Biologieunterricht/ Sexualität des Menschen/ Verhütungsmittel
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Sexualität des Menschen | Mann und Frau | Pubertät | Verhütungsmittel | Keimzellen | Zyklus | Befruchtung, Schwangerschaft, Geburt | Mutter-Kind-Beziehung | HIV, AIDS | Fachwörter |
Inhaltsverzeichnis |
Sterilisation
Bei der Sterilisation werden beim Mann die Samenleiter im Hodensack durchtrennt oder abgeklemmt, bei der Frau wird dasselbe mit den Eileitern gemacht; ein chirurgischer Eingriff ist erforderlich. Damit es nicht zum erneuten zusammenwachsen der Samen- bzw. Eileiter kommt, werden beim durchtrennen die enden umgeknickt und vernäht.
Die Entscheidung sollte auf keinen Fall unter Zwang oder ähnlichem getroffen werden. Beide Partner - es empfiehlt sich auf keinen Fall bei jungen paaren - sollten sich absolut sicher sein, dass sie kein Kind (mehr) wollen.
Trotzdem sollte die entscheidung nicht zusammen sondern nur allein und nicht unter zwang getroffen werden, denn die Sterilisation ist sehr schwer rückgängig zu machen.
Der Vorteil dieser Methode ist einleuchtend: Die Patner müssen sich nicht mehr um Verhütung gedanken machen.
Anti-Baby-Pille
Der Pearl-Index der Anti-Baby-Pille liegt bei 0,1 bis 0,9 und somit eine der sichersten Verhütungsmittel
Die Anti-Baby-Pille, wird auch einfach nur Pille genannt, sie ist seit 1960 das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. Sie dient nur zur Verhütung einer Schwangerschaft, jedoch schützt sie nicht vor AIDS oder anderen Geschlechtskrankheiten. Es ist ein Hormonpräparat, welches seine Wirkung nur erfüllt, wenn man es regelmäßig oral einnimmt. Die Pille enthält künstliche Hormone, die eine sehr große Ähnlichkeit mit den weiblichen Hormonen Östrogen und Progesteron haben, welche in den Eierstöcken der Frau hergestellt werden.
Die Anti-Baby-Pille funktioniert nach dem Prinzip einer Schwangerschaftsvortäuschung, denn die in ihr enthaltenen Hormone sind dieser Konzentration sonst nur während einer Schwangerschaft im weiblichen Blutkreislauf vorhanden.
Es gibt verschiedene Arten von Pillen, aber mit den meisten wird ein regelmäßiger Monatszyklus hervorgerufen. Die Pille mit immer gleichbleibender Dosis an Hormonen über 21 Tage erhält die Gebärmutterschleimhaut und nach 21 Tagen setzt man die Pille ab oder nimmt ein hormonfreies Präparat. In der Einnahmepause setzt der Abstoß der Gebärmutterschleimhaut ein, weil die Hormonkonzentration nicht mehr hoch genug ist um diese aufrechtzuerhalten. Allerdings ist diese Blutung keine Menstruationsblutung, sondern lediglich eine Entzugsblutung.
Bei durchgehender Einnahme der Pille kommt es zu gar keiner Entzugsblutung mehr, man nennt diese Art der Einnahme auch Langzeitzyklus.
Die Mikropille ist eine Weiterentwicklung der Anti-Baby-Pille und sie besteht aus Gestagenen und Östrogenen. Der Unterschied zur herkömmlichen Pille ist die geringere Hormondosis pro Tag. Sie wird oft mit der Minipille verwechselt, welche allerdings nur Gestagene enthält. Die Mikropille verursacht eine Ovulationshemmung, sollte es jedoch zur Ovulation kommen, verhindert sie gleichzeitig die Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut.
Es kann allerdings auch zur so genannten Durchbruchsovulation kommen, besonders bei niedrigdosierten Präparaten. Um trotzdem eine Schwangerschaft zu verhindern, enthält die Pille nidationshemmende Stoffe, was allerdings von Kritikern als Abtreibung bezeichnet wird.
Seit 2003 fanden Valerie Beral von der Cancer Research UK Epidemiology Unit in Oxford und ihre Kollegen Hinweise darauf, dass nach einer langfristigen Einnahme der Anti-Baby-Pille das Krebsrisko der Frau, insbesondere das des Gebärmutterhalskrebses ansteigt. Nach den Forschungsergebnissen der International Agency for Research on Cancer wurden im Sommer 2005 Östrogen-Progesteron-Kombinationspräparaten als krebserregend für den Menschen eingestuft. Allerdings widerspricht eine andere Studie von 2007 dem, denn es heißt das andere Krebsarten um 12 Prozent verringert werden.
Das künstliche Progesteron wurde 1951 vom Chemiker Carl Djerassi als Verhütungsmittel zum Patent angemeldet, er hatte es mit Pharmakologen Gregory Pincus und John Rock entwickelt.
Am 18. August 1960 kam die erste Antibabypille unter dem Namen „Enovid“ auf den amerikanischen Markt und ein Jahr später kam die „Anovlar“ in Deutschland auf den Markt. Zuerst wurde sie nur als Mittel zur Behebung von Menstruationsstörungen eingesetzt. Bis heute gilt die Einnahme der Pille im manchen Religionen als unmoralisch, wobei sie in der westlichen Hemisphäre inzwischen weit verbreitet ist und akzeptiert wird.
Minipille
Hormonpflaster/ 3-Monats-Spritze/ Hormonimplantate/ Vaginalring
Spirale
Natürliche Verhütungsmethoden
Die Anwendung von natürlichen Verhütungsmethoden oder Messmethoden betrifft alleinig Frauen und sie sind sinnvoll bei Allergien auf Spermiziden oder bestimmten Chemikalien und Präparaten. Die Sicherheit im Pearl-Index von diesen Methoden liegt zwischen 0,3 und 38, was nur die Schwangerschaftsverhütung betrifft und stark von der Disziplin abhängt. Keine natürliche Verhütungsmethode schützt vor AIDS oder Syphilis. Diese Art wird aber in manchen Kulturen und Glaubensrichtungen als einzige Verhütungsmethode akzeptiert. Zu den natürlichen Verhütungsmethoden zählen:
Basaltemperatur-Methode
Die Basaltemperatur-Methode oder einfach nur Temperatur-Methode hat einen Pearl-Index zwischen 0,8 und 3 und dadurch in der Relation zu anderen Methoden der natürlichen Familienplanung von mittelmäßiger Sicherheit.
Bei dieser Methode wird die Körpertemperatur jeden Morgen vor dem Aufstehen gemessen und datiert. Da sich die Körpertemperatur der Frau circa 2 Tage vor den Zeitpunkt der Ovulation charakteristisch erhöht um circa 0,3°C - 0,6°C. Bei der Auswertung der Messwerte kann man relativ sicher einen Eisprung feststellen, jedoch nicht den genauen Tag.
Das erhöhte Niveau der Basaltemperatur bleibt bis zum Beginn der Regelblutung bestehen. Dieser Temperaturanstieg wird durch das Hormon Progesteron (Gelbkörperhormon) beeinflusst.
Unter der Basaltemperatur versteht man die Körpertemperatur, die sich einpendelt, nachdem der menschliche Körper eine bestimmte individuelle Zeit lang schläft.
Lactational Amenorrhea Method
Die Lactational Amenorrhea Method oder Lactations-Amenorrhö-Methode wie man sie im deutschsprachigem Raum auch nennt (kurz LAM) hat einen Pearl-Index zwischen 6 und 7. Bei dieser Methode wird durch das Stillen des Kindes die Produktion des Hormons Prolaktin stimuliert, welches den Eisprung unterdrückt. Der Fachbegriff für diesen Zustand lautet: Stillinfertilität. Die LAM gilt als sichere Methode, wenn die Frau nach dem 56. Tag nach der Geburt noch keine Periode hatte und die Geburt nicht länger als 6 Monate zurück liegt.
Um den Prolaktinwert erhöht zu halten, muss tagsüber mindestens alle 4 Stunden stillen und nachts darf der Stillabstand nicht größer als 6 Stunden sein. Jede Stimulierung der Brustwarzen, wie zum Beispiel beim Stillen des Kindes, erhöht den Prolaktinpegel im Blut.
Die LAM stellt in der dritten Welt aus ökonomischen Gründen die wichtigste Verhütungsmethode dar, dort fand auch die meiste Forschung an der LAM statt.
Symptothermale-Methode
Der Pearl-Index der Symptothermalen- Methode, kurz STM, liegt bei 0,3 - 2,2 und ihre Sicherheit gleicht damit der Antibabypille und gilt dadurch als Sicherste aller natürlichen Verhütungsmethoden.
Mithilfe dieser Methode wird nur die Empfängnisbereitschaft beziehungsweise die fruchtbaren Phasen ermittelt. Um dennoch Schwangerschaften zu vermeiden muss zusätzlich in der fruchtbaren Phasen verhütet werden.
Die STM stellt eine Kombination aus Temperatur-, Kalender- und Billings-Methode dar. Sie nutzt im wesentlichen die Tatsachen, das der steigende Östrogenspiegel die Produktion des Zervikalschleimes verstärkt und die Erhöhung des Hormons Progesteron im Blut, um den Zeitpunkt des Eisprungs einen Temperaturanstieg bedeutet.
Im deutschsprachigem Raum wurde die STM vom österreichischen Arzt Professor Doktor Josef Rötzer geprägt, der seit 1951 die NER(Natürliche Empfängnisregelung) entwickelte. Die Ergebnisse sind Grundlage für weitere Methoden gewesen, die international unter der Bezeichnung NFP (Natürliche Familienplanung) oder FAM (Fertility Awarness Method) firmieren.
Lunazeption
Die beiden bekannten Arten der Lunazeption oder Mondphasen-Methoden kann man als Kuriositäten ansehen, da es keine wesentliche Belege, für deren Funktion und Funktionsfähigkeit, gibt.
1.) Nach Louise Lacey (Amerikanerin):
Ihrer Aussage nach soll durch eine Mondlicht simulierende nächtliche Beleuchtung, eine Steuerung und Stabilisierung des weiblichen Zyklus möglich sein, und die daraus folgende leichtere Berechnung des Eisprungs.
2.) Nach Doktor Eugen Jonas (Tschechoslowakei) und Professor Doktor Kurt Rechnitz (Ungarn): Astrological Birth Control ist nach deren Theorie, das jede Frau einen individuellen mit ihrer Geburt einsetzenden Mondzyklus hat. Die fruchtbaren Tage sollen demzufolge in einer konstanten Relation zur Mondphase liegen, welche durch die Relation des Geburtszeitpunktes zum Vollmond bestimmt sei.
Knaus-Ogino-Verhütungsmethode
Die Knaus-Ogino-Verhütungsmethode wird im allgemeinen auch Kalendermethode genannt und ist die älteste wissenschaftlich fundierte Methode der natürlichen Familienplanung (NFP). Da ihr Pearl-Index bei 15-35 liegt, gilt sie als unsicher.
Mit dieser Methode wird alleinig die Zykluslänge erfasst und daraus der Tag des voraussichtlichen Follikelsprungs berechnet. Die Methode ist nach dem Japaner Kyusaku Ogino, er entwickelte sie zur Maximierung der Empfängnis-Chancen bei Kinderwunsch, und dem Österreicher Hermann Knaus, der sie zur Empfängnisverhütung weiter entwickelte und 1928 erstmalig vorstellte.
Berechnung der fruchtbaren Phase:
- 1. Vom kürzestem Zyklus (z.B. 26 Tage) werden grundsätzlich 17 Tage abgezogen, so erhält man die früheste fruchtbare Phase = 9. Tag des Zyklus.
- 2. Vom längsten Zyklus (z.B. 34 Tage) werden grundsätzlich 13 Tage abgezogen, so erhält man den letzten Tag der fruchtbaren Phase = 21. Tag des Zyklus.
Geschichtliches:
1951 wurde die Knaus-Ogino-Verhütungsmethode vom Papst Pius XII in einer Rede, als einzige Form der Verhütung, als tolerabel und anwendbar erklärt, da Enthaltsamkeit in der fruchtbaren Phase nicht in die natürlichen Abläufe einer Ehe eingreife.
Billings-Methode
Der Pearl-Index der Billings-Methode liegt bei etwa 15.
Die Namensgebung geht auf den australischen Neurologen John Billings zurück. Er erkannte die Veränderung der Zervikalschleimes im Verlaufe des Zyklus.
Bei dieser Methode beobachtet man täglich den Muttermundschleim, der während der unfruchtbaren Phasen klumpig und dickflüssig ist und dadurch einen Pfropfen im Muttermund bildet. In der fruchtbaren Phase wird der Zervikalschleim, unter den Einfluss vom Hormon Östrogen, flüssig und klar. In der hoch fruchtbaren Phase wird er so flüssig, dass er ´´spinnbar`` wird, nach dieser Zeit wird er wieder zäh und dickflüssig.
Daher kann man die ungefähre Zeit der fruchtbaren Tage herausfinden, sie kann allerdings durch Schwankungen des Hormons Östrogen und daraus erneute Schleimbildung nach dem Eisprung unsicher sein.
Kondom
Ein Verhütungsmittel für den Mann. Es wird über das Glied gezogen. Es besteht aus Latex und kann selten eine Latexallergie hervorrufen.
Diaphragma/ Portikappe
Femidom
Zäpfchen, Sprays, Salben, Gels
Coitus interruptus
Bezeichnet eine Methode bei der während des Geschlechtverkehrs der Samenerguss des männlichen Parts außerhalb der Frau stattfindet. Diese Methode ist als unsicher zu bewerten, weil schon vor dem Samenerguss Sperma aus den Penis treten kann.