Gitarre: Die Konzertgitarre
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Die heutige Konzertgitarre hat sich aus der deutlich kleineren Gitarrenart des 19. Jh. entwickelt. Bahnbrechend für die aktuelle Form sind die Arbeiten des spanischen Gitarrenbauers Antonio de Torres.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Allgemeines
[Bearbeiten] Teile der Konzertgitarre
| Nr. | Deutsch | Englisch |
| 1 | Kopf | Headstock |
| 2 | Obersattel | Nut |
| 3 | Stimmwirbel | Machine heads (or pegheads, tuning keys, tuning machines, tuners) |
| 4 | Bund(-stäbchen) | Frets |
| 7 | Hals | Neck |
| 8 | Halsfuß (Befestigung des Halses am Korpus) | Heel |
| 9 | Korpus | Body |
| 12 | Steg, Brücke | Bridge |
| 14 | Boden | Back |
| 15 | Decke | Soundboard (top) |
| 16 | Zarge | Body sides (ribs) |
| 17 | Schalloch mit Gitarre: Die Konzertgitarre#Rosette/Rosette (Verzierungen, Einlegearbeiten) |
Sound hole, with Rosette inlay |
| 18 | Saiten | Strings |
| 19 | Untersattel oder Stegeinlage | Saddle |
| 20 | Griffbrett | Fretboard (or Fingerboard) |
[Bearbeiten] Bund
Bünde bzw. Bundstäbchen sind zur Tonerhöung nötig.Beim drücken einer Saite kurz vor dem Bund verkürzt der Bund die Saite.
Ursprünlich waren die Bünde nicht aus Metall, sondern sie wurden aus Darm, Drat oder Kordel (etc.) um den Steg gebunden, und waren somit frei beweglich.
[Bearbeiten] Hals
Der Hals der Gitarre ist breiter als der von Western- oder E-Gitarren, dementsprechend liegen die Saiten weiter auseinander. Er kann aus Palisander oder Mahagoni oder anderen Hölzern bestehen. Das Griffbrett ist bei hochwertigen Modellen aus Ebenholz gefertigt, kann bei minderen Qualitäten auch aus Palisander bestehen. Die schwingende Saitenlänge (Mensur) beträgt 65 cm, bei Kinder- oder Damengitarren weniger.
[Bearbeiten] Halsfuß
Der Halsfuß ist das "Rückgrat" einer Konzertgitarre. Hier ist der Hals tragend mit dem Korpus verbunden, womit auf diesem Teil fast die gesamte Saitenspannung des Instruments lastet. Der Halsfuß ist bei Konzertgitarren seit jeher mit dem Korpus verleimt.
[Bearbeiten] Kopf
Am Kopf befinden sich die Saitenmechaniken zum Stimmen des Instrumentes. Auffällig bei der Konzertgitarre ist dabei, dass die Mechaniken nach hinten zeigen, während sie bei Westerngitarren seitlich stehen. Entsprechend weist der Kopf einer Konzertgitarre zwei Langlöcher auf, in denen sich die Zylinder der Mechaniken befinden, während diese bei Westerngitarren nach vorn zeigen. Das Endstück der Kopfplatte weist je nach Gitarrenbauer ein unterschiedliches Profil auf, es ist sozusagen oft das Erkennungsmerkmal.
[Bearbeiten] Korpus
Der Korpus guter Konzertgitarren weist zumeist Böden und Zargen aus Palisander auf. Die Decken bestanden früher bevorzugt aus Fichte, heute wird aber ebenso Zeder verbaut. Demgegenüber haben Flamencogitarren i.d.R. Böden und Zargen aus Zypresse und Decken ebenfalls aus Fichte oder Zeder. Die Decken und die Böden sind fast immer aus zwei Längsteilen zusammengesetzt. Der Zusammenstoß von Zarge und Decke bzw. Boden ist mit einem mehrteiligen Einlagestreifen aus verschiedenfarbigen Hölzern verziert. Das Griffbrett reicht bis auf den Korpus bis zum Schalloch. Es ist auf den Korpus aufgeleimt. Auf den Boden sind im Innern sog. Balken senkrecht zur Mittelfuge aufgeleimt. Sie reichen mit ihren Enden bis in die Zargenreifchen. Solche Balken befinden sich auch auf der Unterseite der Decke. Jedoch sind sie oft von Gitarrenbauer zu Gitarrenbauer unterschiedlich angeordnet. So wurde die simple "Senkrecht-zur-Mittelfuge"-Bebalkung von Torres mit einer Fächerbalkenkonstruktion unter dem Steg abgelöst. Auf diesem Gebiet wird auch heute noch experimentiert.
[Bearbeiten] Obersattel
Der Sattel besteht aus einem Stück Kunststoff, in dem die Saitenauflagen eingefräst sind. Er dient dem Zweck, die Seitenabstände gleich zu halten und gibt die Saitenlage in den unteren Bünden vor. Dabei muß der Sattel so hoch sein, daß leer klingende Saiten die Bundstäbchen nicht berühren. Andererseits darf er aber auch nicht zu hoch sein, da die Saiten sich sonst besonders in den untersten Bünden nicht mehr sauber greifen ließen. Der Sattel selbst liegt in einer Nut und wird allein durch die Saitenspannung festgehalten. Er hält von alleine, deshalb muß er nicht anderweitig befestigt werden.
[Bearbeiten] Stimmwirbel
Die Stimmwirbel einer Konzertgitarre sind stets nach hinten gerichtet. Jeder der sechs Wirbel ist über einen Schneckenradantrieb, der auf ein kleines Zahnrad wirkt, mit den Saitenaufnahmen verbunden. In der Mitte eines jeden Zahnrades befindet sich eine Schraube, mit der man die Schwergängigkeit der Mechanik beeinflussen kann. Die Schraube ist gerade so fest zu drehen, daß man die Stimmwirbel noch leicht drehen kann. Ist die Feststellschraube allerdings zu locker, so verstimmt sich die Gitarre aufgrund der Saitenspannung.
Beim Besaiten der Gitarre ist stets darauf zu achten, daß die Saite von oben her auf die Saitenaufnahme läuft. Außerdem sollten sich immer etwa drei Windungen auf der Saitenaufnahme befinden, daß sich die Saiten nicht von selbst herausziehen können.
[Bearbeiten] siehe auch
[Bearbeiten] Spezialzubehör
[Bearbeiten] Fußbank
Bei der klassischen Haltung ruht die Zarge der Konzertgitarre auf dem linken Oberschenkel. Dafür gibt es spezielle Fußbänkchen, auf die man den linken Fuß setzt, damit der Oberschenkel leicht erhöht ist.
Um Haltungsschäden vorzubeugen und entgegenzuwirken, wurden als Ersatz für die Fußbank diverse Alternativen gefunden, welche eine ergonomischere und rückenfreundlichere Haltung ermöglichen. Diese werden entweder an der Gitarre angebracht (mit Saugnäpfen oder Spannvorrichtungen) oder zwischen Gitarre und Oberschenkel gelegt (speziell geformte Kissen). Alternativ kann man auch Ständer, in welche die Gitarre eingespannt wird und frei im Raum vor dem Spieler steht, benutzen. Ferner werden inzwischen auch Gurte, ähnlich wie die von Akustik-Gitarren, verwendet.
[Bearbeiten] Siehe auch
| Commons: Akustische Gitarren – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |


