Computerhardware: CD und Nachfolger
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[Bearbeiten] Vergangenheit und Zukunft
Die CD (Compact Disc) wurde von Philips und Sony zu einer Zeit entwickelt, als man Musik noch auf Vinyl-Schallplatten kaufte. Die Musik-CD sollte die Schallplatte ablösen. Um die Entwicklungskosten gering zu halten, wurden nur wenige Änderungen vorgenommen. Die Abtastung erfolgte berührungslos mit Laser statt mit einer kratzenden Nadel. Die Spirale ist geblieben, die Windungen konnten näher zusammenrücken. Die Herstellung der Platten ist geblieben: Es werden Vertiefungen in die Scheibe gepresst. Die CD erreichte 1983 die Marktreife. Der Durchmesser soll auf Wunsch des Sony-Vizepräsidenten auf 120 mm festgelegt worden sein, weil Beethovens Neunte Sinfonie (74 Minuten) darauf passen sollte.
Die Musik wird auf der CD digital gespeichert. Die Idee war naheliegend, die CD-Laufwerke auch für Daten zu nutzen. Allerdings kamen auf Musik-CDs kleine Datenfehler vor. Beim Anhören von Musik stört es kaum, wenn für weniger als eine tausendstel Sekunde der Ton nicht stimmt. Für die Sicherheit von Daten sind die Anforderungen höher. Deshalb wurden zusätzliche Fehlerkorrekturmethoden entwickelt, und die CD-ROM war geboren. 1988 wurden die ersten Laufwerke serienmäßig gefertigt, zu Preisen über 1000 Mark. Anfang der 90er Jahre kosteten die ersten CD-Brenner 20 000 Mark, ein Rohling kostete 20 bis 50 Mark.
Für Filme, Lexika, Routenplaner und andere große Datenmengen reichte die Kapazität eine CD-ROM bald nicht mehr aus. Die Digital Versatile Disc (etwa digitale vielseitige Disk) kurz DVD wurde entwickelt. „Vielseitig“ deshalb, weil sie gleichermaßen für Daten, Musik und Videos geeignet ist. Die ersten DVD-Laufwerke kamen 1996 in den Handel. 1999 wurden die ersten DVD-Brenner für 2500 DM verkauft. Im Laufe der Jahre sind die Preise gefallen. Im Frühjahr 2008 kostete ein DVD-Laufwerk noch 20 Euro, ein Brenner mittlerer Qualität 40 Euro.
Inzwischen ist die Speicherkapazität von DVDs nicht mehr für alle Zwecke ausreichend. Ein Film im neuen HDTV-Format kann eine Speicherkapazität von bis zu 25 GB benötigen, weil das Mehr an Bildpunkten eine größere Datenmenge bei der Speicherung benötigt. Auf eine Blu-ray mit 25 GB passen mit modernen Datenkompressionsverfahren fünf bis sechs Stunden hochauflösenden Films. Auf einem Computer- oder Röhrenbildschirm macht die höhere Auflösung zwar keinen Unterschied, aber auf einem großen HDTV-Fernseher ist der Qualitätssprung im Vergleich zur DVD deutlich.
Zwei konkurrierende Formate wurden von der Industrie entwickelt: Blu-ray und HD-DVD. Blu-ray hat mit 25 GB eine höhere Kapazität als HD-DVD mit 15 GB. Die höhere Kapazität einer Blu-Ray-Disk ist zugleich deren Schwachstelle: Sie ist in der Herstellung teurer und im Alltagsgebrauch spürbar empfindlicher. Auch bei den Laufwerken ist Blu-Ray teurer als HD-DVD. Allerdings ist dieser Vergleich mittlerweise irrelevant geworden, denn HD-DVD hat den Wettkampf der Formate verloren. Nachdem immer mehr Filmstudios vom HD-DVD-Lager zu Blu-ray gewechselt sind, hat Toshiba am 20. Februar 2008 offiziell den Stopp der HD-DVD-Produktion verkündet.
Allerdings gibt es inzwischen zahlreiche Filme, die auf HD-DVD erschienen sind. Die Firma LG hat als erste einen Kombi-Brenner angeboten: Eine Technik namens „Super Multi Blue“ liest und schreibt BD, DVD+, DVD-, DVD-RAM und CD, zusätzlich werden auch HD-DVD gelesen. Mit diesem oder vergleichbaren Geräten ist man für alles gerüstet. Der Brenner beherrscht auch „LightScribe“. Das ist eine Technik zur Beschriftung des Rohlings, indem man ihn herumdreht und die Beschriftungsseite mit dem Laser bearbeitet.
Einen älteren Rechner mit Blu-ray nachzurüsten ist allerdings nicht sinnvoll. Blu-ray stellt höchste Anforderungen an die Rechenleistung des PC und an die Grafikkarte. PCs des Baujahres 2006 oder früher erfüllen die Anforderungen nicht oder nur knapp.
Im Jahr 2009 werden weniger als vier Prozent aller verkauften PC ein Blu-ray-Laufwerk haben[1]. Im Jahr 2013 könnten es 16,3% sein. Es gibt zu wenig Inhalte auf Blu-ray, so dass sich die Investition nicht lohnt.
[Bearbeiten] Funktionsprinzip
Ob CD, DVD, Blu-Ray-Disk oder HD-DVD - all diese Datenträger funktionieren nach dem gleichen Prinzip, lediglich die Abstände der Bits unterscheiden sich. Der Datenträger besteht aus mehreren Schichten.
- Bei der industriellen Fertigung wird, ebenso wie bei der Fertigung von Schallplatten, eine genaue Musterscheibe hergestellt, die als Druckstempel oder Gießform verwendet wird. Die Vertiefungen werden Pits (dt.: Gruben) genannt, die verbleibende ebene Fläche zwischen den Pits heißt Land. Das Muster wird auf eine Aluminiumschicht übertragen, die als Reflexionsschicht dient. Glasklares Polycarbonat dient als Schutzschicht. Beim Lesen wird die Oberfläche der Aluminiumschicht mit einem Laser abgetastet. Von der glatten Oberfläche (Land) wird er reflektiert, an den Pits wird der Laserstrahl zerstreut. Das reflektierte Licht wird von einer Photodiode ausgewertet.
- Bei beschreibbaren Rohlingen besteht die reflektierende Schicht aus einem wärmeempfindlichen Material. Durch Erhitzen der Schicht mit einem Laser wird punktweise die Farbe verändert.
Die Daten sind in einer Spirale angeordnet, die von innen nach außen verläuft. Sind wenig Daten auf der Scheibe, bleibt der äußere Teil ungenutzt. Dadurch ist es möglich, kleinere CDs mit 8 cm Durchmesser herzustellen. Zu Werbezwecken werden sogar CDs in rechteckiger Form hergestellt, in der Größe von Kreditkarten oder noch kleiner.
Was bedeuten die Bezeichnungen auf den Verpackungen von CD und DVD Rohlingen?
| - | alle CD-Formate, die DVD-Formate vom DVD-Forum und Blu-ray |
| + | alle DVD-Formate von der konkurrierenden DVD-Alliance |
| ± | alle DVD-Formate |
| R | Recordable, d. h. beschreibbar (aber nur einmal) |
| RW | Rewritable, d. h. wiederbeschreibbar (gewöhnlich etwa 30 mal) |
| RAM | Random Access Memory, d. h. direktes Schreiben und Lesen wie auf Festplatte |
| DL | Dual Layer, d. h. zwei Datenschichten pro Seite |
Was für Scheiben gibt es?
- Die Scheibe heißt CD, wenn sie Musik enthält und in einem CD-Player abspielbar ist.
- Eine industriell beschriebene Datenscheibe mit unveränderlichen Daten heißt CD-ROM (Compact Disk – Read Only Memory) bzw. DVD.
- Einmalig beschreibbare Scheiben: Die CD-R, DVD-R und DVD+R
- Die organische Farbschicht wird punktweise auf 500 bis 700 Grad Celsius erhitzt. Dadurch entsteht ein Bitmuster aus dunklen Punkten auf dem unveränderten hellem Untergrund.
- Mehrfach (aber nur im Ganzen) beschreibbare Scheiben: Die CD-RW, DVD-RW und DVD+RW
- Durch gleichmäßiges Erwärmen der gesamten Fläche auf „nur“ 200 Grad Celsius kehrt das Material in seinen Urzustand zurück. Die gesamte Schicht verfügt wieder über gleichmäßige Reflexionseigenschaften und kann erneut gebrannt werden. Das Löschen eines Teils der Scheibe ist nicht möglich.
- Mehrfach, auch partiell beschreibbare Scheiben: Die DVD-RAM
- Jeder Sektor lässt sich einzeln, unabhängig von anderen, löschen und beschreiben.
Weil das Beschreiben von Rohlingen mit Hitze verbunden ist, nennt man den Vorgang „Brennen“. Auch das Laufwerk, der „Brenner“, heizt sich auf und beginnt sich durch Wärmeausdehnung zu verformen. Handelsübliche Brenner sind nicht für den Dauereinsatz gebaut. Deshalb wird empfohlen, nicht mehr als zwei bis maximal drei CD oder DVD nacheinander zu brennen, sonst könnte das Resultat minderwertig sein. Gönnen Sie Ihrem Brenner danach mindestens 30 Minuten Abkühlpause, sonst könnte er Schaden nehmen.
[Bearbeiten] Wie schnell muss ein Laufwerk sein?
Die CDs wurden ursprünglich für die Speicherung von Musik entworfen. Auf jeden Zentimeter der Spur passt die gleiche Musikdauer. Weil aber die äußere Spur etwa 2,5 mal länger als die Innenspur ist, muss die Drehzahl variieren, um eine gleichmäßige Datenübertragungsrate zu erreichen. Das Abspielen einer Audio-CD beginnt innen mit 520 Umdrehungen pro Minute. Der Lesekopf bewegt sich ganz gemächlich auf seiner Spur nach außen. Dabei verringert sich die Drehzahl allmählich bis auf etwa 210 U/min.
Als Maß für die Geschwindigkeit gilt die „einfache Geschwindigkeit”. Sie wird anhand der Datenübertragungsrate festgelegt:
- Eine Musik-CD liefert 150 kByte/s,
- eine Film-DVD bringt es auf 1350 kByte/s (das ist das 9-fache einer Musik-CD)
Ein DVD-Laufwerk mit 4-facher Geschwindigkeit liefert die Daten also ebenso schnell wie ein CD-ROM-Laufwerk mit 4 x 9 = 36-facher Geschwindigkeit.
Handelt es sich aber um eine Datenscheibe, soll der Lesekopf möglichst schnell die gewünschte Position erreichen. Im Mittel braucht der Kopf 50 bis 100 ms, um die gewünschte Spur zu erreichen. Die Scheibe dreht rasend schnell, um eine hohe Datenrate zu erreichen. Es werden Drehzahlen bis 10.000 U/min erreicht, was einer Umfangsgeschwindigkeit von 225 km/h entspricht. Zum Vergleich: Ein Automotor erreicht bei Vollgas im Leerlauf etwa 7.000 rpm (rotation per minute, deutsch: Umdrehungen pro Minute). Wie gut, dass die Scheiben außen keine Sägezähne haben und sich die Schublade normalerweise erst öffnet, wenn die Scheibe stillsteht!
Warum sind so hohe Geschwindigkeiten nötig?
Um ein neues Programm zu installieren, muss das Laufwerk nicht besonders schnell sein. Wenn Sie aber eine DVD mit einem Lexikon, einem Telefonbuch oder einem Routenplaner einlegen, wird Ihnen auch ein schnelles Laufwerk möglicherweise nicht schnell genug sein. Wenn Sie massig Platz auf der Festplatte haben, kann man bei vielen Programmen wählen, ob während der Installation die Daten von der DVD (fast) komplett auf die Festplatte kopiert werden sollen.
Bei einem Brenner lohnt es selten, den hohen Preis für den schnellsten verfügbaren Brenner zu zahlen. Der zweitschnellste Brenner ist deutlich günstiger und reicht vermutlich auch. Ein DVD-Brenner mit 4x Geschwindigkeit braucht 15 Minuten für eine volle DVD (wobei nicht jede DVD randvoll ist), mit 8x noch 8 Minuten, mit 16x noch 6 Minuten. Rohlinge, die mit den hohen Brenngeschwindigkeiten klarkommen, sind teurer.
Ein externer Brenner ist nur dann sinnvoll, wenn Sie ihn tatsächlich im Wechsel für mehrere PCs verwenden wollen. Einbau-Laufwerke sind billiger (weil das Gehäuse und das Netzteil wegfällt) und schneller: Die USB-Schnittstelle schafft eine Datenübertragungsrate von 40 bis 45 MByte/s, interne Schnittstellen je nach Typ von 100 MB/s bis 300 MB/s.
[Bearbeiten] Beschriftung oder Aufkleber?
CD und DVD nicht mit Kuli beschriften oder mit harten Gegenständen misshandeln! Die Oberfläche ist sehr empfindlich! Beschriftung mit einem CD-Marker ist optimal. Faserschreiber von Markenherstellern sind ebenfalls geeignet. Neue Techniken wie „Lightscribe“ oder „Laserflash“ verwenden den vorhandenen Laser. Nach dem Brennen der Daten wird die Scheibe gewendet, damit der Laser die Beschriftung in die Oberseite brennen kann. Das geht aber nur einfarbig, wenn auch mit 256 Helligkeitsabstufungen. Bei hohen Ansprüchen an die Beschriftungsqualität gibt es spezielle beschichtete Rohlinge, die etwas teurer sind und die in vielen neueren Tintendruckern bedruckt werden können.
CD-Aufkleber sind aus mehreren Gründen nicht empfehlenswert:
- Bei der hohen Drehzahl sind selbst kleine Unwuchten kritisch und können die CD unlesbar machen.
- Alterung oder Hitze können zu Luftblasen unter dem Label führen. Wird die Blase zu hoch, stößt sie mit dem Laser zusammen, der bei der hohen Drehzahl zerstört oder dejustiert wird.
- Das Label kann sich ablösen und dabei das Laufwerk beschädigen. Besonders bei Hitze (im Auto!) ist die Gefahr groß.
Ein Aufkleber auf einer DVD ist noch weniger ratsam als auf einer CD. Die sechsfach höhere Datendichte macht die DVD deutlich empfindlicher gegen Unwuchten als eine CD.
- Die Scheibe erwärmt sich im Laufwerk. Wegen der unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten von Papier und Plaste verzieht sie sich.
[Bearbeiten] Der Unterschied zwischen CD, DVD, Blu Ray und HD-DVD
Der wesentliche Unterschied zwischen CD und DVD sind die Abstände zwischen den Spuren sowie zwischen den Bits innerhalb der Spur. Eine DVD hat einen halb so großen Abstand zwischen den Spuren sowie den halben Abstand der Bits innerhalb der Spur. Durch die Verwendung eines kurzwelligen, blauen Laser für die HD-DVD sowie Blu-ray wurden noch kleinere Spurabstände und kleinere Abstände zwischen den Pits möglich, was die Speicherkapazität gegenüber der DVD weiter erhöht hat.
[Bearbeiten] Nutzbare Kapazität
| CD | 0,64 GB | einseitig | einschichtig |
| CD | 0,70 GB | einseitig | einschichtig |
| CD | 0,80 GB | einseitig | einschichtig |
| DVD-RAM | 4,70 GB | einseitig | einschichtig |
| DVD-5 | 4,70 GB | einseitig | einschichtig |
| DVD-9 | 8,50 GB | einseitig | zweischichtig |
| DVD-RAM | 9,40 GB | beidseitig | einschichtig |
| DVD-10 | 9,40 GB | beidseitig | einschichtig |
| DVD-17 | 17,00 GB | beidseitig | zweischichtig |
| HD-DVD | 15 GB | einseitig | einschichtig |
| HD-DVD | 30 GB | einseitig | zweischichtig |
| HD-DVD | 45 GB | einseitig | dreischichtig |
| Blu-ray | 25 GB | einseitig | einschichtig |
| Blu-ray | 50 GB | einseitig | zweischichtig |
| Blu-ray | 100 GB | einseitig | vierschichtig |
Die Kapazität einer CD-ROM beträgt 640, 700 oder 800 MB, was einer Musik-Abspielzeit von 72, 80 oder 99 Minuten entspricht. Die heute üblichen CD-Rohlinge haben meist eine Kapazität von 700 MB = 80 Minuten Musik.
Eine einfache DVD hat eine Kapazität von 4,7 GB. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Kapazität zu erhöhen: Zwei Schichten übereinander und/oder Benutzung von Ober- und Unterseite.
Beidseitige DVDs werden im Presswerk aus zwei einseitigen DVDs zusammengeklebt. Zum Lesen beider Seiten muss die DVD gewendet werden. Einige Laufwerke haben aber auch oben und unten Abtast-Laser. Die Produktion beidseitig beschreibbarer Rohlinge und zugehöriger Brenner war im Standard nie vorgesehen gewesen, und mittlerweile sind auch die industriell gefertigten beidseitigen DVDs aus der Mode gekommen.
Bei einer zweischichtigen DVD (Dual Layer) liegen zwei Aufzeichnungsebenen auf einer Seite übereinander. Zum Abtasten der zweiten Ebene wird die Laser-Brennweite geändert und der Laser wird schräg gestellt, um durch die Lücke zwischen den oberen Spuren hindurch auf die untere Ebene zu blicken. Allerdings hat die untere, versteckte Schicht nur eine reduzierte Kapazität von 3,8 GB. Zusammen mit der oberen Schicht kommt man auf 8,5 GB.
Bei Blu-ray und HD-DVD können noch mehr Schichten übereinandergestapelt werden. Weil der Laser äußerst dicht an die Scheibe herangerückt ist, kann er genau genug auf die gewünschte Lesetiefe eingestellt werden. Bei HD-DVD sind sogar schon Muster mit 200 GB (acht Schichten) vorgestellt worden.
- Praxis-Tipp
Industriell gefertigte DVDs lassen sich auf jedem Gerät wiedergeben. Bei selbstgebrannten DVDs gibt es mitunter Probleme: DVD+R werden von einigen Playern nicht gelesen.
Manchmal sind die Rohlinge von schlechter Qualität. Vor dem Kauf einer größeren Menge Rohlinge sind Tests zu empfehlen. Die Lebensdauer der Daten (und manchmal auch die Kompatibilität zu fremden Playern) kann man verbessern, indem man den Brenner mit gedrosselter Geschwindigkeit betreibt. Das hängt vom jeweiligen Brenner ab. Neuere Brenner erreichen im Allgemeinen bessere Ergebnisse bei voller Geschwindigkeit, da sich bei der Entwicklung besonders auf die Perfektion des Gebrauchs bei höchster Geschwindigkeit konzentriert wurde, da diese derzeit als Haupt-Werbeargument gesehen wird.
[Bearbeiten] Datensicherheit
In der Beschichtung gibt es stets kleine Abweichungen, zudem enthält jede Scheibe bald zahlreiche kleine und große Kratzer. Unmittelbar nach dem Beschreiben gibt es bereits „schwächelnde“ Sektoren, und beim Lesen treten weitere Fehler auf. Die Elektronik des Laufwerks erkennt und repariert kleine Schäden automatisch. Bei mittelgroßen Schäden werden mehrere Leseversuche unternommen. Dabei wird jeder Leseversuch mit der halben Drehzahl des vorhergehenden Versuches unternommen. Gelingt die Reparatur nicht, wird ein Lesefehler gemeldet.
Allerdings gibt es seltene Ausnahmen: Mitunter ist das Fehlermuster so speziell, dass die Reparatur fehlschlägt, aber die Korrekturelektronik hält den Fehler für repariert und meldet keinen Fehler. Das Ergebnis: Ein Programm lässt sich partout nicht installieren oder stürzt ständig ab, obwohl Sie bei der Installation keine Fehlermeldung bekommen haben.
Die größte Datensicherheit erreichen Sie mit DVD-RAM, im Gegensatz zu den beiden anderen wiederbeschreibbaren DVD-Varianten DVD-RW und DVD+RW. Eine DVD-RAM ist mindestens 30 Jahre lagerfähig, mindestens 10 000 mal beschreibbar und hat das beste Fehlermanagement. Auf der Oberfläche erkennt man kleine Rechtecke. Durch diese Markierungen kann jeder Sektor zielgenau erreicht, geschrieben und gelesen werden. Jeder Sektor kann einzeln beschrieben werden. Vor allem wird jeder Sektor nach dem Beschreiben kontrollgelesen, so dass bei mangelhafter Aufzeichnungsqualität auf einen anderen Sektor ausgewichen werden kann.
[Bearbeiten] Leseprobleme und Reinigung
Wenn eine Scheibe Probleme macht, gibt es drei mögliche Ursachen:
- Die Scheibe ist verschmutzt oder verfettet. Man legt die CD oder DVD zur Reinigung auf eine ebene, weiche Unterlage und wischt sie vorsichtig mit einem staubfreien Tuch ab. Unterwegs kann man sie auch mal an seinem Baumwollhemd abwischen. Vorsicht! Niemals mit kreisförmigen Bewegungen reinigen, sondern immer radial. Kratzer in Drehrichtung sind besonders gefährlich.
- Die Schwachstelle am Laufwerk ist die optische Linse, welche – ähnlich wie der Bildschirm eines Röhren-Fernsehers – Staub, Kondensat und Nikotin geradezu anzieht. Diesen Schmutz entfernt man am Besten von Zeit zu Zeit mit Pressluft. Die weitverbreiteten Reinigungs-CD bringen meist eine Verbesserung, in seltenen Fällen wird aber die Linsenführung verbogen oder das Öl der Führungsschienen auf die Linse geschmiert.
- Die Linse wird im Betrieb sehr warm. Durch thermische Mikrorisse wird die Linse nach einigen Jahren trüb, unabhängig vom Staubanfall. Glaslinsen sind langlebiger, aber Linsen aus Plaste werden am häufigsten verbaut, weil sie billiger sind.
Wenn Sie öfters Probleme haben und Ihr Laufwerk schon älter ist, sollten Sie überlegen, ob Sie statt eines Reinigungssets für 10 Euro lieber ein neues Laufwerk für 20 Euro kaufen.
Wenn Sie sowohl ein Lese-Laufwerk als auch einen Brenner haben, sollten Sie zum Lesen vorrangig das Lese-Laufwerk verwenden. Das höhere Gewicht des Brenn-Lasers führt zu einem schnelleren Verschleiß der Mechanik, und aus den gleichen Grund ist der Brenner vermutlich auch langsamer.
[Bearbeiten] Lagerung
Industriell gefertigte Scheiben sind sehr lange haltbar, denn die Daten werden mechanisch in die Scheibe gepresst. Selbstgebrannte Scheiben basieren auf chemischen Prozessen. Die Scheiben sind licht- und wärmeempfindlich, besonders gegen ultraviolettes Licht. Deshalb sind sie bestenfalls wenige Jahre haltbar. Wenn eine längere Lagerung geplant ist, sollten Sie Markenmaterial mit einem speziellen UV-Schutz verwenden.
Die Datenträger sollten kühl und dunkel gelagert werden. Auf dem Fensterbrett im Sommer können sie schon nach einem Monat kaputt sein. Im Sommer ist das Auto ein gefährlicher Ort. Generell reagieren die DVD±R wegen ihrer organischen Farbstoffe noch empfindlicher auf Sonnenlicht und Hitze als die DVD±RW mit ihren anorganischen Farbpigmenten.
Ein weiteres Problem sind die verwendeten Kunststoffe. Einige Bestandteile gasen aus, und das Polycarbonat, das Trägermaterial, wird selbst bei normaler Lagerung spröde. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die ersten der selbstgebrannten DVDs nach ein bis zwei Jahren nicht mehr fehlerfrei gelesen werden können.
[Bearbeiten] Entsorgung und Vernichtung
Polycarbonat ist ein wertvoller Rohstoff und gut für Recycling geeignet. CDs und DVDs aus Zeitschriften o. ä. kann man auf einer Spindel sammeln und in vielen Elektronikmärkten oder Sammelstellen abgeben. Bei Scheiben mit persönlichen Daten zerkratzt man die Oberfläche mit einem Messer oder Schraubendreher. Anschließend halbiert man die Scheibe mit einer kräftigen Schere und entsorgt die Hälften zu weit genug auseinander liegenden Zeitpunkten. Für besonders kritische Daten (Patientenlisten, Geschäftsberichte) zerschneidet man die Scheiben in kleinere Stücke, am besten mit einem CD-Shredder. Für den Hausgebrauch gibt es preiswerte CD-Shredder mit Handkurbel. Man kann die Scheiben auch zerbrechen, aber dazu sollte man sie vorsichtshalber in eine Tüte stecken, denn die entstehenden Splitter sind sehr spitz und erreichen eine große „Sprungweite“. Firmen mit hohem Anfall von Alt-DVD können bei manchen Entsorgern einen Sammelbehälter anfordern, der kostenlos gebracht und abgeholt wird.
Quellen
- ↑ Blu-ray im PC ist eine Seltenheit: http://www.isuppli.com/News/Pages/Blu-ray-Sings-the-PC-Blues.aspx http://www.zdnet.de/artikel_zum_thema_isuppli_thema-39002356-39073620o1o0-1.htm