Biologieunterricht/ Sexualität des Menschen/ Keimzellen
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[Bearbeiten] Spermien
Die Spermien zählen mit 0,05 Millimetern zu den kleinsten Zellen im menschlichen Körper und stellen selbstbewegungsfähige männliche Keimzellen dar. Deren Aufgabe ist es, das männliche Erbgut weiterzugeben und die weibliche Eizelle zu befruchten. Sie entstehen im Hoden aus den Urspermienzellen (Spermienmutterzellen) des Hodeninnengewebes, die sich erst mit Beginn der Pubertät zu teilen beginnen. Aus jeder Urspermienzelle entwickeln sich je vier Spermien mit ihrer typischen Gestalt.
Solange sich das Spermiums noch im Nebenhoden befindet, also inaktiv ist, beträgt seine Lebensfähigkeit etwa einen Monat. Erst mit der Ausschüttung werden sie aktiviert und sind damit etwa 2 Tage lang befruchtungsfähig.
Das männliche Erbgut ist im Kopf des Spermiums zu finden der sich auf einem Verbindungsstück zum Mittelstück, dem Hals befindet. Im Mittelstück finden sich eine Reihe von Mitochodrien, die für die Energieversorgung des Schwanzfadens wichtig sind. Der Schwanzfaden gleicht der Geißel eines Einzellers und kann das Spermium mit einer Geschwindigkeit von 3 Millimetern pro Minute vorwärts bewegen. Auf dem circa 15 Zentimeter langen Weg zur Eizelle werden sie von Lockstoffen der Eizelle, die chemisch gesehen dem des Maiglöckchens ähneln, und einer Strömung die von ständig schlagenden Wimpern des Eileiters ausgehen.
In einem Milliliter Sperma findet man zwischen 40 und 50 Millionen Spermien. Da bei einer Ejakulation circa 3 bis 5 Milliliter Sperma abgegeben wird, enthält es zwischen 120 und 250 Millionen Spermien. Doch von dieser beachtlichen Menge erreichen nur wenige Hundert die Eizelle, da:
- Der Energievorrat nicht groß genug ist, um die Eizelle zu erreichen
- Das saure Umfeld der Scheide die Bewegungsfähigkeit einschränkt
- Die von den Eileitern ausgehende Strömung die Spermien wieder zurück treibt
- Es von Anfang an eine gewisse Zahl von defekten Spermien im Ejakulat zu finden sind, darunter solche mit mehreren Geißeln, funktionsunfähiger Geißel und anderen Mutationen
- Viele Spermien im Schleimpfropf des Muttermunds stecken bleiben
- Weil das Immunsystem der Frau und dessen weiße Blutkörperchen die Spermien zerstören
Für die Neubildung von Spermien muss die Temperatur zwischen 2°C und 5°C unter der normalen Körpertemperatur liegen. Wird diese Bedingung nicht erfüllt, verlangsamt sich die Spermienbildung oder sie wird unterdrückt. Ebenfalls verändern sich die Spermienproduktion oder die Gesamtzahl von Spermien, wenn der Mann raucht oder einen erhöhten Alkoholkonsum vorweist. Selbes gilt für Männer die (aus beruflichen Gründen) mit radioaktiven Stoffen, Chemikalien oder Giften umgehen. Männer die sich aus gesundheitlichen Gründen (Krebs) einer Chemotherapie unterziehen, müssen sogar mit nicht behebbarer Unfruchtbarkeit rechnen.
[Bearbeiten] Die Eizelle
Die Eizellen stellen die weiblichen Keimzellen dar. Sie zählt mit zu den größten Zellen im menschlichen Körper und ist mit bloßem Auge sichtbar. Die Eizelle weist ein 250.000-mal größeres Volumen auf als das Spermium, ist aber im Vergleich zu diesem nicht fähig sich selber fortzubewegen, sondern wird auf einem Flüssigkeitsstrom im Eileiter zur Gebärmutter getragen.
Die Eimutterzellen (Urkeimzellen) bilden sich im weiblichen Fetus bereits in der dritten Schwangerschaftswoche, von denen es noch vor der Geburt einige hunderttausend sich in den Eierstöcken der Frau befinden, bei der Geburt sind es allerdings nur noch circa 400000 Eizellen. Von diesen 400000 wiederum werden nur knapp 400 bis 500 im Laufe eines Lebens heranreifen.
Die Eireifung findet innerhalb des Eierstockes in einem flüssigkeitsgefüllten Follikel statt, einem Bläschen, das während der Reifung auf bis zu zwei Zentimetern heranreift. Mit Beendigung der Eireife wandert der Follikel an die Oberfläche des Eierstocks und platzt auf, wobei das Ei mit der Flüssigkeit in den Eileitertricher gespült wird. Man bezeichnet diesen Vorgang als Eisprung oder Ovulation. Das Ei wird nun auf dem Flüssigkeitsstrom in Richtung der Gebärmutter gespült. Der aufgeplatzte Follikel wandelt sich zum Gelbkörper um.
Eine reife Eizelle hat einen Durchmesser von circa 0,2 Millimetern und enthält die Erbanlagen der Frau sowie viele Nährstoffe, die zur eventuellen Entwicklung wichtig sind.
Die Eizelle ist nur vier bis sechs Stunden nach der Ovulation befruchtungsfähig. Wird sie in diesem Zeitraum nicht befruchtet, so wird sie bald befruchtungsunfähig und zersetzt.