Die Kommunikationsschwelle in öffentlichen Nahverkehrsmitteln/ Fragestellung, Erkenntnisinteresse

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In öffentliche Nahverkehrsmittel im städtischen Raum wie U-Bahnen, Straßenbahnen und Stadtbussen treffen sich viele fremde Menschen auf engem Raum, deren Kommunikation untereinander sich meist auf wenige Blicke und Gesten, auf das unbedingt Notwendige und Unvermeidliche, beschränkt. Für den Einzelnen werden unbekannte Einwohner der Stadt, die für ihn meistens räumlich, also auch akustisch und visuell getrennt existieren oder an der Straße an ihm vorbeigehen, sichtbar, sogar beobachtbar.

Die Situation in der sich der Einzelne beim Benützen öffentlicher Nahverkehrsmittel befindet, zeichnet sich also durch räumliche Nähe zu Menschen, deren einzige offensichtliche Gemeinsamkeit das Verwenden des selben Verkehrsmittels ist, aus und ist daher kaum vergleichbar mit anderen möglichen öffentlichen Situationen, da Menschen, wenn sie aufeinandertreffen meist einen gemeinsamen Grund haben, der eher verbindet als das Angewiesensein auf ein bestimmtes Verkehrsmittel. Selbst Kino- oder Kneipenbesuch, das Aufsuchen einer Vorlesung oder einer Diskothek lässt auf mehr gemeinsame Interessen bei den Anwesenden schließen. Diese Inhomogenität der Gruppen sowie die Annahme, dass Menschen die Verkehrsmittel benutzen dies meist nicht als Selbstzweck tun, sondern einen Weg zurücklegen, um ein Ziel zu erreichen – dem Ziel gilt ihr Interesse und nicht dem Weg – führt dazu, dass die Kontaktaufnahme mit Fremden in dieser Umgebung eher selten statt findet, dass die Kommunikationsschwelle relativ hoch liegt.

Das Erkenntnisinteresse der Arbeit gilt den Faktoren, die diese Kommunikationschwelle herabsetzen, es geht vornehmlich darum herauszufinden, ob es bestitmmte Faktoren, die Kommunikation wahrscheinlicher machen, gibt und welche Faktoren das wären. Beispiele dafür wären: Äußere Merkmale wie Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Kleidung der Beteiligten oder ihre aktuelle Beschäftigung (Buch) sowie ihre aktuelle Stimmung, der Einfluß von berauschenden Substanzen, die Tageszeit beziehungsweise der Anlaß ihres Weges und auch vorausgehende nonverbale Kommunikaton. Es ist zwischen Merkmalen, die jemanden als Ansprechpartner attraktiv machen und Motivationen, die jemanden dazu bringen selbst aktiv Kontakt aufzunehmen zu unterscheiden, wobei Merkmale eines Menschen auch Motivationen für jemand anderen, mit eben diesem Menschen Kontakt aufzunehmen, sein könnten. Auch dass Ereignisse wie etwa ein Fußballspiel oder das Donauinselfest die Kommunikationsschwelle herabsetzen könnten ist vorstellbar.

Weiters soll erforscht werden, welche Inhalte Kommunikation mit Fremden in öffentlichen Nahverkehrsmitteln hat und ob sie über den eigentlichen Anlaß hinausgeht, ob eventuell zwischenmenschliche Beziehungen, die über den ersten Kontakt hinausgehen, daraus entstehen.

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