Einführung in die Fotografie/ Grundlagen der Bildgestaltung
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[Bearbeiten] Das Bildformat
[Bearbeiten] Grundlagen
Da Bilder Elemente des 2-dimensionalen Raums sind, haben sie eine Länge und Breite. Das Verhältnis aus Länge und Breite ergibt dabei das Bildformat.
Ist das Bild breiter als lang, so spricht man vom Querformat. Im anderen Fall spricht man vom Hochformat. Das Bildformat kann man eindeutig angeben, indem man die Breite des Fotos ins Verhältnis zur Höhe setzt. Das geschieht mit einem Bruch (bzw. einer Verhältnisrelation). Ein Format 7:5 heißt also, dass das Foto 7 Einheiten breit und 5 Einheiten hoch ist. Da man solche Brüche gedanklich nicht so gut vergleichen kann, rechnet man diesen Bruch oft auch in das Verhältnis x:1 um. Das heißt, man setzt die Höhe des Bildes 1 und schaut, um das wieviel-fache das Bild breiter als höher ist. Das Format 7:5 entspricht dem Format (7/5) : 1, also 1,4 : 1. Daran erkennt man, dass das Bild 1,4 mal breiter ist als hoch. Das Foto könnte bspw. 10 cm hoch und 14 cm breit sein (oder 1000 Pixel hoch und 1400 Pixel breit etc.).
Ist ein Foto im Hochformat aufgenommen, so gibt man meist trotzdem das Format an, wie es im Querformat ist. Statt 9:16 sagt man also dennoch, das Foto ist im Format 16:9 aufgenommen, eben nur im Hochformat. Statt der allgemeinen Vorschrift Breite:Höhe, ist somit die Bezeichnung längere Seite : kürzere Seite eigentlich treffender.
[Bearbeiten] Querformat, Hochformat, Quadrat
Das Querformat kommt dem menschlichen Seheindruck am nächsten und ist das universelle Format für viele Aufnahmen. In der Landschaftsfotografie wird es besonders häufig verwendet. Bei Panorama-Aufnahmen wird dabei oft ein Seitenverhältnis von deutlich mehr als 2:1 erreicht.
Das Hochformat wird für Motive verwendet, die eher hoch als breit sind, um größere ungenutzte Flächen auf dem Foto zu vermeiden. Es wird sehr häufig in der Porträtfotografie verwendet (vor allem wenn Personen nah oder halbnah abgebildet werden) sowie in der Architekturfotografie.
Das quadratische Format ist selten und besitzt einen recht eigensinnigen, künstlerisch durchaus interessanten Charakter. Es ist das klassische Format für Passbilder und wird vielleicht noch am ehesten in der Sach- und Stilllebenfotografie mit verwendet.
[Bearbeiten] Abmessung
Analoge Bilder (z.B. Abzüge) werden im deutschen Raum normalerweise in Zentimeter oder Millimeter gemessen, z.B. 70x115 mm. In anderen Ländern wie den USA werden Inch (Zoll) verwendet, wobei gilt 1 Inch = 2,54 cm.
Digitale Bilder werden hingegen in Pixel gemessen. Eine Umrechnung von Pixel nach cm ist dabei zunächst nicht möglich. Beim Drucken eines Bildes wird der Drucker das Bild jedoch in einer bestimmten Druckuflösung drucken, die in dpi (dots per inch, also Druckpunkte je Inch) angegeben wird. Hier lässt sich dann aus der Pixelzahl die Bildgröße des zu druckenden Bildes berechnen.
Eine gängige Druckauflösung sind 300 dpi, die für gewöhnliche Ansprüche meist völlig ausreichend ist. Ein Foto mit einer Bildauflösung von 1500x2000 wäre bei dieser Druckauflösung 5 x 6,66 Inch groß, also 12,7 x 16,9 cm. Möchte man es auf A4-Format drucken, so müsste man die Druckauflösung fast halbieren. Bei einer Druckauflösung von 150 dpi wäre das Bild dann rund 25 x 34 cm groß, hätte aber deutliche Qualitätseinbußen. Es drohen, die einzelnen Pixel sichtbar zu werden.
[Bearbeiten] Typische Fotoformate
Da Fotografie seit jeher das Ziel hatte, Eindrücke möglichst realistisch wiederzugeben, hat man auch das Bildformat realistischen Verhältnissen angepasst. Der Mensch hat etwa einen horizontalen Blickwinkel von 45 bis 50° (wobei hier wiederum der mittlere Bereich am stärksten wahrgenommen wird und die Wahrnehmung zu den Rändern hin abnimmt). Der vertikale Winkel ist deutlich geringer; der vom menschlichen Auge wahrgenommene Bereich liegt etwa bei 1:2. Mit anderen Worten, wenn wir etwas betrachten und dabei nicht die Augen bewegen, dann sehen wir von der Szene einen relativ breiten, aber nicht besonders hohen Streifen klar. Das ist biologisch vermutlich so zu erklären, dass der Mensch seine Augen u.a. zur Erkennung von Gefahren benutzt und diese für ihn eher von links oder rechts, als von oben oder unten kommen.
Aus diesem Grund sind Fotos i.A. im Querformat und spiegeln somit etwa wider, was wir auch in der Natur sehen würden. Das klassische Fotoformat war eine lange Zeit 3:2 (1,5:1). Bedingt durch die Auflösung klassischer Computermonitore ist jedoch das Verhältnis 4:3 (1,33:1) das "klassische" Format der Digitalfotografie. Daran erkennt man, dass man hierbei nicht ganz dem menschlichen Blickwinkel erreicht. Viele Kameras bieten daher heute auch ein breiteres Format an, z.B. das relativ moderne 16:9 (1,77:1), welches dem menschlichen Blickwinkel relativ nahe kommt. Für Kinofilme verwendet man oft sogar das Format 21:9 (2,35:1). Solch breite Verhältnisse wählt man in der Fotografie eher selten, sie können aber bei Panorama-Aufnehmen in diesem Bereich, oder gar größeren Bereichen, auftreten.
Das Format 1,33:1 wird dennoch sehr oft, wahrscheinlich sogar am häufigsten verwendet. Viele Computermonitore haben das Verhältnis 4:3 oder zumindest eine 4:3-Bildschirmauflösung und das Foto kann somit auf dem Bildschirm in der Art angezeigt werden, dass es ihn vollständig ausfüllt und dabei nicht verzerrt wird. Laptops und Breitbildschirme verwenden hingegen oft ein breiteres Format (z.B. 1200 x 800 Pixel, also 3:2) und hier würde das Foto im Vollbildmodus entweder in die Breite gezerrt werden, oder es kann den Bildschirm nicht voll ausfüllen (es würden dann zwangsläufig schwarze Streifen am rechten und linken Rand des Bildschirms auftreten).
Was die Bildschirme angeht, so scheint sich ein Trend in Richtung 16:9 zu bewegen; viele Laptops und Fernseher werden heute nur noch in diesem Format angeboten. Interessanterweise sprechen sich jedoch viele Fotografen gerade gegen dieses neue Format aus, was vermutlich u.a. daran liegt, dass 16:9 ein Foto bereits ungewöhnlich breit erscheinen lässt.
Welches Format man wählen kann, hängt von der Kamera ab; die drei vorgestellten Formate (4:3, 16:9, 3:2) werden unterdessen von vielen Kameras angeboten. Es spricht im Grunde nichts gegen das klassische 4:3-Format, das grundsätzlich von jeder Digitalkamera angeboten wird, man kann aber natürlich auch nach eigenem Belieben Formate wählen, wenn die Kamera dies zulässt. In diesem Buch werden wir im 4:3-Format bleiben.
Hinweis: Das Bildverhältnis kann nachträglich geändert werden, indem man das Foto mit einem Programm beschneidet.
[Bearbeiten] Fotoformate in der Analogen Fotografie
In der analogen Fotografie ging es zunächst weniger um das Seitenverhältnis, als viel mehr um die Größe des Films, da dieser ausschlaggebend war, wie groß das resultierende Foto am Ende ist. Vor der Entwicklung der Kleinbildkamera entsprach die Größe des Films der Größe des später entwickelten Fotos und man musste relativ große Filme verwenden, um einen einigermaßen großen Abzug zu erhalten. Um ein Bild der Größe 6x9 cm zu bekommen, ein zugegebener Maßen recht kleines Format, brauchte man immerhin einen Film, der 6 cm in der Höhe Maß. Das wiederum erforderte ein relativ großes Kameraobjektiv und lange Brennweiten.
Typische Filmformate waren zunächst Mittelformate, die von Mittelformatkameras verwendet wurden. Bekannte Größen waren dabei 6x6 cm, 6x7 cm, 6x8 und 6x9 cm. Das kleinste Mittelformat war 4,5x6 cm. Das etwas sonderbar anmutende Format 6x6 cm (1:1) war dabei gar nicht so unüblich, wie man heute vielleicht vermuten würde. Das Foto war quadratisch und mit nur 6x6 cm Größe ziemlich klein. Wer alte Fotos im Familienalbum durchstöbert, wird evtl. noch solche Aufnahmen finden. Die Fotos der Großformate waren oft 12,5x10 cm oder 25x12,5 cm. Hier ist das Verhältnis immerhin 1,25:1.
Später wurden dann die Kleinbildkameras eingeführt. Die Größe eines Fotos war hierbei 36x24 mm, das Seitenverhältnis war also 1,5:1 und ähnelt damit etwa den heute gängigen Formaten (1,33:1, 1,5:1 und 1,77:1). Dieses auch als Kleinbildformat bekannte Format wurde zum Quasi-Standard und spielt selbst heute noch eine große Rolle, wie später bei der Brennweite gezeigt werden wird. Daneben gab es aber auch noch kleine Formate, z.B. das APS-Format mit 17x30 mm (Verhältnis 1,76:1) und das Halbformat mit 18x24 mm.
[Bearbeiten] Die Bilddatei
[Bearbeiten] Grundlagen
Das digitale Foto wird als Bilddatei auf der Kamera abgespeichert und kann damit sofort auf einen Computer übertragen und von diesem gelesen werden. Normalerweise werden Fotos im JPEG-Format gespeichert, es gibt aber auch einige andere Formate, die manche Kameras anbieten.
[Bearbeiten] Auflösung
Die Auflösung des Fotos gibt an, aus wie vielen Pixeln es besteht. Es hat entsprechend dem Bildformat eine horizontale und vertikale Anzahl an Pixeln; multipliziert man diese beiden Werte, so erhält man die Auflösung, die meist in Megapixel angegeben wird (1 MP = 1 Million Pixel).
Ein Beispiel: Das Foto besteht aus 800 horizontalen Punkten und 600 vertikalen Punkten. Die Auflösung ist dann 800 * 600, also 480.000 Pixel oder 0,48 Megapixel.
Die Auflösung sollte groß genug sein, damit die einzelnen Pixel nicht mehr unterschieden werden können und das Bild fließend wirkt. Daher spielt die Auflösung eine besonders große Rolle; ein Foto, das eine so geringe Auflösung hat, dass einzelne Bildpunkte noch gesehen werden können kann, wirkt sehr unschön (ugs. "verpixelt"). Das beachten sei hierbei, dass eine zu niedrige Auflösung im Nachhinein nicht mehr behoben werden kann, auch nicht mit einer Bildbearbeitungssoftware. Daher sollte stets sichergestellt werden, dass mit ausreichend hoher Auflösung fotografiert wird (bzw. standardmäßig eine hohe Auflösung in der Kamera einstellen).
Je größer die Auflösung ist, umso größer wird dadurch die Bilddatei. In der heutigen Zeit ist Speicherplatz jedoch relativ günstig; mit einer Speicherkarte mit der Kapazität von 8 GB und mehr, kann problemlos in der größten Auflösung fotografieren werden, ohne rasche Engpässe befürchten zu müssen.
Die nachfolgende Tabelle stellt einige bekannte Auflösungen vor und die dazugehörigen Abmessungen des Fotos in cm bei einer Druckauflösung von 300 dpi.
| Bezeichnung | Auflösung | Pixel | Abmessung in cm (300 dpi) |
|---|---|---|---|
| 160 x 120 | 19.200 | 1,3 x 1,0 | |
| 320 x 240 | 76.800 | 2,7 x 2,0 | |
| 0,3 MP | 640 x 480 | 307.200 | 5,4 x 4,0 |
| 0,5 MP | 800 x 600 | 480.000 | 6,7 x 5,8 |
| 0,8 MP | 1024 x 768 | 786.432 | 8,6 x 6,5 |
| 1,0 MP | 1152 x 864 | 995.328 | 9,7 x 7,3 |
| 1,3 MP | 1290 x 960 | 1.238.400 | 10,9 x 8,1 |
| 2,0 MP | 1600 x 1200 | 1.920.000 | 13,5 x 10,1 |
| 3,0 MP | 2048 x 1536 | 3.145.728 | 17,3 x 13,0 |
| 4,0 MP | 2272 x 1704 | 3.871.488 | 19,2 x 14,4 |
| 5,0 MP | 2592 x 1944 | 5.038.848 | 21,9 x 16,4 |
| 8,0 MP | 3264 x 2448 | 7.990.272 | 27,6 x 20,7 |
| 10,0 MP | 3648 x 2736 | 9.980.928 | 30,8 x 23,1 |
| 12,0 MP | 4000 x 3000 | 12.000.000 | 33,8 x 25,4 |
- Hinweise
- Je größer die Auflösung ist, umso mehr kann auch ein Foto vergrößert werden, ohne dass es dabei verpixelt wirkt. Umso mehr Details bleiben also erhalten.
- Mit größeren Druckformaten (z.B. A4 oder A3) kann der dpi-Wert gesenkt werden, da das menschliche Auge mit zunehmend größeren Formaten auch zunehmend weniger Pixel auflösen kann. So lässt sich ein 12-MP-Foto auch problemlos im A3-Format, ggf. auch A2-Format drucken. Für Formate unterhalb von A4 sollte aber der Richtwert von 300 dpi eingehalten werden.
- Hinweis: Beim Beschneiden des Fotos wird auch die Auflösung reduziert. Vor dem Speichern sollte dabei stets sichergestellt werden, dass nach dem Schneidevorgang immer noch eine ausreichende Auflösung vorhanden ist.
[Bearbeiten] Dateiformate
[Bearbeiten] Einführung
Die meisten Kameras verwenden standardmäßig das JPEG-Format zur Speicherung der Fotos. Dieses Format hat eine hohe Verbreitung, wird von jedem Fotoverarbeitungsprogramm unterstützt und bietet eine relativ gute Qualität. Manche Kameras unterstützen auch das TIFF-Format sowie das unter anspruchsvollen Fotografen oft beliebte RAW-Format.
[Bearbeiten] Die Bitmap
Noch bis vor etwa einem Jahrzehnt war die Bitmap (bmp) das gängige Format zum Speichern von Bildern. Es war ein recht einfaches, verlustfreies Format, das jedes einzelne Pixel separat gespeichert hat. Bitmaps gab es in unterschiedlicher Farbauflösung (z.B. 8 Bit, 16 Bit, 24 Bit). Da zum Fotografieren 24 Bit notwendig scheinen (also theoretisch rund 8 Millionen Farben) und 24 Bit immerhin 3 Byte entsprechen, kostete jedes gespeicherte Pixel 3 Byte. Ein Foto mit der eher geringen Auflösung von 2 MP hat damit also 6 MB Speicher in Anspruch genommen. Bei 12 MP wären es immerhin schon 36 MB. Das war sehr sperrig, zumal die Speicherkapazitäten damals noch ziemlich gering waren; eine übliche Speicherkarte bot oft nur 128 oder 256 MB. Digitalkameras bieten daher das Bitmap-Format nicht an.
[Bearbeiten] JPEG
Das bereits zu Beginn der 90er Jahre vom Frauenhofer Institut entwickelte JPEG-Format (jpg, jpeg; Joint Photograph Expert Group) bietet eine adäquate Lösung zu dem Speicherproblem. Durch spezielle Techniken konnte die Speicherkapazität enorm gesenkt werden (z.B. von 6 MB auf 250 KB). Ein Nachteil, der sich bei solchen Kompressionsverfahren fast immer einstellt, ist ein Verlust an Qualität. Da JPEG-Bilder nicht mehr die Informationen über einzelne Pixel speichern, sondern zusammenhängende Bereiche des Bildes (Blöcke) als Einheit betrachten und dann beim Laden bzw. Anzeigen des Bildes die einzelnen Pixel rekonstruieren, können insbesondere an Farbübergängen und Kanten gewisse Störungen auftreten. Man kann die Kompression jedoch beim JPEG-Format einstellen; eine niedrige Kompression ermöglicht eine bessere Qualität als eine höhere, fordert dafür aber auch mehr Speicherkapazität. Zudem ist der Qualitätsverlust meist nur auf Pixelebene zu sehen; wenn man mit ausreichend großer Auflösung fotografiert, braucht man keine formatbehafteten Qualitätsstörungen befürchten.
Beim JPEG-Format wird das Bild in Blöcke von jeweils 8x8 Pixeln aufgeteilt. Diese werden dann jeweils komprimiert und es werden zusammenhängende Informationen zu den einzelnen Blöcken annotiert. Unter Anwendung zahlreicher mathematischer Verfahren kann somit die Größe drastisch reduziert werden, der Qualitätsverlust ist aber normalerweise gering. Kameras bieten oft auch eine Qualitätseinstellung an (meist Normal, Fein und Super-Fein). Obwohl die normale Qualität i.A. ausreichend ist, kann also eine niedrigere Kompression verwendet werden (z.B. fein), welche die Qualität erhöht (aber eben auch den Speicherbedarf).
[Bearbeiten] TIFF-Format
Einige Kameras bieten neben dem JPEG-Format auch das TIFF-Format (tif, tiff; Tagged Image File Format) an, welches Bilder meistens verlustfrei abspeichert. Bilder im TIFF-Format sind damit auch um einiges größer als im JPEG-Format, so dass das Format nur bei sehr hohen Qualitätsanforderungen angemessen scheint. Insbesondere im Verlagswesen und in Druckereien wird mit dem TIFF-Format gearbeitet, da hier eine sehr hohe Qualität zum sauberen Drucken gefordert ist.
[Bearbeiten] RAW-Format
Das RAW-Format ist eine Art "digitales Negativ". In diesem Dateiformat wird kein direktes Bild erstellt, das sich sofort ansehen lässt, stattdessen werden die Rohdaten gespeichert, die der Bildsensor bei der Aufnahme erfasst. Bilder im RAW-Format muss man mit einem speziellen Programm öffnen, das oft zu der Kamera als Software mitgeliefert wird. Daraus lassen sich dann andere, gebräuchliche Formate generieren (z.B. JPEG). Das RAW-Format zeichnet sich dadurch aus, dass es für die digitale Nachbearbeitung eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet, welche andere Formate ("fertige Bilder") nicht bieten. Bilder im RAW-Format benötigen sehr viel Speicherkapazität; sie eignen sich daher nur, wenn man eine (intensive) digitale Nachbearbeitung plant. Zudem erfordert der Umgang mit dem RAW-Format etwas Erfahrung; für den Einsteiger ist das kleine, einfache JPEG-Format daher meist geeigneter.
[Bearbeiten] Andere Formate
Zwei weitere bekannte Bildformate sind GIF und PNG. Diese werden vor allem im Web verwendet, Digitalkameras bieten sie nicht an. Der Vollständigkeit seien sie hier jedoch mit erwähnt.
GIF (Graphic Interchange Format) ist ein Format, das nur 256 Farben verwenden kann. Das Format bietet eine Komprimierung und ist damit relativ klein, mit 256 Farben lassen sich jedoch keine Fotos darstellen. Darum werden Kameras niemals das GIF-Format anbieten. GIF wird eher im Web für Navigationselemente (z.B. Buttons) verwendet, wo man mit 256 Farben meist problemlose auskommt.
PNG (Portable Network Graphics) ist ein Format, das GIF zunehmend abgelöst hat. Es ist verlustfrei und bietet 24 oder gar 48 Bit Farbtiefe. Damit ist es deutlich größer als das GIF-Format und auch größer als das JPEG-Format. PNG setzt vor allem auf Bilder, die größere Bereich gleicher Farbe haben, wie es im Web oft der Fall ist - auf diese Weise bleiben sie von den Speicherkosten her relativ klein. Da dies bei Fotos nicht der Fall ist, würde das PNG-Format zu sehr großen Speicherkosten führen und wird in der digitalen Fotografie daher nicht verwendet.
[Bearbeiten] Farben
[Bearbeiten] Einleitung
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts gab es, technisch bedingt, ausschließlich Schwarz-Weiß-Fotos. Mit der Erfindung des Farbfilms in den 30er und 40er Jahren schwenkte die Fotografie in relativ kurzer Zeit zur Farbfotografie um, wobei Schwarz-Weiß-Fotografie noch immer praktiziert wird und oft einen ganz eigenen künstlerischen Charme besitzt.
Dennoch werden die meisten Fotos heute in Farbe aufgenommen. Ein farbiges Foto wirkt realistischer und Farben haben stets ihre ganz besondere Wirkung. Neben dem Motiv und der Komposition, spielen Farben vermutlich die wichtigste Rolle in einem Foto und sollen in diesem Abschnitt näher erläutert werden.
[Bearbeiten] Die Entstehung der Farben
Die Sonne strahlt permanent Licht aus, wobei Sonnenlicht (und allg. weißes Licht) aus einer Überlagerung von Lichtwellen unterschiedlichster Wellenlängen besteht. Die Wellenlänge ist, wie der Name schon sagt, eine Längenangabe und wird in Nanometer (nm) angegeben. Es gilt dabei:
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Beim weißen Licht sind die verschiedenen Wellenlängen zunächst vermischt. Lässt man es jedoch durch ein Prisma fallen, so spalten sich die verschiedenen Wellenlängen auf und werden so als Farben sichtbar. Beispielsweise erscheinen Lichtwellen der Länge 400 nm violett, Wellen der Länge 700 nm erscheinen rot. Das menschliche Auge kann dabei Wellenlängen zwischen 380 und 750 nm wahrnehmen, alles was darüber oder darunter liegt ist für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar. Die Wellen zwischen 380 und 750 nm, welche wir als Farben wahrnehmen können, sind die uns bekannten Regenbogenfarben, einschließlich aller dazwischenliegenden Abstufungen. Diese Farben heißen auch Spektralfarben. Das menschliche Augen hat jedoch nur Sinnesreize für die Farben rot, grün und blau; die anderen Farben errechnet das Gehirn aus der Mischung dieser drei Farben (aus dem Anteil an rot, grün und blau errechnet es die korrekte Farbe).
Jeder Wellenlänge zwischen 380 und 750 nm kann somit einer Farbe zugeordnet werden. Folgende Farben haben die einzelnen Wellenlängen:
- 380 nm bis 420 nm: violett
- 420 nm bis 490 nm: blau
- 490 nm bis 575 nm: grün
- 575 nm bis 585 nm: gelb
- 585 nm bis 650 nm: orange
- 650 nm bis 750 nm: rot
Blau wird dabei auch als kurzwelliges Licht, grün als mittelwelliges und gelb/orange/rot als langwelliges Licht bezeichnet.
Natürlich verlaufen die Farbwerte fließend. Licht der Wellenlänge 430 nm ist ein Blau das eher in Richtung violett tendiert; Licht der Wellenlänge 475 nm ist eher schon ein Blaugrün. Es lässt sich damit erkennen, dass diese Wellenlängen dem allgemein bekannten Farbkreis entsprechen (bzw. der Farbkreis auf den Farbwerten der Wellenlängen aufbaut). Andere wird diese Abstufung an einen Regenbogen erinnern – ein Regenbogen ist im Grunde nichts anderes, als Licht, das durch Prismen (die Regentropfen) strahlt und somit in seine Spektralfarben zerfällt.
Es sei noch erwähnt, dass es auch Lichtwellen unter 380 nm und über 750 nm gibt. Diese kann das menschliche Auge nicht sehen. Lichtwellen unter 380 nm werden als Ultraviolett bezeichnet (kurz UV), Lichtwellen über 750 nm als Infrarot.
Trifft Licht auf einen Gegenstand, z.B. eine Tomate, so kann mit den jeweiligen Lichtwellen folgendes passieren:
- Sie können von dem Gegenstand reflektiert (zurückgeworfen) werden.
- Sie können von dem Gegenstand absorbiert (aufgenommen) werden.
- Sie können durch den Gegenstand hindurchdringen.
Der letzte Fall bezeichnet einen Spezialfall; hier ist der Gegenstand durchsichtig (z.B. Glas oder Luft). Wir wollen diesen Fall für die Farbwahrnehmung aber vernachlässigen, da er im Grunde nichts dazu beiträgt.
Wenn das Licht reflektiert wird, dann wird es für uns sichtbar und genau so entstehen die Farben des Gegenstandes. Auf die bereits erwähnte Tomate fällt also das gesamte Sonnenlicht mit all seinen verschiedenen Wellenlängen. Die Tomate absorbiert alle Farben bis auf rot, d.h. alle Wellenlängen außer die um 700 nm dringen in die Tomate ein und gehen gewissermaßen verloren (wir können diese Farben daher nicht sehen). Die Wellenlängen um 700 nm werden hingegen reflektiert und da sie für uns rötlich in Erscheinung treten, erscheint die Tomate rot.
Die Farbe eines Gegenstandes entsteht also aus den Farbwerten der Lichtwellen, welche dieser reflektiert. Falls der Gegenstand mehrere Farben reflektiert, so entsteht die Farbe aus der Mischung der Farben. Man nennt dies auch additive Farbmischung. Ein Gegenstand, der die roten und grünen Wellenlängen zu gleichen Mengen reflektiert, erscheint gelb, da die additive Mischung aus grün und rot gelb ergibt.
Schwarze Gegenstände absorbieren das meiste Licht, das heißt, fast nichts wird reflektiert. Da Licht eine Energiequelle darstellt, geht dann fast die gesamte Energie in den Gegenstand über; das ist der Grund warum sich schwarze bzw. dunkle Gegenstände im Sonnenlicht stark aufwärmen. Weiße Gegenstände hingegen absorbieren kaum Lichtstrahlen; sie reflektieren so gut wie alle Wellenlängen zwischen 380 und 750 nm und wärmen sich im Sonnenlicht daher weniger auf (oder nur wenig, denn natürlich können Wellenlängen unter 380 nm oder über 750 nm absorbiert werden - die tragen aber nicht zur Farbwahrnehmung bei).
Zum besseren Verständnis seien hier hoch die Entstehung ausgewählter Farben zusammenfassend erläutert:
- Kräftiges rot: Alle Wellen außer rot werden absorbiert, rot wird reflektiert.
- Kräftiges blau: Alle Wellen außer blau werden absorbiert, blau wird reflektiert.
- Kräftiges gelb: Rot und grün werden in vollem Maße reflektiert, der Rest wird absorbiert.
- Dunkelrot: Rot wird teilweise reflektiert und teilweise absorbiert, der Rest wird vollständig absorbiert.
- Dunkelgelb: Rot und grün werden teilweise reflektiert und absorbiert, der Rest wird vollständig absorbiert.
- Rosa (helles rot): Rot wird vollständig reflektiert, die anderen Farben werden recht stark reflektiert, aber zu einem kleinen Teil auch absorbiert.
- Schwarz: Alle Farben werden vollständig absorbiert, nichts wird reflektiert.
- Weiß: Alle Farben werden vollständig reflektiert, nichts wird absorbiert.
- Grau: Alle Farben werden im gleichen Maß teilweise reflektiert und teilweise absorbiert.
Tipp: Man kann die Entstehung von Farben mit Computerprogrammen problemlos simulieren, da die Farbmischung am Computer (RGB bzw. additive Mischung) dem der Natur entspricht. In fast allen Fotobearbeitungs- und Zeichenprogrammen, bereits in Paint von Microsoft, gibt es Menüs, wo die Farbe per RGB-Wert festlegt werden kann. Hierbei wird jeder der drei Farben rot, grün und blau ein Wert von 0 bis 255 zugewiesen. Wie eben erläutert, ist 0 vergleichbar damit, dass die Farbe vollständig absorbiert wird; 255 bedeutet, dass sie vollständig reflektiert wird. (255, 0, 0) ist also ein kräftiges rot, (0, 0, 0) ist schwarz und (255, 255, 255) ist weiß, da alle Wellenlängen vollständig reflektiert werden. Möchte man wissen, was passiert, wenn ein Gegenstand rot zu 30 % reflektiert, grün zu 50 % und blau zu 100 %, so muss man etwa den Wert (80, 128, 255) eingeben. Es kommt ein sanftes Blau heraus, das zum Hellblau tendiert.
[Bearbeiten] Farbmischung und Farbdefinition
[Bearbeiten] Grundlagen der Farbmischung
Wenn es um Farbmischung geht, unterscheidet man für gewöhnlich die additivische Farbmischung und die subtraktive Farbmischung. Das liegt daran, dass man die Farbmischung aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann, einmal als Mischung von reflektiertem Licht und einmal als Mischung von Substanzen. Die beiden Methoden werden in diesem Abschnitt vorgestellt, ebenso der HSV-Farbraum zur Definition von Farben.
[Bearbeiten] Additive Mischung – RGB
Wie bereits erwähnt, entsteht die Farbe eines Gegenstands aus der Mischung der Lichtwellen, die von dem Gegenstand reflektiert werden (warum ein Gegenstand bestimmte Farben reflektiert und absorbiert, geht auf seine Beschaffenheit und Oberfläche zurück). Das menschliche Auge nimmt diese reflektierten Lichtwellen wahr und mischt auf diese Weise die Farbe des Gegenstands. Man nennt dies additive Farbmischung, manchmal auch physische Farbmischung. Es ist die Farbmischung wie sie in der Natur geschieht bzw. physisch-biologisch bedingt ist. Je mehr Wellen ein Gegenstand reflektiert, umso heller erscheint er.
Die additive Farbmischung wird vor allem in der Computer- und Fernsehtechnik und somit auch in der Digitalkameratechnik angewendet. Hierbei arbeitet man mit den drei Grundfarben Rot, Grün, Blau (RGB), da nur 3 der 6 Spektralfarben notwendig sind, um jede beliebige Farbe mischen zu können. Bei der 24-Bit-Farbtiefe hat jede Farbe einen Farbraum von 8 Bit, also 255 Stufen. Rot, Grün und Blau können also jeweils einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen. 0 heißt dabei, der Wert wird vollständig absorbiert (schwarz), 255 heißt, der Wert wird vollständig reflektiert (voller Wert). Der RGB-Wert (255, 0, 0) liefert somit ein natürliches, kräftiges rot, während (150, 0, 0) ein dunkles rot und (50, 0, 0) ein sehr dunkles rot liefern. Der RGB-Wert (255, 255, 0) besagt, dass rot und grün vollständig reflektiert werden. Die Mischung aus rot und grün ergibt ein kräftiges Gelb. Der RGB-Wert (120, 120, 0) besagt, dass rot und grün nur teilweise reflektiert werden. Die Farbe ist damit ein dunkleres Gelb, das auch als ocker bezeichnet wird.
[Bearbeiten] Subtraktive Mischung - CMY/CMYK
Die Subtraktiv Mischung spielt vor allem im Druckgewerbe aber auch in der Malerei eine große Rolle. Hierbei werden die Farben durch Mischen der drei Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb gemischt (manchmal auch: Blau, Rot, Gelb). Entsprechend heißt das Farbmodell auch CMY-Modell. Manchmal wird als weiterer Parameter ein Key-Wert mit betrachtet, welcher einen bestimmten Schwarzanteil darstellt, um den Farben eine bessere Tiefe geben zu können. Dieses Farbmodell heißt dann auch CMYK-Modell (für Cyan, Magenta, Yellow und Key, wobei Key den Schwarzanteil bestimmt).
Anders als bei der additiven Farbmischung, wo Farben durch die Mischung aus reflektierten Lichtwellen unterschiedlicher Länge geschieht, entsteht die subtraktive Farbmischung aus der Mischung unterschiedlicher Substanzen, so wie eben im Druckgewerbe Farben durch Mischen unterschiedlicher Farbsubstanzen entsteht. Jede Farbsubstanz reflektiert und absorbiert dabei einen bestimmten Anteil an Lichtwellen. Rote Farbe reflektiert bspw. die roten Wellen, absorbiert aber blau und grün. Werden mehrere Farben gemischt, so wird mehr Licht absorbiert und die Farbe erscheint dunkler. Bei der subtraktiven Farbmischung wird die resultierende Farbe also dunkler, je mehr verschiedene Farbtöne miteinander vermischt werden, während bei der additiven Farbmischung die Farbe dabei heller wird.
[Bearbeiten] HSV-Farbraum
Additive und Subtraktive Farbmischung können, nicht nur vom Verstehen her, recht kompliziert sein. Aus dem RGB-Farbwert (90, 184, 17) werden wohl nur wenige sofort erschließen können, um was für eine Farbe es sich handelt (es ist ein dunkles Grasgrün). Daher bieten Bildbearbeitungsprogramme auch den HSV-Farbraum an. Hierbei handelt es sich nicht um eine Mischung um Farben im eigentliche Sinne, sondern rein um eine Definition von Farben aus 3 Paramtern: Farbton, Sättigung und Helligkeit.
Eine im HSV-Farbraum codierte Farbe kann dabei über eine Formel eindeutig in eine RGB-Farbe umgerechnet werden und umgekehrt. Es ist also am Ende egal, mit welchen Werten man arbeitet. Der zu RGB = (90, 184, 17) analoge HSV-Wert ist: (63, 199, 95). Leider ist es recht kompliziert, aus dem RGB-Wert den HSV-Wert zu berechnen und umgekehrt, Fotobearbeitungsprogramme berechnen diese aber oft automatisch.
Was sagt nun der HSV-Wert?
- Der erste Parameter gibt den Farbton auf dem Farbkreis an. 0 ist dabei rot.
- Der zweite Parameter gibt die Sättigung an. 0 ist dabei reines grau (farblos), 240 ist eine vollständig satte Farbe.
- Der dritte Parameter gibt die Helligkeit an. 0 ist dabei schwarz, 240 ist weiß. Werte in der Mitte (z.B. 120) geben eine natürliche Helligkeit wieder (natürlich wirkendes rot, blau, grün etc.).
Der Farbwert (0, 50, 240) ist demnach ein dunkles, aber kräftiges Rot.
[Bearbeiten] Verschiedene Arten von Farben
[Bearbeiten] Primärfarben
Primärfarben (Grundfarben) sind 3 Farben auf dem Farbkreis, mit denen sich alle weiteren Farben durch Mischen erstellen lassen. In der additiven Farbmischung (RGB) sind die Grundfarben rot, grün und blau. In der subtraktiven Farbmischung, auf die hier nicht weiter eingegangen wird, sind sie cyan, gelb und magenta (manchmal sagt man auch: rot, gelb, blau).
[Bearbeiten] Sekundärfarben
Sekundärfarben sind die Farben, die direkt aus den Primärfarben gemischt werden können, also im ersten Mischvorgang entstehen. Dies sind in der additiven Farbmischung grün, gelb und violett. Primärfarben und Sekundärfarben bilden zusammen die "Regenbogenfarben", also die 6 Farbbereiche, in die man die Spektralfarben oft einteilt.
Die Mischung aus Sekundärfarben ergeben dann die Tertiärfarben. Der heute allgemein bekannte 12-teilige Farbkreis besteht damit aus 3 Primärfarben, 3 Sekundärfarben und 6 Tertiärfarben.
[Bearbeiten] Komplementärfarben
Komplementärfarben sind die Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen. Das sind z.B. gelb und blau, rot und cyan, grün und magenta. Komplementärfarben wirken besonders kontrastreich.
Von Komplementärfarben kann man auch sprechen, wenn sich die Farben nicht ganz exakt im Farbkreis gegenüberstehen (z.B. rot/grün oder gelb/violett).
[Bearbeiten] Wirkung von Farben
[Bearbeiten] Farbton
Farben werden oft als Symbole betrachtet und stehen für bestimmte Eigenschaften. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Bedeutung von Farben von Kulturkreis zu Kulturkreis verschieden sein kann. Die hier vorgestellten Bedeutungen einiger wichtiger Farben beziehen sich etwa auf den europäischen Raum – sie können sich z.B. im asiatischen und afrikanischen Raum deutlich unterscheiden.
Farben haben oft mehrere verschiedene Bedeutungen, auch in Abhängigkeit mit welchen weiteren Farben bzw. in welchem Kontext sie vorkommen. Die nachfolgende Auflistung kann damit nur als grober Überblick dienen.
Rot ist eine sehr wirkungsvolle, ausdrucksstarke Farbe. In der Natur kommt sie oft als Signalfarbe vor und steht damit für Gefahr und Warnung. Im Alltag verbinden wir rot meist mit Liebe, Leidenschaft, Lebensenergie, Dynamik. Oft wird rot auch mit dem Blut assoziiert ("rot wie Blut") und steht dann auch für Gewalt, Krieg und Brutalität. Die Wirkung des Rots ist demnach impulsiv, energisch und auch aggressiv. Auf Grund der Signalwirkung können Fotos, die rote Elemente enthalten, die Aufmerksamkeit des Betrachters deutlich auf sich lenken.
Gelb ist ebenso eine Signalfarbe, jedoch nicht so ausdrucksstark und impulsiv wie rot. Auf Skalen steht gelb vor rot, ist also gewissermaßen eine Vorstufe zu einer Gefahr. Gelb ist aber vor allem die Farbe der Wärme (Sonne), Helligkeit und Freude, ebenso der Lebensenergie und Spontanität. Ein dunkles Gelb steht oft für Neid, Habgier und Überheblichkeit, während ein helles Gelb oft auch für Geist, Verstand und Intelligenz steht.
Orange steht zwischen gelb und rot und entsprechend ähnlich sind seine Bedeutungen. Es steht für Mut, Selbstvertrauen, Energie, Elan, Aufregung und Wärme. Es ist ebenso eine recht ausdrucksstarke Signalfarbe.
Grün ist eine Farbe, die meist mit der Natur verbunden wird. Sie steht daneben auch für Wachstum, Reife, Jugend, Frühling, Hoffnung und Leben. Grün wirkt entspannend, natürlich und ausgleichend.
Blau steht oft für Ruhe, Freundschaft, Treue und hat wie das Grün eine entspannende und beruhigende Wirkung. Mit Blau wird oft das Wasser und der Himmel verbunden. Im Zusammenhang mit letzterem steht Blau auch für Ferne und Unendlichkeit. Es steht aber auch für Melancholie, Traurigkeit und Depression (das englische Wort "blue" bedeutet gleichzeitig auch melancholisch, depressiv). Blau kann auch für die Nacht stehen (dunkles Blau) und insbesondere auch für Kälte, Frost (helles Blau).
Mit Schwarz verbindet man meist negative Eigenschaften wie Tod, Unglück ("ein schwarzer Tag"), Boshaft, Tragik, Schicksal. Positive Assoziationen sind hingegen Ernsthaftigkeit und Seriosität (z.B. schwarzer Anzug). Neben dem Dunkelblau steht schwarz auch für die Nacht und damit im übertragenen Sinne für Angst, Bedrohung etc.
Weiß steht für Reinheit, Unschuld, Unberührtheit, Sauberkeit. Mit der Farbe werden oft Hochzeiten verbunden, aber auch mit Winter und Schnee (dann kann die Farbe auch für Kälte und Eis stehen).
Grau steht meist für Neutralität. Es hat auch einige negative Eigenschaften wie Trübnis, Melancholie, Eintönigkeit, Langweile, Lustlosigkeit ("ein grauer Tag", "eine graue Wand").
Rosa steht zwischen rot und weiß; von der Bedeutung her tendiert es eher zum weiß. Es steht für Kindlichkeit, Zärtlichkeit, Weiblichkeit und hat eine sehr beruhigende Wirkung. Rosa wird oft als romantisch empfunden, im negativen Sinne aber auch als kitschig oder albern.
Violett wirkt meist mystisch, zauberhaft und magisch. Es ist die Farbe des Geistes und der Spiritualität und wird auch für psychotherapeuthische Maßnahmen angewendet. Auch mit Fantasie und Traum wird violett oft verbunden. Im negativen Sinn kann es für Unnatürlichkeit und Mehrdeutigkeit stehen.
Gold steht meist für Pracht, Reichtum und Wonne, kann aber wie das Gelb auch für Wärme und Lebensfreude ("goldene Tage") stehen. Mit Gold werden fast nur (übermäßig) positive Dinge verbunden (z.B. "goldenes Oktoberwetter", "goldene Gehwege").
Die Farben rot, gelb, orange, magenta und gelbgrün werden auch als warme Farben bezeichnet. Sie erzeugen Wärme, Nähe, Behaglichkeit, Gemütlichkeit. Grün, türkis, blau und violett sind kalte Farben. Sie wirken kühl, sachlich, abweisend, funktional.
[Bearbeiten] Helligkeit
Die Helligkeit einer Farbe spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, unabhängig vom Farbton. Helle Farben wirken beruhigender als Farben mittlerer Helligkeit; sie wirken dezent und freundlich und fallen nicht so stark auf. Räume wie Schlafzimmer und Wohnzimmer werden oft in hellen Farben (helles Blau, Gelb, Grün etc.) gestrichen, um eine beruhigende, gemütliche Wirkung zu erzielen.
Sehr helle Farben wirken besonders sanft und zart. Sie werden als Pastellfarben bezeichnet.
Dunkle Farben wirken bedrückend, düster, melancholisch oder bedrohlich, können manchmal aber auch ein Gefühl der Geborgenheit erzeugen. Anders als helle Farben, die freundlich wirken und Nähe ausdrücken, wirken dunkle Farben distanziert.
[Bearbeiten] Sättigung
Satte Farben wirken auffällig, dominant und z.T. aggressiv (vor allem Gelb und Rot). Sie lenken die Aufmerksamkeit auf sich und können zu starken Kontrasten führen.
Weniger satte Farben wirken hingegen unauffällig, gedämpft und dezent. Sie wirken eher romantisch und verträumt; Aufnahmen bei Nebel werden bspw. ein hohes Maß an weniger satten Farben aufweisen. Eine zu hohe Sättigung wirkt meist unnatürlich, da in der Natur kaum vollständig satte Farben auftreten; eine zu niedrige Sättigung tendiert hingegen zum Schwarzweiß-Bild und kann das Bild langweilig und matt erscheinen lassen.
[Bearbeiten] Farbharmonie
Farbharmonie spielt eine wichtige Rolle im Bereich der Farbgestaltung. Die Farben eines Bildes sollten zueinander passen, sie sollten harmonisch und ansprechend sein. Ist dies nicht der Fall, kann das Foto schnell unschön und abstoßend wirken.
Farbharmonie kann man bspw. erzeugen durch...
- Wahl ähnlicher Farben (z.B. rote Töne überwiegen).
- Wahl kalter oder warmer Farbtöne (z.B. rote, gelbe, orange Töne überwiegen).
- Verwendung von hellen Farben und den entsprechenden Vollfarben (Helligkeitsabstufungen) oder Verwendung von satten Farben und den entsprechend weniger satten Farben (Grauabstufungen).
Einer Theorie zufolge wirken drei Farben besonders harmonisch, wenn sie sich im Farbkreis durch ein gleichschenkliges Dreieck verbinden lassen, z.B. orange, rot, türkis. Es ist bei der Farbharmonie jedoch stets zu berücksichtigen, dass die Farben erst in ihrer Gesamtheit und zusammen mit der Komposition beurteilt werden können - eine ungeschickte Anordnung von orange, rot und türkis kann trotzdem leicht zu Disharmonie führen.
Farbklänge sind ein weiteres Mittel um Farbharmonie darzustellen. Unter einem Farbklang versteht man eine Menge von Farben, die in gleicher Helligkeit und Sättigung auftreten und dabei den selben Abstand zueinander auf dem Farbkreis haben. Beim Farbdreiklang hat man also 3 Farben, die denselben Abstand zueinander haben und in gleicher Intensität in dem Bild vorhanden sind (z.B. rot, grün, blau). Beim Farbvierklang hat man entsprechend 4 Farben. Farbklänge haben die besondere Eigenschaft, dass sie sowohl harmonisch als auch kontrastreich wirken.
[Bearbeiten] Kontrast
[Bearbeiten] Grundlagen
Der Kontrast bezeichnet die farblichen Differenzen in einem Bild. Während zuvor nur einzelne Farben betrachtet wurden, werden beim Kontrast also Farben untereinander betrachtet. Der Bereich zwischen hellsten und dunkelsten Stellen eines Fotos heißt Kontrastumfang.
Meist meint man mit Kontrast die Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bereichen eines Bildes. Ein Bild mit sehr hellen und sehr dunklen Bereichen wird als kontrastreich empfunden; ein Bild mit wenig Helligkeitsunterschieden als wenig kontrastreich. Es gibt jedoch mehrere Arten von Kontrast, die im nächsten Abschnitt vorgestellt werden.
Die Wirkung des Kontrasts erhöht sich umso mehr, je kleiner der Raum ist, auf dem sich die unterschiedlichen Farb- und Helligkeitswerte befinden. So wirkt der Kontrast größer, wenn dunkle und Helle Töne eng aneinander liegen, als wenn sie im Bild verstreut auftreten.
[Bearbeiten] Ausgewählte Farbkontraste
Vermutlich am bekanntesten ist der Hell-Dunkel-Kontrast. Dieser bezeichnet die Differenzierung der Helligkeitswerte in einem Bild. Existieren weiße und schwarze Farben, so ist er maximal. Besteht das Bild aus nur einer Farbe, so ist er null.
Der Farbe-an-sich-Kontrast bezeichnet den Kontrast auf der Basis von Farbwerten (statt von Helligkeitswerten). Je mehr verschiedene Farbtöne in dem Bild vorkommen, umso größer ist der Kontrastumfang. Das Bild wirkt besonders kontrastreich, wenn stark unterschiedliche Farbtöne unmittelbar nebeneinander auftreten (z.B. grün, blau, gelb und rot statt rot, rosa, lila, violett) und die Sättigung der Farben groß ist (bei geringer Sättigung neigen die Farben zum Grau und damit sinkt der Farbkontrast). Ein hohes Farbspektrum in einem Foto macht dieses oft lebendig und impulsiv. Eine Vielzahl an Farben führt aber auch zu Unordnung und Chaos. kommen nur wenige Farbtöne vor, wirkt es dezent und beruhigend - es entsteht eine gewisse Ordnung.
Der Komplementärkontrast bezeichnet den Kontrast, der durch komplementäre Farben entsteht, also Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen (z.B. rot und grün oder violett und gelb). Komplementärfarben sorgen für einen gewissen Ausgleich.
Der Kalt-Warm-Kontrast bezeichnet den Kontrast zwischen kalten Farben (blau, grün) und warmen Farben (orange, rot).
Der Bunt-Unbunt-Kontrast bezeichnet den Kontrast zwischen bunten und unbunten Farben (schwarz, weiß und v.a. Graustufen) in einem Bild.
Der Qualitätskontrast ist der Kontrast zwischen gesättigten und ungesättigten Farben. Ungesättigte Farben (Grautöne) haben die besondere Eigenschaft, daneben befindliche gesättigte Farben besonders kräftig wirken zu lassen.
Der Quantitätskontrast (auch Mengenkontrast) bezeichnet den Kontrast, der zwischen verschieden großen Farbflächen entsteht. Er ist beispielsweise groß, wenn eine große Fläche blau und nur eine kleine Fläche weiß ist. Treten sehr viele Farben auf, ohne dass eine dominiert, ist er hingegen klein. Die weniger vorhandene Farbe lenkt dabei die Aufmerksamkeit auf sich und sollte etwa im Goldenen Schnitt liegen (oft handelt es sich hierbei um das Hauptmotiv).
[Bearbeiten] Farbwahrnehmung und Farbdarstellung
Das menschliche Auge kann rund 100 Helligkeitsabstufungen von einander abgrenzen, wobei es hellere Töne grundsätzlich besser von einander abgrenzen kann als dunkle Töne. In der Digitalen Fotografie wird meist eine Farbtiefe von 24 Bit verwendet, d.h. für jede Grundfarbe stehen 8 Bit (256 Abstufungen) zur Verfügung. Aus dieser Sicht sollte die Farbtiefe vollkommen ausreichend sein - mit 24 Bit lassen sich immerhin 16,7 Millionen verschiedene Farben darstellen (das menschliche Auge kann hingegen nur deutlich weniger Farbabstufungen unterscheiden).
In der Realität sieht dies jedoch ein klein wenig anders aus. Hier entscheidet im Grunde der Kamerasensor, ob er überhaupt sensibel genug ist, 256 Abstufungen je Farbton zu erkennen. Die meisten Kameras kommen somit nur auf 150 bis 200 Abstufungen. Ein weiteres Problem ist die Optimierung von Fotos, die tw. bereits in der Kamera beginnt. Mit jedem Optimierungs- und Nachbearbeitungsschritt sind für gewöhnlich Abstufungsreduktionen verbunden. Es kann dann schnell passieren, dass ein Foto unter den 100 Abstufungen liegt und der Verlauf der Farben unnatürlich wirkt, weil einzelne Abstufungen plötzlich sichtbar werden.
Einige Kameras bieten heute auch 48-Bit-Farbdarstellung an (16 Bit je Farbton, also 65.536 Abstufungen). Da das JPEG-Format jedoch auf 24 Bit Farbtiefe ausgelegt ist, wird die Abstufung beim Speichern automatisch auf 256 reduziert und ein Großteil der Vorteile dieser Farbtiefe geht verloren.
Wie viele Farben der Mensch tatsächlich unterscheiden kann, wird sehr unterschiedlich angegeben. Man ging früher von einigen Zehntausend aus, neuere Untersuchungen korrigieren den Wert wohl eher nach oben. Wie beim HSV-Modell kann das Auge eine gewisse Anzahl an Farbtönen, Sättigungswerten und Helligkeitswerten unterscheiden. Eine Angabe, die sich auf 400.000 Farben bezieht, begründet den Wert damit, dass das menschliche Auge wohl rund 130 Farbtöne, 130 Sättigungswerte und 25 Helligkeitswerte voneinander unterscheiden kann - multipliziert man diese Angaben, erhält man etwa die 400.000 Farben. In jedem Fall liegt die Zahl der wahrnehmbaren Farben deutlich unter den 16,7 Millionen theoretisch möglichen Farben – wie aber oben ausgeführt, wird diese hohe Farbdifferenzierung in der Digitalen Fotografie nicht erreicht und droht im Extremfall unter den Schwellwert von einigen Zehntausend bis Hunderttausend Farben zu fallen.