(v_0)\right)=

 
(-1)^l\left(f(v_{l-1})+
\sum\limits_{k=0}^{l-1}(-c_k)v_k\right)=

 
(-1)^l\left(
\sum\limits_{k=0}^{l-1}c_kv_k+
\sum\limits_{k=0}^{l-1}(-c_k)v_k
\right)=0.

Ergänzen wir die Basis von Uv zu einer Basis  {\mathcal W}= \{v_0, v_1, \ldots, v_{l-1},v_l,\ldots v_n\} von V, so hat f bezüglich  {\mathcal W} die Matrixdarstellung  
H=\left(
\begin{array}{cc}
M_{\tilde f}&B\\
0&B'
\end{array}
\right)
. In der Blockmatrix taucht unser M_{\tilde f} auf. Wir sehen, daß  \chi_{\tilde f}(x) ein Teiler von  \chi_{f}(x)=\det(H-x\cdot E_n)= \det(M_{\tilde f}-x\cdot E_{l-1})
\det(B'-x\cdot E_{n-l+1})=\chi_{\tilde f}(x)\det(B'-x\cdot E_{n-l+1}) ist. Die Ei sind entsprechend dimensionierte Einheitsmatrizen. Damit folgt χf(f)(v) = 0.

Da wir anfangs  v\in V beliebig gewählt haben, ist die Abbildung χf(f) die Nullabbildung und der Satz ist bewiesen.

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