Der einfache Weg zum Sprachgenie/ Die Methode

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Eine Sprache lernen

Alle Kurse:

Zielsprachen Muttersprachen
20% fertig Deutsch 20% fertig Englisch
10% fertig Englisch noch keine

Lernen macht Spaß. Das ist nicht einfach ein hoffnungsloser Versuch, Grundschüler am Schwänzen zu hindern, sondern die Wahrheit. Alles, was das Überleben sichert, ist interessant und lustig: Essen, Sport treiben, Lernen und Spielen sind die Lieblingsbeschäftigungen eines jeden Menschen. Vor allem um das Lernen geht es hier. Wer sich schon mal in einem Lexikon fest gelesen hat, weiß Bescheid: Lernen macht Spaß.

Voraussetzung ist lediglich, dass der Spaßfaktor nicht von langweiligen Maßnahmen wie Regeln, Grenzen und grauer Theorie reduziert wird. Wer in einem Lexikon blättert, tut das aus freien Stücken. Der Erfolg des Lernens beruht darauf, dass jeder nur das liest, was ihn interessiert und dass das Ganze nicht zu festgelegten Zeiten beginnen und enden muss.

So funktionieren auch die vorliegenden Sprachkurse: Ein Lehrer existiert nicht. Du kannst dir jemanden suchen, der mit dir zusammen lernt. Ihr zieht euch dann gegenseitig und könnt euch nicht herausreden. („Heute habe ich keine Zeit.“ oder „Ich fange morgen an.“) Aber ein Selbststudium ist auch möglich. Es werden in diesem Buch lauter Empfehlungen geboten, die natürlich abgewandelt werden dürfen. Diese Empfehlungen lauten im Einzelnen:

  1. Lass dir Zeit.

    Eulenspiegel und der Fuhrmann

    An einem Morgen wanderte Till Eulenspiegel aus einer Stadt hinaus die Landstraße entlang. Als er eine Weile gewandert war, sah er ein Fuhrwerk kommen. Die Pferde liefen schnell, der Fuhrmann trieb sie heftig mit der Peitsche an. Er rief Till zu: „Wie weit ist es noch bis zur Stadt? Kann ich bis zum Abend dort sein?“

    „Ja“, antwortete Eulenspiegel. „Wenn du langsam fährst, dann kannst du am Abend in der Stadt sein.“

    Der Fuhrmann dachte: „Das ist ein dummer Kerl! Ich will schnell in die Stadt, also muss ich auch schnell fahren!“ Er trieb seine Pferde noch mehr mit der Peitsche an.

    Am Abend ging Till Eulenspiegel auf der Landstraße zurück in die Stadt. Da traf er den Fuhrmann wieder. Der Fuhrmann stand traurig neben seinem Wagen. Ein Rad war gebrochen. Die Landstraße war steinig und holprig. Eulenspiegel sprach: „Ich habe dir gesagt, du sollst langsam fahren, wenn du bis zum Abend in die Stadt kommen willst!“

    Da dachte der Fuhrmann: „Er ist doch kein dummer Kerl! Er hat mir einen guten Rat gegeben.“

    Wann du mit einer Lektion fertig bist und mit der nächsten anfangen kannst, hängt von deinen geistigen Fähigkeiten ab. Das musst du selbst entscheiden. Aber du kannst dich zumindest am Anfang daran orientieren, dass du etwa eine Woche pro Lektion brauchst.

  2. Lies die deutsche Übersetzung der Lektion. Klassische Sprachkurse verlangen oft, dass man versucht, den fremdsprachigen Text zu verstehen und eventuell selbst eine Übersetzung anfertigt. Das Wichtigste beim Lernen sind jedoch die Erfolgserlebnisse. Das heißt: Gestalte dir deinen Kurs so einfach wie möglich. Lies die Übersetzung wenigstens zweimal und merke dir den Inhalt.
  3. Höre dir die gesprochene Lektion an. Wenn dir die zu lernende Sprache völlig fremd ist, können dir die Sprecher was vom Pferd erzählen. Aber zumindest bekommst du ein Gefühl für den Klang der Sprache. Und sogar wenn du Japanisch oder Hindi lernst, verstehst du mindestens schon die Internationalismen. Spätestens bei der zweiten Lektion erkennst du bei langsamem Sprechtempo recht viele Strukturen und Wörter wieder. Das baut dich auf. Siehe Erfolgserlebnisse.
  4. Lies mit. Höre dir das langsame Sprechtempo an und versuche, dabei den fremdsprachigen Text zu verfolgen. Was dir dabei komisch vorkommt – also die Stellen, wo die Aussprache nicht zum geschriebenen Wort zu passen scheint – behältst du automatisch im Gedächtnis. Damit erhältst du einen sehr entscheidenden Einblick in die Sprache. Bei Sprachen, die nicht das lateinische Alphabet verwenden, erfordert dieser Schritt natürlich eine Vorbereitung, die der jeweilige Kurs auch bietet.
  5. Lies die Wort-für-Wort-Übersetzung. Den Inhalt der Lektion kennst du aus der stilistisch einwandfreien Übersetzung. Lies dich jetzt in die Wort-für-Wort-Übersetzung ein. Das dürfte recht einfach sein. An kritischen Stellen hilft dir der Kurs mit Anmerkungen.

    Wenn du fertig gelesen hast, lass das langsame Sprechtempo laufen und lies statt des gesprochenen Textes die Wort-für-Wort-Übersetzung mit. Was du dabei tust, nannte man in grauer Vorzeit Vokabelliste auswendig lernen. Heute geht das zum Glück bequemer und spaßiger.

    Das Mitlesen der deutschen Wörter ist eine der Hauptaktionen, die du ständig wiederholst. Lass die Leute vom Band fünfmal oder so oft, bis du keine Lust mehr hast, ihren Text aufsagen. Tue das selbe am nächsten Tag und am übernächsten und immer und immer wieder.

  6. Lass die Sprache auf dich wirken. Das ist deine zweite Hauptbeschäftigung: Du brauchst ein transportables Wiedergabegerät. Lass dir damit den Text am laufenden Band vorlesen. Unterbewusst prägt sich dir die Sprachmelodie ein. Wenn du bei den höheren Lektionen angelangt bist, beherrschst du dank dieser ständigen Hintergrunduntermalung die grammatikalischen Regeln ohne sie überhaupt zu kennen – ähnlich wie im Deutschen.
  7. Würze dein Studium mit einigen zusätzlichen Lernmethoden. Du kannst zum Beispiel, wenn du den fremdsprachigen Text einer Lektion perfekt verstehst, ihn abschreiben. Verlasse dich dabei aber nicht darauf, dass dir keine Fehler unterlaufen. Lass jemanden die Texte vergleichen oder schreibe an einem Computer mit Rechtschreibprüfung.

    Später, frühestens in Lektion drei, kannst du ausprobieren, synchron mit dem Band zu sprechen. Sprich zuerst leise. Wenn du ein Wort anders aussprichst als der Muttersprachler, fällt dir das im direkten Vergleich auf.

    Noch später verstehst du vielleicht unbekannte Texte fast auf Anhieb. Du solltest aber immer noch nicht auf die Hilfe von Muttersprachlern verzichten. Wenn zum Beispiel die jeweilige Wikipedia gesprochene Artikel anbietet, dann benutze diese wie Lektionen. Das ist erst dann sinnvoll, wenn du dir in relativ kurzer Zeit mit Hilfe eines Wörterbuches die genaue Bedeutung jedes einzelnen Satzes erschließen kannst.

Der Prozess des Lernens wird nie beendet sein. Genauso, wie du auch heute noch täglich die deutsche Sprache lernst, sind auch deine Fremdsprachenkenntnisse niemals vollständig. Irgendwann wirst du dich von dem Kurs in diesem Buch lösen und mit Zeitungen, Radiosendungen und Chats weiter lernen. Die Fremdsprache kommt dir dann bald vor wie eine weitere Muttersprache.

[Bearbeiten] Einen Kurs anbieten

Ein Kurs definiert sich durch eine Quellsprache – die Muttersprache des Lernenden – und eine Zielsprache. Er enthält eine beliebige Anzahl an Lektionen, die aus folgenden vier Teilen bestehen:

  1. Der Text in der Zielsprache sollte als Dialog oder Trialog verfasst sein und etwa 150 bis 200 Wörter umfassen. Wortstämme sollten sich sehr oft auch über mehrere Lektionen hinweg wiederholen, auch wenn der Stil manchmal darunter leidet. Strebe in erster Linie Kurzweiligkeit durch viele Erfolgserlebnisse an.
  2. Der Text in der Quellsprache sollte in einfache Worte verpackt sein. Der Leser sollte sich das Gelesene sehr bildhaft vorstellen können.
  3. Die Wort-für-Wort-Übersetzung sollte sich eng an den fremdsprachigen Text anlehnen. Das englische Wort attack übersetzt man hier also besser nicht mit Angriff, sondern mit Attacke. Wenn es für das Verständnis noch vertretbar ist, wird equal nicht mit gleich, sondern egal übersetzt. Sinnvoll ist es auch, die von der Quellsprache abweichende Zeichensetzung und Groß-/Kleinschreibung in der Wort-für-Wort-Übersetzung zu übernehmen.
  4. Der gesprochene Text sollte von mehreren Muttersprachlern möglichst dialektfrei eingesprochen werden.

Um den Arbeits- und Korrekturaufwand gering zu halten, beachte bitte die Reihenfolge: Zuerst sollte der Text in der Zielsprache ausgearbeitet und einige Zeit diskutiert und verbessert werden. Erst dann kann jemand die Übersetzungen anfertigen und es können die Texte gesprochen werden. Es sollte stets ein langsames und ein normales Sprechtempo bereitgestellt werden.

Wer sich über diese Empfehlungen hinwegsetzen möchte, darf das, sollte sich aber dazu äußern.

Wenn ein Kurs fertig gestellt ist, fällt es leicht, ihn für verschiedene Quellsprachen anzubieten: Es muss nur jemand die beiden Übersetzungen des Textes erstellen, was noch nicht einmal ein Muttersprachler übernehmen muss.

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