Einstieg in die Ameisenhaltung

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Dieses Buch ist noch grob unvollständig (Essenzielle Themen wie Winterruhe fehlen noch). Für die verantwortungsvolle und artgerechte Haltung von Ameisen ist es also unbedingt notwendig, sich vorerst andernorts die nötigen Informationen zu suchen (siehe Weblinks unten).

[Bearbeiten] Projektdefinition

  • Zielgruppe: Alle Leute, die sich für die Ameisenhaltung interessieren und überlegen, welche Art sie sich anschaffen sollten und wie diese zu halten ist.
  • Projektumfang: Grundlegende Kenntnisse der Ameisenhaltung
  • Themenbeschreibung: In diesem Wikibook geht es um die Ameisenhaltung und Tipps für Anfänger.
  • Richtlinien für Co-Autoren: Bitte nur editieren, wenn Sie eine eigene Ameisenkolonie halten, oder sie Erfahrung mit Ameisen haben.
  • Buchpatenschaft / Ansprechperson: Niethalf

[Bearbeiten] Einleitung

In diesem Beitrag möchte ich Interessenten die Ameisenhaltung näher bringen. Ich möchte Fragen beantworten wie: Welche Art halte ich am besten als Anfänger?, in welchem Nest halte ich Ameisen?, was ist ein Formicarium?


1.) Mit welcher Art beginne ich am besten? Die Wahl der Ameisenart ist die wohl schwierigste Entscheidung in der Ameisenhaltung. Für Anfänger empfiehlt es sich mit einer einheimischen Art zu beginnen. Einheimische Arten haben häufig keine sonderlich hohen Ansprüche, da sie das Klima hier gewohnt sind. Dadurch verzeihen sie auch leichte Haltungsfehler.

Lasius niger Die erste Art die ich euch näher bringen möchte ist Lasius niger (schwarze Wegameise), die wohl am häufigsten vorkommende Art in Europa. Diese Art ist sehr genügsam und kommt auch mit recht trockenen Nestern über eine gewisse Zeit aus. Schon nach kurzer Zeit ist nach der Koloniegründung eine recht hohe Aktivität dieser Art im Formicarium zu beobachten. Vielen Einsteigern geht es hauptsächlich um das Beobachten.

Lasius niger Arbeiterin


Lasius flavus Die zweite einheimische Art wäre Lasius flavus (gelbe Wiesenameise). Diese Art lebt hauptsächlich in freier Natur hauptsächlich in Erdnestern. Dort leben sie nicht nur, sondern züchten sich ihre eigenen Wurzellauskolonien. Lasius flavus ernährt sich von dem Honigtau der von den Wurzelläusen ausgeschieden wird. Aufgrund dieser Nahrungsversorgung in freier Wildbahn, ist Lasius flavus außerhalb des Nestes kaum aktiv.

Lasius flavus Arbeiterin

Myrmica rubra Dies Art Myrmica rubra, auch bekannt als rote Gartenameise, lebt sehr gerne in feuchten Nestern. Es ist unbedingt notwendig das Nest regelmäßig zu befeuchten. Ansonsten sind Myrmica rubra wie die meisten der einheimischen Arten sehr genügsam Das besondere an dieser Art ist, dass sie im Gegensatz zu Lasius flavus und Lasius niger polygyn ist. Der Tod einer Königin ist daher nicht so schwerwiegend wie der Tod bei einer Königin von Lasius flavus/niger.

Myrmica rubra



2.) Woher bekomme ich eine Ameisenkolonie?

Das Kaufen Die wohl bequemste Art um an eine Ameisenkolonie zu kommen, ist es sich einfach eine schon bestehende Kolonie zu kaufen. Es gibt häufig auch die Möglichkeit sich einzelne Gynen zu kaufen. Kaufen kann man Ameisenkolonien ganz einfach im Internet. In seiner Stadt eine Tierhandlung zu finden, die Ameisen führt ist wohl eher schwer.

Der Schwarmflug Wenn man Glück hat, ist es möglich begattete Gynen beim Schwarmflug auf zu sammeln. Um überhaupt eine Chance zu haben, ist es notwendig sich über die Schwarmflugzeiten zu informieren. Bei den einheimischen Arten liegen diese häufig im Hochsommer. Mit einem [Exhaustor] ist es leicht die Gynen ein zu sammeln, ohne diese zu verletzen. Begattete Gynen sind daran zu erkennen, dass sie sich schon die Flügel abgerissen haben. Wohin mit der Königin? Die Königin bringt man am besten in einem Reagenzglas unter, welches einen Wassertank besitzt, den man mit Watte verschließt. So wird das Nest feucht gehalten Eine weitere Schicht Watte dient erst einmal aus Verschluss des Reagenzglas. Es ist notwenig das Reagenzglas zu verdunkeln, am besten geht das mit Aluminiumfolie. Ab dann heißt es erst einmal Abwarten, bis die junge Kolonie Arbeiterinnen vorgebracht hat.

Der Nestraub Der Nestraub ist eine weitere Methode um an eine Ameisenkolonie zu gelangen. Diese Methode funktioniert allerdings nur bei polygynen Arten (Arten die mehr als eine Gyne versorgen), da bei monogynen Arten sich die Königin oft mehrere Meter tief im Erdreich befindet. Für die dauerhafte Haltung einer Ameisenkolonie ist es zwingend nötig mindestens eine Gyne einzufangen, die weitere Eier legt. Nester findet man sehr häufig in der Natur. Bei Myrmica rubra unter Steinen, Holz etc… auch in Holz kann sich eine Myrmica rubra Kolonie verstecken.






3.) Die verschiedenen Nester

Für Anfänger ist die Wahl des Nesttyps erst ab einem späteren Zeitpunkt interessant, da die junge Kolonie erst einmal in einem Reagenzglas lebt. Lasius niger ist dabei sehr nesttreu und zieht erst dann in ein anderes Nest um, wenn es unbedingt Notwendig ist. Ich möchte trotzdem die wichtigsten Nesttypen kurz erläutern. Wichtig zu erwähnen ist noch, dass man Nester stehend oder liegend verwenden kann. Liegende Nester bieten den Ameisen mehr Platz für die Brut, wohingegen ein stehendes Nest eine enorme Platz Ersparnis bietet.

Ytong-Nest Fast alle Arten lassen sich in Ytong halten. Man erstellt selber einige Gänge und Kammern und verschließt die nun offene Seite mit einer Acrylglasplatte. Das Ytong-Nest bietet eine sehr gute Einsicht in das Nest und lässt sich leicht befeuchten.

Gips-Nest Für ein Gipsnest bastelt man sich zunächst eine Vorlage für die einzelnen Gänge und Kammern in einem Gefäß. Nun befestigt man die Gegenstände, die man als Vorlage benutzt irgendwie an das Gefäß und füllt dieses mit Gips auf und lässt es trocknen. Nur noch eine Acrylglasplatte drauf und das Nest ist fertig. Das Gips-Nest lässt sich ebenfalls gut befeuchten und ist leicht her zu stellen.

Kork-Nest Das Kork-Nest ist gut geeignet um holzliebende Arten darin zu halten. Auch die Herstellung ist relativ einfach und funktioniert so ähnlich wie die Herstellung des Ytong-Nestes. Ebenfalls ist es befeuchtbar. Im Internet kann man sogar schon vorgefertigte Kork-Nester erwerben.







4.) Das Formicarium

Als Formicarium bezeichnet man alles was für die Ameisenhaltung benötigt wird. Dazu gehören sowohl das Nest, als auch die Arena (ein oft genutzter extra Behälter für das Futter), sowie sogar Heizung, Beleuchtung usw… Die einzelnen Teile werden über Schläuche miteinander verbunden. Wichtigster Teil des Formicariums neben dem Nest, ist die Arena. Oft besteht die Arena einfach aus einem einfachen Aquarium ohne Wasser. Man kann sich entscheiden ob man das Nest darin anlegt, oder es über Schläuche mit der Arena verbindet.


Der Ausbruchschutz Da die Arena nach oben hin offen ist, obwohl man ab einer bestimmten Größe der Kolonie einen Deckel braucht, aufgrund der schwärmenden Geschlechtstier, benötigt man einen Ausbruchsschutz. Man kann dazu eine Schicht aus Parafinöl auftragen, diese muss allerdings häufig erneuert werden. Es ist auch möglich andere Ölarten zu verwenden, sogar Pflanzenöle können dafür genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre Talkumpuder, welches mit Wasser vermischt wird und auf die Glasscheiben der Arena und der anderen Teile des Formicariums aufgetragen wird. Wenn eine Ameise dann versucht über das Talkum läuft, bröckelt das Talkumpuder ab und die Ameise fällt. Auch PTFE kann als Ausbruchschutz verwendet werden, dazu benötigt es nur eine kleine Schicht, und keine Ameise kann diese mehr überwinden. PTFE muss auch so gut wie nie erneuert werden. Die wohl schönste Methode des Ausbruchschutzes ist ein Wassergraben. Die Oberflächenspannung des Wassers muss allerdings mit Spülmittel zerstört werden und es finden sich oft tote Ameisen darin. Einige Arten können auch durch den Graben durchschwimmen oder laufen trotzdem über das Wasser. Außerdem verdunstet der Wassergraben und muss regelmäßig erneuert werden.


5) Monogynie und Pologynie

Diese Eigenschaft bestimmter Ameisenarten ist sehr entscheidend bei der Ameisenhaltung. Einige Arten sind Monogyn (d.H sie versorgen und akzeptieren nur eine Königin), andere Arten sind hingegen Polygyn. (d.H. sie versorgen und akzeptieren mehrere Königinnen). Falls bei einer monogynen Art die Königin stirbt bedeutet das zwangsläufig das Ende der gesamten Kolonie. Allerdings ist es bei einigen Arten möglich, dass Arbeiterinnen Eier legen. Bei einer polygynen Art ist der Verlust einer Königin nicht so tragisch, da häufig noch andere Königinnen in dem Nest leben und diese weiterhin Eier legen.


6.) Das Futter

Ausgewachsene Arbeiterinnen benötigen fast ausschließlich Kohlenhydrate. Diese beziehen sie aus zuckerhaltigen Stoffen. Sehr gut für diese Art der Versorgung sind Zuckerwasser und Honig. Zuckerwasser besteht eigentlich nur aus Zucker und etwas normalem Leitungswasser. Viele Ameisenhalter bevorzugen Honig, da man damit leichter umgehen kann. Es hängt allerdings von der Kolonie ab, welche Zuckerquelle sie bevorzugen. Larven und die Königin/nen benötigen dazu noch Proteine. Diese beziehen sie aus der von den Arbeiterinnen erlegten bzw. gefunden Beute. Da Ameisen sich in der Natur hauptsächlich von anderen Insekten ernähren, sollte man diese Versorgung in der Haltung bei behalten, obwohl Ameisen in der Not auch andere Proteinquellen nutzen, wie beispielsweise Fleisch oder Eier.


[Bearbeiten] Weblinks

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