Beweisarchiv: Mengenlehre: Mengenoperation: Assoziativgesetz

Aus Wikibooks

Wechseln zu: Navigation, Suche

Beweisarchiv: Mengenlehre

Injektivität Surjektivität Bijektivität: Faktoren - Komposition - Linksinverse - Linkskürzbarkeit - Rechtsinverse - Rechtskürzbarkeit
Mächtigkeiten (Kardinalzahlen): lineare Ordnung - Kardinalität und Bijektionen - Potenzmenge
Deskriptive Mengenlehre: Satz von Young
Rechenregeln für Mengenoperationen: Assoziativgesetze - Distributivgesetze - Differenzgesetze

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Durchschnitt und Vereinigung

[Bearbeiten] Voraussetzung

A,\ B,\ C seien beliebige Mengen.

[Bearbeiten] Behauptung

 A \cap (B \cap C) = (A \cap B) \cap C

 A \cup (B \cup C) = (A \cup B) \cup C

[Bearbeiten] Beweis

Zwei Mengen sind genau dann gleich, wenn sie genau dieselben Elemente enthalten. Nun gilt

x\in A\cap(B\cap C) \iff x\in A \and x\in(B\cap C) \iff x\in A \and (x\in B \and x\in C)

sowie

x\in (A\cap B)\cap C \iff x\in (A\cap B) \and x\in C \iff (x\in A \and x\in B) \and x\in C).

Die Gleichheit A\cap(B\cap C)=(A\cap B)\cap C folgt also wegen der Assoziativität der logischen und-Verknüpfung, d.h. aus der Äquivalenz von p\and(q\and r) und (p\and q)\and r.

Die Aussage für die Vereinigung folgt entsprechend aus der Assoziativität der logischen oder-Verknüpfung.

[Bearbeiten] Symmetrische Differenz

[Bearbeiten] Voraussetzung

A,\ B,\ C seien beliebige Mengen.

[Bearbeiten] Behauptung

 A \triangle (B \triangle C) = (A \triangle B) \triangle C

[Bearbeiten] Beweis

Hier folgt die Gleichheit der Mengen aus der logischen Äquivalenz von p\not\leftrightarrow(q\not\leftrightarrow r) und (p\not\leftrightarrow q)\not\leftrightarrow r. Beide sind genau dann wahr, wenn genau eine oder alle drei Teilaussagen wahr sind. Der Beweis wird im Folgenden direkt für Mengen geführt. Für die symmetrische Differenz gilt:


\begin{align}
   B \triangle C
&= (B \cup C) \setminus (B \cap C) 
 = (B \cup C) \cap (B \cap C)^{\mathsf C} \\
&= (B \cup C) \cap (B^{\mathsf C} \cup C^{\mathsf C})
 = (B \cap C^{\mathsf C}) \cup (C \cap B^{\mathsf C})
\end{align}

Die letzen beiden Ausdrücke benutzt man in der folgenden Rechnung.


\begin{align}
   A \triangle (B \triangle C)
&= \left(A \cap (B \triangle C)^{\mathsf C}\right) \cup 
   \left((B \triangle C) \cap A^{\mathsf C}\right) \\
&= \left(A \cap \left((B^{\mathsf C} \cap C^{\mathsf C}) \cup (B \cap C)\right)\right) \cup
   \left(\left((B \cap C^{\mathsf C}) \cup (C \cap B^{\mathsf C})\right) \cap A^{\mathsf C}\right) \\
&= (A \cap B^{\mathsf C} \cap C^{\mathsf C}) \cup (A \cap B \cap C) \cup 
   (B \cap C^{\mathsf C} \cap A^{\mathsf C}) \cup (C \cap B^{\mathsf C} \cap A^{\mathsf C})
\end{align}

Dieser Ausdruck ist invariant unter Permutationen von A,\ B,\ C. Daher gilt das Assoziativgesetz.

[Bearbeiten] Mengendifferenz (Gegenbeispiel)

Die Mengendifferenz ist natürlich nicht assoziativ, es gilt also im allgemeinen A \setminus (B \setminus C) \ne (A \setminus B ) \setminus C , wie ein einfaches Beispiel zeigt:

\{a\} \setminus (\{a\} \setminus \{a\}) = \{a\} \setminus \varnothing = \{a\}
(\{a\} \setminus \{a\}) \setminus \{a\} = \varnothing \setminus \{a\} = \varnothing

[Bearbeiten] Wikipedia-Verweise

Assoziativgesetz - charakteristische Funktion - Differenzmenge - Restklassenring - Schnittmenge - symmetrische Differenz - Teilmenge - Vereinigungsmenge


Beweisarchiv: Mengenlehre

Injektivität Surjektivität Bijektivität: Faktoren - Komposition - Linksinverse - Linkskürzbarkeit - Rechtsinverse - Rechtskürzbarkeit
Mächtigkeiten (Kardinalzahlen): lineare Ordnung - Kardinalität und Bijektionen - Potenzmenge
Deskriptive Mengenlehre: Satz von Young
Rechenregeln für Mengenoperationen: Assoziativgesetze - Distributivgesetze - Differenzgesetze
Persönliche Werkzeuge