Gitarre: Erste Barree-Akkorde
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Für den ersten Einstieg gibt es eine recht einfache Akkordfolge. Für diese Akkordfolge benötigen wir Barré-Akkorde des E-Types. Das sind Akkorde, die sich von dem Akkord E-Dur oder E-Moll ableiten.
Als einen Akkorde des E-Dur bzw. Em-Typen werden Barré-Akkorde bezeichnet, die genau so aussehen, wie der Standard-Akkord, der ohne Barré -Finger gegriffen wird. Das "E" beim E-Akkordtyp hat gar nichts mit dem Ton E zu tun (auch wenn er zufälligerweise in dem entsprechenden Akkordtyp vorkommen sollte - ) sondern er sagt bloß etwas über das Aussehen des Barré-Akkordes aus. Wenn man Anstelle des Barré-Zeigefingers einen Capo einsetzen würde, dann müsste rein grifftechnisch als Akkord ein E bzw. ein Em gegriffen werden.
- Übung
Begleitung: Am G F (E4 E)
Wenn man mal nicht auf die Finger selbst achtet, sondern nur auf die Position der Finger, dann fällt einem sofort auf, dass die Akkorde gleich aufgebaut sind. Der Zeigefinger übernimmt die Rolle des Sattels. Die übrigen Finger müssen jeweils um einen Platz nachrücken. D.h. Der Mittelfinger übernimmt bei den Barré -Akkorden die Aufgaben, die vorher der Zeigefinger beim einfachen E-Dur hatte. Der Ringfinger nimmt den Platz des Mittelfingers ein und der kleine Finger übernimmt die Funktion des Ringfingers.
Musste man beim einfachen E-Dur-Akkord den Zeigefinger wegnehmen, um ein E-Moll zu erhalten, so muss man von einem E-Dur-Akkordtyp den Mittelfinger wegnehmen um einen E-Moll-Akkordtyp zu erhalten.
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[Bearbeiten] Wichtige Fingerstellung
Bei den einfachen Akkorden wurde immer darauf hingewiesen, dass Mittel- und Zeigefinger immer dicht beieinander bleiben sollen. Solch eine Faustformel gibt es auch für die Barré-Akkorde.
Der kleine Finger und der Ringfinger sollen immer beieinander bleiben. Der kleine Finger kommt immer eines unter dem Ringfinger. (Vielleicht ist dir die Position schon vom Balladendiplom geläufig vgl. C/G oder F/C) Weiterhin muss immer darauf geachtet werden, dass zwischen dem Zeigefinger und Mittel- und kleine Finger jeweils ein Bund frei ist.
Dabei ist es unbedingt wichtig, dass der Zeigefinger zuerst aufsetzt wird. Dann erst folgt der Ringfinger und der kleine Finger. Der Mittelfinger wird erst ganz zum Schluss aufgesetzt. Die Reihenfolge wird einem vielleicht pedantisch vorkommen. Aber es ist auf lange Sicht gesehen wirklich die einfachste. Wenn man später noch ein Zupfmuster mit integrieren will, dann wird zuerst der Basston vom Zeigefinger gebraucht (meistens jedenfalls) und dann erst kommen die anderen Finger dran. Sobald der Zeigefinger seinen Platz gefunden hat, dann werden die übrigen Finger automatisch ihre Position finden.
Wichtig ist vor allen Dingen, dass man die Position "Z - M K" richtig in die Finger bekommt. Diese Position wird bei allen der nun folgenden Barré-Akkorde und später noch bei den Powerchords benötigt.
[Bearbeiten] Lage des Daumens
Bei der Haltung des Daumens werden zwei Positionen favorisiert. Eine der am häufigst verwendeten Positionen ist es, den Daumen gegenüber der Finger zu positionieren, und den Druck auf die Finger wird wie bei einer Schraubzwinge zu erzeugen. Kleiner Nachteil: Der Muskel des Daumens muss ganz schön arbeiten, was auf die Dauer ganz schön anstrengend ist. Doch der Übergang zum Solo-Spielen erfolgt etwas einfacher.
Alternativ dazu kann man dem Daumen recht weit zum Steg hin abspreizen (fast wie beim Trampen). Nachteil: Die Beweglichkeit der Finger für ein Solo geht ein wenig verloren. Dafür ist der Griff relativ natürlich, und lange nicht so anstrengend, wie die obere Variante. Der gestreckte Daumen dient nur als Widerlager, muss aber so gut wie keine Kraft aufwenden. Der Zeigefinger ist die Drehachse, und die Muskelkraft kommt vom Unterarm her. Der Druck der Finger wird durch eine Art Drehbewegung erreicht. Es erinnert ein wenig an die Haltung vom Fegen oder vom Rudern.
Obwohl ich persönlich meist die untere Variante bevorzuge, kann man keinen generellen Rat geben, denn es liegt jeweils an den einzelnen Spielern, womit sie besser klar kommen. Man sollte jedoch beide Möglichkeiten kennen, und am besten auch können, damit man immer eine Möglichkeit hat, die Hand beim spielen zu entlasten, oder den Druck auf die Finger zu optimieren. Welche der beiden Stellungen man letztlich favorisiert, das muss jeder für sich selbst ausprobieren. Es lohnt sich aber beide Haltungen zu üben.
Jedoch darf man sich nichts vormachen: beide Varianten sind anstrengend, und es dauert einiges an Übung, bis die Griffe sicher sitzen. Übertreibt es also nicht am Anfang, sondern übt lieber jeden Tag nur ein paar Minuten.
| Tipp: |
(etwas, das man mal im Unterricht ausprobieren kann.) Was mit der ersten Griff-Variante unmöglich ist, klappt mit der zweiten Griff-Variante ohne größere Probleme. (Natürlich sollte die Gitarre nicht zu schwer sein, und man sollte recht weit in der Mitte greifen.) Auch hier gilt, was schon bei dem Anfängerkurs im Lagerfeuerdiplom gesagt wurde: Meist greift man viel zu stark. Jede unnötige Kraftanstrengung ist zu vermeiden. Vor allem, wenn es einfachere Alternativen gibt, die keine erkenntlichen Nachteile haben. |
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Da es aber, wie schon gesagt, unter Gitarrenlehrer unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema gibt, sei auch hier noch einmal auf die Diskusion: Lage des Daumen hingewiesen.
[Bearbeiten] Randbemerkung
Ab jetzt seid ihr in der Lage, den F-Dur-Akkord als vollen Barré-Akkord. Es ist durchaus möglich, dass ihr die Barré-Variante wegen ihres vollen Klanges bevorzugen werdet. Es gibt aber keinen vernünftigen Grund, das kleine F in dem Keller verstauben zu lassen. Er wird immer noch gebraucht. Hütet euch vor allem davor, den kleinen F schlechtzumachen. Das hat er nicht verdient:
[Bearbeiten] Liedvorschlag
- Year 2525 (Zager and Evans ): Am G F E4-E
- Dicke (Marius Müller-Westernhagen): Am G F E4-E
- Hit the Road Jack (Ray Charles): Am G F E (Achtung: Schnell! Jeder Akkord nur 2 Schläge)
- California Dreaming (The Mamas & The Papas) easy to play: Am-G F-G E4 E
- Have a nice day (Bon Jovi): Am C F C G G


