Gitarre: Improvisationsskala vom F-Dur-Typ
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[Bearbeiten] Jazzworkshop für Gitarre (Lektion 7)
In der letzten Lektion hatten wir eine Akkordkombination, für die nur 3 Bünde und die leeren Saiten benötigt wurden. Im folgenden wollen wir schauen, ob in diese drei Bünde eine eine Improvisations-Skala hineinpasst.
Dazu gehen wir mit den Akkorden zurück in den ersten Bund, und spielen die schon gelernte II-V-I-Verbindung: Gm7-C7-Fj7....
Die C-Dur-Tonleiter in den ersten drei Bünden könnt ihr doch schon - oder?
Gm7-C7-Fj7 endet mit einem Fj7. Fj7 ist die erste Stufe der F-Dur-Tonleiter.
Die F-Dur-Tonleiter unterscheidet sich dadurch von der C-Dur-Tonleiter, dass das H durch ein Bb ausgetauscht wird. Sobald man die C-Dur-Tonleiter kann, dann bekommt man auch schnell die F-Dur-Tonleiter rein.
Nachdem man sich die Lage der F-Dur-Töne eingeprägt hat, kann man versuchen, diese in eine höhere Lage zu verschieben.
Fingersatz
Tonleiter F-Typ in der Lage Intervall-Schema
E |-F-:---:-G-| |-Z-:-M-:---:-K-| |-7-:<1>:---:-2-|
|-C-:---:-D-| |---:-M-:---:-K-| |---:-5-:---:-6-|
G |---:-A-:-Bb| |-Z-:---:-R-:-K-| |-2-:---:-3-:-4-|
D |---:-E-:-F-| |-Z-:---:-R-:-K-| |-6-:---:-7-:<1>|
A |-Bb:---:-C-| |-Z-:-M-:---:-K-| |-3-:-4-:---:-5-|
E |-F-:---:-G-| |-Z-:-M-:---:-K-| |-7-:<1>:---:-2-|
In den höheren Lagen kommen also noch die leeren Saiten hinzu, und da man nicht mehr die Leeren Saiten zur Hilfe nehmen kann, braucht man insgesamt 4 Bünde für die Skala vom F-Dur-Typ.
[Bearbeiten] Exkurs: F-Dur-Skalen-Typ (Improvisationsscala)
- Was ist ein Skalen-"Typ"oder Akkord-"Typ"?
Einfach erklärt: Es sieht aus wie die F-Dur-Skala, ist jedoch weiter nach oben verschoben worden. Fast so, als hätte man das ganze Musikstück mit einem Capo einen Bund nach oben verschoben, und dort einfach die F-Dur-Akkordkombination gespielt.
Typisch, wie F-Dur eben...
Randbemerkung: Ich werde mich zwar bemühen, alles Gm7"-Typ", C7"-Typ", oder Fj7"-Typ" zu benennen, doch es kann durchaus sein, dass ich es mal vergesse. Nur damit ihr euch nicht verwirren lasst: Ich vergleiche alles mit der F-Dur-Tonleiter, egal, in welcher Lage ich mich eigentlich befinde, und wie der Ton/Akkord tatsächlich heißt. Das vereinfacht die Sache am Anfang ungemein, die Zusammenhänge zu verstehen. Sonst muss man sich nämlich noch mit den Vorzeichen und so rumschlagen...
Die Skala des F-Dur-Types lässt sich am besten in drei Abschnitten lernen:
Der erste Abschnitt leiten wir uns von der C-Dur-Tonleiter her. (Vorausgriff: Eigentlich sollte es der 3. Fingersatz sein, aber es kommt zu einem Lagenwechsel zwischen der G- und der H-Saite. Die Leute, die den Improvisations-Workshop gelesen haben wissen, wovon ich rede, die andern müssen noch ein wenig warten)
|-Z-:-M-:---:-K-| |---:-M-:---:-K-|
Der mittlere Teil: je eine große Sekunde (= mit leerem Bund dazwischen) gefolgt von einer kleinen Sekunde ( = ohne Bund dazwischen) Nenne ich zweiten Fingersatz, weil man ja eigentlich von oben nach unten liest.
|-Z-:---:-R-:-K-| |-Z-:---:-R-:-K-|
obere Teil: Erster Fingersatz: zuerst mit Kleiner Sekunde, gefolgt von einer großen.
|-Z-:-M-:---:-K-| |-Z-:-M-:---:-K-|
Den ersten und zweiten Fingersatz gut einprägen, den der begegnet uns noch öfter.
Wichtig an dem ersten und zweiten Fingersatz ist: ich weiß immer wo der Grundton der Dur-Tonleiter ist.
|-3-:-4-| |-7-:<1>|
Also man spielt ein wenig den F-Dur-Skalentyp in dem man diesen in irgendeiner Lage rauf- und runternudeln, bis der Fingersatz sitzt. Man kann sich auch mit einem passenden Lied begleiten lassen. Sollte man gerade keines zur Hand haben, dann kann man sich zum Beispiel einen Midi beil bei [ http://www.worldjazz.ch/play_along.htm www.worldjazz.ch) downloaden, und mit dem kostenlosen Midi-Player von www.vanbasco.com abspielen lassen. (Dieser Midiplayer kann auch die Tonhöhe des Midis verändern)
Wie bringt man aber die Akkordfolge mit der Skala in einen Zusammenhang? Wenn einer die Akkorde spielt, kann ein anderer mit der entsprechenden Tonleiter improvisieren. Dabei steht dem Begleiter eigendlich das gesamte Griffbrett zur Verfügung. Nur ist das für den Anfang nicht gerade hilfreich.
Wir befinden uns hier noch im "Trainingslager"! Da ist es besser, die Skala zu nehmen, die ganz dicht bei der Akkordfolge ist, damit man nicht weit auf dem Griffbrett umherwandern muss. Sobald man weiß, wo der Grundakkord des Stückes sitzt, weiß man auch gleich, wo die Tonleiter ist.
- Übung
Man greifst den Moll7-Typ, schlägst diesen kurz an . Für den Anschlag reicht ein zwei Schläge (keinen ganzen Takt).
Danach geht man einfach in die Improvisationsskala über und spielst davon ein paar Noten, bis der Doppelt-Takt zu Ende ist. (Ihr erinnert euch noch an die Rhythmusübung vom letzten mal?)
Versucht am Anfang erst gar nicht, dass es irgendwie gut klingen soll. Damit frustriert ihr euch nur selber. Wichtig ist: Einem Akkordbild eine Skala zuordnen zu können, und irgendwie da rein zu kommen.
Und ich will euch mal ein Geheimnis verraten: Ich weiß zwar wie es geht, aber es klingt bei mir immer noch sehr bescheiden. Theorie ist halt eines, die Zeit fürs tägliche üben zu finden ist was anderes...
Also ich selbst stoße hier an meine Grenzen... Darum nicht entmutigen lassen.
(nochmal die F-Dur-Tonleiter)
Tonleiter F-Typ in der Lage Intervall-Schema
E |-F-:---:-G-| |-Z-:-M-:---:-K-| |-7-:<1>:---:-2-|
|-C-:---:-D-| |---:-M-:---:-K-| |---:-5-:---:-6-|
G |---:-A-:-Bb| |-Z-:---:-R-:-K-| |-2-:---:-3-:-4-|
D |---:-E-:-F-| |-Z-:---:-R-:-K-| |-6-:---:-7-:<1>|
A |-Bb:---:-C-| |-Z-:-M-:---:-K-| |-3-:-4-:---:-5-|
E |-F-:---:-G-| |-Z-:-M-:---:-K-| |-7-:<1>:---:-2-|
Der Gm7-Typ ist die zweite Stufe der F-Dur-Tonleiter (II-V-I), demnach liegt der Grundton des Akkordes auf dem zweiten Ton des F-Dur-Skalentyp.
Wenn man den G-Moll-Akkord wie in einem Pussel in die Skala einfügen möchte, dann passt er dort ganz rechts hinein. Von dem Fingersatz aus gesehen liegt der kleine Finger vom Akkord schon auf dem Platz, wo er auch bei dem F-Skalentyp gebraucht wird. Für den Anfang ist das ein guter Startpunkt für die Improvisation. (Bei den anderen Tönen muss man erst noch die Finger etwas sortieren)
Akkordtöne Intervalle Intervalle 3.Bund Fingersatz der Skala des Akkordes |---|---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |---|---:---:-D-| |---:---:---:-K-| |---:---:---:-6-| |---:---:---:-5-| |---|---:---:-Bb| |---:---:---:-R-| |---:---:---:-4-| |---:---:---:-3b| |---|---:---:-F-| |---:---:---:-M-| |---:---:---:-1-| |---:---:---:-7b| |---|---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |---|---:---:-G-| |---:---:---:-Z-| |---:---:---:-2-| |---:---:---:-1-|
Wie man an sieht muss man zwischen den Intervallen des F-Dur-Skalentypes und den Intervallen des Akkordes unterscheiden. Der Grundton des Gm7-(Typs) liegt ganz oben, und muss natürlich vom Akkord aus gesehen mit einer 1 bezeichnet werden. Für die Improvisation ist es aber einfacher, wenn man sich merkt, welcher Ton dieses auf der Improvisationsskala ist. Da der Gm7-Typ hier auf der 2. Stufe steht, ist es natürlich viel leichter von der 2 aus in die Improvisationsskala zu wechseln. Man muss also immer unterscheiden: Wo liegt der Grundton des Akkordes? Und auf welcher Stufe stehe dieser Grundton?
Das war, wie schon gesagt, für den Gm7-Typ die zweite Stufe.
Akkord ist ein Gm7, aber die Improvisationsskala ist F-Dur. Gm7 ist also auf der zweiten Stufe von F-Dur.
Einige Gitarrenspieler wissen es vielleicht schon: Wenn man über einem Akkord, welcher auf der zweiten Stufe einer Durtonleiter steht, improvisiert, dann nennt man das "dorisch". Wird aber noch genauer erklärt.
Wichtig: Gm7-Akkord-Typ gegriffen, aber F-Dur-Skalentyp improvisiert.
Eigentlich ist es gar nicht so schwer. Man muss nur ein wenig die Tonleiter abzählen und man hat die Positionen. Solange man weiß, in welcher Tonlage man sich befindet, hat man kein Problem.
Das Problem ist nur, wenn man sich nicht ganz sicher ist. Erinnert ihr euch noch an "I will survive" ?
Das Stück beginnt mit Am7. Da könnte man ja auf die Idee kommen: Das klingt jazzig, das könnte also die die zweite Stufe von G-Dur sein. In dem Fall hätte man Pech gehabt, denn es war die 6. Stufe von C-Dur.
"Hätte ich auch gewusst..." mögen sich jetzt einige sagen, aber bei "I will survive" kannte man das Lied. Bei einer Jazzimprovisation muss man aber immer schauen in welcher Tonleiter irgendein Akkord den man gerade spielt eigentlich steht.
Da es aber nur gar nicht so viele Möglichkeiten gibt, wie man vielleicht meint, wird man schnell einen Blick dafür bekommen. Man muss halt nur von Anfang an darauf achten.
Übrigens: die 7b heißt: eine "Kleine" Septime, und die 3b ist eine Mollterz.
- Der zweite Akkord
Jetzt kommt der den C7-Typ. Für den habe ich was Neues. Den C7-Typ kann man schon greifen. Also baut man hier den C7-Typ etwas aus. Der unter Ton C, den wir bei der letzten Übung immer mit gegriffen hatten, kann man weglassen, denn den haben wir schon im Bass. Stattdessen füllen wir noch eine Terz nach der 7 auf. Die Terz nach der 7 ist eine 9. Wir fügen demnach noch die 9 mit dazu.
Dur-Akkorde kann man fast immer problemlos eine Sekunde (2) bzw. einer None (9) auffüllen. Im Gegensatz dazu muss man der 7 imer unterscheiden, ob es eine kleine Sebtime (7b oder kurz 7. für die Dominante auf der 5. Stufe) oder eine eine große Septime (j7) für die 4. oder 1. Stufe. Aber in einer normalen Dur-Tonleiter kann man jeden Dur-Akkord mit der große Sekunde (2) bzw. die Oktave davon, also der große None (9) auffüllen.
Hier bei der Akkordbegleitung geht der Wechsel mit der None einfacher von der Hand.
In der C-Dur-Tonleiter passt der Fingersatz wieder ganz rechts in die Skala hinein.
Akkordtöne Intervalle Intervalle 2.Bund Fingersatz der Skala des Akkordes |---|---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |---|---:---:-D-| |---:---:---:-K-| |---:---:---:-6-| |---:---:---:-9-| |---|---:---:-Bb| |---:---:---:-R-| |---:---:---:-4-| |---:---:---:-7b| |---|---:-E-:---| |---:---:-Z-:---| |---:---:-7-:---| |---:---:-3-:---| |---|---:---:-C-| |---:---:---:-M-| |---:---:---:-5-| |---:---:---:-1-| |---|---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---|
F-Typ in der Lage Intervall-Schema C7-Typ zum Verglaich |-Z-:-M-:---:-K-| |-7-:<1>:---:-2-| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |---:-M-:---:-K-| |---:-5-:---:-6-| |---:-5-:---:---| |---:-1-:---:---| |-Z-:---:-R-:-K-| |-2-:---:-3-:-4-| |---:---:---:-4-| |---:---:---:-7-| |-Z-:---:-R-:-K-| |-6-:---:-7-:<1>| |---:---:-7-:---| |---:---:-3-:---| |-Z-:-M-:---:-K-| |-3-:-4-:---:-5-| |---:---:---:-5-| |---:---:---:-1-| |-Z-:-M-:---:-K-| |-7-:<1>:---:-2-| |---:---:---:---| |---:---:---:---|
Der Vorteil des C7-Typs ist, das man von diesem leichter in die Improvisationsskala kommt. Also kann man ruhig beide Griffvarianten ausprobieren.
Fehlt nur noch der Fj7-Typ für die erste Stufe.
Denke dir noch einmal den einfachen F-Dur-Barré, und überlege wo da die Grundtöne waren. (Genau da, wo in der F-Dur-Tonleiter die <1> ist)
Grifftechnisch liegt die Tücke darin, dass er irgendwie mitten in der Skala drin sitzt. Die Skala beginnt also einen Bund vor dem Akkord, und endet einen Bund danach. Vergleicht man den Griff mit der Skala, so liegt der Ringfinger oder der Mittelfinger schon mal richtig, so dass man sich gut an denen orientieren kann.
Akkordtöne Intervalle Intervalle 2.Bund Fingersatz der Skala des Akkordes |---|---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |-7-:<1>:---:-2-| |---|-C-:---:---| |---:-M-:---:---| |---:-5-:---:---| |---:-5-:---:-6-| |---|---:-A-:---| |---:---:-K-:---| |---:---:-3-:---| |-2-:---:-3-:-4-| |---|---:-E-:---| |---:---:-R-:---| |---:---:j7-:---| |-6-:---:-7-:<1>| |---|---:---:---| |---:---:---:---| |---:---:---:---| |-3-:-4-:---:-5-| |---|-F-:---:---| |---:-Z-:---:---| |---:-1-:---:---| |-7-:<1>:---:-2-|
Bei der II-V-I-Kette ist das große Problem, das der Grundakkord, der die Tonleiter bestimmt so spät kommt. Das macht einem den Einstieg in die Jazz-Improvisieren nicht leicht, und genau das muss trainiert werden.
- "Ich habe hier zwar einen Akkord, aber welcher Tonleiter gehört er jetzt an?"
Für die Übung haben wir jetzt alle Akkorde beieinander. Alle Akkorde befinden sich innerhalb der Skala, und so bleibt alles überschaubar.
Nach einiger Speilpraxis wird man einen Blick für die Akkord-Kombinationen und die dazugehörigen Improvisationsskalen bekommen.
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Es lohnt sich nicht, die Tabulatur nachzuspielen. Sie Soll nur eine Idee vermitteln, wie man versuchen kann zu einer Improvisation zu kommen.
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Habe schonmal die nächste Lektion hier hinein geschrieben. Sie muss vom Forumstil in den Wikistil übertragen werden.