Beweisarchiv: Zahlentheorie: Algebraische Zahlentheorie: Pythagoraszahl nicht-reeller Körper

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Wikibooks-Einzelbuch.png Beweisarchiv: Zahlentheorie: Algebraische Zahlentheorie


Einige Beweise zum Begriff der Pythagoraszahl.

[Bearbeiten] Satz (Pythagoraszahl nicht-reeller Körper)

Sei F ein nicht-reeller Körper (d.h. -1 lässt sich in F als Summe von Quadraten darstellen). Dann lässt sich die Pythagoraszahl von F abschätzen durch die Stufe s(F) von F:

s(F) \leq p(F) \leq s(F)+1


Beweis: Falls char(F) = 2, (vgl. Körper- und Ringtheorie) dann ist p(F) = s(F) = 1, denn es gilt

\sum_{i=1}^n a_i^2 = \left(\sum_{i=1}^n a_i \right)^2

Sei also \text{char}(F) \neq 2, sei s = s(F) und -1 = e_1^2 + \ldots + e_s^2 für gewisse e_i \in F. Sei a \neq 0 eine Quadratsumme beliebiger Länge, dann gilt


   \begin{align}
      a &= \left( \frac{a+1}{2} \right)^2 + (-1)\left( \frac{a-1}{2} \right)^2 \\
         &= \left( \frac{a+1}{2} \right)^2 + \left( \frac{e_1(a-1)}{2} \right)^2 + \ldots + \left( \frac{e_s(a-1)}{2} \right)^2 \\
         & \in \sum^{s+1} F^2
   \end{align}

Falls p(F) < s wäre, dann existierte insbesondere auch eine Darstellung der -1 als Quadratsumme der Länge p(F), was im Widerspruch zur Definition der Stufe von F stünde.

Demnach ist s(F) \leq p(F) \leq s(F)+1.

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[Bearbeiten] Satz (Pythagoraszahl von Körpern mit Charakteristik einer Primpotenz)

p(\Bbb F_q) = 2

für alle q = pn wo p > 2 prim und n > 0 ist.

Beweis: Wir zeigen, dass für F = \Bbb F_q gilt: F^\times / (F^\times)^2 = \{ (F^\times)^2, \varepsilon(F^\times)^2 \}, wobei mit F^\times die mulitplikative Untergruppe F\setminus\{0\} von F gemeint ist und \varepsilon selbst kein Quadrat, sondern genau die Summe zweier Quadrate ist.

Betrachte den Gruppenhomomorphismus in F^\times, der x auf x2 abbildet. Der Kern dieser Abbildung ist \{\pm 1\}. Es gilt also |(F^\times)^2| = \frac{q-1}{2} und |F^\times \setminus (F^\times)^2| = \frac{q-1}{2}. Damit ist F^\times = (F^\times)^2 \cup \varepsilon(F^\times)^2 für \varepsilon \notin (F^\times)^2 und folglich p(F) \geq 2.

Betrachte nun die Mengen \{ x^2 | x \in F\} und \{ \varepsilon - y^2 | y \in F\}. Beide Mengen haben Kardinalität \frac{q+1}{2}, also ist ihre Schnittmenge nicht leer, und folglich existieren x,y \in F, so dass x^2 + y^2 = \varepsilon. Da \varepsilon \in F^\times \setminus (F^\times)^2 beliebig war, folgt p(F) \leq 2.

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