Einführung in die Imkerei/ Eigenbau von Geräten, Magazinen, Waben
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| Eigenbau von Geräten, Magazinen und Waben |
Es gibt natürlich alles fertig zu kaufen, aber mit ein bisschen handwerklichem Geschick können Kosten beim Imkern reduziert werden. Gerade wenn man erst mit der Imkerei startet sind die Kosten sehr groß. Wenn man die Imkerei als Nebenerwerb betrachtet, will man natürlich schnellstmöglich in die Gewinnzone kommen und das geht nur über die Reduzierung der Kosten. Vorausgesetzt man besitzt bereits vorher die nötigen Werkzeuge, kann man bis zu 60% der Kosten einsparen. Der Beutenbau wird am Besten in der Winterzeit, wenn am Bienenvolk keine Arbeiten anfallen, erledigt. Die meisten arbeiten sind einfache Schreinerarbeiten, also Nageln sägen und leimen.
[Bearbeiten] Beuten
Beuten selbst zu bauen kann sehr lohnend sein. Selbst wenn man das Holz im Baumarkt kauft, was relativ teuer ist, kann man ca. 50% - 70% der Kosten sparen.Das schwierigste Teil an einer modernen Beute ist der Boden. Der Boden muss heute flexibel aufgebaut sein, so dass er vor allem zur Varroabehandlung und -kontrole geeignet ist. Beuten werden in der Regel aus Nadelhölzern gemacht. Also Tannen-, Fichten oder Kiefernholz. Als besonders brauchbar hat sich Weymouthkieferholz herrausgestellt. es ist leicht, und hat den Vorteil, dass Äste so mitschrumpfen, dass sie nicht herausfallen. Aber normales, möglichst astarmes Kiefern- oder Fichtenholz aus dem Baumarkt um die Ecke tut's auf jeden Fall auch. Wichtig ist, dass das Holz vor der Verarbeitung richtig getrocket wurde. Früher rührte ein Schreiner erst Holz an, das nach dem Sägen mindestens drei Jahre getrocknet wurde. Heute wird Holz in Holztrochenanlagen leider sehr schnell getrocknet. Das führt dazu, dass solches Holz schneller reißt, da sich beim schnellen Trocknen kleine Hohlräume bilden.
[Bearbeiten] Rähmchen
Eines vorweg. Wenn man nicht an akutem Geldmangel leidet macht es wenig Sinn die Holzteile der Rähmchen selbst zu herzustellen. Sie kosten im Fachhandel zwischen 40 Cent und einem Euro und der Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Ersparnis. Allerdings ist es sinnvoll die Rähmchen selbst zusammenzubauen, zu drahten und die Mittelwände einzulöten. Das Zusammenbauen und Verdrahten bringt ca. 30 bis 50 Cent Ersparnis pro Wabe und ist mit geringem Zeitaufwand zu bewerrkstelligen. Also hier eine Vorlage für die Rähmchen:
Man benötigt Kanthölzer mit 8 * 25 mm Querschnitt. Die einfachste Form eines Rähmchens besteht aus:
| Anz. | Teil | DNM | Zander |
| 1 | Oberträger | 394 | |
| 2 | Seitenteilen | 208 | |
| 1 | Unterteil | 354 | |
| 8 | Nägel 25 mm lang | ||
| 2 | Breitkopfnägel 15 mm lang | ||
| 2 | Abstandshalter 10 mm |
Diese einfache Form ist mit wenig Werkzeug herzustellen (Eigentlich braucht man nur eine, Säge, Bleistift, Lineal, Hammer, einen Bohrer und einen Seitenschneider). Allerdings sind diese Waben nicht sonderlich stabil. Besser ist es die Waben mit Zapfen und Nuten zu verbinden. Dabei steigt aber der Zeitaufwand beträchtlich an (außer man kann das mit professionellem Werkzeug automatisiert durchführen). Zudem sollte man breite Seitenteile nach Hoffmann verwenden. Hier ist eine Zeichnung für etwas aufwändigere Rähmchen mit Hoffmann Seitenteilen
Der Zusammenbau: In die Nut wird etwas Holzleim (bitte wasserfester Leim, sog. Propellerleim) gegeben, dann werden die Teile zusammengesteckt und vernagelt. Vor dem Drahten sollten die Rähmchen mindestens 12 Stunden trocknen, damit der Leim richtig ausgehärtet ist.
[Bearbeiten] Verdrahten und Einlöten der Mittelwände
Wenn man diese Rähmchen vernagelt hat, müssen - wie im Bild gezeigt - noch Löcher für die Verdrahtung angebracht werden. Neben dem linken und rechten oberen Loch werden zwei kleine Nägel mit einem breiten Kopf halb eingeschlagen, so dass sie ca. 6 mm hervorstehen. Durch die Löcher zieht man Draht (es sollte nur noch Edelstahldraht aus dem Fachhandel verwendet werden) und wickelt ihn an dem einen Nagel fest. Dann spannt man den Draht - so dass man, wenn man den Draht anschlägt einen Ton hören kann - und wickelt ihn auch an dem anderen Nagel gespannt fest und schneidet den draht ab. Danach nagelt man die Abstandshalter an, falls man Rähmchen ohne Hoffmannseitenteile benutzt. Jetzt kann die Mittelwand eingelötet werden. Dazu verwendet man einfach einen 12V-50W .. 160W Transformator ( kein Schaltnetzteil!) oder besorgt sich gleich einen entsprechenden Einlöttrafo. Alternativ kann man ein Autobatterieladegerät verwenden, das den Nachteil hat sehr viel Strom zu liefern, so dass das Einlöten sehr schnell passiert. Eigentlich ist jede Stromquelle geeignet, die in der Lage ist mehrere Ampére Strom kurzfristig durch den Draht fließen zu lassen. Egal ob Gleich- oder Wechselstrom. Auf keinen Fall sollte man Netzspannung direkt verwenden, wie in einigen Vorschlägen zu lesen ist. Dazu legt man die Wabe flach auf den Tisch, legt die Mittelwand ein. Nun nimmt man sich die beiden Leitungen, und hält sie solange an die beiden Nägel, bis das die Mittelwand beginnt in den Draht einzusinken. Sobald das passiert, sofort den die Leitungen von den Nägeln entfernen. Wird zulange Strom drauf gegeben sinkt die Mittelwand durch und ist kaputt. Es reicht, wenn die Mittelwand locker einseitig eingesunken ist und nicht raus fällt, wenn man die Wabe wendet. Die Bienen bauen später die Waben so stabil aus, dass die Haltbarkeit des Drahtes fast egal ist.

