Estnisch
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Inhaltsverzeichnis |
Eesti keel - Estnisch [Bearbeiten]
Grundsätzliches [Bearbeiten]
Einordnung der Sprache [Bearbeiten]
Mit etwas über 1,3 Mio. Einwohnern ist Estland ein vergleichsweise kleines Land. Von den 1,3 Mio. Einwohnern sind nur ca. 1 Mio. Muttersprachler, weshalb die estnische Sprache auch zu den Kleinsprachen gezählt werden muss. Korrekt heißt es dabei auf Deutsch "Estnisch" und nicht "Eestnisch". Weil aber im Estnischen von "Eesti" die Rede ist, scheint jedoch gerade für Kenner der Sprache die Aussprachevariante mit einem langen "E" nicht ganz abwegig. Das ist nicht ganz richtig: "Estland" wurde von der deutschbaltischen Bevölkerung mit -h- geschrieben ("Ehstland"). Das -h- verschwand aus dem deutschen Schriftbild und seitdem tendiert man dazu, "Estland" mit kurzem E- im Anlaut auszusprechen. Das doppelte "Ee-" von "Eesti" schließlich stammt daher, dass man sich bei der 'Orthografiereform' des Estnischen im 19.Jh. an der finnischen Orthografie orientierte - und diese sieht für Längen die Kennzeichnung durch zwei Buchstaben, in diesem Falle zwei Vokale, vor.
Estnisch ist eine finno-ugrische Sprache, gehört also nicht wie die meisten sonstigen europäischen Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie (u.a. germanische, romanische, slawische und baltische Sprachen) an. Zu dieser Sprachfamilie gehören unter anderem auch Finnisch – mit dem Estnischen eng verwandt – und Ungarisch, wobei die Verwandtschaft zu letzerem nicht mehr als „nah“ bezeichnet werden kann. Es gibt noch weitere Sprachen, die zu dieser Sprachfamilie gehören, sie werden aber nur von recht kleinen Gemeinschaften (z. B. Mordwiner, Mari, Komi, Karelier, Wepsen) gesprochen.
Ein Kurzeinblick [Bearbeiten]
Das estnische Alphabet ist das lateinische mit Umlauten wie im Deutschen. Hinzu kommt als Vokal das õ (ein O mit einer Tilde; ausgesprochen wird der Laut irgendwo zwischen U und O, wobei der Ton jedoch aus dem Rachenbereich kommt). Wie das "õ" klingt, erklärte mir ein Bekannter mal wie folgt: Stell dir vor, du bekommst einen Schlag in die Magengegend. Der Laut der dabei entsteht, soll dann das õ sein. Eine der obigen Vorstellung entsprechende Aussprache wurde von Esten nicht bemängelt. Als hilfreich für die Praxis erweist sich auch der Verleich des „õ“ mit dem Laut [ɪ], also dem kurzen I-Laut in Wörtern wie „ich“ oder „Mitte“. So kommt die Aussprache der Stadt „Võru“ als „Viru“ dem Originalklang näher als die Aussprache in Form von „Vöru“.
Die Aussprache ist für deutsche Muttersprachler relativ leicht, da weitgehend das ausgesprochen wird, was man liest. Das "R" wird am besten mit der Zungenspitze gebildet wie z.B. im Italienischen. Wer das nicht kann, sollte das "R" wenigstens im Rachen schön "rollen" lassen. Besondere Beachtung erfährt im Estnischen die Länge der Vokale und Konsonanten; dazu jedoch an späterer Stelle mehr. Die Betonung der Worte liegt fast immer auf der ersten Silbe. Wörter werden, wie im Deutschen, zusammengesetzt und mit Endungen versehen.
Etwas abschreckend ist der Umstand, dass es 14 Fälle gibt. Das hört sich aber schlimmer an als es ist. Es erschwert vor allem das Wortschatzlernen, da man im Prinzip von jedem Substantiv und jedem Adjektiv drei Formen (Nominativ, Genitiv und den Objektfall Partitiv) kennen muss, von denen sich die anderen 11 Formen dann ableiten lassen. Ähnliches gilt für Verben, da es im Estnischen zwei Infinitivformen sowie einen nicht in allen Fällen ableitbaren Verbstamm gibt, der also ebenfalls gelernt werden muss. Somit bedeutet das Erlernen der estnischen Sprache vor allem einigen Lernaufwand. Dazu jedoch im Verlauf des Buches mehr. Ansonsten gibt es im Vokabular deutlich sichtbare Einflüsse der deutschen Sprache, die beim Erlernen neuer Vokabeln nicht von Nachteil sind (z.B. "kleit" = Kleid, "auto" = Auto).
Ziel des Wikibooks [Bearbeiten]
Die Auswahl an deutschen Estnisch-Sprachkursen ist sehr gering, und die, die angeboten werden, sind eher wissenschaftlich und wenig für den Einstieg in einfache Alltagssituationen geeignet. Ziel dieses Wikibooks soll es also sein, einen guten aber doch nützlichen Sprachkurs der estnischen Sprache bereitzustellen, der zum Hineinschnuppern und Lernen anregen kann. Wer einmal in das hoch erfreute Gesicht eines Esten geschaut hat, der aus dem Munde eines Ausländers seine geliebte Sprache hören durfte, weiß, dass es die kleinen Mühen wert ist.
Zur Inhaltsangabe [Bearbeiten]
Wörterbuch:
Autobahn - kiirtee, Auto - auto, Bahn - rong ...
... hier müsste es weitergehen...
Lehrmittel [Bearbeiten]
Lehrwerke [Bearbeiten]
Estnisch Intensiv [Bearbeiten]
Hasselblatt, Cornelius/Lutkat, Florence-Silvia: Estnisch Intensiv. Das Lehrbuch der estnischen Sprache. Hamburg: Bibliotheca Baltica, 1993. (neuere Auflage von 1995)
| Verfasser | Hasselblatt, C./Lutkat, F.-S. |
| Verlag | Bibliotheka Baltica |
| Erstauflage | 1993 |
| Preis | 39,90 Euro (Quelle: Lehmanns Fachbuchhandlung) |
| Seiten | 530 |
| Format | 20 cm x 27 cm |
| Lektionen | 30 + 10 |
| Voraussetzungen | keine |
| ISBN | ISBN 978-9985800188 |
Aufbau
Das Lehrwerk umfasst 527 Seiten Format A4, welche in folgende Bereiche aufgeteilt wurden:
- Einleitung mit Informationen zu Estland und der estnischen Sprache
- 30 Lektionen
- Anhang mit 10 Zusatzlektionen (Lektüre zum Lesen und Übersetzen)
- Glossar mit Wortschatzlisten estnisch-deutsch und deutsch-estnisch
- Audiovisuelle Materialien sind zum vorliegenden Lehrwerk nicht vorhanden.
Lektionen
| 3. | KOLMAS ÕPPETÜKK |
| 3.1.1 | Text: Külalised tulevad |
| 3.1.2 | Vokabeln |
| 3.1.3 | Beispielsätze zum Adjektiv |
| 3.1.4 | Vokabeln |
| 3.1.5 | siia – sinna = hierher - dorthin |
| siin – seal = hier – dort | |
| siit – sealt = von hier – von dort | |
| 3.2 | Grammatik |
| 3.2.1 | Nominativ Plural |
| 3.2.1.1 | see - need |
| 3.2.2 | Die inneren Lokalkasus |
| 3.2.2.1 | Der Illativ |
| 3.2.2.2 | Der Inessiv |
| 3.2.2.3 | Der Elativ |
| 3.2.3 | Der Komitativ |
| 3.2.4 | Das Adjektiv |
| 3.2.4.1 | Attribut |
| 3.2.4.2 | Prädikatsnomen |
| 3.2.4.3 | Vokabeln |
| 3.3 | Idiomatische Wendungen |
| 3.4 | Redewendungen zum Üben |
| 3.5 | Übungen |
Der Aufbau der Lektionen folgt einen relativ einheitlich beibehaltenen Schema:
1. Text
2. Vokabeln
3. Grammatik
4. Übungen
Didaktische Konzeption
| Zielgruppe | erwachsene Lerner |
| Ziel | nach GeR nicht definierbar |
| Themen | Alltag, Beruf, Weltwissen |
| Didaktische Methode | Grammatik-Übersetzungsmethode |
| Grammatik Progression | einfach, langsam |
| Lesen | wird geübt |
| Schreiben | wird (wenig) geübt |
| Sprechen | wird nicht geübt |
| Hören | wird nicht geübt |
Die angesteuerte Zielgruppe wird im Vorwort des Lehrbuches nicht benannt. Die behandelten Inhalte richten sich jedoch vorwiegend an erwachsene Lerner.
Die behandelten Themen erstrecken sich von „Willkommen in Tallinn“ über „Der Besuch kommt“, „Freunde“, „Meine Arbeitswoche an der Universität“, „Im Geschäft“, „Werner war krank“, „Jahreszeiten. Monatsnamen. Himmelsrichtungen“,... bis hin zum „Klima und Gesundheit“.
Das Lehrwerk entspricht weitgehend der sog. Grammatik-Übersetzungs-Methode. Im Zentrum des Vermittelten steht die Grammatik, welche in deutscher Sprache erklärt wird und mit relativ mäßiger Progression verfolgt und durch Texte präsentiert wird. Geübt wird die Grammatik durch weder besonders motivierende noch abwechslungsreiche Grammatikübungen.
Der Vermittelte Wortschatz orientiert sich an der Praxis und umfasst etwa 2500 Wörter und Wendungen. Er entspricht somit einem Pensum, welcher im Bereich des Niveaus A2 / B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen liegt. Die Darstellung des neuen Wortschatzes erfolgt bei Nomen mit den Formen Nominativ (Sg.), Genitiv (Sg.) und Partitiv (Sg.), sowie bei Verben mit dem ma-Infinitiv, dem da-Infinitiv und der 1. Person Sg. Das Vokabelverzeichnis am Ende des Lehrbuches beschränkt sich auch den Nominativ (Sg.) bzw. den ma-Infinitiv.
Der produktive Sprachgebrauch wird vernachlässigt. Das von Einsetz- und Umwandlungsübungen geprägte Inventar an Übungen, trainiert deklaratives Wissen. Ähnlich verhält es sich mit den Fertigkeiten von Hören und Sprechen. Diese beiden Fertigkeiten werden nicht thematisiert. Das Lesen hingegen steht im Vordergrund.
Aus landeskundlicher Sicht sind nochmals die unauthentischen Texte zu nennen, welche zwar von sprachlicher Vereinfachung (Anpassung an das Niveau der Lernen) geprägt ist, jedoch dem Ziel anschaulicher Vermittlung relevanter Inhalte gerecht wird.
Lehrbuch des Estnischen [Bearbeiten]
Hasselblatt, Cornelius: Lehrbuch des Estnischen. 2., durchgelesene Auflage. Wiesbaden: Harrassowitz, 2005. Hinweis: Titel auf Titelblatt: Estnisch. Lehrbuch.
| Verfasser | Hasselblatt, C. |
| Verlag | Harrassowitz |
| Erstauflage | 1995 |
| Preis | 39,00 Euro (Quelle: Lehmanns Fachbuchhandlung) |
| Seiten | 188 |
| Format | 17cm x 24cm |
| Lektionen | 20 |
| Voraussetzungen | keine |
| ISBN | ISBN 3-447-05130-2 |
Aufbau
Das Lehrwerk umfasst 188 Seiten im Format von 17 cm x 24 cm, welche in folgende Bereiche aufgeteilt wurden:
- Lektion 1 mit allgemeinen Informationen zur estnischen Sprache (Grammatik, Alphabet, erste Phrasen)
- 19 weitere Lektionen
- Grammatischer Index
- Wortindex
Lektionen
| Lektion 2 | Genitiv, Genus, Grundform, Interrogativpronomen, Possesivpronomen, Stamm |
| Lektion 8 | Imperativ, Objekt, Zählbarkeit |
| Lektion 13 | Genitiv, Komparation, Komperativ, Superlativ, Translativ |
Der Aufbau der Lektionen folgt einen relativ einheitlich beibehaltenen Schema:
1. Nennung im gegenwärtigen Kapitel genannten grammatischen Inhalte
2. Erklärung entsprechenden grammatischen Inhalte
3. Text (vorwiegend in Dialogform)
4. Glossar (neuer Wortschatz nach Wortarten)
5. Übungen
Didaktische Konzeption
| Zielgruppe | Studenten und Autodidakten |
| Ziel | nach GeR nicht definierbar |
| Themen | durch grammatische Probleme beschrieben |
| Didaktische Methode | Grammatik-Übersetzungsmethode |
| Grammatik Progression | rasch und anspruchsvoll |
| Lesen | wird geübt |
| Schreiben | wird (wenig) geübt |
| Sprechen | wird nicht geübt |
| Hören | wird nicht geübt |
Die angesprochene Zielgruppe wird im Vorwort des Lehrbuches benannt. Hier heißt es: „Das vorliegende Lehrbuch ist sowohl für das Selbststudium als auch für den (universitären) Unterricht gedacht.“ Das Ziel der Arbeit mit dem Lehrbuch soll es sein, einen „unbekannten (Zeitungs)Text mit Hilfe eines zweisprachigen Wörterbuchs zu übersetzen.“ Das Ziel der Lehrbuches ist nicht die produktive Nutzung der Sprache.
Die behandelten Themen werden durch die Benennung grammatischer Problemstellungen bezeichnet. Die Lektionstexte dienen zur Veranschaulichung der dargestellten Phänomene. Obgleich die Inhalte der Lektionstexte nicht von Authentizität geprägt sind, verdeutlichen diese nicht nur die zuvor beschriebene Grammatik, sondern auch sprachliche Mittel, welche nahe an der Praxis sind und bisweilen auch Umgangssprache thematisieren, welche von vielen Lehrwerken völlig unbeachtet bleibt.
Das Lehrwerk entspricht weitgehend der sog. Grammatik-Übersetzungs-Methode. Im Zentrum des Vermittelten steht die Grammatik, welche in deutscher Sprache erklärt wird und mit relativ rascher Progression vermittelt wird. Geübt wird die Grammatik durch weder besonders motivierende noch abwechslungsreiche Grammatikübungen. Im Vorwort heißt es hierzu: „Die relativ langen Texte sollen Autodidakten genügend Lesestoff bieten, ebenso die – zugegebenermaßen unter Umständen etwas monoton wirkenden – Einsetzübungen, die rechts jeweils mit einer Lösung versehen sind.“
Der vermittelte Wortschatz umfasst etwa 1500 Wörter und Wendungen und orientiert sich dabei vor allem an dem im Vorwort genannten Minimalwörterbuch der estnischen Sprache von Wolfgang Veenker (Köln 1992). Die Angabe der Wörter erfolgt in den Lektionen bei Nomen mit Nominativ (Sg.), Genitiv (Sg.), Partitiv (Sg.) und Partitiv (Pl.), bei Verben mit ma-Infinitiv, da-Infinitiv und Verform in der 1. Person Singular. Der Glossar am Ende des Buches beschränkt sich auf den Nominativ bzw. den ma-Infinitiv. Ein "touristischer" Wortschatz, so auch im Vorwort nachzulesen, fehlt in diesem Lehrbuch völlig.
Der produktive Sprachgebrauch wird vernachlässigt. Das von Einsetz- und Umwandlungsübungen geprägte Inventar an Übungen, trainiert deklaratives Wissen über grammatische Probleme. Ähnlich verhält es sich mit den Fertigkeiten von Hören und Sprechen. Diese beiden Fertigkeiten werden nicht thematisiert. Das Leseverstehen und das Übersetzen hingegen stehen im Vordergrund.
Aus landeskundlicher Sicht sind nochmals die Texte zu nennen, welche zwar kontextuell gesehen nicht sehr authentisch wirken, jedoch sprachliche Mittel präsentieren, welche nahe an der Realität liegen.
Estnisch. Eine Einführung. [Bearbeiten]
Hetzer, Armin: Estnisch. Eine Einführung. 2. überarbeitete Auflage mit CD. Wiesbaden: Harrassowitz, 2006.
| Verfasser | Hetzer, A. |
| Verlag | Harrassowitz |
| Erstauflage | 2003 |
| Preis | 39,80 Euro (Quelle: Deutsche Bücherei) |
| Seiten | 180 |
| Format | 17cm x 24cm |
| Lektionen | 20 |
| Voraussetzungen | umfassende Kenntnisse |
| linguistischer Fachterminologie | |
| ISBN | ISBN 3-447-04771-2 |
Aufbau
Das Lehrwerk umfasst 180 Seiten im Format von 17 cm x 24 cm, welche in folgende Bereiche aufgeteilt wurden:
- Einleitung mit allgemeinen Informationen zur estnischen Sprache
- 13 Lektionen
- Anhang mit:
1. Literaturverzeichnis 2. Übersetzung der Lesestücke 3. Konkordanz von Straßennamen in der Tallinner Innenstadt 4. Estnische Vornamen 5. Konkordanz geographischer Namen 6. Morphologische Paradigmen 7. Beispielsätze zur Verwendung der synthetischen Kasus 8. Praktische Sätze 9. Verzeichnis grammatischer Stammformen 9.1 Alphabetische Übersicht 9.2 Verbale Typenwörter nach Nummern geordnet 10. Typenwörter zur estnischen Nominalflexion 11. Wortregister 12. verwendete Abkürzungen 13. Sachregister
Lektionen
| Lektion 2 | Farben und Formen |
| Morphologische Kategorien 12. Grundlegendes zum Verb 13. | |
| Die grammatischen Kasus 13. Stufenwechsel und Typenwörter 15. | |
| Besonderheiten bei Eigennamen 16. | |
| Lektion 7 | Druckerei und die alte fremdsprachige Presse in Estland |
| Präteritum II 63. Die Partizipien 64. | |
| Komparation der Adjektive 66. Die Grundzahlen III 67. |
Der Aufbau der Lektionen folgt einen relativ einheitlich beibehaltenen Schema:
1. Lektionstext
2. Wortschatz 2.1 Vokabeln zum Lesestück 2.2 Neuer Wortschatz nach Sachgruppen
3. Grammatik
4. Übungen
Didaktische Konzeption
| Zielgruppe | Studenten mit linguistischem Hintergrund |
| Ziel | nach GeR nicht definierbar |
| Themen | alltagsfern bis semi-intellektuell |
| Didaktische Methode | Grammatik-Übersetzungsmethode |
| Grammatik Progression | sehr anspruchsvoll |
| Lesen | wird geübt |
| Schreiben | wird nicht geübt |
| Sprechen | wird nicht geübt |
| Hören | kann geübt werden |
Die im Lehrbuch verwendete Fachterminologie aus dem linguistischen Bereich lässt darauf schließen, dass dieses Lehrwerk für Studenten und Absolventen entsprechender Fächer konzipiert wurde.
Die behandelten Themen sind formal angelegt. Präsentiert werden sie durch Sachtexte wie über „Die Nationalsprache der Esten“, „Reval – Stadt der Türme“, „Die estnische Nationalbibliothek,...“, „Arensburg – Stadt inmitten des Meeres“, Das Parlamentsgebäude auf dem Domberg“,... Kolonialisierungswortschatz wie deutsche Städtebezeichnungen finden sich heute selbst in Atlanten nicht mehr. Obgleich die Texte als interessant und authentisch zu werten sind, bieten sie für den nach praktischen Kenntnissen strebenden Lerner keine motivierende Grundlage für das Erlernen der estnischen Sprache.
Das Lehrwerk entspricht weitgehend der sog. Grammatik-Übersetzungs-Methode. Im Zentrum des Vermittelten steht die Grammatik, welche in deutscher Sprache mit zahlreicher Fachterminologie aus dem Bereich der Linguistik erklärt wird und mit eine anspruchsvollen Progression vermittelt wird. Geübt wird die Grammatik durch sehr wenige weder besonders motivierende noch abwechslungsreiche Grammatikübungen.
Der vermittelte Wortschatz umfasst (Aktualisierung zum Wortschatz folgt)
Der produktive Sprachgebrauch wird vernachlässigt. Das von Einsetz- und Umwandlungsübungen geprägte Inventar an Übungen, trainiert deklaratives Wissen über grammatische Probleme. Ähnlich verhält es sich mit den Fertigkeiten von Hören und Sprechen. Diese beiden Fertigkeiten werden nicht thematisiert. Das Leseverstehen und das Übersetzen hingegen stehen im Vordergrund. Beispiele für Aufgabenstellungen:
- Bilden Sie Sätze im Impersonal
- Suchen Sie im Lesestück L. 9.1 Gerundialformen und bestimmen Sie ihre Funktion
- Bilden Sie Sätze mit [bestimmten Verben]
Auch aufgrund letzterer Übungsform eignet sich dieses Lehrwerk nicht für Autodidakten, die hier ihre eigene Leistung nicht auf Korrektheit überprüfen können.
Aus landeskundlicher Sicht sind nochmals die Texte zu nennen, zwar estnische Geschichte behandeln, jedoch keinen authentischen Einblick in das heutige Estland geben.
Dieses Buch entspricht einem Grammatikkurs über die Sprache, keinem Sprachkurs zum Erlernen dieser.
E nagu Eesti [Bearbeiten]
Pesti, Mall/Ahi, Helve: "E nagu Eesti. Eesti keele õpik algajaile." 4. Auflage. Tallinn: TEA, 2005.
| Verfasser | Pesti, M., Ahi, H. |
| Verlag | TEA |
| Erstauflage | "unbekannt" |
| Preis | 29,00 Euro (in Deutschland, inkl. CD, Weltbild) |
| 18,84 Euro (in Estland, inkl. CD, Rahvaraamat) | |
| Seiten | 267 |
| Format | A 4 |
| Lektionen | 30 |
| Voraussetzungen | keine |
| ISBN | ISBN 978-9985-71-111-8 |
Aufbau
Das Lehrwerk umfasst 267 Seiten im Format A 4, welche in folgende Bereiche aufgeteilt wurden:
- Übersicht zu einigen internationalen Wörtern und dem Alphabet
- 30 Lektionen
- Lösungsschlüssel zu dem Übungen
- nach Lektionen geordnetes Vokabelverzeichnis
- alphabetisches Vokabelverzeichnis
Lektionen
| Lektion 2 | Kas te räägite eesti keelt? (Sprechen Sie Estnisch?) |
| Lektion 8 | Mida sa täna teed? (Was machst du heute?) |
| Lektion 17 | Võõras linnas (In der fremden Stadt) |
Der Aufbau der Lektionen folgt einen freien Schema, in welchem unterschiedliche Textformen (Sachtexte, Dialoge, Gedichte) und Übungen nicht getrennt sind. Auch die Grammatikerklärungen (durch estnische Übersichten!) sind von inhaltlichen Schwerpunkt nicht getrennt. Alle Teilbereiche bilden einen harmonischen, homogenen Inhalt. Am Ende einer jeden Lektion folgen eine Übersicht neu gelernter Verben, zusätzliche Übungen und eine Übersicht zu Redemitteln.
1. Teil: besteht aus Grammatik/Text/Übungen (in Kombination)
2. Teil: zusätzliche Übungen
Didaktische Konzeption
| Zielgruppe | Autodidakten, Lerner in angeleitetem Umfeld |
| Ziel | nach GeR etwa B1 |
| Themen | alltagsbezogen und abwechslungsreich |
| Didaktische Methode | versch. Methoden umfassend |
| Grammatik Progression | einfach, langsam |
| Lesen | wird geübt |
| Schreiben | wird geübt |
| Sprechen | wird geübt |
| Hören | wird geübt |
Die Zielgruppe des Lehrwerks deckt nahezu alle Bereiche ab und wird diesen durch umfangreiches Themenangebot zumindest auch inhaltlich gerecht. Das Lehrwerk ist allerdings für den Zweitspracherwerb konzipiert. Das heißt, es setzt den intensiven Kontakt zur Sprache, also ein Leben in Estland, voraus. Als Lehrwerk für Lerner im nicht estnischen Ausland muss eine didaktische Anpassung erfolgen – vor allem in Hinblick auf Zeitplanung und Übung.
Die behandelten Themen reichen von Redemitteln für den täglichen Sprachgebrauch (Begrüßung, im Cafe, im Geschäft, zu Besuch, in der fremden Stadt) bis hin zur Lösung von Problemsituationen (in der Apotheke, beim Arzt) und Weltwissen (Wetter, Klima, Jahreszeiten).
Das Lehrwerk entspricht keine Konkreten didaktischen Methode, sondern greift aus diesen die jeweils positiven Aspekte heraus und entspricht damit modernen Maßstäben für Fremdsprachendidaktik. Im Zentrum des Vermittelten steht der Erwerb eines umfangreichen Wortschatzes-
Der vermittelte Wortschatz umfasst etwa 1700 Wörter und ist praxisnahe angelegt. Durch den Erwerb dieses Wortschatzes ist ein problemloses Bestehen im estnischen Alltag gewährleistet und mit zweisprachigem Taschenwörterbuch ohne Probleme zu bewältigen. Die Vokabeln werden bei Nomen mit Nominativ (Sg.), Genitiv (Sg.) und Partitiv (Sg.) und Verben mit ma-Infinitiv, da-Infinitiv und der 3. Person Sg. angegeben und bei Nomen im alphabetischen Verzeichnis durch den Partitiv Pl. ergänzt.
Bei der Konzeption des Lehrwerkes war man bestrebt, das Trainieren aller vier Grundfertigkeiten, d.h. Lesen, Schreiben, Hören, Sprechen, zu berücksichtigen. Das gleichwertige Trainieren dieser setzt allerdings den für Autodidakten schwer erfüllbaren Umstand voraus, einen Gesprächspartner zu haben, welcher im Idealfall auch grammatische Probleme erklären sollte. Letztere sind im Lehrwerk kurz und allgemein gehalten und durch estnische Übersichten visualisiert, da das Lehrwerk möglichst für Lerner aller Muttersprachen nutzbar sein soll.
Aus landeskundlicher Sicht sind nochmals die Themen zu nennen, welche durch mehr oder minder authentische Texte vorgestellt werden. Die bisweilen fehlende Authentizität wird jedoch durch die praxisnahen Redemittel und die Abdeckung verschiedenster Bereich ausgeglichen.
T nagu Tallinn [Bearbeiten]
Avatud Uksed [Bearbeiten]
Zusatzmaterial [Bearbeiten]
Grammatisches Wörterbuch des Estnischen [Bearbeiten]
| Verlag | Harrassowitz |
| Preis | 30,00 Euro (Lehmanns Fachbuchhandlung, Amazon) |
| Seiten | 176 |
| Format | 24 cm x 17 cm |
| ISBN | ISBN 3-447-04499-3 |
Kurzbeschreibung
"Das Buch stellt in alphabetischer Reihenfolge (von Abessiv bis Zusammensetzung) die gesamte estnische Grammatik dar: In übersichtlichen Tabellen und mit zahlreichen Satzbeispielen werden alle Phänomene der estnischen Phonologie, Morphologie und Syntax behandelt. Die alphabetische Anordnung erlaubt einen schnellen Zugriff auf das jeweilige Problem, so dass das Buch auch für den Sprachunterricht geeignet ist. Gegenüber der ersten Auflage (1992) ist das Buch um zahlreiche Beispiele erweitert und in der Darstellung gestrafft worden. Ein Suffixindex, ein deutsch-estnisch-deutsches Verzeichnis der grammatischen Termini und ein Literaturverzeichnis vervollkommnen den Band und machen ihn auch für Vertreter anderer Philologien und allgemein am Estnischen Interessierte attraktiv."[1]
Wörterbücher [Bearbeiten]
Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass das Wörterbuch des Hempen-Verlags das einzige ist, welches zu jedem Nomen Genitiv Sg., Partitiv Sg. und Partitiv Pl. angibt und zu Verben grundsätzlich sowohl ma- als auch da-Infinitiv und die 1. Person Singular. Bei einem Vergleich der Wörterbücher sollte auf die möglichen Suchrichtungen geachtet werden.
Eesti-Saksa Sõnaraamat (TEA) [Bearbeiten]
| Verlag | TEA |
| Preis | 18,33 Euro (in Estland, Rahvaraamat) |
| Bestellung auch über deutsche Läden möglich | |
| Seiten | 768 |
| Format | 15,5 cm x 21,5 cm |
| Wortschatz | 35.000 Stichwörter und Wendungen |
| Suchrichtung | Estnisch-Deutsch |
| ISBN | ISBN 9985-71-343-5 |
saksa taskusõnastik (TEA) [Bearbeiten]
| Verlag | TEA |
| Preis | 25,00 Euro (in Deutschland, Weltbild) |
| 12,45 Euro (in Estland, Rahvaraamat) | |
| Seiten | 702 |
| Format | A6 (10cm x 14 cm) |
| Wortschatz | 30.000 Stichwörter und Wendungen |
| Suchrichtung | Estnisch-Deutsch; Deutsch-Estnisch |
| ISBN | ISBN 9985-71-311-7 |
Estnisch-Deutsch Wörterbuch (Hempen) [Bearbeiten]
| Verlag | Dr. Ute Hempen Verlag |
| Preis | 58,00 Euro (in Deutschland, Verlag) |
| Seiten | 1100 |
| Format | 12,5 cm x 19 cm |
| Wortschatz | 70.000 Einträge |
| Suchrichtung | Estnisch-Deutsch |
| ISBN | ISBN 3-934106-36-6 |
Kurzbeschreibung
„Mit 70 000 Einträgen auf 1100 Seiten ist das »Wörterbuch Estnisch-Deutsch« das derzeit umfangreichste und aktuellste seiner Art. Erstmalig sind darüber hinaus in einem Wörterbuch fürs Estnische die wesentlichen grammatischen Hinweise genannt, die zur eindeutigen Identifizierung der Wörter sowie zu deren korrekter Formenbildung unerlässlich sind. Damit schließt dieses Nachschlagewerk eine große Lücke für deutschsprachige Benutzer, sei es beim Studium, für Übersetzungen oder auf Reisen.“[2]
Sprachführer [Bearbeiten]
Eesti-Saksa vestmik (ilo) [Bearbeiten]
| Verlag | ilo |
| Preis | 5,43 Euro (in Estland, Rahvaraamat) |
| Seiten | 200 |
| Format | 14 cm x 11,5 cm |
| Wortschatz | Wörter und Wendungen zu 150 Themen |
| Suchrichtung | Estnisch-Deutsch |
| ISBN | ISBN 9985-57-571-7 |
Kurzcharakteristik
Es handelt sich um einen für estnische Deutschlerner erarbeiteten Sprachführer, welcher aufgrund seiner thematischen Gliederung jedoch auch für Estnisch lernende Deutsche nützlich ist. Neben Informationen zur Aussprache des Deutschen finden sich folgende (übergeordnete) Themen:
- Allgemeine Gebrauchsformen (Begrüßung und Abschied, Bitte, Dank, Entschuldigung, etc.)
- Bekanntschaft
- Reisen
- Reisen mit dem Zug
- Flugreise
- Schiffsreise
- Reise mit dem Privatfahrzeug
- An der Grenze
- Im Hotel
- In der Bank
- Im Postamt
- Telefon
- In der Stadt
- Sehendwürdigkeiten
- Unterhaltung
- Sport
- Mit dem Kind unterwegs
- Essen
- Besuch
- Familie, Privatleben
- Geschäftstreffen
- Konferenz, Seminar, Pankett
- Über Politik
- Über soziale Fragen
- Über die Wirtschaft
- Über das Bildungswesen
- Einkaufen
- Religion und Kirche
- Im Supermarkt
- Unannehmlichkeiten
- Unfälle
- Gesundheit
- Das Wetter
- Zahlen
- Zeit
- Feiertage und Glückwünsche
- Aufschriften und Hinweise