Gitarre: Eisenbahn und Westernschlag

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lektion 2c: Zwei weitere einfache Schlagmuster

Die folgende Übung ist weniger etwas zum Nachspielen, sondern mehr etwas zum Verstehen.

[Bearbeiten] Das Achtel-Feeling

Takt1u2u3u4u.gif

Acht-Achtel-Schlag einfach.png
Alle weiteren Schlagmuster leiten sich aus dem nebenstehenden Muster ab. Wie du siehst, handelt es sich um eine gleichmäßige Auf- und Abwärtsbewegung.
Diese Bewegung bleibt (bis auf sehr wenige Ausnahmen, auf die ich aber noch gesondert hinweisen werde) immer gleichmäßig erhalten. Wie das Pendel einer Uhr schlägt der rechte Arm auf und ab. Diese Bewegung lässt sich durch nichts stören.

Alle Rhythmen entstehen dadurch, dass die Saiten der Gitarre mal berührt werden und mal nicht. Wenn die Saiten nicht berührt werden, wird die Auf- und Abwärtsbewegung des Armes nicht unterbrochen. In den folgenden Diagrammen wird dieses durch ausgegraute und gestrichelte Pfeile dargestellt. Diese sind die vorher schon erwähnten Luftschläge. Pro Takt werden jeweils 8 Schläge ausgeführt. Mal richtig, mal als Luftschlag, aber insgesamt sind es immer 8 Schläge. Daher fasst man die Schläge, die wir hier beim Lagerfeuer- und später beim Folkdiplom lernen, als Achtel-Feeling zusammen. Diesen Schlag könnte man 8/8-Schlag nennen. Allerdings ist dieser Schlag für sich alleine recht eintönig.

Man zählt übrigens nicht bis "8", auch wenn es 8 Schläge sind, sondern nur bis "4" und fügt nach jeder Zahl ein "und" ein: 1 und 2 und 3 und 4 und

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Merke
JEDER Abschlag ist eine Zahl. JEDER Aufschlag ist ein "und"!

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Der Daumen wird beim Aufschlag einfach mit dem Daumennagel über die Saiten geführt. Man sollte es vermeiden, die Hand oder den Unterarm besonderst stark zu verdrehen. Das ist gar nicht nötig. Wenn man sich vorstellt, man würde ein Knetkügelchen oder dergleichen zwischen den Fingern drehen, dann kommt man der Bewegung am nächsten, die zum Schlagen nötig ist. Der Daumen sollte auch ein wenig von den übrigen Fingern abstehen (einfach damit sie sich nicht ins Gehege kommen). Es sieht ein kleines bisschen wie beim Trampen aus.

[Bearbeiten] Der Eisenbahnschlag

Diese Lektion dient eigentlich nur als Vorübung für den "Westernschlag" und muss zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt intensiv geübt werden. Man kann sich den Schlag auch für später aufheben. Der Grund: Der Eisenbahnschlag selbst eignet sich nicht so besonders, um viele Lieder zu begleiten. Er wird viel häufiger nur als Übergang oder für kurze Passagen (wie z.B. den Refrain) verwendet. Dennoch erklärt sich von diesem Schlag aus viel leichter der "Westernschlag".

Takt1u2u3u4u.gif

Eisenbahnschlag.png
Viel interessanter wird der 8/8-Schlag, wenn man auch hier genau wie oben beim 4/4-Schlag zwischen Bass-Saiten (die oberen drei) und Diskant-Saiten (die unteren drei) abwechselt.
Bei "1-und" werden die oberen Saiten auf- und abgeschlagen,
bei "2-und" die unteren Saiten;

bei "3-und" wieder die oberen, und
bei "4-und" wieder die unteren.
Gezählt wird "ober-halb, unter-halb, ober-halb, unter-halb"
bzw. "1-und, 2-und, 3-und, 4-und".



Der Schlag kann das ganze Lied über beibehalten werden (z.B. "Let's Twist Again"), oder er wird (was viel häufiger vorkommt) nur bei einem einzelnen Vers oder für eine Überleitung eingesetzt.

Wenn du den Schlag recht schnell ausführst, wirst du wahrscheinlich hören, wie er zu seinem Namen kam.

Übungsvorschlag 
Eine Insel mit zwei Bergen (das Lummerlandlied) © D D A A - A A D D [Melodie+Text]


Das Lied muss nicht die ganze Zeit über im Eisenbahnschlag gespielt werden, aber bei einer Wiederholung darf er ruhig mal auftauchen. Eine witzige Einleitung wäre es, das Lied mit einem ganz langsamen Eisenbahnschlag anzufangen und dabei "tsch-tsch" zu singen. Diesen Schlag dann schrittweise schneller werden lassen, bis man das richtige Singtempo hat, und dann mit der ersten Strophe einsetzen.

Ebenso kann das Lied so ausgeleitet werden, jedoch wird man immer schneller und leiser und imitiert so einen wegfahrenden Zug...

---

Wie ich oben schon sagte, dienen die Schlagmuster auf dieser Seite hauptsächlich der Übersicht, um den Aufbau der folgenden Schläge zu erklären. Es reicht also, sie anfangs mal kurz auszuprobieren. Aber richtig üben brauchst du sie erst viel später. Der Schlag, auf den es in dieser Lektion ankommt ist:

[Bearbeiten] Der Westernschlag

Dieser Schlag ist schon ganz gut geeignet, um Lieder zu begleiten. Er passt nicht nur zu Cowboy-Liedern, sondern auch zu vielen anderen Volksliedern und Folk-Songs.

Takt1 2u3 4u.gif

Westernschlag.png
Der ausgegraute und gestrichelte Pfeil nach oben ist bloß der Luftschlag. Um den Takt zu zählen, übersehe ihn einfach! Dieser Schlag ähnelt sehr dem Eisenbahnschlag. Der Unterschied ist, dass beim Aufschlag nach der "1" sowie beim Aufschlag nach der "3" ein Luftschlag ausgeführt wird.
Bei diesem Luftschlag muss der Arm wieder nach oben, damit er wieder für den nächsten Abschlag bereit ist.
Häufiger Anfangsfehler: Der Arm wartet nach der "1" unten. Er macht dort unnötigerweise eine Pause und kommt nicht mehr rechtzeitig zur "2" nach oben.
Die richtige Pause entsteht nach der "1" automatisch, wenn du einen Aufschlag machst, ohne dabei die Saiten zu berühren; eben einen Luftschlag. -
Du musst dich aber hüten, "eins-zwei-und, drei-vier-und" zu zählen. Sonst hast du hinterher einen 3/4-Takt.

Zähle besser "Eins-ssa, Zwei-und, Drei-ja, Vier-und". Dabei soll das -ssa und das -ja die Pause für dem Luftschlag akustisch untermalen.

Der Westernschlag eignet sich gut dafür, wenn man zwei Akkorde in einem Takt spielen möchte.

Beispiel
D Follow me and every- (G thing is all- A) right
D I'll be the one to tuck you (G in at D) night
Rhythmusbeispiel

[Bearbeiten] Wann nimmt man welchen Schlag?

Der Westernschlag kann fast immer dort eingesetzt werden, wo auch der 4/4-Schlag oder später der Lagerfeuerschlag passt. Er erinnert sehr an Country- und Westernlieder (daher der Name). Wenn einmal Lieder kommen, bei denen oft und schnell hintereinander die Akkorde gewechselt werden, dann hat man mit diesem Schlag meist weniger Probleme, da man sehr einfach bei der 1 und bei der 3 den Griff wechseln kann. Doch bei einigen Liedern kann der gleichmäßige Schlag recht fade wirken...

Jetzt, zum Üben, musst du die Lieder mit den hier vorgeschlagenen Schlägen üben. Später wird dein eigener Geschmack entscheiden, welchen Schlag du nimmst. Im Augenblick kennst du nur drei Schlagmuster, aber das wird sich früher oder später ändern...

Es gibt keine feste Regel, welchen Schlag man nimmt. Sehr oft nimmt man sogar in ein und dem selben Lied mehrere Schlagmuster oder Variationen des Grundmusters. Man kann sich dabei an dem Original orientieren, muss es aber nicht (das machen nicht einmal die Interpreten selbst...).

Du solltest nach einiger Zeit aber in der Lage sein, jeden Schlag bei jedem Lied anzuwenden, sofern dieses im 4/4-Takt steht. Dabei probiert man einfach mal aus, ob nicht ein anderer Schlag besser klingt. Es kann sogar vorkommen, dass die Auswahl des Schlages von der eigenen Tagesstimmung abhängt. Es gibt da wie schon gesagt keine festgesetzten Regeln. Und es muss nicht immer wie das Original klingen!

[Bearbeiten] Gleichmäßig wie ein Uhrwerk

Unverzichtbar ist aber, dass der Rhythmus (welchen man auch immer wählt) gleichmäßig ist. Bei jedem Takt, den du übst, und bei jeder Pause, die du machst, sollte man immer genau bis 4 zählen können. Keinen Schlag mehr und keinen weniger.[1]

Wenn man auch mal über anfängliche Griffunsauberkeiten hinweghören kann, so darf ein fehlender Schlag oder ein Schlag zu viel auf gar keinen Fall toleriert werden. Man darf nur bei denjenigen Pausen ein Auge zudrücken die entstehen, weil man den neuen Griff noch nicht sicher beherrscht...

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Merke
Ein falscher Ton zur richtigen Zeit ist nur halb verkehrt.

Ein richtiger Ton zur falschen Zeit ist absolut verkehrt.

Nichts haut eine Gruppe von Sängern oder Musikern mehr raus, als wenn der Takt nicht stimmt. Falsche Akkorde, unsaubere Griffe, schiefe Töne, ja selbst ein falscher Rhythmus (z.B. Samba anstelle von Rumba), all das wird oft gar nicht bemerkt. Das kann man immer wieder gerade biegen und man kann sich immer wieder reinpfuschen.

Also bloß kein Stoppen oder ein "Entschuldigung, ich wollte..." . Einfach weiterspielen. Oder wenn du am Üben bist, bringe wenigstens den Takt oder den Vers, den du singst, zu Ende. Dann lieber nochmal langsam ganz von vorne. Oder die schwierige Passage isoliert üben. Einen vergangenen Schlag zu berichtigen, bringt gar nichts. Das kannst du also auch beim nächsten Vers üben. Und Fehler gehören zum Lernen einfach dazu!

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Über einige Unsauberkeiten wird der Lehrer einfach hinweghören (oder er sollte es zumindest).
Beim nächsten, übernächsten oder überüberüberüberübernächstenmal wird es besser.


Wenn jedoch der Takt durch einen Schlag zu viel oder zu wenig kaputt gemacht wird, dann bekommt das jeder mit. Man gerät einfach aus dem Tritt. Du kannst von Glück sagen, wenn die anderen es auf ihre eigene Unfähigkeit schieben. Wir wollen aber nicht so "taktlos" sein, und jedermann solche Peinlichkeiten ersparen.

[Bearbeiten] Liedervorschlag

Glasbutton Tipp.svg

Suche am Anfang immer Lieder aus, bei denen ein Akkord mindestens zwei Takte lang ausgehalten werden muss.

Neue Akkorde bzw. Akkordwechsel sind für den Anfänger nicht einfach, und bis man sie richtig beherrscht, kommt es automatisch zu Pausen. Das ist nicht weiter dramatisch. Jedoch muss man es irgendwie schaffen, dass man sich die Pausen nicht zu einer Gewohnheit macht, die man nachher wieder abtrainieren muss. Daher sollten die Akkorde immer zwei Takte ausgehalten werden. Denn wenigstens beim zweiten Takt braucht man keinen Griffwechsel und daher sollte da keine "Anfängerpause" nötig sein. Achte also darauf, dass die Takte nahtlos aneinander gespielt werden; wenigstens solange es zu keinem Akkordwechsel kommt.

Für den Westernschlag

Beim Westernschlag darf man nicht nach der "4-und" aufhören zu spielen, sondern muss gleich mit der "1" weitermachen. Sonst hoppelt der Rhythmus.

Also nicht

Tab spacer.svgTab 1.svgTab 0.svgTab 2.svgTab plus.svgTab 3.svgTab 0.svgTab 4.svgTab plus.svgTab spacer.svgTab spacer.svgTab spacer.svgTab spacer.svgTab spacer.svgTab 1.svgTab 0.svgTab 2.svgTab plus.svgTab 3.svgTab 0.svgTab 4.svgTab plus.svgTab spacer.svgTab spacer.svgTab spacer.svgTab spacer.svgTab spacer.svgTab 1.svgTab 0.svgTab 2.svgTab plus.svgTab 3.svgTab 0.svgTab 4.svgTab plus.svgTab spacer.svg
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Sondern

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Hörbeispiel in der nächsten Lektion.

Fußnoten
  1. Es gibt zwar einige wenige Lieder, die ihren besonderen Reiz erst durch eine Unregelmäßigkeit im Takt erhalten (zu denken wäre da unter anderem an einige Kirchenlieder), aber die kann man sich wirklich aufheben, bis ein gleichmäßiger und regelmäßiger Takt und Rhythmus gar kein Problem mehr darstellt. Solche Lieder, die mitten drin von einem 4/4-Takt abweichen (egal ob es innerhalb eines Verses oder während einer Pause ist), sollte man zumindest am Anfang erst gar nicht lernen. Man darf den Rhythmus selbst variieren (mehr oder weniger Luftschläge, Lautstärke, Anzahl der Saiten, Gesamttempo...), jedoch muss bei einem 4/4-Takt ohne Ausnahme immer bis 4 gezählt werden können. Das muss einfach in Fleisch und Blut übergehen. Und bis es so weit ist: Zählen, zählen, zählen...
    ps.
    Beim 3/4-Takt, den wir um einiges später üben, wird natürlich bis 3 gezählt, beim 6/8-Takt bis 6, und so weiter ...
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