Computerhardware: Festplatte
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Der Speicher: Übersicht | Elektronisch: ROM, Flash und RAM. Magnetisch: Diskettenlaufwerk und Festplatte Optisch: CD und DVD
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| Vor mehr als 50 Jahren, am 13.09.1956, stellte IBM die erste Festplatte der Welt im Schrankformat vor: |
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Der Festplatte und ihrem Inhalt drohen zahlreiche Gefahren. Am häufigsten sind Bedienfehler, Fehler in Programmen und im Betriebssystem sowie Schadprogramme (Viren u.a.), die jederzeit unverhofft auftreten können. Die meisten dieser Fehler führen nur zu kleineren Schäden. Hardwarefehler sind vergleichsweise sehr selten, aber wenn sie auftreten, sind die Folgen verheerend.
Kein anderer Schaden verursacht so viel Stress wie ein Totalausfall der Festplatte. Die Schäden sind vielfältig:
- Eine neue Festplatte samt Einbau kostet fast einen Hunderter.
- Ihre Daten, Ihre Fotos, Ihre Emails, Ihre Musik- und Filmsammlung – alles ist verloren.
- Sie werden mehrere Tage brauchen, um das Betriebssystem, Ihre Geräte, die Updates und Ihre Anwendungen erneut zu installieren und anzupassen.
- Sie müssen Lizenzen neu erwerben oder reaktivieren lassen.
- Sie werden einige Tage nicht mit Ihrem PC arbeiten können.
- Sie werden noch wochenlang kleine Nachbesserungen vornehmen, um Ihre Programme wieder optimal an Ihre Bedürfnisse anzupassen.
Hardwarefehler werden verursacht durch
- Erschütterungen
- Überhitzung
- Verschleiß
Gegen diese Gefahren gibt es zwei Strategien:
- Wissen um die Risiken kann diese verringern, aber nicht völlig abschaffen.
- Eine Datensicherung, regelmäßig und fachkundig durchgeführt, ist auf Dauer die einzige wirksame Gefahrenabwehr.
Im folgenden Text werden einige Grundkenntnisse über Festplatten vermittelt, anschließend werden nacheinander die Risiken betrachtet. Zum Abschluss werden Pflege und Wartung der Festplatte behandelt. Für weitergehende Informationen gibt es einen Anhang.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Grundwissen
[Bearbeiten] Aufbau und Funktionsweise
Eine typische Festplatte kostet 80 Euro und hat 400 GB Kapazität und eine mittlere Zugriffszeit von 9 ms (Ende 2007). Die Hersteller können immer mehr Daten auf den Scheiben unterbringen: Alle 18 bis 24 Monate verdoppelt sich die Festplatten-Speicherkapazität eines typischen neuen PC.
Die Festplatte nennt man einen Massenspeicher, ebenso wie die CD-ROM und DVD. Warum?
Eine typische Buchseite (35 Zeilen zu 60 Zeichen) oder eine Bildschirmseite (25 Zeilen mit je 80 Zeichen) enthält etwa 2000 Zeichen. In der heute meistverwendeten Unicode-Darstellung werden zwei Byte pro Zeichen benötigt. Auf einer 400-GB-Festplatte könnte man also 100 Millionen Seiten speichern. Bei beidseitigem Druck ergäbe das je nach Papierqualität einen Stapel von 5 km Höhe! Eine einfache DVD mit 4,7 GB würde es immerhin auf einen Papierstapel von 58 m bringen, und eine CD-ROM mit bescheidenen 0,7 GB würde ein 8 m Bücherregal für die Aufbewahrung des Papierstapels erfordern. Diese Zahlen gelten für Text ohne Illustrationen. Bilder benötigen - je nach Qualität - zehn- bis hundertfach mehr an Speicherplatz als Text. Die Stapelhöhen werden deutlich kleiner, aber es bleibt immer noch eine „Masse“ Papier.
„Hard Disk Drive“, abgekürzt HDD, ist die englische Bezeichnung für die Festplatte. Im Vergleich zur „Floppy Disk“, der biegsamen Scheibe, gibt es zwei Unterschiede:
- meist sind mehrere Scheiben auf einer gemeinsamen Achse, der Spindel, angeordnet.
- Die Scheiben sind starr.
- Die Köpfe schleifen nicht auf der Scheibe.
Handelsübliche Festplatten haben meist zwei Scheiben. Die Scheiben bestehen oft aus Spezialmetall, beschichtet mit einer Magnetschicht. Manchmal wird auch Glas als Trägermaterial verwendet, weil die Oberfläche glatter poliert werden kann als Metall. Zu jeder Oberfläche gehört ein kombinierter Schreib-/Lesekopf, zu zwei Scheiben gehören also vier Köpfe. Die Köpfe sind an Schwenkarmen befestigt. Die Schwenkarme sind untereinander verbunden und bewegen sich stets gemeinsam.
Auf den Magnetoberflächen werden die Daten ringförmig in so genannten Spuren abgelegt. Je dichter die Spuren beieinander liegen, desto mehr Daten passen auf die Platte. 50.000 Spuren sind üblich.
Die Spuren eines Plattenstapels, die genau übereinander liegen (auf der anderen Oberfläche der gleichen Scheibe oder auf anderen Scheiben), bezeichnet man als Zylinder.
Die Plattenoberfläche ist in Kreisabschnitte, so genannte Sektoren, unterteilt. Die Sektoren teilen jede Spur in Stücke, sogenannte (Daten-)Blöcke, wobei jeder Block 512 Datenbyte plus Verwaltungsinformationen enthält.
Das Produkt von Kopfanzahl, Zylinderanzahl (= Spurenzahl) und Zahl der Blöcke pro Spur ergibt die Anzahl der Blöcke der Festplatte. Diese Blockzahl malgenommen mit der Kapazität eines Blocks (512 Byte) ergibt die Kapazität der Festplatte.
Häufig wird das Wort „Sektor“ auch synonym zu „Block“ gebraucht, doch genaugenommen ist ein Sektor die Gesamtheit der in einem Kreisabschnitt liegenden Blöcke aller Zylinder. Ein bestimmter Block kann durch seine Spur, seinen Sektor sowie seine Oberfläche eindeutig bestimmt werden.
Der Spindelantriebsmotor beschleunigt die Scheiben der Festplatte auf 7.200 Umdrehungen pro Minute. Der äußere Rand der Festplatte erreicht dadurch eine Geschwindigkeit von 130 km/h. Notebook-Festplatten drehen meist mit 4.200 U/min und haben einen kleineren Durchmesser von 2,5", deshalb erreichen sie „nur“ 60 km/h. Teure Profi-Festplatten bringen es bereits auf 15.000 U/min, noch höhere Drehzahlen werden getestet. Zum Vergleich: Bei Vollgas schafft ein PKW-Motor etwa 5000 und eine Flugzeugturbine bis zu 40.000 Umdrehungen pro Minute.
Bei der schnellen Rotation wird die Luft über den Scheiben mitgerissen. In diesem Luftstrom „segeln“ die aerodynamisch geformten Magnetköpfe in einem konstanten Abstand von 20 nm (Nano-Meter) über der Scheibe. Das sind 20 Millionstel eines Millimeters! Ein Haar ist 0,05 mm = 50 Mikrometer = 50.000 nm dick, also 2.500-mal dicker!
[Bearbeiten] Der Cache der Festplatte
Nicht nur der Prozessor benutzt einen Cache-Speicher, auch die Festplatte hat einen. Heutige Festplatten sind meist mit 8 MB oder 16 MB RAM bestückt – mehr als die ersten Festplatten als Gesamtkapazität hatten. Wird von der CPU ein einzelner Block angefordert, werden die restlichen Blöcke der Spur vorsorglich in den Cache-RAM eingelesen. Wenn die Festplatte wenig fragmentiert ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die restlichen Blöcke anschließend gebraucht werden.
Leseanforderungen haben stets Vorrang. Sollen Daten auf die Festplatte geschrieben werden, werden sie zunächst im Cache der Festplatte zwischengespeichert. Während die CPU bereits weiterrechnen kann, kümmert sich die Festplattenelektronik darum, die Daten auf die Magnetscheiben zu schreiben. Es kommt vor, dass Daten mehrmals kurz aufeinanderfolgend geändert werden. Es wäre sinnlos, jeden Zwischenstand zu speichern. Erst wenn die Elektronik „glaubt“, dass nun keine weiteren Änderungen zu erwarten sind, werden die Daten geschrieben.
[Bearbeiten] Erschütterungen: Der plötzliche Tod
Sie haben vorhin gelesen, wie gering der Abstand der Magnetköpfe von der Festplatte ist. Stellen Sie sich zur Veranschaulichung vor, die Magnetscheibe auf 30 Meter, den Durchmesser eines Kettenkarussells, zu vergrößern. Im gleichen Maßstab vergrößert würde der Kopfabstand von 20 Nanometer auf 6 Mikrometer anwachsen, weniger als ein Haar dick ist (50 Mikrometer).
Wenn das Karussell mit 7200 U/min dreht, würden die außen befindlichen Sitze eine Geschwindigkeit von 40700 km/h erreichen. Das ist 32-fache Schallgeschwindigkeit! Besser, wenn Sie nicht einsteigen: Sie würden mit einer Beschleunigung von 870 000 G in den Sitz gepresst werden (trainierte Astronauten verlieren in der Zentrifuge bereits bei zehnfacher Erdbeschleunigung das Bewusstsein). Angenommen, der leere Sitz wiegt 4 Kilogramm. Er müsste an vier je 10 cm dicken Stahlseilen aufgehängt sein, um nicht davonzufliegen (dass die Seile selbst ein beträchtliches Gewicht haben, ignorieren wir großzügig). Wenn sich der Sitz losreißt, fliegt er mit 11,3 km/s davon. Wenn die Richtung stimmt, könnte er schon nach zwei Tagen auf dem Mond aufschlagen.
Haben Sie nun eine Vorstellung davon, warum Erschütterungen so gefährlich für die Festplatte sind? Kopfaufsetzer können ihre Festplatte in Sekundenbruchteilen zerstören. Erschütterungen sind aber auch dann gefährlich, wenn sie nicht zu einem merklichen Kopfaufsetzer führen. Langfristig schädigen sie die Lager.
Die Oberfläche der Scheiben ist mit einer hauchdünnen Schutz- und Gleitschicht aus Polymer oder Graphit überzogen. Dadurch kann die Festplatte „leichte“ Kopfaufsetzer verkraften. Bei einem schwachen Aufsetzer könnten Sie Glück haben. Wenn bei einem stärkeren Aufsetzer der Kopf die Schutzschicht durchdringt, wird die Magnetschicht beschädigt. Wenn sich dort Daten befunden haben, sind sie weg. Den Datenverlust bemerkt man meist erst später. Wenn irgendwann ein Programm diesen beschädigten Bereich zu beschreiben versucht und das nicht gelingt, wird er automatisch für die weitere Benutzung gesperrt.
Eine Scherzfrage: Wie nennt man es, wenn bei voller Drehzahl ein Kopf die Oberfläche der Scheibe berührt? Spanabhebende Datenverarbeitung! In der Fachsprache nennt man es einen „Headcrash“, und in schweren Fällen ist die Festplatte hinüber – einschließlich aller Daten.
[Bearbeiten] Wie vermeidet man solche mechanischen Unfälle?
- Den PC sollte man so aufstellen, dass er nicht kippelt – auch nicht, wenn man mit dem Knie anstößt. Noch besser so, dass man gar nicht erst mit dem Knie anstoßen kann!
- Den PC niemals bewegen, wenn er eingeschaltet ist. Nach dem Ausschalten einige Sekunden warten, bis die Festplatte steht.
- Treten und schlagen Sie Ihren PC nicht, wenn er nicht so funktioniert, wie Sie es wollen! Schlagen Sie auch nicht mit der Faust auf die Tischplatte, auf der Ihr PC steht.
- Den PC immer in Gebrauchslage transportieren (Festplatte waagerecht), damit die Magnetköpfe nicht die Parkposition verlassen und auf der Festplatte herumkratzen. Im Auto gibt es zwei günstige Plätze für den Transport: Stehend angeschnallt auf einem Sitz oder stehend festgeklemmt hinter dem Beifahrersitz.
- Kaufen Sie Festplatten nicht online von Privatpersonen – das Risiko von Transportschäden durch mangelhafte Verpackung ist sehr hoch.
- Öffnen Sie auf keinen Fall die Festplatte. Ein einziges Staubkorn wirkt auf ihre Festplatte ebenso verheerend wie ein großer Felssturz auf Ihr Auto.
- Vermeiden Sie Vibrationen. Hoffentlich liegt Ihr Subwoofer nicht auf dem PC oder die externe Festplatte nicht auf dem Subwoofer.
Beachten Sie: Nicht jeder Stoß und jede Überhitzung zerstört Ihre Festplatte sofort. Auch kleinste Schäden addieren sich und verringern die Lebensdauer.
Die Festplattenhersteller bauen ein Diagnoseprogramm „S.M.A.R.T.“ in jede Festplatte ein. SMART steht für „Self Monitoring, Analysis and Reporting Technology“. Dieses Programm erkennt beschädigte Blöcke, sperrt sie und ersetzt sie durch Reserveblöcke. Es wird geschätzt, dass jede Festplatte ein Viertel ihrer nominellen Kapazität als „heimliche Reserve“ zurückhält, um kleine Schäden ausgleichen zu können. Das bedeutet ja wohl im Umkehrschluss, dass kleine Schäden recht häufig sind.
[Bearbeiten] Ihnen ist bisher noch nie etwas passiert?
Mir auch nicht. Aber Anderen. Mit zunehmender Häufigkeit. Die Festplatten werden jedes Jahr empfindlicher. 1993 hatte eine typische Festplatte eine Kapazität von 20 MByte (0,02 Gbyte), heute das zwanzigtausendfache. Die Drehzahl hat sich in fünfzehn Jahren von 3.600 auf 7.200 pro Minute verdoppelt, und der Abstand der Köpfe hat sich von 1500 nm auf 25 nm verringert. Zum Vergleich: Ein Virus ist im Mittel 100 nm groß. Der Schwenkarm ist etwa 2,5 Millionen mal länger als der Abstand des Magnetkopfes von der Festplatte. Was glauben Sie wohl, wie stark sich dieser lange Arm bei Erschütterungen durchbiegt?
[Bearbeiten] Überhitzung: Die verkannte Gefahr
Festplatten können sehr heiß werden. Dadurch wird das bei der Herstellung „eingelagerte“ Schmiermittel schneller verbraucht und die Lager verschleißen früher. Jedes Grad Celsius über der zulässigen Betriebstemperatur erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls um zwei bis drei Prozent.
Das Gehäuse sollte über und unter der Festplatte eine Luftströmung zur Wärmeabfuhr ermöglichen. Festplatten mit einer Drehzahl von 7.200 pro Minute sollten zusätzlich gekühlt werden, sonst verringert sich ihre Lebensdauer auf die Hälfte oder weniger.
Ändern Sie nicht für längere Zeit die Lage des Computers (z. B. indem Sie einen flachen PC hochkant betreiben). Der Wechsel der Lage der Festplatte erhöht den Verschleiß sehr stark! Bei einer externen Festplatte sollten Sie sich gleich nach dem Kauf überlegen, ob Sie die Platte zukünftig legen oder stellen wollen – und bei dieser Entscheidung bleiben. Hier finden Sie Details zur Einbaulage.
Die Festplatte ist einer der größeren Stromverbraucher. Der Strom wird von der Elektronik und den Antrieben in Wärme umgewandelt. Die meiste Wärme entsteht an der Unterseite. Die Wärme steigt auf. In der Mitte der Platte geht das kaum: Dort sind die Magnetscheiben im Wege, und die Luft zwischen den Scheiben leitet die Wärme schlecht. Also kann die Wärme nur über die Seitenwände der Festplatte aufsteigen.
Die optimale Temperatur einer Festplatte liegt bei zwanzig Grad Celsius. Erreicht die Temperatur 40 Grad, sinkt die Lebenserwartung der Platte auf die Hälfte. Bei 60 Grad reduziert sich die Lebenserwartung der Platte um den Faktor sechs! Die Wärme muss weg! Aber wohin mit der Wärme?
- Der Wärmeaustausch mit der umgebenden Luft spielt eine bedeutende Rolle. Die Luft sollte also die Festplatte gut umströmen können.
- Die Wärmeleitung ist recht wirkungsvoll. Achten Sie darauf, dass die Festplatte mit vier Schrauben am Blech des Gehäuses angeschraubt ist, dadurch wirkt das Gehäuse als Kühlblech. Die in Bastlerkreisen so beliebten Plasteeinschübe, die einen Festplattenwechsel ohne Benutzung des Schraubendrehers ermöglichen, sind aus thermischer Sicht katastrophal (und auch sonst recht sinnlos: Wiegen denn drei Minuten Zeitersparnis pro Festplattenwechsel die Nachteile auf? Wie oft muss denn die Festplatte gewechselt werden?).
Die Wärme, die nicht an das Gehäuseblech abgeleitet werden kann, erreicht den Deckel. Dort staut sie sich unter dem großflächigen Papieretikett.
Es ist also recht schwierig, die Wärme zu beseitigen. Daraus sind die folgenden Empfehlungen abgeleitet:
- Stellen Sie den PC nicht direkt neben eine Wärmequelle, und verdecken Sie die Lüftungsöffnungen nicht.
- Computer verdrecken innen recht schnell, wodurch sich die Durchlüftung verringert und damit auch die Kühlung. Deshalb sollten Sie ein- bis zweimal jährlich den Staub aus Gehäuse und Netzteil herausblasen. Saugen ist wenig effektiv, der Staubsauger bringt wenig Nutzen. Wenn Sie ihn trotzdem verwenden, dann vorsichtig, stoßen Sie nicht an! Vielleicht haben Sie oder ein Bekannter einen Kompressor (zum Aufpumpen von Autoreifen oder Luftmatratzen)? Vielleicht ist eine Tankstelle in der Nähe? Im Fachhandel gibt es Druckluftflaschen, sie kosten maximal zehn Euro.
- Die Festplatte muss so eingebaut sein, dass die erwärmte Luft wegströmen kann. Insbesondere muss über und unter der Festplatte genügend Platz sein!
- Ein Festplatten-Zusatzlüfter (kostet 10 bis 15 Euro) darf keinesfalls fehlen. Er sollte einen großen Lüfter (etwa 8 cm Durchmesser) haben und unter die Festplatte geschraubt werden.
- Der Festplattenlüfter sollte unbedingt ein Kugellager haben, auch wenn es etwas teurer als mit Gleitlager ist. Ein Gleitlager ist ein solides Bauteil, wenn es in einem Auto steckt (und regelmäßig geschmiert wird). In einem Computerlüfter ist ein Gleitlager lediglich eine Metallachse in einem Plasteloch, die nicht lange durchhält.
- Lüfter mit einem Durchmesser unter 4 cm sollten Sie nicht mal geschenkt nehmen. Sie sind laut und halten nicht lange. Ein Lüfter mit 8 cm Durchmesser hat die vierfache Lüfterfläche und befördert die dreifache Luftmenge. Das erlaubt die Verringerung der Lüfterdrehzahl auf ein Drittel. Dadurch verdreifacht sich die Lebensdauer der Lager. Durch die geringere Drehzahl ändert sich das Geräusch von einem lauten, unangenehmen hohen Sirren zu einem viel leiserem Ton in einer angenehmeren Tonlage. Die Strömungsgeräusche der Luft werden praktisch unhörbar.
- Gönnen Sie Ihrer Festplatte Pausen! Standard-Festplatten sind nicht für Dauerbetrieb zugelassen.
[Bearbeiten] Dauerbetrieb
Es ist weitgehend unbekannt, dass die meisten handelsüblichen Festplatten nicht für den Dauerbetrieb konzipiert sind. Das Problem hierbei ist die Wärmeentwicklung. Viele Hersteller erlauben nur durchschnittlich 10 Stunden Betriebszeit pro Tag, danach sollte die Festplatte abkühlen können. Nur teure Profi-Festplatten (SCSI) sind für Dauerbetrieb geeignet, wobei die Hersteller fünf Jahre Garantie geben. Wenn die Betriebsbedingungen eingehalten werden, erreichen sehr viele Festplatten eine Lebensdauer von mehr als fünf Jahren, und das fast ohne Wartung (nur der Zusatzlüfter sollte überwacht und bei Bedarf gewechselt werden).
Zum Vergleich: Würde Ihr Auto täglich 10 Stunden lang mit 80 km/h fahren, hätte es pro Jahr etwa 300.000 km zurückgelegt. Wenn alle 15.000 km eine Wartung mit Ölwechsel fällig ist, erfordert das 20 Wartungen in diesem einen Jahr.
[Bearbeiten] Mobile Festplatten
Eine externe Festplatte ist eine hervorragende Idee, um Daten von Zeit zu Zeit zu sichern und um sie gelegentlich mitzunehmen. Aber:
- Festplatten nur weich verpackt mitnehmen.
- Die Festplatte sollte nur bei Bedarf angesteckt werden.
- Vor dem Ausschalten oder Ausstöpseln der Festplatte muss sie ebenso wie ein USB-Stick vom System abgemeldet werden.
- Ein und dieselbe Steckerbauform wird von Netzteilen mit verschiedenen Spannungen verwendet. Falls die Festplatte ein Zusatznetzteil braucht, verwechseln Sie es nicht!
Eine zu klein gewordene Festplatte mit einer ständig eingeschalteten externen USB-Festplatte zu ergänzen, ist keine gute Idee:
- Externe Festplatten mit USB High-Speed übertragen Daten mit 480 Mbit/s = 60 MByte/s (realistisch werden maximal 40 MByte/s erreicht). An den internen Anschlüssen werden höhere Übertragungsraten erreicht:Theoretisch 100 MB/s bis 133 MB/s am parallelen Festplattenanschluss, 150 MB/s bis 300 MB/s an einem SATA-Anschluss. Falls Ihre externe Festplatte einen SATA-Anschluss hat und Ihre Hauptplatine einen externen SATA-Anschluss, tritt kein Geschwindigkeitsverlust ein. Es gibt auch schon PCI-Erweiterungskarten mit externem SATA Anschluss.
- Das Gehäuse mobiler Festplatten ist oft nur wenig größer als die darin steckende Festplatte. Deshalb ist es schwierig bis unmöglich, die Festplatte ausreichend zu kühlen. Die Festplatte wird bei durchschnittlich höherer Temperatur betrieben. Bei Dauerbetrieb oder regelmäßig mehrstündigem Betrieb „stirbt“ sie deutlich früher. Die Festplatte sollte deshalb nur bei Bedarf angeschaltet oder angesteckt werden. Dauerbetrieb ist zu vermeiden. Es ist vorteilhaft, wenn das Festplattengehäuse einen Schalter hat.
- Der sachgerechte Einbau einer größeren Festplatte in das PC-Gehäuse ist billiger als ein vernünftiges Extra-Gehäuse für die externe Festplatte.
[Bearbeiten] Verschleiß: Das unabwendbare Ende
[Bearbeiten] Was passiert, wenn man den PC ausschaltet?
Wenn die Festplatte die Drehzahl verringert, verringert sich auch der Auftrieb der Köpfe, und die Magnetköpfe „landen”. Wie geht das ohne Head-Crash ab?
Sobald der Strom ausfällt, wird der Antriebsmotor zu einem Dynamo umgeschaltet. Mit der Schwungmasse der Spindel wird Strom erzeugt, um die Köpfe in die Parkposition in der innersten Spur zu bewegen. Dort ist die „Landebahn“ metallisch und hochglanzpoliert. Sobald sich die Köpfe über der Landeposition befinden, erfolgt die nächste Umschaltung: Der Spindelmotor arbeitet jetzt als Wirbelstrombremse und bremst die Scheiben sehr schnell ab. Die Köpfe setzen auf, der Verschleiß ist minimal.
Renommierte Hersteller geben an, dass die Köpfe 20.000 bis 40.000 Start-Stop-Zyklen aushalten. Bei normaler Nutzung sollte das ausreichen. Kommen Sie aber nicht auf die Idee, nach jeweils drei Minuten Leerlauf die Festplatte abzuschalten, um Strom zu sparen! Dann haben Sie Ihre Festplatte möglicherweise schon nach einem Jahr kaputtgespart. Dabei würde man wohl auch keinen Strom sparen, denn der Anlaufstrom des Motors ist sehr viel größer als der Leerlaufstrom bei ununterbrochenem Betrieb.
Neuerdings gibt es Festplatten, die ihre Köpfe auf einer „Landerampe“ absetzen, was den Verschleiß weiter verringert.
[Bearbeiten] Wie kündigen sich Probleme an?
Wenn die Festplatte nicht innerhalb von etwa drei Sekunden ihre Normdrehzahl erreicht, schaltet der Antrieb sicherheitshalber ab. Manchmal läuft sie nach mehreren Einschaltversuchen doch noch an. Reagieren Sie umgehend – ein verschlissenes Lager repariert sich nicht von allein!
Wenn die Festplatte die gesuchten Daten nicht findet, fahren die Köpfe mehrmals an den Plattenrand zurück und zählen die Spuren neu ab. Wenn Sie dieses rhythmische Klacken hören, steht eventuell das Lebensende der Festplatte dicht bevor.
Auch wenn Windows unerwartet für einige Sekunden „stehenbleibt” und auf nichts mehr reagiert, während die Festplattenaktivitätsanzeige Dauerlicht zeigt, kann dies ein schlechtes Zeichen sein. Dann geht es ohne Fehlermeldung weiter, als wäre nichts geschehen.
Für Festplattenausfälle gibt es fast immer Warnzeichen – achten Sie stets auf Auffälligkeiten und zögern Sie nicht, umgehend um Rat zu fragen!
Übrigens: Haben Sie eine einigermaßen vollständige, einigermaßen aktuelle Datensicherung? Stellen Sie sich vor, Ihre Festplatte würde jetzt, in diesem Moment kaputtgehen. Wie groß wäre dann der Datenverlust und wie lange würde die Wiederbeschaffung der Daten bzw. die erneute Eingabe dauern? In der Mehrzahl der Fälle ist eine professionelle Datenrettung möglich, aber diese kann mehrere tausend Euro kosten!
[Bearbeiten] Pflege und Wartung der Festplatte
Was können Sie für Ihre Festplatte tun?
- Statten Sie Ihren PC mit genügend Arbeitsspeicher aus. Dadurch muss das Betriebssystem weniger oft Daten auf die Festplatte auslagern. Der PC wird spürbar schneller.
- Führen Sie gelegentlich eine Defragmentierung durch. Dabei werden die Daten besser angeordnet. Sie werden anschließend mit weniger Kopfbewegungen und somit schneller gelesen.
- Überprüfen Sie hin und wieder mit einem Oberflächentest Ihre Festplatte auf Schäden.
[Bearbeiten] Wie „pflegt“ man die Festplatte?
Führen Sie gelegentlich einen Oberflächentest durch – einmal im Vierteljahr genügt. Dazu klicken Sie im Arbeitsplatz oder im Explorer mit der rechten Maustaste auf das zu prüfende Laufwerk, dann links auf Eigenschaften. Unter Extras finden Sie die Fehlerüberprüfung und die Optimierung. Man kann auch ein Diagnosetool des Festplattenherstellers verwenden, das meist auch SMART-Werte auslesen kann. Diese Optimierung, die so genannte Defragmentierung, sollten Sie ein paarmal im Jahr durchführen. Bei der Defragmentierung werden die Dateien besser angeordnet, so dass zukünftige Zugriffe mit weniger Bewegungen der Magnetköpfe und somit auch schneller ausgeführt werden.
Bei manchen Dateisystemen ist eine Optimierung nicht nötig, wie z. B. beim Dateisystem EXT3, das von Linux verwendet wird.
Führen Sie aber KEINESFALLS eine Defragmentierung, einen Oberflächentest oder einen vollständigen Virenscan durch, wenn Sie Unregelmäßigkeiten beobachtet haben! Die Belastung durch diese Programme könnte Ihrer Festplatte den „Todesstoß“ versetzen!
[Bearbeiten] Was tun, wenn die Defragmentierung immer wieder abbricht?
Die Defragmentierung beginnt jedesmal von vorn, wenn ein Programm auf die Festplatte zugreift. Schuld sind meist die Programme, die in der Taskleiste links von der Uhrzeit aufgeführt sind. Einige von ihnen können vielleicht zeitweise gestoppt werden. Wenn das nicht reicht, sollten Sie es im „abgesicherten Modus“ versuchen: Drücken Sie während des Windows-Starts die Taste F8 und wählen Sie den „abgesicherten Modus“. Im abgesicherten Modus werden nur die unentbehrlichsten Treiber und Programme gestartet, und normalerweise stört dann nichts mehr bei der Defragmentierung.
Wichtig: Eine unvollständige (abgebrochene) Defragmentierung kann den PC langsamer als vorher machen, weil während der Defragmentierung möglicherweise ein Teil der Daten am hintersten, entferntesten Ende der Festplatte zwischengelagert wird. Führen Sie die Defragmentierung deshalb möglichst bald bis zum Ende durch!
[Bearbeiten] Neue Entwicklungen
Wenn man viele Flash-Speicher (solche wie in den USB-Sticks) in ein Festplattengehäuse packt, trägt es den Namen „Solid State Disk“ (SSD). Diese „Festplatten“ sind sehr schnell, absolut geräuschlos (denn es steckt kein Motor drin) und sie brauchen nur sehr wenig Strom, aber sie sind entsetzlich teuer. Der geringe Stromverbrauch macht sie besonders für Notebooks attraktiv. Allerdings ist die Lebensdauer geringer als bei mechanischen Festplatten: Flash-Speicher kann man nur hunderttausend bis eine Million mal beschreiben. Windows Vista ist auf diese SSD-Eigenschaften vorbereitet und reduziert die Anzahl der Schreibvorgänge. Frühere Betriebssysteme tun das nicht.
Wenn eine herkömmliche Festplatte mit zusätzlichem Flash-Speicher ausgestattet wird, nennt man es „Hybrid Disk“ oder „Hybrid Hard Disk“ (HHD). Sie sind schneller und stromsparender als herkömmliche Festplatten. Bei den gegenwärtig (Februar 2008) erhältlichen Exemplaren sind diese Vorteile allerdings so gering, dass sich die Anschaffung wegen des höheren Preises nicht lohnt.


