Gitarre: Die Pentatonik im Blues
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| Mindest-Voraussetzungen | |
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| offene Akkorde Die Moll-Pentatonik |
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| Verwandte Kapitel | |
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| Weiterführende Kapitel | |
Inhaltsverzeichnis |
Wir haben bereits einen Einblick in die Vielseitigkeit der fünf Pentatonik-Patterns erhalten. Wir wissen, dass man diese Skalen für Dur wie auch für Moll einsetzen kann. Jetzt fehlt nur noch eine Skala, die nicht so brav und klassisch klingt wie reines Dur oder Moll. Wenn wir das Gegenteil von "klassisch" suchen, dann passt eigentlich nur der Begriff "bluesig". Genau das ist es auch, was wir hier finden wollen.
[Bearbeiten] Entstehung der Blues-Pentatonik
Für "normale" Verhältnisse würde ein Musiker seine Tonleiter-Wahl etwa so treffen:
- Stück in DUR = Dur-Tonleiter oder Dur-Pentatonik.
- Stück in MOLL = Moll-Tonleiter oder Moll-Pentatonik.
Das Problem dabei ist nur, dass beide Kombinationen "klassisch" klingen. Wie aber kommt man nun zu einer "bluesigen" Tonleiter? Die Antwort darauf ist ziemlich verblüffend. Wenn ein Musiker "bluesig" spielen will, wählt er meist die folgende Kombination:
- Akkorde in DUR + Pentatonik in Moll (!)
Man könnte auf den ersten Blick glauben, dass es nicht möglich ist, die Moll-Pentatonik über einen Dur-Akkord zu spielen. Das widerspricht fast jeder klassischen Regel der Musik[1]! Aber der Blues ist eben auch mehr ein Gefühlszustand als angewandte Musiktheorie. Mal ein Erklärungsversuch, den man so in keinen Musiktheoriebüchern finden wird. Man hat den Blues, d.h. man fühlt einen tiefen Weltschmerz, weil die eigene Situation eben so ist, wie sie ist; traurig halt. (Warum erfährt man im Blues). Darum spielt man halt das traurige Moll. Aber irgendwie schaft man es immer wieder sich aufzuraffen, und mit Galgenhumor seinen Tag über die Runden zu bringen. Diese Kraft, die man ja irgendwo hernehmen muss (und wenn es nur der Chef ist, der einen immer wieder antreibt) verlangen nach einem Dur-Akkord-Gerüst. Der Blues schwimmt also irgendwo zwischen Dur und Moll, und lässt sich nirgends ganz klar festlegen.
Nun ja, diese Beschreibung entbehrt einer wissenschaftlichen Grundlage, aber dazu ist die Erklärung auch gar nicht gedacht. Mit diesem Wissen lässt sich jedoch einfach die Bluestonleiter bilden. Man Greift einen Dur-Akkord und improvisiert mit einer Moll-Pentatonik darüber. Als weitere Intervalle werden zu der Moll-Pentatonik noch die große Terz (Dur-Terz oder kurz 3) verwendet. Daneben wird sehr oft noch die große Sexte (6) (die eher bei Dur-Akkorden auftaucht) verwendet, in Kombination mit der kleinen Septime (7) verwendet.
[Bearbeiten] Aufbau der Blues-Pentatonik
Da zum einfachen Bluesspiel eine unveränderte Moll-Pentatonik zum Einsatz kommt, kann man auch die Griffschemen dieser Skalen 1:1 übernehmen. Es ändert sich noch nicht einmal die Stufe, da man hier nur die normalerweise zu Grunde liegenden Moll-Akkorde in Dur-Akkorde abändert.
Alle diese Pattern werden im Blues über einen A-Dur- oder A7-Akkord angewandt, obwohl die Pentatonik für gewöhnlich über A-Moll gespielt würde! Somit ist die A-Moll-Pentatonik automatisch auch die Blues-Pentatonik in A.
[Bearbeiten] Die Blue-Notes
Die Blues-Pentatonik ist nicht zu verwechseln mit der Blues-Tonleiter. Ähnlich wie bei Dur- und Moll-Pentatonik gibt es auch hier noch weitere Töne, die man in die Pentatonik einsetzen könnte. Allerdings läuft hier der Hase in eine andere Richtung, denn die Blues-Pentatonik entsteht nicht durch einfaches Weglassen von Noten! Vielmehr entsteht die vollständige Blues-Tonleiter durch Anreicherung der Blues-Pentatonik mit den "Blue-Notes".
"Blue-Notes" machen den Blues erst zu dem, was er ist. Im Blues trifft der Spruch "what ever sounds right is right" wie in keiner anderen Musikrichtung zu. Es kann jede beliebige Note an fast jeder Stelle einer Blues-Progression richtig oder falsch sein, besonders die Blue-Notes. Herauszufinden, wann diese Töne gespielt werden und mit welchem feeling man das tun sollte kann nur durch experimentieren erlernt werden. Anders als in der klassischen Musik gibt es dafür keine allgemein gültigen Regeln, es zählt das richtige "Gespür" dafür.
[Bearbeiten] Übermäßige Quarte (4#)
Die wichtigste "Blue-Note" ist die 4# (auch "sharp four" genannt). Sie erzeugt eine starke Spannung, die nur mit Hilfe eines Dominantakkordes auf der V. Stufe wieder abgebaut werden kann. Deshalb ist sie auch nur als Durchgangston zu betrachten, denn die 4# ist ein dissonanntes Intervall wird häufig auch als Tritonus bezeichnet.
[Bearbeiten] Flat five (b5)
Die b5 (auch "flat five" genannt) ist eigentlich die enharmonische Verwechslung zu 4#. Sie erzeugt also genau die gleiche Spannung und verhält sich im Blues auch genau so wie die 4# und wird ebenfalls als Tritonus bezeichnet. Man kann sich darüber streiten, welche Bezeichnung die bessere ist. Da viele den b5-Intervall immer mit einem verminderten Akkord (z.B. Hm7b5) und einem ganz typischen Klangeindruck verbinden, kann es sein, dass sie die Bezeichnung #4 bevorzugen. Sie interpretieren diesen dann als lydische Quarte der öfter bei Dur-Akkorden (insbesondere bei der Subdominante) auftaucht. Leider ist diese Argumentation nicht ganz schlüssig, aber für die Praxis zum Lernen ganz nützlich.






