Biologieunterricht/ Sexualität des Menschen/ Pubertät
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Unter Pubertät versteht man die Geschlechtsreife im Sinne der Fortpflanzungsfähigkeit, also dem Übergang vom kindlichen Körper zum erwachsenen Menschen. Diese Phase beginnt, wenn die Gehirnanhangdrüse ein hormonelles Signal an den Körper abgibt, in bestimmten Organen verstärkt Geschlechtshormone herzustellen und sie ebenfalls in das Blut abzugeben. Bei Jungen ist das Hormon Testosteron und bei den Mädchen das Hormon Östrogen für die Reifung des Körpers verantwortlich.
Im Normalfall setzt die Pubertät bei Mädchen mit dem 10./ 11. Lebensjahr ein und endet erst mit dem 18. Lebensjahr, bei Jungen setzt sie durchschnittlich 2 Jahre später ein, also mit dem 12./ 13. Lebensjahr und endet erst mit dem 24. Lebensjahr. Beginn und Ende der Pubertät sind individuell, also bei jedem Menschen anders. In der Pubertät erhöhen sich die Konzentrationen der Geschlechtshormone, was das Wachstum der Keimdrüsen und deren Funktionsbeginn und die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale bedeutet.
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[Bearbeiten] Allgemeine Kennzeichen während der Pubertät
Wir merken früher oder später das jemand in der Pubertät ist, die Erwachsenen bezeichnen sie gerne als die „Null-Bock-Phase“, dieser Ausdruck beschreibt die Verhaltensänderungen des Jugendlichen und seine ganz spezifischen Merkmale, wobei es noch andere Verhaltensänderungen gibt. Darüber hinaus verändert sich auch der Körperbau des Jugendlichen.
Während der Pubertät wird unter den Einfluss von Hormonen, wie das Wachstumshormon Somatotropin das im Hypophysenvorderlappen produziert und Thyroxin das in der Schilddrüse produziert wird, ein verstärkter Längenwachstum beeinflusst. Wenn wir das Wachstum zwischen Geburt und einem Zeitraum von etwa 9 Jahren, der also noch vor der Pubertät liegt, mit dem Wachstum während der Pubertät vergleichen werden wir diesen Wachstumsschub bemerken. Denn wenn wir einen Säugling von etwa 50 Zentimeter mit einem Kind in einem Alter von 9 Jahren von 120 Zentimeter vergleichen, stellen wir fest das es 70 Zentimeter gewachsen ist. Hat es seine Größe mehr als verdoppelt. Wenn wir ein Kind von neun Jahren mit 120 Zentimetern mit einem Jugendlichen von etwa 15 Jahren vergleichen der nach der Pubertät 175 Zentimeter groß ist. Der Unterschied beträgt zwar nur 55 Zentimeter, die der Körper allerdings in einem kürzeren Zeitraum gewachsen ist, nämlich nur sechs Jahre.
Da in der Pubertät die Geschlechtsreife stattfindet, müssen sich in dieser Zeit auch die Geschlechtsorgane entwickeln. Dies geschieht durch die vermehrte Ausschüttung der Hormone Testosteron, bei Jungen, und der Ausschüttung von Gestagenen wie Östrogen, bei Mädchen. Diese Hormone steuern das Wachstum und die beginnende Funktion der Gonaden auch Keimdrüsen genannt. Diese Hormone steuern auch die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, wie auch den Muskelaufbau, dafür ist speziell das Hormon Testosteron verantwortlich.
Durch Androgene im männlichen Körper und Östrogene im weiblichen Körper, verstärkt sich das Haarwachstum. Neben den Kopfhaaren, tretten auch erstmals die Schambehaarung, Achsel- und Körperbehaarung auf.
Während der Pubertät treten auch die verschiedensten Verhaltensänderungen und geistigen Weiterentwicklungen auf, diese Entwicklung können wir aus zwei Blickwinkeln betrachten. Aus der Sicht des Jugendlichen und einmal aus der Sicht der Gesellschaft:
[Bearbeiten] Aus der Sicht der Jugendlichen
Der Jugendliche, egal ob Mädchen oder Junge, entwickelt in der Pubertät ein gewisses Interesse am jeweils anderen Geschlecht, bis hin zur ersten Verliebtheit. In den Jugendjahren ist man zum ersten Mal richtig verliebt, durchschnittlich ist der Mensch allerdings nur zwei Mal in seinem ganzen Leben richtig verliebt, im Volksmund nennt man diese Liebe oder mehr die Beziehung Jugendliebe. In seinen Jugendjahren sammelt der Jugendliche auch seine ersten körperlichen sexuellen Erfahrungen. Der Jugendliche schenkt dem anderen Geschlecht darüber hinaus Verständnis, Vertrauen, Zuneigung und hofft bei ihm Geborgenheit zu finden, man kann diese Begriffe auch als Gefühle bezeichnen. Auch stellen wir eine zunehmende Selbstständigkeit fest. Der Jugendliche fühlt sich erwachsen und nutzt alle ihm mit dem Alter freigegebenen Rechte aus, dabei testet er allerdings auch oft wie weit er über seine ihm anvertrauten Rechte hinaus kann. Durch die neuen Rechte verändert sich auch seine Rolle in der Familie, im Freundeskreis und der Gesellschaft, weil er durch sie eine höhere Stellung erlangt. Die Rechte stellen darüberhinaus auch Anforderungen, so muss der Jugendliche selber Entscheidungen treffen. Dies macht er aber auch um seine Grenzen zu testen, wenn er mit 16 auf einer Party ist kann er zum Beispiel selber entscheiden, ob er Alkohol trinken möchte oder nicht. Auch wenn der Jugendliche einfach Freunde einlädt, ohne zuvor Rücksprache mit seinen Eltern gehabt zu haben, hat er selber entschieden. Die Stimmungen eines Jugendlichen obliegen starken Schwankungen. Es kann sein das der Jugendliche von Niedergeschlagenheit über plötzliche Aggressivität und Selbstbewusstsein wechseln kann. Diese Stimmungen lassen sich kaum beeinflussen und können einfache Gründe haben, wie ein Streit unter Freunden, ein Kommentar oder eine gute Klassenarbeit. Die meiste Zeit verbringt ein Jugendlicher mit Gleichaltrigen, besonders solchen die mit einen die Interessen Teilen. Sie „hängen“ in sogenannten Cliquen zusammen. Sie stellen meist den Freundeskreis dar oder nur einen Teil des Freundeskreises, indem sich die besten Freunde treffen. Innerhalb einer solchen Gruppe wird eine eigene Sprache gesprochen, die aus den Lieblingsworten und Trendworten besteht. Diese Sprachänderung ist meist gruppenübergreifend, so dass sie Teil seiner normalen Sprache wird. Auch bildet der Jugendliche in der Pubertät seine eigene Persönlichkeit aus, orientiert sich dabei an gleichaltrigen. Er entwickelt einen eigenen Musikgeschmack, eigene Meinung über Schönheit und entwickelt eigene Hobbies.
[Bearbeiten] Aus der Sicht der Eltern, Lehrer und der Gesellschaft
Der Jugendliche hat viele typische Angewohnheiten, die er zuvor nicht hatte und sich nach der Pubertät mehr oder weniger verlieren. Egal ob Mädchen oder Junge, sie wollen immer so viel Zeit wie es nur möglich ist mit Freunden zusammen sein. Dies zeigt sich durch stundenlange gegenseitige Besuche und Dauertelefonate. Zu bemängeln ist auch die Schulleistung. Weil der Jugendliche lieber mit Freunden unterwegs ist, anstatt für die nächste Englischarbeit zu üben, sind die Folgen denkbar, der allgemeine Notenspiegel geht in den Keller. Dieser Leistungsabfall lässt sich aber auch mit dem Denken des Jugendlichen verbinden, denn er sagt sich dass Schule nichts bringt und nur Zeit verschwendet. Er sieht im allgemeinen alles was in seinen Augen nicht direkt für ihm selber einen Nutzen zeigt, als Zeitverschwendung, wie den Haushalt oder das Zimmer aufräumen.
Ein weiteres Kennzeichen der Pubertät ist das häufige Widersprechen, da mit zunehmenden Alter der Jugendliche sich ein eigenes Bild über das Geschehen in seiner Umgebung macht und seine ganz eigene Meinung dazu hat. Er vertritt erstmals einen eigenen Standpunkt und möchte diesen verteidigen. Genauso erhält der Heranwachsende mit gewissen Alter auch die Rechte eines erwachsenen Menschen und nutzt diese auch aus, will aber nicht daraus entstehende Pflichten oder Konsequenzen tragen. Auffallend ist äußere Erscheinungsbild der Jugendlichen, es wechselt regelmäßig und liegt immer im Trend. Es kann sein es heute kurze Haare angesagt sind, morgen vielleicht Piercings im Gesicht und übermorgen hängen sie sich kiloweise Gold um den Hals.
[Bearbeiten] Hygienemaßnahmen während der Pubertät
Mit den Eintritt in die Pubertät, tauchen auch erstmals verschiedene Körperflüssigkeiten erstmals auf. Schweiß, Talg, Sperma, Menstruationsblut sind die bekanntesten Beispiele. Mit deren Auftreten ist eine andere Art der Hygiene angebracht als im Kindesalter. So sollte man sich mindestens einmal täglich gründlich duschen oder waschen, aufgrund der vermehrten Schweißabsonderung. Die Seife oder Waschlotion sollte einen hautneutralen pH-Wert haben, also 5,5. Dies ist etwas säuerlicher als Trinkwasser, dies ist pH-neutral. Verwendet man keine hautneutrale Seife, wird die Säureschicht der Haut zerstört und ist somit anfälliger für Krankheiten und Bakterienbefall. Besonders häufig sollte der Jugendliche sein Gesicht waschen, ebenfalls mit pH-hautneutraler Seife, da Jugendliche besonders im Gesicht eine vermehrte Talgbildung haben und somit zu Pickeln und Akne neigen.
[Bearbeiten] Andere Maßnahmen während der Pubertät
Um Gesund zu bleiben sollte (nicht nur) der Jugendliche auf weitere Dinge achten. So sollten möglichst wenige fettige und süße Speisen gegessen werden, da sie vor allem in der Aufbauphase des Körpers zu schwer wiegenden Folgen führen können, wie Übergewicht. Anstelle dessen sollte man viel Obst und Gemüse essen, da der Körper die Vitamine und Spurenelemente für den Körperaufbau braucht, außerdem stärken sie das Immunsystem und schützen dadurch vor Krankheiten. Auch sollte man sich häufig an der frischen Luft bewegen und Sport treiben, denn Fitness stärkt den Körper. Was immer wichtig sein wird ist ausreichend viel Schlaf, denn im Schlaf baut der Körper Stresshormone ab und entspannt sich, er bekämpft Krankheiten und erholt sich von Ereignissen des geschehenen Tages, aber er stärkt auch das Immunsystem.
[Bearbeiten] Kennzeichen und Veränderungen bei Jungen
In der Hirnanhangdrüse, der Hypophyse, werden Hormone ausgeschüttet, die das Wachstum der Hoden aktiviert. Die Ausschüttung von Testosteron und Androgenen lässt die Keimdrüsen funktionsfähig werden und fördert unter anderem auch den verstärkten Haarwuchs, den Muskelaufbau und den Stimmbruch durch den Wachstumsschub. Während der Pubertät ist das Verhalten der Jungen von Macho bis waghalsig, was ebenfalls durch die Hormone gesteuert wird. Auch fällt der Stimmbruch bei den Jungen viel deutlicher aus als bei den Mädchen, sowie der Wachstumsschub. Bei Jungen setzt der Wachstumsschub durchschnittlich ein bis zwei Jahre später, dafür umso stärker ein, so dass Männer im allgemeinen größer als Frauen sind. Die beginnende Funktion der Gonaden beim Jungen ist erkennbar am ersten Spermienerguss der Ejakualarche oder bei einer ersten Pollution, einem nächtlichen Spermienerguss, der Polluarche.
| Veränderung | Zeitraum |
|---|---|
| Hodenwachstum | 9.-14. Lebensjahr |
| Peniswachstum | 10.-15. Lebensjahr |
| erste Schambehaarung | 10.-15. Lebensjahr |
| erster pubertärer Längenwachstumsschub | 11.-14. Lebensjahr |
| erste Achselbehaarung | etwa 12.-14. Lebensjahr |
| Oberlippenflaum und Stimmbruch | 12.-15. Lebensjahr |
| Akne (nicht zwingend) | 14.-21. Lebensjahr |
| erste Samenzellen | 15.-16. Lebensjahr |
| gegebenenfalls erster nächtlicher Samenerguss | 15.-16. Lebensjahr |
| Ende des Längenwachstums | 15.-21. Lebensjahr |
[Bearbeiten] Kennzeichen und Veränderungen bei Mädchen
In der Hypophyse werden Hormone ausgeschüttet, welche die Eierstöcke reifen lassen. Deren Produktion von Östrogenen und Progesteronen fördert die Entwicklung der Brüste und lassen die Eizellenreifung zu. Der Haarwuchs setzt ein und eine Verhaltensänderung, so gelten pubertierende Mädchen als zickig und störrisch. Der Stimmbruch findet zwar auch beim Mädchen statt, aber nicht so auffällig wie beim Jungen.
Mädchen fangen im allgemeinen früher an zu wachsen als Jungen, aber bleiben nach der Pubertät im allgemeinen kleiner als diese. Die beginnende Funktion der Gonaden bei Mädchen ist erkennbar an der ersten Menstruation = Monatsblutung = Periode = Regel. Der Fachbegriff für die erste Menstruation ist Menarche. Der gleichbleibende Rhythmus der Menstruation, von meist 28 Tagen, wird durch Hormone gesteuert. Die fruchtbare Zeit endet mit letzten Menstruation oder der Menopause zu Beginn der Wechseljahre oder Klimakterium, die im Durchschnitt im 40. bis 50. Lebensjahr einsetzt, wobei der Zeitpunkt der Menopause genauso individuell ist, wie der von der Menarche.
In der Pubertät bildet sich die Brust und typische weibliche Proportionen aus. Die einsetzende Körperbehaarung sind Zeichen für die Reifung der sekundären Geschlechtsmerkmale. Der Stimmbruch erfolgt im Regelfall unauffällig.
| Veränderung | Zeitraum |
|---|---|
| erste Schambehaarung | 8.-13. Lebensjahr |
| erster pubertärer Wachstumsschub | 8.-15. Lebensjahr |
| Wachstumsbeginn von Scheide und Gebärmutter | 9.-13. Lebensjahr |
| Beginn der Brustentwicklung | 9.-16. Lebensjahr |
| Die erste Monatsblutung (Menarche) | 10.-16. Lebensjahr |
| Volle Brustentwicklung | 12.-17. Lebensjahr |
| Intimsphärebeanspruchung | etwa 13. Lebensjahr |
| Akne (nicht zwingend) | etwa 14.-15. Lebensjahr |
[Bearbeiten] Besondere Hygienemaßnahmen während der Menstruation
Während der Menstruation tritt Blut und Schleimhaut aus, dies ist nicht besonders ästhetisch und hygienisch. Es gibt verschiedene Produkte, die aus gepresster Watte bestehen und die bei richtiger Verwendung das Blut entsprechend gut auffangen und aufsaugen. So kennt man die Binde oder auch die Slipeinlage, die aus Watte bestehen und in die Unterwäsche geklebt werden. Auch Tampons zählen dazu, es ist ein kleiner Stab aus gepresster Watte, der in die Scheide eingeführt wird und dort das Blut direkt auffängt und ist daher sehr hygienisch. Er muss, wie jeder der anderen Hygieneartikel auch regelmäßig gewechselt werden und sollte am Ende der Menstruation entfernt werden oder auch vor dem Geschlechtsverkehr. Man muss Prüfen ob der Rückholfaden nicht reißt, da dies schon mal der Fall sein kann. Über diese Hygieneartikel hinaus sollten die äußeren Geschlechtsorgane mehrfach täglich mit lauwarmen Wasser und pH-hautneutraler Seife gewaschen werden und die Unterhosen sollten täglich gewechselt werden und möglichst aus Baumwolle und nicht zu eng sein, damit eine gewisse Luftzirkulation erhalten bleibt.
[Bearbeiten] Selbstbefriedigung
Die Selbstbefriedigung, auch Masturbation, Onanie oder Ipsation genannt, wird durch die Reizung der männlichen Eichel beziehungsweise der weiblichen Klitoris per Hand durchgeführt. Es wird ein rein körperlicher Höhepunkt des Wohlbefindens, der Orgasmus, erreicht, an den sich körperliche Entspannung anschließt. Bei Ermangelung eines Geschlechtspartners führt der oder die Heranwachsende diese Befriedigung durch eigene Hand herbei: Selbstbefriedigung.