Einführung in das Christentum/ Jesus von Nazareth

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[Bearbeiten] Das Leben Jesu

Das Christentum gründet sich auf Leben und Lehre des Jesus von Nazareth (ca. 7 v.u.Z. bis 30. n.u.Z), der vermutlich zwischen 28 und 30 in Palästina wirkte. Er wurde auch auf Betreiben zahlreicher Schriftgelehrter und Priester von der römischen Besatzungsmacht zum Tode verurteilt und am Kreuz hingerichtet. Der christlichen Überlieferung nach wurde er von den Toten wieder auferweckt und stieg zum Himmel auf.

Jesus selbst hat nichts Schriftliches hinterlassen, jedoch zeugen die vier so genannten Evangelien (griech. für „gute Nachricht“) von seiner Persönlichkeit. Auch verschiedene ausserbiblische Quellen wie der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus und der römische Historiograph Tacitus erwähnen Jesus, so dass davon ausgegangen werden kann, dass es sich um eine historische Persönlichkeit handelt.

[Bearbeiten] Die Lehre Jesu

Die Lehre Jesu ist vor allen Dingen in den vier Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes dargestellt. Diese Schriften erheben allerdings nicht nur den Anspruch, Tatsachenberichte zu sein, sondern sind auch gleichzeitig Glaubensverkündung. Da die Evangelien erst zwischen ca. 70 und 100 niedergeschrieben worden sind, können wir nicht sicher sagen, was frühgemeindliche Tradition ist und was der historischen Wahrheit entspricht. Zusätzlich gibt es noch eine Fülle anderer Überlieferungen, die so genannten apokryphen (=verborgenen) Evangelien, die teilweise ein ganz anderes Jesusbild zeichnen, aber von den Kirchen nicht als Grundlage ihrer Lehre akzeptiert werden. Von daher sind die von den Kirchen anerkannten vier Evangelien die Grundlage des Christentums.

Nach den Aussagen der Evangelien schließt sich die Lehre Jesu eng an die jüdische Tradition an. Moderne Forschungen gehen davon aus, dass Jesus im Wesentlichen der Lehre der Pharisäer zustimmte. Wie die Pharisäer glaubte er den Evangelien zufolge an die Engel und die Auferstehung der Toten, aber er kritisierte die Pharisäer auch wegen ihrer strengen Gesetzesauslegung.

Kern der Lehre Jesu ist der Anbruch vom „Reich Gottes“. Sie knüpft ebenfalls an die jüdisch-apokalyptische Tradition an, also die Lehre vom Ende der Welt und dem Anbruch der Gottesherrschaft. Dabei stellt Jesus die Aussagen vom Zorn Gottes zurück und predigt vor allen Gottes Zuwendung zu den Armen und den Menschen, die von der Gesellschaft ausgestoßen werden und als „Sünder“ gebrandmarkt sind. Jesus betont die Güte Gottes. Gott ist für ihn wie ein gütiger Vater, ein guter Hirte. Sich selbst vergleicht er mit einem Arzt. Gott begegnet dem Menschen nicht in einer moralisierenden, sondern in einer therapeutischen Haltung, was er durch sein Wirken zum Ausdruck bringt.

Als Zeichen des Gottesreiches gelten in der Überlieferung die zahlreichen Wunder Jesu, die die frühe Gemeinde als Zeichen dafür ansah, dass Jesus wirklich der Gesalbte (griech. „Christos) Gottes und der von den Juden erwartete Messias ist. Neben der Heilung von Kranken erzählen die Evangelien auch von der Auferweckung von Toten durch Jesus, die als Zeichen dafür galten, dass das Reich Gottes nahe war. Die Erzählung von Jesu Auferstehung von den Toten und seine Himmelfahrt gilt der frühen Gemeinde als definitive Bestätigung dafür, dass die Herrschaft Gottes schon angebrochen ist.

Die Nachfolgerinnen und Nachfolger stehen in der Zeit der Naherwartung, d.h. sie erwarten die baldige Wiederkunft Jesu, der endgültig Gerechtigkeit herstellen wird. Dann wird die durch den Ungehorsam von Adam und Eva gefallene Schöpfung endgültig erlöst, Kategorien von Zeit und Raum werden aufgehoben und Gottes Gegenwart unter den Menschen wird unwiderrufliche Realität.

Kernpunkte der Ethik Jesu ist die bereits in der Tora festgeschriebene Gottes- und Nächstenliebe. Jesus erweiterte dieses Gebot noch dahingehend, dass man auch seine Feinde lieben sollte. Er hat die in den ersten fünf Büchern Mose niedergeschriebenen Gesetze nie relativiert oder ihnen widersprochen, setzte sich aber dafür ein, dass sie im ursprünglichen Sinne so ausgelegt werden, dass Menschen in Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität miteinander leben können. Dabei stehen die Schwachen und Ausgegrenzten im Mittelpunkt der Lehre Jesu, aber auch der Respekt vor der weltlichen Macht.

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