Gitarre: Pentatonik F-Dur D-Moll Typ

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Crd F 133211.svg Pentatonic F Dm FGACD.svg Crd Dm.svg

Wenn die Pentatonik vom G-Dur- bzw. E-Moll-Typ halbwegs sicher sitzt, und wenn man diese Pentatonik leicht von den Akkorden ableiten kann, dann dürfte diese Lektion kaum Probleme bereiten. Die gelernte Pentatonik eignet sich besonders gut, um unmittelbar über einen Akkord vom E-Moll-Typ zu improvisieren. Natürlich ist es nicht unbedingt notwendig, genau die Pentatonik zu nehmen, die exakt zu dem unmittelbar gegriffenen Akkord passt. Später, sobald man sich mit den Skalen etwas besser auskennt, kann man die Pentatoniken viel freier einsetzen. Auch wenn man den Akkord vielleicht bevorzugt in den ersten Bünden greift, so kann man eine passende Pentatonik nehmen, die vielleicht einige Bünde weiter oben liegt. Doch hier und jetzt, zum Üben, empfiehlt sich unbedingt eine enge Bindung des Pentatonik-Typ an den genau dazu passenden Akkord-Typ zu lernen. Zwar muss man vielleicht einige Barré-Akkordtypen lernen, die man vielleicht in der Praxis so gut wie noch nie eingesetzt hat, doch dieses Wissen wird sich auszahlen.

Nun die nächste Pentatonik. Diesesmal keine vom E-Moll-Typ, sondern eine vom F-Dur-Typ.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] An Akkorden orientieren

Wieder das gleiche Schema:

  Wo befinden sich die
Grundtöne von F-Dur?
Wo befinden sich die
Grundtöne von Dm?
1.Bund  
Akkord Crd Barré F-Typ.svg Crd Dm.svg
Grundton-
schema
Crd Typ EF.svg Crd Typ D.svg

Der F-Dur-Typ sollte mit ein wenig Barré-Erfahrung keinerlei Probleme bereiten. Die einzige Frage die sich stellt, ist, warum man den nicht einfach E-Dur-Typ nennt? Im Prinzip ist da nichts Falsches dran. Jedoch lässt sich der Barré-Akkord, die entsprechende Dur- bzw. Moll-Skala sowie die entsprechende Dur- bzw. Mollpentatonik viel einfacher von der F-Dur-Tonleiter mit der Parallele D-Moll ableiten, als von der E-Dur-Tonleiter mit der Parallele C#m. [1]

Jedoch dürften wieder die wenigsten (von den etwas fortgeschritteneren Gitarrenspielern mal abgesehen) einen Barré-Akkord vom D-Moll-Typ kennen. Ein kompletter Barré-Akkord vom D-Moll-Typ ist gar nicht mal so einfach zu Greifen. Viel eher verwendet man eine kleine Abwandlung. Man muss ja nicht unbedingt den Grundton im Bass spielen. Wenn man die Moll-Terz im Bass spielt, dann wird der ganze Akkord viel einfacher zu greifen. Er wird genau so wie ein einfacher C7-Akkord gegriffen, nur sind alle Finger eine Saitenlage tiefer.

D-Moll-Typ (Mollparallele des F-Types)     D-Moll-Typ wie er viel 
wie wir ihn aus der 0.Lage kennen          praktischer zu greifen ist.
A    |---|-M-|---|---|                     |---|-Z-|---|---|
K    |---|---|---|(K)|                     |---|---|---|(K)|  
K    |---|---|-R-|---|                     |---|---|-M-|---|  
O    |(Z)|---|---|---|                     |---|---|---|-R-|       
R    |---|---|---|---|                     |---|---|---|---| 
D    |---|---|---|---|                     |---|---|---|---|
  

Hier jetzt die Gegenüberstellung. Darunter steht in der ASCII-Tabulatur nicht nur die Akkordtönen, die gegriffen werden, sondern auch die Akkordtöne, die beim einfachen Akkord normalerweise nicht mit greift.

Vergleicht man die Pentatonik in der Mitte mit den Akkordtönen der daneben stehenden Akkorde, dann findet man sich auch hier schnell zurecht. Für die Übersicht verwende ich hier beim Dm-Typ die etwas schwerer zu greifende Variante.

Crd EF-Typ.svg Pentatonic Typ F Dm.svg Crd Dm-Typ.svg

Achte hier bei der ASCII-Schreibweise einmal auf die zusätzlichen Akkordtöne!

F-Dur-Typ               F-Dur-Pentatonik     D-Moll-Typ
A    |---|<1>|---|---|  |---|<1>|---|-2-|   |---|-1-|---|---|
K    |---|-5-|---|---|  |---|-5-|---|(6)|   |---|---|---|(6)|
K    |---|-x-|-3-|---|  |-2-|---|-3-|---|   |---|---|-3-|---|
O    |---|-x-|---|<1>|  |(6)|---|---|<1>|   |(6)|---|---|-1-|
R    |(3)|-x-|---|-5-|  |-3-|---|---|-5-|   |-3-|---|---|---|
D    |---|<1>|---|---|  |---|<1>|---|-2-|   |---|-1-|---|---|
                       D-Moll-Pentatonik

[Bearbeiten] Ein wenig Hintergrundwissen

Jetzt ein klein wenig, wovon man mal gehört haben sollte, aber worum man sich erst später richtig kümmern muss.

Die Akkordtöne von D-Moll sind auf den tieferen Saiten vermutlich nicht so leicht zu finden. Man ist es einfach nicht gewohnt diese mit zu greifen, und daher fallen einem diese zusätzlichen Akkordtöne nicht gleich ein. Dabei entsprechen diese der leeren D-Saite und der leeren A-Saite beim einfachen D-Moll-Akkord. Und die oberste "1" muss da wegen der "Oben-Unten-Regel" da hin.Mit ein weinig Übung hat man auch die schnell im Blick.

Die Nummerierung der Intervalle des D-Moll-Types wird auch hier wieder von der von der Dur-Skala abgeleitet. Für den Moll-Akkord und für die Moll-Pentatonik ist es nicht unbedingt die optimale Art, die Intervalle darzustellen, da der Grundton eines Mollakkordes und einer Moll-Pentatonik ja normalerweise mit der "1" anfangen sollte, und nicht wie hier mit der "6".

Wenn man sich jedoch sagt, das eine Molltonleiter (rein von den Tönen her) nichts anderes ist, als eine Dur-Tonleiter, die mit dem 6. Ton anfängt, dann mag das für die Musikwissenschaftler nicht unbedingt ganz korrekt sein. Doch diese simple Vereinfachung ist für das Auffinden und Lernen der Töne ungemein praktisch.

Hier eine Tonleiter vom F-Typ im verglichen mit einer Pentatonik vom F-Typ

Töne
Scala F-Dm.svg Pentatonic F Dm FGACD.svg
Intervalle
Tonleiter F-Dur-Typ   Pentatonik F-Dur-Typ
|(j7)|-1-|----|-2-|     |---|<1>|---|-2-|  
|----|-5-|----|-6-|     |---|-5-|---|(6)|
|--2-|---|--3-|(4)|     |-2-|---|-3-|---|
|--6-|---|(j7)|-1-|     |(6)|---|---|<1>|
|--3-|(4)|----|-5-|     |-3-|---|---|-5-|
|(j7)|-1-|----|-2-|     |---|<1>|---|-2-|
Tonleiter Dm-Typ        Pentatonik Dm-Typ         

Wie man sieht, erfolgt die Durchnummerierung der Pentatonik genau der Nummerierung der Dur-Tonleiter. Vereinfacht gesagt ist eine F-Dur-"Pentatonik" nichts anderes als eine F-Dur -"Tonleiter" ohne den 4. und 7. Ton.

Die beiden so genannten Halbtöne der Durtonleiter (die man auch Strebe- oder Leittöne nennt), werden in der Pentatonik einfach gemieden.

Hier einmal den selben Fingersatz mit den korrekten Intervallbezeichnungen für eine Moll-Tonleiter. Man sieht recht schnell, dass diese zwar korrektere Bezeichnung nicht unbedingt etwas zur Vereinfachung oder Klärung beiträgt.

Tonleiter Dm-Typ        Pentatonik Dm-Typ  
|(2)|-3b-|---|-4--|     |---|-3b|---|-4-|  
|---|-7--|---|-1--|     |---|-7-|---|(1)|
|-4-|----|-5-|(6b)|     |-4-|---|-5-|---|
|-1-|----|(2)|-3b-|     |(1)|---|---|-3b|
|-5-|(6b)|---|-7--|     |-5-|---|---|-7-|
|(2)|-3b-|---|-4--|     |---|-3b|---|-4-|

Es ist für das Lernen viel einfacher, sich nur auf eine Dur-Tonleiter zu konzentrieren. Es ist zwar sinnvoll zu wissen, dass bei Moll-Akkorden bzw. bei Moll-Pentatoniken die Sekunden und die Sexten gemieden werden, doch für das erste Lernen der Pentatonik-Pattern braucht sich dann gar nicht um kleine Terzen (3b) kleine Sexten (6b) und kleine Septimen (die man aber gar nicht 7b nennt) zu kümmern. Jetzt die erste Zeit leiten wir uns also eine Moll-Skala immer von der Dur-Parallele ab. Die anderen Intervalle kann man sich dann zu einem etwas späteren Zeitpunkt antun. (Jazz-Akkorde).

[Bearbeiten] Fingersatz

Pentatonic Typ F Dm.svg

Suche auch in der Skala vom F-Typ mal unsere beiden bekannten Fingersätze.

Scala 3 5-6 1.svg und Scala 2 3-5 6-1 2.svg

Beide Fingersätze sind vorhanden. Es gab nur einen Erdrutsch.

Tuning ADGHE5 ADGHE0.svg

Die Verschiebung geschieht zwischen der G- und der H-Saite. Dieses Phänomen wird uns bei allen Skalen die wir hier überhaupt lernen immer wiederbegegnen. Der Ausschnitt einer Skala wird immer zwischen der G- und der H-Seite um einen Bund nach rechts verschoben. Der Grund dafür wurde schon beim Stimmen mit Bünden genannt. Wenn man sich das aber einprägt, dann braucht man wieder nur zwei kleine Fingersätze und die Skala ist drin. In der Skala selbst bilden die beiden größeren Abstände (kleine Terz, bzw. 3 Bünde) einen sehr guten Orientierungspunkt, weil man da sehr einfach den Grundton der Dur-Skala (1) und den Grundton der Moll-Skala (6) finden kann.

Bei den großen Sekunden (der kleinere Abstand über 2 Bünde) benötigt man immer noch eine Saite, um ganz sicher zu sein wo die 6 bzw. die 1 ist.

Ausschnitte des Pentatonik F-Dur-Typ
|---|---|---|---|  Rechts ist           |---|<1>|---|-2-|  
|---|---|---|---|  der "Erdrutsch"      |---|-5-|---|(6)|
|---|---|---|---|                       |-2-|---|(3)|---|
|(6)|---|---|<1>|  Links ist der        |---|---|---|---|
|(3)|---|---|-5-|  Orientierungspunkt   |---|---|---|---|
|---|---|---|---|  mit der (6) und <1>  |---|---|---|---|

[Bearbeiten] Zusammengefasst

Zu einem Barre-Akkord vom F-Dur-Typ (Der Standard-Barré) kommt noch der Grundton der Moll-Parallele hinzu sowie die Sekunde (2) bzw. None (2+7 = 9) und fertig ist die Pentatonik.

F-Dur-Akkord-Typ      Pentatonik F-Dur-Typ
|---|-Z-|---|---|     |---|<1>|---|-2-|  
|---|-Z-|---|---|     |---|-5-|---|(6)|
|---|-x-|-M-|---|     |-2-|---|(3)|---|
|---|-x-|---|-K-|     |(6)|---|---|<1>|
|---|-x-|---|-R-|     |(3)|---|---|-5-|
|---|-Z-|---|---|     |---|<1>|---|-2-|
                      Pentatonik Dm-Typ         

Mit dem F-Dur-Akkordtyp ist auch die beste Anwendungsmöglichkeit dieses Pentatonik-Types beschrieben. Eine Pentatonik vom F-Dur-Typ passt immer dort hin, wo auch ein Barré-Akkord vom F-Dur-Typ hinpasst.

Spiel-Tipp

Ausgehend vom F-Dur-Typ beginnt man die Pentatonik einen Bund vor dem Barré-Zeigefinger!

Beginne anfangs bei der Improvisation mit dem kleinen Finger, der beim Akkord schon auf dem richtigen Platz liegt. dann kommt man leichter in die Pentatonik


Du kennst jetzt eine Pentatonik vom G-Dur(Em)-Typ und eine vom F-Dur(Dm)-Typ. Wenn man in einer Tonart bleibt, dann liegen diese beiden Pentatonik-Typen auf dem Griffbrett genau aneinander. Die ganz rechten Töne des G-Dur-Types sind die ganz linken vom F-Dur-Typ.Eine Pentatonik vom F-Dur(Dm)-Typ fügt sich also auf dem Griffbrett unmittelbar an eine Pentatonik vom G-Dur(Em)-Typ an


A    |(6)|---|---|<1>|---|-2-|
K    |-3-|---|---|-5-|---|(6)|
K    |<1>|---|-2-|---|-3-|---|
O    |-5-|---|(6)|---|---|<1>|
R    |-2-|---|-3-|---|---|-5-|
D    |(6)|---|---|<1>|---|-2-|


Anders ausgedrückt: Du kannst deine A-Moll-Pentatonik (Em-Typ im 5.Bund) auch zwei Bünde weiter spielen (als Dm-Typ im 7.Bund)

Die Akkordtöne vom Dm-Typ zu finden ist (wie oben schon gesagt) gar nicht so einfach, da man diesen ja gar nicht als Barré-Griff in den Fingern hat. Man kann es sich jedoch einfacher machen, indem man sich an der Dur-Parallele orientiert. Also bevor man sich fragt, wo sind den die Grundtöne des Dm-Types kann es viel einfacher sein, sich zu fragen, wo sind denn die Akkordtöne der Dur-Parallele vom F-Dur-Typ.


Fußnoten
  1. Wer irgendwann einmal ein paar ruhige Minuten hat, der kann ja gerne einmal versuchen, ob er eine sinnvolle Gegenüberstellung findet, bei der eine Tonleiter und Pentatonik mit einem E-Dur-Akkord-Typ gibt, die sich auch von der E-Dur-Tonleiter im ersten Bund ableitet, und wie er wohl einen Akkord vom C#-Moll-Typ greifen würde. Ich habe bis jetzt keine gefunden.
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