Biologieunterricht/ Sexualität des Menschen/ Befruchtung, Schwangerschaft, Geburt
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[Bearbeiten] Befruchtung, Schwangerschaft, Geburt
[Bearbeiten] Befruchtung
Unter der Befruchtung versteht man die Verschmelzung der Zellkerne von Eizelle und Spermium.
Nach dem Eisprung ist die Eizelle noch etwa vier bis sechs Stunden fähig, befruchtet zu werden, danach verliert sie diese Fähigkeit und verkümmert. Wird sie jedoch innerhalb dieses Zeitraumes befruchtet, im oberen Teil des Eileiters, so nennt man sie Zygote.
Von 200.000.000 Spermien erreichen nur 300 Spermien die Eizelle (das heißt, dass nur eines von 66666 Spermien überlebt hat), aufgrund der vielen Hindernisse, von denen wiederum nur ein einziges in die Eizelle eindringen kann, danach wird die Eizelle für weitere Spermien undurchdringlich. Bei der Befruchtung dringt nur der Kopf mit dem Erbgut in die Eizelle, Mittelstück und Schwanzfaden verlieren sich.
Um zu verhindern, dass mit jeder neuen Befruchtung sich die Chormosomenpaare des Erbguts verdoppeln, findet die Meiose statt. Bei der Meiose wird nicht wie bei der Mitose der männliche beziehungsweise weibliche Chromosomensatz jeweils genau verdoppelt(man bezeichnet sie als Diploide), sondern vereinfacht (man nennt diese Haploide). Bei der späteren Verschmelzung der Zellkerne entsteht genau ein Chromosomensatz. Die Zygote hat nach der Befruchtung also das Erbgut beider Elternteile und entwickelt sich in Laufe der Schwangerschaft zu einem neuen Individuum.
[Bearbeiten] Schwangerschaft
- 0. bis 1.Monat:
- 1.Monat: Am Ende des 1.Monats ist der Embryo etwa 0,5 Zentimeter groß und 1 Gramm schwer. Er weist viele Gemeinsamkeiten mit anderen Wirbeltieren dieses Entwicklungsstadiums auf. Er besitzt bereits einen Kopf, Rumpf und einen Schwanz (verlängerte Wirbelsäule).
- 2.Monat: Nach dem zweiten Monat ist der Embryo 4 Zentimeter groß und circa 3 Gramm schwer. Die wichtigsten Organanlagen haben angefangen sich zu entwickeln: Das zentrale Nervensystem, das Verdauungssystem, die Augenanlagen, die Keimdrüsen und die Atemwege. Nase, Mund und Ohren zeichnen sich ab, an Hand- und Fußtellern werden Zehen und Finger erkennbar. Der Kopf nimmt etwa die Hälfte der Gesamtkörpergröße ein.
- 3.Monat: Der Embryo ist nun circa 9 Zentimeter groß und circa 20 Gramm schwer. Alle Organe sind angelegt und Körper, Gliedmaßen und Gesicht haben Gestalt angenommen. Hoden oder Eierstöcke entwickeln sich und das Geschlecht ist äußerlich erkennbar.
- 4.Monat: Ab dem vierten Monat wird das ungeborene Kind Fetus genannt. Er ist 16 Zentimeter lang und 130 Gramm schwer. Die Phase der Organbildung ist zum größten Teil abgeschlossen. Das Atmen, Saugen und Schlucken wird geübt. Da die Lungenbläschen nicht entfaltet sind, kann der Fetus nicht ertrinken, falls Fruchtwasser in die Lunge gerät. Zu diesem Zeitpunkt kann der Fetus auch schon seine Muskeln bewegen, dadurch sind für die Mutter erste Bewegungen zu spüren.
- 5.Monat: Um den fünften Monat herum ist der Fetus 25 Zentimeter lang und 400 Gramm schwer. Er reagiert auf Kälte, Schmerz, Druck und Schall. Die Kopfhaare, Wimpern und Brauen beginnen zu wachsen. Die Herztöne sind mit 120 bis 150 Schlägen pro Minute zu hören.
- 6. bis 8.Monat: Nun wächst der Fetus bis zu 40 Zentimeter heran und wiegt circa 1,8 Kilogramm. Er nimmt die geburtsgerechte Haltung ein. Die Gebärmutter senkt sich nach vorne und der kindliche Organismus verharrt in Wartestellung. Er ist nun voll funktionsfähig. Die Kopfgröße nimmt nun ein Viertel der Gesamtgröße ein.
- 9. bis 10.Monat: Kurz vor der Geburt ist der Fetus circa 50 Zentimeter groß und wiegt circa 3,3 Kilogramm. Er kann nun die Augen öffnen und hört bereits den mütterlichen Herzschlag und Geräusche aus der Umgebung. Da er immer mehr Platz braucht, werden die Verdauungsorgane der Mutter zusammengedrängt und ihre Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt.
[Bearbeiten] Der Geburtsverlauf
Circa 280 Tage nach der Befruchtung beginnt die Gebärmutter sich in größeren, aber regelmäßigen Abständen zusammen zuziehen, diesen Vorgang nennt man Vorwehen. Die Frau empfindet diese als ziehenden Schmerz im Rücken und Bauchraum. Diese Wehen werden hormonell ausgelöst.
In der Eröffnungsphase treten die Wehen häufiger und kräftiger ein, dadurch wird das Kind tiefer ins mütterliche Becken gedrückt und erweitert somit den Geburtskanal. Die Fruchtblase platzt und das Fruchtwasser fließt ab.
In der Austreibungsphase treten besonders starke Presswehen auf, die das Kind mit dem Kopf voran durch den Geburtskanal treiben, dieser Vorgang wird ärztlich überwacht und unterstützt. Nach der Geburt setzt die selbstständige Atmung des Kindes ein, zumeist mit einem Schrei. Das Kind wird abgenabelt.
In der Nachgeburtsphase, löst sich circa 30 Minuten nach der Geburt die Plazenta von der Gebärmutterwand ab und wird durch fast schmerzfreie Wehen als Nachgeburt ausgestoßen.
[Bearbeiten] Schwangerschaftsprobleme und Geburtsprobleme
Während einer Schwangerschaft kann es durchaus auch zu Komplikationen kommen:
- Eine Eileiterschwangerschaft bedeutet, das sich die befruchtete Eizelle bereits im Eileiter einnistet. Dabei treibt der Keim seine Zotten in die Eileiterwand und es kann zu lebensgefährlichen Blutungen in die Bauchhöhle kommen.
- Fehlgeburt oder Abort nennt man eine vorzeitige Austreibung des Fetus bis zum Ende des 6.Monates. Bis zu diesem Zeitpunkt ist dieser im allgemeinen nicht außerhalb der Gebärmutter überlebensfähig und stirbt ab.
- Eine Frühgeburt nennt man eine Geburt vom 7. bis zum 10.Monat. Der im allgemeinen lebensfähige Fetus wird frühzeitig ausgestoßen und muss in einem Brutkasten aufgezogen werden, da er zwar entwickelt ist aber noch nicht die Geburtsgröße erreicht hat.
- Bei einer Totgeburt kommt der Fetus tot zur Welt.
- Bei Problemlagen liegt der Fetus zum Geburtstermin nicht in der Schädellage (sie macht 96% aller Geburten aus) sondern in der Steißlage (3% aller Geburten) oder Querlage (1%), oder ist der Geburtskanal der Schwangeren zu eng, wird die Gebärmutter mit einem Kaiserschnitt geöffnet.