Elektrokardiographie: P-Welle und PQ-Zeit
Aus Wikibooks
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] P-Welle
Erregungsausbreitung in den Vorhöfen
Physiologische Dauer: 50-100ms
P-Vektor in der Frontalebene: Richtung rechts-unten
Pathologische P-Werte:
- P verlängert/vergrößert
- Dilatation/Hypertrophie des Vorhofs
- P-Polymorphie (P zu klein und von wechselnder Gestalt, gehäufte Vorhofextraschläge)
- ektoper Ursprung
- Hinweis für ein Sicksinussyndrom ( bzw.Syndrom des kranken Vorhofes)
- P verspätet und negativ
- retrograde Vorhoferregung
[Bearbeiten] P-dextroatriale (P-pulmonale)
Ät.: Chronische Belastung des rechten Vorhofs (Cor pulmonale, pulmonale Hypertrophie, Trikuspidal-/Pulmonalklappenstenose)
-> Hypertrophie des rechten Vorhofs
Folge:
- stärkere Orientierung des Gesamtvektors nach unten-rechts-vorne (II, III, avF, V1)
- -> Teilvektor Richtung rechter Vorhof (unten-rechts-vorne) größer -> hohe spitz-positive P-Welle (>0,2mV) in den Ableitungen II, III, aVF und V1.
- -> Teilvektor Richtung linker Vorhof links-hinten (I, aVL, V5, V6) kleiner -> negatives P in aVL
- -> die P-Welle ist nicht verbreitert, da die Reizleitung nicht verzögert ist.
[Bearbeiten] P-sinistroatriale (P-mitrale)
Ät.: Chronische Belastung des linken Vorhofs (arterielle Hypertonie, Aortenstenose, schwere Mitralstenose)
-> Hypertrophie des linken Vorhofs
Folge:
- stärkere Orientierung des Gesamtvektors Richtung linker Vorhof nach links-hinten (I, aVL, V5, V6)
- -> Teilvektor Richtung rechter Vorhof (unten-rechts-vorne) kleiner -> P-Welle flacher in den Ableitungen II, III, aVF und V1.
- -> Teilvektor Richtung linker Vorhof links-hinten (I, aVL, V5, V6) größer.
- -> die P-Welle ist verbreitert, da die Reizleitung verzögert ist und oft doppelgipfelig in I, II und V6.
[Bearbeiten] P-bilaterale
beide Vorhöfe sind hypertrophiert
-> Kombination der genannten Bilder -> P-Welle in den Ableitungen links-hinten (I, aVL, V5, V6) verbreitert, doppelgipfelig, in den Ableitungen rechts-vorne-unten (II, III, avF, V1) hoch.
[Bearbeiten] PQ-Zeit
Die PQ-Zeit entspricht der atrioventrikulären Überleitung und beträgt etwa 200ms. Eine Verlängerung spricht für einen AV-Block. Näheres dazu siehe im Kapitel Rhythmusstörungen.