Geldanlage: Anlagearten: Geldkonto

Aus Wikibooks

Wechseln zu: Navigation, Suche

Zurück zur Übersicht

Eine der ältesten Formen der Geldanlage ist ein Geldkonto. Die meisten von Ihnen werden vermutlich mindestens eins dieser Konten besitzen. Ein klassischer Vertreter dieser Anlageform ist z.B. das Girokonto.

Allen Geldkonten liegt das folgende Prinzip zu Grunde. Sie überlassen Ihr Geld Ihrer Bank und erlauben dieser, mit dem Geld zu arbeiten. Diese wird das Geld beispielsweise selbst investieren oder anderen Kunden Kredite gewähren. Mit beiden Möglichkeiten wird das Geldinstitut versuchen, möglichst große Gewinne zu erwirtschaften. Im Gegenzug hierfür wird das Geldinstitut Ihnen einen vorher vereinbarten, festen Zinssatz oder einen variablen Zinssatz auf das angelegte Geld zahlen. Der größte Vorteil dieser Anlage ist der, dass die Bank sich selbst gegen Verluste versichern muss, so dass Ihr angelegtes Geld auch dann noch gesichert ist, wenn die Bank selbst auf Grund von Misswirtschaft zahlungsunfähig sein sollte. Das Risiko, dass mit dieser Anlage verbunden ist, ist somit sehr gering. Hierbei sei zusätzlich noch erwähnt, dass je nach Höhe der Geldeinlage, nicht die gesamte Geldeinlage abgesichert sein muss.
Wie in der Einführung erläutert, führt diese hohe Sicherheit gleichzeitig zu geringeren Chancen, die sich im Zinssatz widerspiegeln. Schließlich muss die Bank aus den erwirtschafteten Gewinnen auch ihre eigenen Ausgaben finanzieren. Der Zinssatz selbst wird durch unterschiedliche Kriterien festgelegt. Die Hauptkriterien sind der Leitzins, der Anlagezeitraum und die Verfügbarkeit. Einer der wichtigsten Punkte ist der Leitzins für den europäischen Währungsraum, dieser wird durch die Europäische Zentralbank (kurz: EZB) festgelegt. Eine Erklärung der Mechanismen, die für die Festlegung des Leitzins angewandt werden, würde den Rahmen dieses Buches sprengen.


Es reicht für das allgemeine Verständnis eine vereinfachte Betrachtung, indem man den Leitzins als den Zinssatz ansieht, zu dem sich die europäischen Banken Geld bei der EZB leihen können. Diese Betrachtung erklärt gleichzeitig den Einfluss des Leitzins auf den Zinsatz, den Sie bei Ihrer Bank bekommen. Schließlich wird eine wirtschaftlich arbeitende Bank Ihr Geld nicht mit 3% verzinsen, wenn sie die gleiche Summe für 1,5% bei der EZB leihen könnte. Auf der anderen Seite ist jede Bank dazu verpflichtet einen gewissen Mindestbetrag (laut Basel II-Vorschriften 8%) an liquiden Mitteln vorzuhalten, dieser kann jedoch auf Grund von Kreditvergaben, Investitionen oder Auszahlungen an Kunden seitens der Bank aufgebraucht oder verringert werden, so dass sich die Bank neue liquide Mittel besorgen muss, um den Engpass auszugleichen.


Diesem System unterliegen alle Banken, so dass diese versuchen werden ihre eigenen liquiden Mittel möglichst zu einem Zinssatz aufzufüllen oder zu erhalten, der einerseits unter dem Niveau des Leitzins der EZB liegt, andereseits aber hoch genug ist, um das Geld des Kunden an Stelle einer anderen Bank zu erhalten.


Ebenso beeinflusst die Menge an liquiden Mitteln das Rating der Bank. Das ist eine Bewertung der Bank, die von sog. Rating-Ageturen durchgeführt wird, um den Anlegern transparent zu machen, wie forsch sich eine Bank Geld von der EZB leiht.
In den letzten Jahren wurde aus Gründen der Konjunkturbelebung im europäischen Wirtschaftsraum der Leitzins immer weiter abgesenkt. Dieser Trend hat im Jahre 2006 sein Ende erlangt, der Leitzins selbst stagniert seitdem auf einem recht geringen Niveau, so dass im Jahre 2006 der Leitzins nicht viel mehr, als einen Prozentpunkt über der Inflationsrate lag. Gegen Ende des Jahres 2006, kehrte die EZB diesen Trend um, so dass der Leitzins mehrmals in Folge erhöht wurde. Mit Sicht darauf, dass das Zinsniveau der Banken jedoch meist unter dem Satz des Leitzins liegt, sind die Chancen mit einem Geldkonto das eigene Vermögen auszubauen eher gering, wenn auch die Sicherung des investierten Vermögens als so gut wie gesichert anzusehen ist.


Fazit: Es bleibt also festzuhalten, dass Geldkonten eine klassisch konservative Anlageform sind. Ziel einer solchen Geldanlage ist es, das investierte Kapital zu sichern. Vermögenszuwächse sind zwar nicht ausgeschlossen, finden jedoch eher in kleinen bis marginalen Größenordnungen statt.

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen