Datensicherung/ Werkzeuge/ ROBOCOPY

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[Bearbeiten] Robocopy - Das robuste Kopierprogramm

ROBOCOPY ist ein robustes Kopierprogramm. Es ist abwärtskompatibel zu XCOPY, bietet aber wesentlich mehr Möglichkeiten.

Download

Robocopy wurde erstmals als Teil des MS Windows Server 2003 Resource Kit Tools ausgeliefert und ist zuletzt als Version 5.1.2600.26 in der Robocopy GUI Version 3.1.1 enthalten. Der Download ist unter http://technet.microsoft.com/en-us/magazine/2006.11.utilityspotlight.aspx (hier: UtilitySpotlight2006_11.exe). Diese Version kommt mit den neuen Schaltern /DST und /FFT, mit dem sich Zeitdifferenzen duch die Sommer-/Winterzeit und durch Übertragungen aus FAT-Dateisystemen lösen lassen sowie /XJD und /XJF für Abzweigungspunkte auf Verzeichnisse.

Nach einer einmaligen Installation dieses Programms findet man diese Version der robocopy.exe im Verzeichnis SYSTEM32 [1]. Von dort kann sie global auf dem aktuellen PC eingesetzt oder, ohne weitere Installation, auch auf andere Rechner kopiert und dort genutzt werden. Bei Windows Vista gehört das Programm zur Standardausstattung, die allerdings nicht unter Windows XP oder dem Windows Server 2003 läuft.

Wenn Sie die Parameter von ROBOCOPY kennen lernen wollen, öffnen Sie die Eingabeaufforderung und geben Sie robocopy /? ein. Sie erhalten wie bei jedem Kommandozeilenbefehl eine Beschreibung seiner Möglichkeiten und Parameter. Es sind sehr viele, deshalb folgen einige einführende Beispiele.

[Bearbeiten] Einführende Beispiele

Zunächst eine Übersicht, wie die für XCOPY aufgeführten Beispiele sich mit ROBOCOPY realisieren lassen.

1 robocopy c:\  d:\kopie\  *.doc  /s kopiert alle Word-Dateien von Laufwerk c: einschließlich Unterverzeichnisse nach d:\kopie
2 robocopy  \\10.53.212.250\TEXTE\  d:\kopie\ *.doc  /s kopiert Word-Dateien vom PC mit der IP-Adresse 10.53.212.250 aus dem Verzeichnis mit dem Freigabenamen TEXTE
3 robocopy  c:\  d:\kopie\  /s versucht alle Dateien der Systempartition zu kopieren. Macht bei Problemen mit ständig benutzten Betriebssystemdateien eine Million Versuche.
4 robocopy  c:\  d:\kopie\  /s /r:1 wie davor, macht bei Fehlern nach 30 Sekunden einen zweiten Versuch (/r:1) und setzt danach das Kopieren fort
5 robocopy  c:\  d:\kopie\  /s /r:1 /w:1 wie davor, aber im Fehlerfall erfolgt die Wiederholung nach 1 statt nach 30 Sekunden (/w:1)
6 robocopy  c:\  d:\kopie\  /s /r:1 /w:1 /maxlad:20081015 wie davor, kopiert nur Dateien, die seit dem 15.10.2008 benutzt worden sind
7 robocopy  c:\  d:\kopie\  /s /r:1 /w:1 /maxage:20081015 wie davor, kopiert nur Dateien, die seit dem 15.10.2008 verändert oder erstellt worden sind
8 robocopy  c:\  d:\kopie\  /s /r:1 /w:1 /maxage:10 wie davor, kopiert nur Dateien, die in den letzten 10 Tagen erstellt oder verändert wurden
9 robocopy  c:\  d:\diff\  /s /r:1 /w:1 /m Der Befehl kopiert nur Dateien mit Archivbit, setzt nach dem Kopieren das Archivbit zurück (inkrementelle Sicherung)
10 robocopy  c:\  d:\diff\  /s /r:1 /w:1 /a kopiert nur Dateien mit Archivbit, aber ändert das Archivbit nicht (differentielle Sicherung)

[Bearbeiten] Erläuterungen zum Archivbit

Sie wissen bestimmt, dass eine Datei mit dem „read only“ (Nur Lesen) Kennzeichen markiert werden kann. Ein weiteres Dateikennzeichen ist weniger bekannt: Das Archivbit. Die Aufgabe des Archivbits ist es, Dateien zu kennzeichen, die verändert worden sind. Wenn Sie eine Datei ändern oder verschieben, wird das Bit gesetzt. Jede neue Datei erhält ebenfalls das Kennzeichen. Das Archivbit ist ursprünglich bei allen Dateien gesetzt. Wenn Sie noch nie eine Datensicherung gemacht haben, bei der das Archivbit zurückgesetzt wurde, kopiert der vorletzte Beispielbefehl (mit dem Parameter /m) das gesamte Systemlaufwerk. Es entsteht also eine Vollsicherung. Für nachfolgende Datensicherungen gibt es zwei sinnvolle Möglichkeiten:

  • Wenn Sie für weitere Sicherungen den letzten Befehl (mit /a) verwenden, wird die Sicherung differenziell: Es werden alle seit der Vollsicherung geänderten Dateien erfasst. Die zu sichernde Datenmenge wächst ständig an.
  • Wenn Sie den vorletzten Befehl (mit /m) wiederholen, werden jedesmal nur die diejenigen Dateien gesichert, die seit der vorhergehenden Sicherung geändert worden sind.

[Bearbeiten] Vergleich mit dem Zielverzeichnis

Im Unterschied zu COPY und XCOPY vergleicht ROBOCOPY jede zu kopierende Datei mit dem Zielverzeichnis. Falls es eine identische Datei dort schon gibt, wird sie übersprungen. Die Zeitersparnis ist beträchtlich.

[Bearbeiten] Die Probierfunktion

Wenn Sie einen beliebigen Befehl um /L ergänzen, wird die Befehlsausführung simuliert. Sie können verfolgen, was ROBOCOPY tun würde, wenn das /l nicht wäre. Nichts wird kopiert oder verändert. Ein Beispiel:

robocopy "C:\Dokumente und Einstellungen\" A:\ /s /r:1 /w:1 /maxage:3 /l

listet die Dateien im Verzeichnis "C:\Dokumente und Einstellungen\" auf, die in den letzten drei Tagen erstellt oder verändert worden sind. Übrigens funktioniert der Befehl selbst dann, wenn das als Ziel angegebene Diskettenlaufwerk A: nicht vorhanden oder keine Diskette eingelegt ist.

[Bearbeiten] Die Spiegelung

Der Parameter /s (Unterverzeichnisse = Subdirectories mitkopieren) funktioniert genau wie bei XCOPY. Weitaus interessanter ist aber die Möglichkeit der Spiegelung. Wenn Sie in einem ROBOCOPY-Befehl den Parameter /s durch /mir ersetzen, erzeugt das Programm eine sogenannte Spiegelung, englisch mirror. Das bedeutet:

  • Neue und geänderte Dateien werden kopiert.
  • Dateien, die im Original gelöscht worden sind, werden aus der Kopie entfernt.

Dadurch ist die Kopie völlig identisch mit dem Original, wie bei einem Spiegel.

[Bearbeiten] Die Protokollierung

In der Standardeinstellung erzeugt ROBOCOPY ein ausführliches Protokoll und gibt es auf den Bildschirm aus. Wenn man den Parameter /LOG:file verwendet, wird das Protokoll in eine Datei geschrieben. Ersetzen Sie "file" durch den gewünschten Dateinamen. Achten Sie darauf, dass sich die Protokolldatei außerhalb des zu kopierenden Bereichs befindet. Wenn Sie den Parameter /LOG+:file benutzen, wird das Protokoll an eine vorhandene Datei angehängt. Diese muss aber existieren, sonst gibt es eine Fehlermeldung.

Vor allem in der Testphase ist es nützlich, das Protokoll sowohl als Datei zu erstellen und gleichzeitig auf dem Bildschirm zu sehen. Das können Sie mit dem zusätzlichen Parameter /TEE erreichen. Beispiel:

robocopy C:\ Z:\LWC\ /mir /r:1 /w:1 /tee /log:Z:\PROT.TXT
robocopy D:\ Z:\LWD\ /mir /r:1 /w:1 /tee /log+:Z:\PROT.TXT

Die erste Befehl kopiert C: nach Z:\LWC bzw. aktualisiert eine dort vorhandene Kopie. Dabei wird eine Protokolldatei Z:\PROT.TXT neu erstellt. Der zweite Befehl setzt das Protokoll fort. Durch den Parameter /tee erfolgt die Protokollierung gleichzeitig in die Datei und auf den bildschirm, so dass Sie den Kopiervorgang verfolgen können.

Lesen Sie hier mehr zur Protokollierung.

[Bearbeiten] Die Auswahl der zu kopierenden Dateien

Es gibt zahlreiche, untereinander kombinierbare Möglichkeiten, die zu kopierenden Dateien auszuwählen. In Frage kommen

  • Positiv-Listen und Ausnahmelisten
  • Auswahl nach Dateidatum, Dateigröße und Dateiattributen
Lesen Sie hier mehr zur Dateiauswahl.

[Bearbeiten] Kopieren über langsame Leitungen (Internet)

Nach einem Abbruch der Übertragung kann die Übertragung an der Unterbrechungsstelle wiederaufgenommen werden. Die Übertragung kann zu bestimmten Uhrzeiten angehalten werden, beispielsweise zu den Geschäftszeiten, um den normalen Internetzugang nicht zu beeinträchtigen.

[Bearbeiten] PC wird während des Backups sehr langsam

Während das Backup läuft, wird der PC merklich langsamer. Wenn es Ihnen nicht gelingt, das Backup auf Ihre Pause zu legen, gibt es eine andere Möglichkeit. Die Übertragungsrate lässt sich drosseln. Zwar dauert dann das Backup wesentlich länger, aber möglicherweise stört das nicht.

[Bearbeiten] Monitoring

Mit den entsprechenden Parametern können Sie ROBOCOPY beauftragen, ständig aktiv zu bleiben und im Hintergrund die Veränderungen an den Dateien zu überwachen. Mit /MOT 60 können Sie in regelmäßigen Abständen, beispielsweise alle 60 Minuten, die Kopie mit dem Original in Übereinstimmung bringen lassen. Im Falle eines Unglücks verlieren Sie maximal die Daten der letzten Stunde. Alternativ können Sie mit /MON 3 den Abgleich zu starten, sobald beliebige 3 Dateien verändert worden sind. Es ist sogar möglich, beide Parameter zu kombinieren.

Lesen Sie hier mehr zum Monitoring.
  1. Die vollständige Ordnerbezeichnung lautet %SYSTEMROOT%\SYSTEM32
Persönliche Werkzeuge