Biologie: Verhaltensforschung
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Inhaltsverzeichnis
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[Bearbeiten] Begriffsbestimmung
Ethologie (aus dem griechischen ethos - Verhalten) oder Verhaltensforschung widmet sich der "Erforschung des Verhaltens mit naturwissenschaftlichen Methoden" (K. Immelmann/ Einführung in die Verhaltensforschung/1983) Dabei ist es das Schwerste, Verhalten 1. zu definieren und 2. zu messen. Verhalten sind Bewegungen, Körperhaltungen, Lautäusserungen, Veränderungen die der Kommunikation mit Artgenossen oder der belebten Umwelt dienen aber auch Färbungen.
Es gibt die deskriptive Ethologie die sich auf das reine erklären von beobachteten Verhalten bezieht und die experimentelle Ethologie die versucht die Ursache für ein Verhalten herauszufinden
Zur Ethologie gehören durch Überschneidungen zur Ökologie, Physiologie und Genetik die Öko-Ethologie, die Etho-Physiologie und die Etho-Genetik . Weiterhin gehören hierzu die Soziobiologie, Bioakustik und die Biorhythmik
[Bearbeiten] Grundbegriffe in der Ethologie
[Bearbeiten] Reflexe
Der Reflex ist die einfachste Form des reaktiven Verhaltens. Es liegt hierbei eine sehr strenge Beziehung zwischen dem auslösenden Reiz und der darauffolgenden Reaktion vor. Wenn die Bedingungen gleich sind, folgt auf den Reiz immer die gleiche Reaktion. Reflexe sind ein angeborenenes Verhalten. Der angeborenen auslösende Mechanismus (AAM) steuert sie.
[Bearbeiten] bedingter Reflex
Wird bei einem natürlichen Reiz (z.B. Futter) ein neutraler, normalerweise wirkungsloser Reiz (z.B. Lichtsignal, Tonsignal) geboten, lösst dieser, nach mehrfacher Wiederholung dieser Kombination, auch alleine das Verhalten aus, das sonst nur der natürliche Reiz auslösen würde.
[Bearbeiten] unbedingter Reflex
Dies ist der Reflex, der das Verhalten auslöst, welcher auf einen natürlichen Reiz (z.B. Futter) folgt. Er beruht auf einer angeborenen neuronalen Verschaltung.
[Bearbeiten] Schwellenwert
Reflexe und komplexe Verhaltensweisen (Instinkhandlungen) werden durch Aussenreize ausgelösst. Die Stärke und Ausprägung eines Reflexes auf einen bestimmten Reiz ist weitesgehend gleich, wohingegen die Antwort einer Instinkhandlung in seiner Ausprägung, in Abhängigkeit von der Stärke des Reizes verschieden sein kann. Ein Reflex geht immer nach dem Schema 1 oder 0 bei einer Instinkthandlung kann es aber nach der 1 auch noch 2, 3 oder 4 geben.
[Bearbeiten] Ermüdbarkeit
Wie man bei dem Thema Schwellenwert sieht, sind die Reaktionen auf einen Reiz nicht immer gleich und auch nicht immer gleichbleibend wenn der Reiz mehrfach erzeugt wird. Eine Ermüdung ist für diese unterschiediche Antwortbereitschaft auf den Reiz verantwortlich. Diese Ermüdung der Reaktion auf einen Reiz wird auch als Habituation bezeichnet.
[Bearbeiten] Reizspezifische Ermüdung
Wenn eine "Ermüdung" bei einem Reiz auftritt und eine bestimmte Verhaltensweise daraufhin nicht mehr gezeigt wird, kann es sein das ein anderer Reiz genau diese Verhaltensweise wieder auslöst. Dann ist die Ermüdung auf den Reiz gerichtet.
[Bearbeiten] Aktionsspezifische Ermüdung
Wenn dahingegen ein "Ermüdung" des Verhaltens, unabhängig von der Art des Reizes, eintritt und auch bei Veränderunge des Reizes keine Wiederaufnahme des Verhaltens stattfindet. Dann bezieht sich die Ermüdung direkt auf das Verhalten, auf die "Aktion".
[Bearbeiten] Motivation (auch Handlungsbereitschaft genannt)
Die Bereitschaft eines Lebewesens eine bestimmte Verhaltensweise zu zeigen nennt man Motivation. Die Motivation hat für ein bestimmtes Verhalten zu jedem Zeitpunkt einen bestimmten Wert. Dieser Wert wird durch verschiede exogene und endogenen Faktoren bestimmt. Dazu gehören sog. motivierende Schlüsselreiz die durch andere Reize die Auslösbarkeit einer Verhaltensweise beeinflussen können, innere Schlüsselreiz das sind Reize die über Sinnesrezeptoren wahrgenommen werden, Hormone die aufgrund Iherer Konzentration eine Handlungsbereitschaft auslösen können, sog. innere Uhren (endogene Zyklen) die z.B. von der Tageslänge gesteuert werden, das Alter des Lebewesens, je nach Altersstufe reagiert ein Tier anders (z.B. Spiel-Jagd), der zeitliche Abstand zu einer vorhergegangen Handlung undspontane , über das ZNS gesteuerte Handlungen.
Motivation ist nicht messbar. Messbar sind nur die Reize die auf das Lebewesen wirken und die Stärke seiner Reaktion. Es werden vier grosse Motivationsbereiche unterschieden:
- Fortpflanzung
- Nahrungsaufnahme
- Angriff
- Flucht
dann gibt es noch Verhaltensweisen die keiner dieser Bereiche eindeutig zugeordnet werden können:
- Schlafbedürfniss
- Spielbedürfnis
- Wanderverhalten
- Neugierde
Das Spielbedürfnis z.B., fördert, besonders bei Jungtieren, das 'erlernen' von Verhaltensweisen die wiederum zu den oben genannten Motivationsbereichen gehören. Das Wanderverhalten dient der Nahrungsaufnahme aber auch der Fortpflanzung bzw. Partnersuche.
[Bearbeiten] Appentenzverhalten
Unter Appetenzverhalten versteht man das, gerichtete oder ungerichtete, Suchverhalten, welches dann zu einer, meist stereotypen und angeborenen, Endhandlung führt.
[Bearbeiten] Endhandlung
Die Endhandlung folgt einem, meist stark, erbkoordinierten Schema und ist von der Motivation und vom aktuellen Schwellenwert bezogen auf den Reiz, abhängig. Es gibt dabei auch antriebssenkende und - steigernde Faktoren die die Art und "Heftigkeit" der Ausführung der Endhandlung bestimmen.
[Bearbeiten] Übersprungverhalten
Liegt ein innerer Konflikt zwischen zwei Verhaltensweisen vor (z.B. Flucht und Angriff) so tritt häufig eine neue Verhaltensweise auf, die nicht zu dem Verhaltensrepertoire der rivalisierenden Verhaltensweisen gehört (z.B.Körperpflege).
[Bearbeiten] Lernen
Auch zu finden unter Pädagogik.
[Bearbeiten] Schlüsselreiz
Reiz, der ein bestimmtes Verhaltenselement,das relativ stereotyp ist und stets in gleicher Weise auftritt, auslöst.
[Bearbeiten] Auslösemechanismus
[Bearbeiten] Reizsummation
[Bearbeiten] Fragen zur Selbstkontrolle
- a
- b
- c
- d
[Bearbeiten] Zuordnung von Verhaltensweisen
[Bearbeiten] Literatur
- Einführung in die Verhaltensforschung; Klaus Immelmann;Pareys Studientexte 13; ISBN 3-489-62236-7
- Allgemeine Zoologie; Ernst Hadorn, Rüdigr Wehner; Thieme; ISBN 3-13-367421-8
- Biologie; Czihak, Langer, Ziegler; Springer-Verlag; ISBN 3-540-55528-5