Enzyklopädie der populären Irrtümer/ Geschichte
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Literaturverzeichnis – Historie und Danksagung
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[Bearbeiten] Richthofen war während des 1. Weltkrieges als der "Rote Baron" bekannt
Den berühmten Beinamen "Der Rote Baron" erhielt von Richthofen, der einen Großteil seiner Einsätze in mehr oder weniger rot gestrichenen Flugzeugen flog, erst nach dem Krieg. Er geht auf ein englisches Nachkriegsbuch zurück, das seinen Titel „Freiherr“, den es im Englischen nicht gibt, mit „Baron“ übersetzte. Im Ersten Weltkrieg wurde Richthofen auf französischer Seite „Le Diable Rouge“ (Der rote Teufel) genannt, seine Autobiographie trägt den Titel „Der rote Kampfflieger“.
Quelle: Irrglauben.de
[Bearbeiten] Goodyear: Charles Goodyear gründete den gleichnamigen Reifenhersteller
Charles Goodyear war zwar der Erfinder des Hartgummis, jedoch kam er nie auf die Idee Reifen zu produzieren. 38 Jahre nach seinem Tod gründeten zwei deutsche Einwanderer, Frank und Charles Seiberling, eine Firma mit dem Namen Goodyear Tire & Rubber Company, um Reifen herzustellen. Der Name wurde nur ihm zum Gedenken gewählt.
Quelle: Irrglauben.de
[Bearbeiten] Autobahn: Adolf Hitler ließ die ersten deutschen Autobahnen bauen
Die erste deutsche Autobahn führte von Köln nach Bonn (heute A 555 genannt) und wurde am 6. August 1932 (also noch vor Hitlers „Machtergreifung“) eröffnet. Da Konrad Adenauer als damaliger Oberbürgermeister von Köln an diesem Projekt mitwirkte, könnte man ihn noch eher als Autobahn-Pionier bezeichnen als Adolf Hitler. Die ersten Pläne zum Bau von Autobahnen wurden bereits in den zwanziger Jahren entwickelt, als Hitler noch keine Rolle spielte. Auch die Idee, den Autobahnbau zur Arbeitsbeschaffung zu nutzen, stammt aus dieser Zeit. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Bau von Autobahnen ausgeweitet und von den Machthabern propagandistisch ausgeschlachtet. So entstand wohl der populäre Irrtum von Hitler als dem ersten Autobahn-Bauer.
[Bearbeiten] Berliner Mauer: An der Berliner Mauer gab es Minen und Selbstschussanlagen
An der Berliner Mauer gab es Kontaktzaun, Signalanlagen, Hundekorridore, Grenzsoldaten mit Schießbefehl und einiges mehr. Minen und Selbstschussanlagen, die an anderen Stellen der deutsch-deutschen Grenze installiert wurden, wurden in Berlin jedoch nie gesichtet. Auf eine etwaige Menschlichkeit der Grenzsicherung dürfte dieser Verzicht jedoch kaum zurückzuführen gewesen sein. Der wahre Grund lag wohl eher darin, dass der Mauerstreifen von West-Berlin aus gut einsehbar war. Dadurch bestand die Gefahr, dass Bilder von durch Minen oder Selbstschussanlagen zerfetzten Menschen an die Weltöffentlichkeit gelangten, was die sozialistischen Machthaber offensichtlich vermeiden wollten. Der Einsatz dieser besonders grausamen Mittel wurde daher auf Bereiche beschränkt, die aus dem Westen schwerer zu beobachten waren.
[Bearbeiten] Brandt: Willy Brandt hieß schon immer Willy Brandt
Dass Stars aus dem Showgeschäft Künstlernamen annehmen, ist weit verbreitet. Dass jedoch auch ein Politiker - und sogar ein deutscher Bundeskanzler - seinen Namen ändert, ist jedoch eher ungewöhnlich. Daher gerät auch schnell in Vergessenheit, dass der SPD-Politiker Willy Brandt ursprünglich Herbert Frahm hieß. Seinen neuen Namen legte er sich 1934 im Exil in Norwegen zu, 1947 übernahm er ihn auch offiziell. 1969 wurde er zum Bundeskanzler gewählt.
[Bearbeiten] Churchill: Winston Churchill sagte „Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe“
Werner Barke vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg versucht schon seit Jahren, die Herkunft dieses berühmten Zitats zu klären (ein Statistiker hat ja auch allen Grund dazu). Dabei fand er heraus, dass dieser Ausspruch in Churchills Heimat England nahezu unbekannt ist. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass der damalige britische Premier diesen Satz jemals gesagt hat. Wann genau, von wem und unter welchen Umständen der Satz „Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe“ zum ersten Mal fiel, ist bis heute leider ungeklärt.
Quellen:
[Bearbeiten] Einstein: Einstein war ein schlechter Schüler
Dass das Jahrhundert-Genie Albert Einstein ein schlechter Schüler war, mag für viele geplagte Pennäler eine tröstliche Information sein. Der Wahrheit aber entspricht sie nicht. Zweifellos war Einstein zu seiner Schulzeit ein exzentrischer Einzelgänger, der den damaligen Drill am Münchner Gymnasium, das er besuchte, hasste. Vor allem seine Leistungen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern waren jedoch außergewöhnlich, was in ihm schon früh den Entschluss weckte, Hochschullehrer zu werden.
Quelle: DIE ZEIT 04/2001, Stimmt´s?, Einsames Genie
Eventuell kommt dieser Irrtum dadurch zustande, dass die Bildungssysteme in Deutschland und der Schweiz gegenläufige Bewertungsskalen für schulische Leistungen (Schulnoten) haben: In Einsteins schweizer Maturitätszeugnis (entspricht dem deutschen Abitur) gibt es einige „6er“ und „5er“, was aber nach dem schweizer System „sehr gut“ und „gut“ entspricht, während in Deutschland dies die schlechtesten Noten sind.
Einstein hatte also tatsächlich eine 6 in Physik, nur entspricht das einem „sehr gut“. Vielleicht entstand der Irrtum auch einfach aus dem Denken heraus, dass alle großen Erfinder in der Schule schlecht waren, zumal dieses Klischee z.B. bei Thomas Alva Edison zutraf, der nur sehr kurze Zeit überhaupt zur Schule ging.
Quelle: Albert Einsteins Abiturzeugnis (Maturitätszeugnis)
Möglicherweise liegt die Quelle dieser Annahme in einem Brief an ein Mädchen, das sich über die Schwierigkeit der Mathematik beklagte. Einstein schrieb ihr: „... Mach dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“
Quelle: Albert Einstein - Briefwechsel mit Kindern
[Bearbeiten] Erde: Zu Kolumbus’ Zeiten glaubte man, die Erde sei eine Scheibe
Schon in der Antike kam man zu der Überzeugung, die Erde müsse eine Kugel sein. Auch im Mittelalter war die runde Erde das von der Mehrheit der Gelehrten akzeptierte Weltbild. Zu Kolumbus’ Zeiten zweifelte kaum noch jemand daran. Der Grund, nicht den Seeweg nach Indien über den Atlantik zu suchen, war einzig die Annahme, die Reise wäre zu lang. Der Streit im Mittelalter rührte vielmehr aus der Frage, ob die Erde oder die Sonne der Mittelpunkt des Universums sei. Heute wissen wir, dass beide Unrecht hatten, die Sonne aber zumindest der (ungefähre) Mittelpunkt unseres Sonnensystems ist.
Quelle: Wikipedia-Eintrag Flache Erde
[Bearbeiten] Eulenspiegel: Eulenspiegel kommt von „Eule“ und „Spiegel“
Da die Eule bekanntlich die Weisheit verkörpert, könnte man den Nachnamen von Till Eulenspiegel als gespiegelte Weisheit interpretieren. Für einen Schalk, wie ihn Eulenspiegel der Legende nach verkörpert, ist das sicher eine sehr passende Auslegung. Dennoch ist sie falsch. Nach Ansicht von Sprachexperten kommt der Name Eulenspiegel vielmehr von den mittelniederdeutschen Wörtern ulen (wischen) und spegel (kann neben „Spiegel“ auch „Hintern“ heißen). Der Ausruf Ul’n spegel bedeutete also Wisch mir’n Hintern oder anders ausgedrückt: Leck mich am Arsch.
Quelle: Wikipedia-Eintrag Eulenspiegel
[Bearbeiten] Gardinensteuer: In den Niederlanden gab es eine Steuer auf Gardinen
Der Ausdruck Gardinensteuer bezeichnet nach einer modernen Sage eine angeblich in den Niederlanden auf die Größe der Gardinen an den Fenstern erhobene Steuer. Diese Gardinensteuer hätte die Niederländer dazu bewegt, nur kurze oder gar keine Gardinen zu verwenden. Ein vermuteter Hintergrund ist ein Erklärungsversuch für die in den Niederlanden häufig vorkommenden, offen von der Straße einsehbaren Wohnungen bzw. vorderseitig gelegenen Wohnzimmer. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die calvinistisch geprägten Niederlande so ihre Offenheit zeigen und ausdrücken, dass sie nichts zu verbergen haben. Allerdings gab es in den Niederlanden eine Fenstersteuer, auf die dieses Gerücht sehr wahrscheinlich zurückzuführen ist. Eine Gardinensteuer hat es nie gegeben.
Quelle: Wikipedia-Eintrag Gardinensteuer
[Bearbeiten] Gladiatoren (1): Gladiatoren sagten „Die Todgeweihten grüßen dich“
Lateinkundige und Asterix-Leser kennen den Spruch: „morituri te salutant“ (die Todgeweihten grüßen dich). Damit sollen die Gladiatoren im Alten Rom den Kaiser begrüßt haben, bevor sie ihrer blutigen Arbeit nachgingen. Überliefert ist dieser Satz allerdings nur für eine einzige Gegebenheit, wobei es sich nicht einmal um einen Gladiatorenkampf, sondern um eine inszenierte Seeschlacht handelte. Der Gedanke eines letzten Grußes vor dem wahrscheinlichen Tod war aber offensichtlich so gruselig-schön, dass „Die Todgeweihten grüßen dich“ zu einem geflügelten Wort wurde, das man auf die Gladiatorenkämpfe allgemein übertragen hat.
Quelle: Wikipedia-Eintrag zum Thema Gladiator
[Bearbeiten] Gladiatoren (2): Das Publikum bewertete Gladiatoren mit Daumen nach oben oder unten
Den berühmten Daumen, der nach oben oder unten zeigt, gibt es zwar heute in Fernsehzeitschriften, für das Alte Rom ist er jedoch nicht belegt. Richtig ist allerdings, dass das Publikum bei Gladiatorenkämpfe darüber entscheiden durfte, ob ein unterlegener Kämpfer weiterleben durfte. In solchen Momenten riefen sie „mitte“ (lass ihn gehen) oder „missum“, dann durfte der unterlegene Gladiator lebend die Arena verlassen. Der Ruf „iugula“ (abstechen) dagegen kündigte das hinrichtungsmäßige Ende des Gladiators an. Ob dabei auch der Daumen zum Einsatz kam, ist unklar. Falls ja, könnte auch ein Zeigen nach unten das positive Signal gewesen sein. Möglicherweise zeigte der Daumen auch auf die Brust, um den Sieger zum Töten aufzufordern. Das alles ist jedoch Spekulation, für die es keine gesicherte Quelle gibt.
Quelle: Wikipedia-Eintrag zum Thema Gladiator
[Bearbeiten] Indianer: Indianer kamen nicht durch die Verwechslung mit Indien zu ihrem Namen
Ein verbreitetes Gerücht ist, dass die Indianer nicht nach Indien benannt seien, sondern die Bezeichnung vielmehr auf dem Ausspruch Columbus’ beruhe, die Indianer seien „una gentre en dio“ - „ein Volk in Gott“, woraus sich dann „Indianer“ entwickelt haben soll. Letztendlich stimmt aber die allgemein bekannte und einfachere Begründung, nach der er Indien mit Amerika verwechselte, eben doch.
[Bearbeiten] Jahr Null: Die Zeitrechnung begann mit dem Jahr Null
Als der römische Mönch Dionysius Exiguus (ca. 470 - 540) die im christlichen Kulturkreis bis heute übliche Zeitrechnung begründete, errechnete er den Zeitpunkt der Geburt Christi für das Jahr 754 nach der angeblichen Gründung Roms. Aus heutiger Sicht scheint es vielleicht logisch, dieses Jahr als das Jahr Null zu bezeichnen, doch die Null als Zahl war den Römern nicht bekannt. Deshalb begann Dionysius Exiguus seine Zählung mit der Eins, weshalb es zwar ein Jahr 1 n. Chr. und ein Jahr 1 v. Chr., aber eben kein Jahr 0 gibt. Richtiger wäre die Jahreszahl als Ordinalzahl zu nennen („erstes Jahr“, „zweitausendundsiebtes Jahr“…)
Quelle: Wikipedia-Eintrag Christliche Zeitrechnung
[Bearbeiten] Jahrtausend: Das dritte Jahrtausend hat am 01.01.2000 begonnen
Da die Zeitrechnung mit dem Jahr 1 begann, fing das dritte Jahrtausend erst am 01.01.2001 an. Wenn wir die Geburt Christi als „Zeitpunkt 0“ betrachten, ist es logisch, das erste Jahr des Lebens Christi, d. h. das erste Jahr der Zeitrechnung, als Jahr 1 zu benennen. Da die Zeitrechnung aber aus Ordinalzahlen besteht, ist es logisch, dass erst nach dem „zweitausendSTEN“ Jahr auch 2000 Jahre VERGANGEN sind. Ähnliches findet sich auch in der deutschen Gesetzgebung, wo es in Bezug auf Altersgrenzen z. B. nicht heißt „mit 18“, sondern „mit Vollendung des achtzehnten Lebensjahres“ (WÄHREND des achtzehnten Lebensjahres ist man im allgemeinen Sprachgebrauch noch siebzehn).
[Bearbeiten] Königlich Preußische Eisenbahn–Verwaltung: Die staatlichen Eisenbahnen Preußens unterstanden der „KPEV“
Die verschiedenen und weitgehend selbstständigen preußischen Staatseisenbahnen wurden vom preußischen Ministerium für öffentliche Arbeiten verwaltet. Das „KPEV“ findet sich auf gegossenen Fahrzeugwappen, die einstmals offensichtlich von einem Beamten der Eisenbahndirektion Coeln linksrheinisch entworfen und dann unbedacht von den verschiedenen Eisenbahndirektionen weiterverwendet wurden. Eine „Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung“ mit diesem Namen hat es indes nie gegeben, doch wurde der Begriff unter Eisenbahnfans ab etwa 1970 sehr verbreitet und als einst real existierend angesehen.
[Bearbeiten] Lindbergh: Charles Lindbergh überflog als erster den Atlantik
Die ersten Piloten, die den Atlantik im Flugzeug überquerten, hießen John Alcock und Arthur Whitten Brown. Ihre Pioniertat gelang ihnen 1919, als sie die gut 3000 Kilometer lange Strecke von Neufundland nach Clifden in Irland in einer Vickers Vimy bewältigten. Als der heute wesentlich bekanntere Charles Lindbergh 1927 seinen berühmten Atlantikflug absolvierte, war dieses Unterfangen eigentlich schon ein alter Hut, denn schon 66 Menschen hatten diese Leistung vor ihm geschafft. Lindbergh konnte lediglich zwei weniger bedeutende Pioniertaten für sich reklamieren: Er überquerte als erster im Alleinflug den Atlantik und bewältigte dabei als erster die etwa 6000 Kilometer lange Strecke zwischen New York und Paris. Damit gewann er den vom New Yorker Hotelbesitzer Raymond Orteig ausgeschriebenen und mit 25.000$ dotierten Preis und die damit verbundene Aufmerksamkeit der Medien. Da der attraktiv aussehende Draufgänger Lindbergh nach seinem Flug schnell zum Medienliebling wurde, entwickelte er sich zum mit Abstand bekanntesten Atlantikflieger, der fälschlicherweise für den ersten gehalten wurde.
[Bearbeiten] Made in Germany: Made in Germany war schon immer ein Qualitätssiegel
Made in Germany war ursprünglich eher ein Zeichen der Diskriminierung. Es entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien, als man sich dort mit der Kennzeichnung des Herkunftslandes gegen minderwertige Nachahmungsprodukte zu schützen versuchte. Da die Qualität deutscher Waren jedoch in der Regel gut war, setzte sich die Kennzeichnung Made in Germany im 20. Jahrhundert nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit als Qualitätssiegel durch.
[Bearbeiten] Merkel: Angela Merkel wurde in der DDR geboren
Angela Merkel wurde als Tochter eines evangelischen Pfarrers am 17. Juli 1954 in Hamburg geboren. Erst nach ihrer Geburt zog die Familie in die DDR, da der Vater Pfarrer in Quitzow bei Perleberg wurde und in der schwach religiös ausgeprägten DDR den Bürgern den Glauben näherbringen wollte. Sie besuchte zudem die Johann-Wolfgang-von-Goethe-Schule in Templin (ehemalige DDR), wo ihre Eltern bis dato leben.
[Bearbeiten] Nürnberger Ei: Nürnberger Eier wurden nach ihrer Eiform benannt
Die Bezeichnung „Nürnberger Ei“ wird bekanntlich für Taschenuhren verwendet, die im 16. Jahrhundert in Nürnberg aufkamen. Der respektlose Name hat jedoch nichts mit der Eiform dieser frühen Zeitmessgeräte zu tun, auch wenn dieser Zusammenhang nahe liegt und häufig zu hören ist. Die Bezeichnung ist vielmehr eine Verballhornung von „Aeurlein“, was einem „Ührlein“ entspricht.
[Bearbeiten] Schinderhannes: Der Schinderhannes war ein Menschenschinder
Der unter dem Namen Schinderhannes bekannt gewordene Räuber Johannes Bückler (ca. 1777 - 1803) mag während seines kurzen Lebens mitunter auch seine Mitmenschen geschunden (also gequält) haben. Diesem Umstand verdankte er jedoch nicht seinen Namen. Vielmehr war es die Tatsache, dass sein Vater den Beruf des Schinders (also eines Tierkadaververwerters) ausübte, die dem Schinderhannes seine bis heute bekannte Bezeichnung einbrachte. Johannes Bückler hätte daher auch als „Abdeckerhannes“, oder „Wasenmeisterhannes“ Karriere machen können.
[Bearbeiten] Seeler: Uwe Seeler ging nach dem Spiel gegen England mit gesenktem Kopf vom Platz
Es ist eines der bekanntesten Fotos der Fußballgeschichte: Nach der 2:4-Niederlage gegen England im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 geht ein geknickter Uwe Seeler mit hängendem Kopf vom Platz. Das Hamburger Fußballidol hatte allen Grund geknickt zu sein, denn seine Mannschaft hatte gerade äußerst unglücklich in der Verlängerung verloren.
Doch so gut das Bild auch zur Situation passt, es gehört nicht dazu. Zwar entstand das bekannte Seeler-Foto tatsächlich beim WM-Endspiel zwischen England und Deutschland, jedoch nicht nach dem Schlusspfiff der Begegnung. Vielmehr wurde der Schnappschuss während der Halbzeitpause aufgenommen. Dies belegt die im Hintergrund des Bilds erkennbare Blaskapelle, die nur in der Pause – nicht aber nach dem Spiel – auftrat. Warum Uwe Seeler nach den ersten 45 Minuten beim Stand von 1:1 eine Körperhaltung einnahm, die ihn todunglücklich aussehen ließ, ist heute nicht mehr zu ermitteln. Vermutlich blickte er nur nach unten, um auf seine Schnürsenkel zu schauen.
[Bearbeiten] Stromausfall: Nach dem Stromausfall in New York stieg die Geburtenrate
Am 9. November 1965 gingen in New York nach einem Stromausfall die Lichter aus. Neun Monate nach diesem berühmten Ereignis soll die Geburtenrate in der größten Stadt der USA deutlich angestiegen sein. Die ersten Berichte darüber finden sich in der New York Times, die in verschiedenen Krankenhäusern ungewöhnliche Geburtshäufungen zur fraglichen Zeit entdeckte.
Eine genauere Untersuchung brachte jedoch ein anderes Resultat: Als der Wissenschaftler Richard Udry für die Fachzeitschrift Demography die kompletten Geburtsstatistiken von New York untersuchte, stieß er auf keinen besonderen Geburten-Boom. Es gab lediglich Häufungen an einigen wenigen Kliniken, die es jedoch nach den Gesetzen der Statistik praktisch immer irgendwo gibt und die durch ebenso statistisch nicht ungewöhnliche niedrige Geburtenraten in anderen Krankenhäusern ausgeglichen wurden. Den populären Irrtum vom Geburtensegen nach dem Stromausfall konnten solche Tatsachen allerdings nicht aus der Welt schaffen. Menschen finden offenbar Gefallen an solchen kuriosen Geschichten, auch wenn sie nicht der Wahrheit entsprechen.