Gitarre: Barrégriffe

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Aufbau von Akkorderweiterungen

Inhaltsverzeichnis


Diese Griffe sind wirklich nicht leicht zu erlernen. Sie stellen für jeden Anfänger eine Hürde dar, die erst einmal bewältigt werden muss. Es dauert - je nach Übungseinsatz - einige Wochen oder Monate, bis sich der Erfolg einstellt. Das kann natürlich ziemlich frustrierend sein, man sollte sich aber davon nicht entmutigen lassen und die Barrégriffe immer wieder üben. Dabei ist zu beachten, dass man am Anfang lieber öfter und nicht so lange trainiert, da bei Übertraining dieser Griffe auch schnell mal eine Sehnenscheidenentzündung fällig sein kann!

[Bearbeiten] Vorübung

Der Grund für die erhöhte Schwierigkeit dieser Griffe liegt in der mangelnden Kraft der Finger. Um dieses Problem abzuschaffen gibt es eine Vorübung zu den Barrégriffen, die während der Zeit des Erlernens dieser Akkorde immer wieder zwischendurch angewendet werden kann.

Fehlende Kraft kann - wie bei einem Sportler auch - nur durch regelmäßiges Training der betroffenen Muskeln ausgeglichen werden. Vor allem dem Zeigefinger der Greifhand mangelt es an Stärke, darum zielt die Übung ausschließlich auf diesen Finger ab. Die Übung sollte folgendermaßen ablaufen:

  • Greifen der tiefen E-Saite im III. Bund, dann anschlagen und hören.
  • Greifen der Saiten E und A im III. Bund, dann nacheinander anschlagen und hören.
  • Greifen der Saiten E, A und D im III. Bund, dann nacheinander anschlagen und hören.
  • Greifen der Saiten E, A, D und G im III. Bund, dann nacheinander anschlagen und hören.
  • Greifen der Saiten E, A, D, G und B im III. Bund, dann nacheinander anschlagen und hören.
  • Greifen aller Saiten im III. Bund, dann nacheinander anschlagen und hören.

Wichtig dabei ist, dass beim Greifen mehrerer Saiten alle Saiten sauber klingen müssen und nicht schnurren dürfen. Gerade das passiert am Anfang aber jedem Gitarristen spätestens bei 3 gleichzeitig gegriffenen Saiten. Wenn die Saiten nicht alle sauber klingen, ist die Übung abzubrechen und von vorne zu beginnen.

Wenn man es erst einmal beherrscht, alle sechs Saiten gleichzeitig und sauber zum Klingen zu bringen, dann ist es auch nicht mehr weit bis zum Ziel. Erst jetzt kann man sich ordentlich auf die eigentlichen Griffe konzentrieren und hat nicht mehr mit der Kondition zu kämpfen, was einem schnellen Erlernen stark entgegenkommt.

[Bearbeiten] Diagramme für Barrégriffe

Weil ein Barré mit einem einzigen Finger mehrere Saiten greift, wird ein neues Symbol in den Griffdiagrammen notwendig.

Griffdiagramme
Man muß ein Barré nicht immer über alle Saiten greifen. Es dürfen oft auch weniger sein. Teilbarré.jpg
Wenn alle Saiten mit dem Zeigefinger gegriffen werden, dann sieht das so aus. Vollbarré.jpg


[Bearbeiten] Aufbau der Barrégriffe

Wir haben bereits im Kapitel "verschiebbare Akkorde" die Vorstufe zu den Barrégriffen behandelt. Wer genau hinsieht, dem wird klar, dass Barrégriffe nur eine erweiterte Form davon sind. Was rechtfertigt also diesen enormen Lernaufwand?

  • Barréakkorde können genauso voll klingen wie offene Akkorde,
  • Es gibt Akkorde, die ohne diese Technik nicht greifbar sind,
  • Viele Griffe können viel fauler und kraftschonender gespielt werden.

Diese Vorzüge sollten eigentlich jeden werdenden Gitarristen überzeugen, der sich nicht nur auf sehr einfache Stücke beschränken will. Auch hier werden die verschiedenen Grifftypen wieder nach ihren Ursprungsakkorden benannt, hier sind es nur ein paar mehr als bei den verschiebbaren Akkorden. Auch hier ist Kenntnis der Noten auf dem Griffbrett gefragt!

Griffbrett mit ganzen Noten

[Bearbeiten] Die verschiedenen Dur-Typen

Die drei wichtigsten Vertreter dieser Kategorie sind die E-Dur-, A-Dur- und D-Dur-Typen, da sie der Standardstimmung der Gitarre entsprechen und so relativ gut zueinander passen. Die anderen beiden Akkorde - G-Dur-Typ und C-Dur-Typ sind beide für sich eine eigene Gruppe, da deren Grundtöne ebenfalls unmittelbar übereinander liegen.

Dur-Barrégriffe
E-Dur-Typ Den offenen E-Dur Basisakkord mittels Barré in den III. Bund zu verschieben ergibt G-Dur, da der Grundton auf der tiefen E-Saite liegt. G-Dur Barré.jpg
A-Dur Typ Den offenen A-Dur Basisakkord mittels Barré in den III. Bund zu verschieben ergibt C-Dur, da der Grundton auf der A-Saite liegt. C-Dur Barré.jpg
D-Dur Typ Dieser Akkord ist eigentlich kein Barrégriff, er gehört jedoch aus harmonischen Gründen eindeutig an diese Stelle. Hier liegt der Grundton auf der D-Saite, durch das Verschieben in den II. Bund ergibt sich E-Dur. E-Dur verschiebbar.jpg
G-Dur Typ Den offenen G-Dur Basisakkord mittels Barré in den II. Bund zu verschieben ergibt A-Dur, da der Grundton auf der tiefen E-Saite liegt. A-Dur Barré.jpg
C-Dur Typ Den offenen C-Dur Basisakkord mittels Barré in den IV. Bund zu verschieben ergibt E-Dur, da beide Grundtöne jeweils auf einem E liegen. E-Dur Barré.jpg

[Bearbeiten] Die verschiedenen Moll-Typen

Natürlich gibt es auch bei den Barrégriffen wieder Mollakkorde. Allerdings sind es einige weniger als bei Dur.

Moll-Barrégriffe
E-Moll-Typ Den offenen E-Moll Basisakkord mittels Barré in den III. Bund zu verschieben ergibt G-Moll, da der Grundton auf der tiefen E-Saite liegt. G-Moll Barré.jpg
A-Moll Typ Den offenen A-Moll Basisakkord mittels Barré in den III. Bund zu verschieben ergibt C-Moll, da der Grundton auf der A-Saite liegt. C-Moll Barré.jpg
D-Moll Typ Dieser Akkord ist eigentlich kein Barrégriff, er gehört jedoch aus harmonischen Gründen eindeutig an diese Stelle. Verschiebt man den offenen D-Moll Basisakkord in den II. Bund so erhalt man E-Moll, da der Grundton auf der D-Saite liegt. D-Moll verschiebbar.jpg

[Bearbeiten] verschiebbare Sept-Akkorde

Auch Barré-Griffe und verschiebbare Akkorde lassen sich leicht mit der Septime erweitern. Die Typen-Bezeichnungen kommen vom Ursprungs-Akkord, von dem schon der einfache Barré-Griff abgeleitet wurde. Wem das nicht bekannt ist, der sollte lieber vorher nochmal im Kapitel "Barrégriffe" nachschlagen.

[Bearbeiten] Dur-Akkorde

E-Dur-Typ G-Dur-7 Barré.jpg
A-Dur-Typ C-Dur-7 Barré.jpg
D-Dur-Typ E-Dur-7 verschiebbar.jpg
G-Dur-Typ A-Dur-7 Barré.jpg

Wenn wir mal bei den Barré-Griffen nachschlagen dann fällt sofort auf, dass hier der C-Dur-Typ fehlt. Das hat den Grund, dass er sich nicht als Septim-Akkord greifen lässt, denn er benötigt alleine als normaler Barré-Griff alle vier freien Finger, hier würde er fünf in Beschlag nehmen.

[Bearbeiten] Moll-Akkorde

E-Moll-Typ G-Moll-7 Barré.jpg
A-Moll-Typ C-Moll-7 Barré.jpg
D-Moll-Typ E-Moll-7 verschiebbar.jpg

[Bearbeiten] verschiebbare sus4-Akkorde

E-Dur-Typ G-sus-4 Barré.jpg
A-Dur-Typ C-sus-4 Barré.jpg
D-Dur-Typ E-sus-4 verschiebbar.jpg
G-Dur-Typ A-sus-4 Barré.jpg
C-Dur-Typ E-sus-4 Barré.jpg

[Bearbeiten] Zusammenfassung

Wer in diesem Kapitel mal etwas näher hinsieht, dem wird bald die Verwandtschaft zum Kapitel "Die ersten Akkorderweiterungen" auffallen. Eigentlich ist die Vorgehensweise auch die Gleiche, sogar die Akkorddiagramme ähneln sich sehr. Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Kapiteln ist nur die Tatsache, dass es sich hier um Barrégriffe handelt, und nicht um offene Akkorde!


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