Gitarre: Lesen von Diagrammen, Tabulaturen und Noten

Aus Wikibooks

Wechseln zu: Navigation, Suche
ACHTUNG: Dieser Artikel bedarf dringend einer Überarbeitung oder Erweiterung. Wenn du Lust hast, beteilige dich daran!

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Akkorddiagramme

Legende der Grifftabulatur

Es ist sehr einfach Griffdiagramme zu lesen. Sie sind meist so gezeichnet, als ob man den Hals der Gitarre flach auf ein Blatt Papier legt und von oben darauf schaut. (So, wie man Kopfüber auf seine Finger schaut.) Jeder schwarze Punkt entspricht einem Finger. Oft sind noch Informationen angegeben, welche Finger man am besten verwendet. Für Anfänger verwenden wir oft die Buchstaben ZMRK für Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleine Finger. Doch dieses versteht man nur im deutschsprachigen Raum. Internationaler sind die Ziffern 1, 2, 3, 4 für Z, M, R, K (vergl. Bild). Ein X verrät, dass eine Saite nicht mit erklingen darf. Man dämpft sie entweder durch leichtes Berühren mit einem Nachbarfinger ab, oder man schlägt sie einfach nicht an. Sobald man weiß, das die Akkorddiagramme eigentlich auf dem Kopf stehen, kann man sehr leicht sehen, in welchem Bund und auf welche Saite die Finger kommen. Römische Ziffern geben noch zusätzlich den Bund an. Dieses ist besonders für Akkorde gedacht, die weiter auf dem Griffbrett (in Richtung Schalloch) verschoben werden.

Manchmal sind die Noten der Saiten benannt um sich besser zurechtfinden zu können. Es kommt auch vor, dass das Griffdiagramm um 90° Grad gedreht abgebildet wird. Dieses findet man oft in Notenausgaben, Tabulaturen oder Rhythmustabulaturen, weil man dort schlicht und ergreifend Platz sparen muss.

Die hier verwendeten Diagramme setzen eine Standard-Stimmung (E-A-D-G-B-E) voraus. Um es den Anfängern einfacher zu machen wird oft auf Noten verzichtet. Zumindest wird alles so aufgeschrieben, dass man auch ohne Notenkenntnis zurechtkommen wird. Trotzdem wollen wir euch ermutigen, irgendwann in nächster Zeit sich auch dem Thema zuzuwenden. Nur wird es hier keine Voraussetzung sein, um den Lektionen zu folgen.

Es kommt eher selten vor, dass der Daumen verwendet wird, um die tiefe E-Saite zu greifen. Wenn es irgend möglich ist, sollte man darauf verzichten. Aber man darf sich nicht wundern, dass einige Gitarristen (vor allem die mit sehr schmalem Griffbrett) auch mal den Daumen einsetzen. Der Daumen wird jedenfalls nicht mit einer Zahl, sondern mit dem Buchstaben "D" beziffert. Aber dieses sei nur am Rande erwähnt, wenn man es doch mal irgendwo auf einer Tabulatur finden sollte.

[Bearbeiten] Liederbuch-Transkriptionen

Liederbücher haben den Zweck, die zu spielenden Akkorde möglichst einfach zu vermitteln. Dabei wird vor allem auf den Text des Stückes Wert gelegt und nicht darauf, wie die einzelnen Akkorde gegriffen werden. Dies ist oft dadurch bedingt, dass die Stücke der Liederbücher nicht zwingend mit der Gitarre begleitet werden müssen, sondern auch die Möglichkeit offenlassen, sie mit anderen Instrumenten zu begleiten.

[Bearbeiten] Einfache Liederbuch-Transkription

Wer schon einmal in einem Liederbuch geblättert hat, dem wird aufgefallen sein, dass hier kaum Diagramme verwendet werden. Meistens steht nur ein Buchstabe über dem Gesangstext, der den zu spielenden Akkord angibt. Dafür gibt es einige verschiedene Schreibweisen. Meistens wird der Dur-Akkord einfach nur als Großbuchstabe angegeben, ein "C" über dem Text heißt ganz einfach, dass an dieser Stelle ein C-Dur Akkord gespielt werden soll.

Für Moll-Akkorde sind dagegen zwei Schreibweisen üblich, nämlich ein einfacher Kleinbuchstabe (z. B. "a" für A-Moll) oder ein Großbuchstabe mit darauf folgendem "m" für Moll (z. B. Am für A-Moll). Es gibt auch noch andere Akkordarten, die sich so beschreiben lassen (wie z. B. G7 für G-Dur 7), allerdings handelt es sich dabei um Akkorde, auf die erst in späteren Kapiteln eingegangen werden soll.

Hier ist ein Ausschnitt aus dem Lied "House of the Rising Sun" abgebildet um zu zeigen, wie eine Liederbuch-Transkription in der Praxis aussieht. Die Dauer, wie lange ein Akkord ausgehalten wird, das steht leider meist nicht mit dabei.

  Am         C         D      F
There is a   house in  New Or-Leon

     Am        C      E/H    E(7)
They call the  Rising Sun

         Am       C       D           F
And it's been the ruin of many a poor boy (girl)  

    Am    E    Am        E/H (7)
And me oh Lord I'm one

[Bearbeiten] Die Rhythmus-Notation

Nicht immer wird das genaue Griffschema eines Akkordes benötigt. Wie man bereits bei der Liederbuch-Transkription gesehen hat, reicht oft auch die Angabe der Akkorde in Buchstabenform. Leider hat man so aber keinerlei Bezug zur Rhythmik des zu spielenden Stücks. Um diesem Problem abzuhelfen, wurde die Rhythmus-Notation erfunden. Hier werden nur die Rhythmuswerte der Akkorde und Pausen angegeben, nicht aber die genaue Griffweise.

Diese Art der Notation füllt sozusagen die Lücke zwischen Tabulatur und einfacher Liederbuch-Transkription, ohne zu viel Kenntnis über das eigentliche Notenlesen vorauszusetzen.

[Bearbeiten] Die Tabulatur

Wenn man nachschlagen möchte, wie ein Stück korrekt gespielt wird, dann kommt man um die so genannte Gitarren-Tabulatur nicht herum. Sie stellt ein Hilfsmittel dar, mit dem jede Bewegung auf dem Griffbrett notiert werden kann, deshalb erfreut sie sich auf der Gitarre großer Beliebtheit. Außerdem ist es wesentlich schwieriger, eine reine Klavier-Notation auf einer Gitarre umzusetzen, da in diesem Fall stets mehrere Möglichkeiten in Betracht kommen. Die reine Klavier-Notation bevorzugen heute eigentlich nur noch klassische Gitarristen.

[Bearbeiten] Die einfache Tabulatur

Die einfache Tabulatur beschränkt sich auf die Angabe der Bünde, auf denen eine Note gegriffen wird. Es sind allerdings weder Notenschrift oder genaue Rhythmik angegeben und nur selten wird beschrieben, wie ein Ton anzuschlagen ist. Wenn nicht so genau unterschieden werden kann, ob eine Passage einzeln oder als Akkord gegriffen wird, dann kann auch ein kleines Akkorddiagramm über der Tabulatur stehen.

Wo nicht anders angegeben verwendet eine Tabulatur die Standartstimmung E-A-D-G-B-E. Auch bei Abweichungen davon wird dies meist nur schriftlich am Kopf des Notenblattes erwähnt.

Legende der einfachen Tabulatur

Seit Einführung des Internets gibt es dort zahllose Tabulaturen (auch "Tabs") für die verschiedensten Lieder. Diese sind oft als einfache .TXT-Dateien abgelegt und sind deshalb nicht ganz einfach zu lesen, da sie nur Schriftzeichen (ähnlich einer Schreibmaschine) verwenden, um die Tabulaturen darzustellen. Um sie betrachten zu können, braucht man einen Texteditor, in dem eine Proportionalschriftart (so wie "Courier New" oder "Bitstream Vera Sans Mono") eingestellt sein muss. Das ganze sieht dann etwa so ähnlich aus:

                             n v n v n v n v n
         ++--------------0-----------------------
         ||
         ++------1------1------------------------
         ||
         ++------|-----0-----------------4-5-7---
         ||
         ++------2----2------------3-5-7---------
         ||
         ++------3---3-------3-5-7---------------
         ||
         ++--3-----------------------------------

Das "n" symbolisiert das Zeichen vom Abschlag, wärend "v" das Zeichen vom Aufschlag symbolisiert. Das Zeichen "n" leitet sich von dem Abschlag mit der Hand ab, wo man mehrere Finger verwendet (daher breit) während das "v" bzw. der Aufschlag nur der Daumen durchführt. Manchmal werden auch "A" für Abschlag und "V" für Aufschlag verwendet, wobei das "A" sowie das "V" eine Pfeilspitze symbolisieren soll. Ein "A" ist mit einer deutschen Tastatur viel leichter darzustellen als ein "Λ" (griechisches "L" bzw. "Lambda"). Mitunter wird der Takt auch nur durchgezählt. (1 . 2 + . + 4 . )

[Bearbeiten] Die notierte Tabulatur

Wikipedia
Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Da die einfache Tabulatur keinen Bezug zur Rhythmik aufweist, existiert noch die notierte Tabulatur. Sie beinhaltet sowohl die einfache Tabulatur, als auch die Transkription in reiner Notenform. Da man mit Hilfe der Notenschrift dazu in der Lage ist, auch Rhythmen zu erfassen, wird diese Art der Gitarrentranskription in allen professionellen Songbooks verwendet.

In Tabulatoren werden meist viele Information festgehalten, die dem Gitarristen helfen können das Lied zu verschönern.

Legende der notierten Tabulatur

Die meisten Gitarristen bekommen das Lesen des Tabulatur-Teils leicht in den Griff. Anders verhält es sich meist mit dem notierten Teil. Es ist zwar nicht unbedingt erforderlich, die Noten bezüglich ihrer Position auf das Griffbrett umsetzen zu können, da der Tabulatur-Teil bereits die richtige Position der Finger diktiert. Leider stellt es aber für viele Gitarristen ein eben so großes Problem dar, die Rhythmuswerte der Noten richtig zu interpretieren.

Für die Leadgitarrenspieltechnik gibt es einige weitere Darstellungsweisen. Hier hat sich die Tabulatur als nützlich erwiesen, da die Notation oft unübersichtlich ist, insbesondere bei Doppeldeutigkeiten, auf welcher Saite der Ton gegriffen werden soll. Eine weiterführende, genaue Erklärung der Spieltechniken findest du im entsprechenden Kapitel. Bild:Tabulatur.jpg

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Skalendiagramme

Legende der Skalentabulatur (Skalen-Diagramm)

Das Skalendiagramm unterscheidet sich nicht sehr stark vom bereits bekannten Akkorddiagramm. Der Hauptunterschied liegt darin, dass beim Akkorddiagramm alle markierten Bünde auch gegriffen werden. Das ist beim Skalendiagramm nicht der Fall, da es nur zur Darstellung der Lage von Tonleitern auf dem Griffbrett dienen soll. So müssen die zu spielenden Töne erst ausgewählt werden, um sie anschließend in einer bestimmten Reihenfolge anwenden zu können.

Um Tonleitern überhaupt erst erlernen zu können, braucht man eine visuelle Vorlage. Diese Forderung wird von einem Skalendiagramm perfekt erfüllt, denn sie zeigen einem alle Noten, die in der behandelten Tonleiter vorkommen. Das Skalendiagramm sagt aber nichts über die Rhythmik oder Reihenfolge der zu spielenden Noten aus, dafür ist die Tabulatur zuständig.

[Bearbeiten] Die klassische Notation

Um die klassische Notation überhaupt auf das Griffbrett umsetzen zu können, bedarf es einiges an Übung. Viele Gitarristen machen sich heute leider nicht mehr die Mühe, Noten lesen und vom Blatt auf der Gitarre spielen zu können.

Mit einer Tabulatur und ein paar Griffbildern hat man viel früher vorzeigbare Erfolge, und es scheint, dass man fast alles auch auf Tabulatur bekommt. Trotzdem bleiben Noten und nicht Tabulaturen die universelle Schriftsprache der Musik. Die Melodien in Liederbüchern, Lektionen in der Harmonielehre, einige Gitarrenwerke sind nur als Noten erhältlich. Viele Informationen gehen einem verloren, weil man mit den Notenbildern in den Harmonielehren nichts anfangen kann.

Das Umschreiben von Stücken auf Gitarre, die eigentlich für Klavier oder für andere Instrumente gesetzt sind, funktioniert ohne Notenkenntnisse nicht. Mal eben die ersten paar Noten als Hilfe für die Sänger anzuspielen, oder auch nur die Anfangstöne sicher zu treffen, funktioniert nicht, wenn man die Noten nicht lesen und auf Gitarre umsetzen kann. Viele Zusammenhänge aus der Harmonielehre werden einem erst klar, wenn man die Informationen in Noten umsetzen kann. Nicht zuletzt gibt es viele Musiker, bei denen die Gitarre nicht das einzige Instrument ist, das sie spielen. Und Gitarristen sollten nicht vergessen, dass sie mit anderen Musikern zusammenspielen, die mit einer Gitarrentabulatur überhaupt nichts anfangen können. Zumindest um sich mit den anderen Musikern zu verständigen sollte man über ein Mindestmaß an Notenkenntnissen verfügen.

Eigentlich ist das Erlernen des Notenlesens gar nicht so schwer, wenn man mal erst den Einstieg gepackt hat. Das Notenlesen erfordert auf der Gitarre etwas mehr Übung als z. B. auf dem Klavier, da jede Note mehrfach auf dem Griffbrett vorhanden ist, und eine Tonleiter über mehrere Saiten verteilt ist.

Bei den "Diplomen" wird zwar auf das Notenlesen ganz am Anfang verzichtet, und man wird auch eine lange Zeit ohne Notenlesen zurechtkommen, dennoch möchten wir jedem Gitarrenspieler raten, sich über kurz oder lang das Notenlesen beizubringen. Nach ein paar Lektionen Gitarre fällt einem das Lernen erfahrungsgemäß leichter, weil man schon eine Grundvorstellung von Notenwerten und Tonhöhen hat. Autodidakten sollten nicht auf das Notenlesen verzichten, sondern es allerhöchstens auf einen etwas späteren Zeitraum verschieben.

Ein besonders guter Zeitpunkt in das Notenlesen einzusteigen ist dann gekommen, wenn man genügend Zupfmuster oder Picking-Muster beherrscht, um einzelne Lieder melodisch zu begleiten. Ein Großteil der Begleitung funktioniert wie gehabt über Akkordbilder und Picking-Pattern (Zupfmuster). Die Melodien jedoch übernimmt man direkt aus einem Liederbuch mit Noten.

Hier im Gitarrenbuch wird über kurz oder Lang auch ein "Diplom" zum Melodiepicking oder ein Klassik-Diplom (wofür wir noch Autoren suchen) entstehen. Jedoch wird es wohl noch etwas auf sich warten lassen, bis die anderen Baustellen abgearbeitet sind.
Beispiel
Um einen kleinen Eindruck zu bekommen, wie so etwas klingen kann schaue man sich das PDF und die Tabulatur zu ["Oh my Darling Clementine] an.
Weitere Beispiele findet man im Liederbuch in

Man könnte die klassische Notation aber auch als absoluter Anfänger, sozusagen von der Pieke auf lernen. Jedoch empfiehlt sich dazu ein Lehrer, der einem direkt zeigen kann, wie man Noten auf das Griffbrett umsetzen kann. So wird vor allem bei einer klassischen Ausbildung verfahren. Wenn man gleich von Anfang an die Noten mitlernt und dieses schrittweise erweitert, fällt es einem nicht wirklich schwer.

Wer später klassische Stücke vom Blatt weg spielen möchte, der kommt einfach nicht darum herum, diese Art der Notation zu erlernen. Obwohl man sehr lange ohne Noten zurecht kommt, bleibt zu hoffen, dass die Diplome als eine gute Vorarbeit zum Notenlesen verstanden werden.


[Bearbeiten] Siehe auch


Suchmaschinen für Tabulaturen wie www.911tabs.com - www.ultimate-guitar.com - www.azchords.com - www.guitaretab.com


Zurück zu "Grundsätzliches"
Persönliche Werkzeuge