Gitarre: Pentatonik und Bluesworkshop

Aus Wikibooks

Wechseln zu: Navigation, Suche

[Bearbeiten] Wozu benötigt man eine Pentatonik?

Eine Pentatonik wird zur Improvisation benötigt. Wenn man ein Musikstück begleiten möchte, dann hat man die Möglichkeit eine freie Melodie als zusätzliche Ausschmückung zu dem Stück zu spielen. Diese Melodie muss nicht unbedingt auskomponiert sein, sondern der Spieler kann diese Melodie oft frei dazu erfinden. Nun hat aber der Musiker das Problem, dass nicht alle Töne gleich gut passen. Als Orientierung steht dem Musiker lediglich die Tonart des Stückes und die verwendeten Akkorde zur Verfügung. Doch es gibt insgesammt 12 verschiedene Töne, von denen einige ziemlich gut, andere wiederum überhaupt nicht zu dem Stück passen. Es gilt eine Auswahl der Töne zu treffen. Töne, die möglichst immer passen und die man somit rellativ frei verwenden kann, Töne, die nicht immer passen, und bei denen man aufpassen muss, und Töne, die sich so gut wie immer schlecht anhören.

Eine Methode ist es, nur die Töne einer bestimmten Tonleiter zu verwenden. Das sind dann nur 7 der 12 möglichen Töne. Ein Problem dabei ist, das zu einem bestimmten Akkord mehrere Tonleitern gehören können.

Beispiel Der Akkord G-Dur

G-Dur kann der Grundakkord der Tonart G-Dur sein. Eine typische Akkordfolge ist: G C D7 G. Die einzelnen Töne sind

G A H C D E F#

G-Dur kann aber auch die Subdominante der Tonart D-Dur sein. Eine typische Akkordfolge ist: D G A7 D. Die einzelnen Töne sind dort

G A H C# D E F#

G-Dur kann aber ebenfalls die Dominante der Tonart C-Dur sein. Eine typische Akkordfolge ist: C F G7 C. Die einzelnen Töne sind dort

G A H C D E F

Wir sehen also, dass man über einem Akkord mit verschiedenen Tönen Improvisieren kann. Doch nehmen wir uns diese drei Beispiele mal genauer unter die Lupe: Die drei Akkordtöne G H und D kommen auf alle fälle in allen drei Tonarten vor. Diese drei Töne kann man also gefahrlos in allen drei Tonarten verwenden. Weiterhin kommen die Töne A und E in allen drei Tonarten vor. Also kann man diese beiden Töne ebenfalls gefahrlos verwenden.

Nur beim F und C bzw. beim F# und C# muss man vorsichtig sein. Je nach dem in welcher Tonart man ist, kommt entweder ein Vorzeichen hinzu, oder nicht. Diese Töne nennt man Leit- oder Strebetöne. Diese Töne lassen eine Zuordnung zu einer Tonart zu bzw. diese Töne grenzen die Möglichkeit der Tonarten ein.

Bei einer Improvisation kann man nun diese Leit- und Strebetöne vermeiden. Übrig bleiben 5 Töne, mit denen man fast immer auf der richtigen Seite ist. Zu jedem Akkord kann man also 5 Töne zuordnen, die man immer verwenden kann, wenn der entsprechende Akkord auftaucht. Das heißt natürlich nicht, das man die Leit- und Strebetöne nicht verwenden darf, doch man kann sich bei denen eher mal vertun. Mit den 5 Tönen der Pentatonik (penta steht für 5) kann man aber in jeder Tonart gefahrlos Improvisieren.

Wie wir noch sehen werden, sind diese 5 Töne immer im gleichen Schema angeordnet, so dass sich die Pentatoniken der einzelnen Akkorde ähneln. Es gibt nur 5 Hauptformen, die man (wie Barr´e-Akkorde) quer über das Griffbrett verschieben kann. Diese 5 Hauptformen gilt es zu lernen, und von diesen muss man wissen, in welchem Bund sie welchem Dur- bzw. Mollakkord zuzuordnet werden.

[Bearbeiten] Wie lernt man eine Pentatonik

Wenn man eine Pentatonik richtig lernen will, dann kommt man um das "büffeln" von Skalen nicht drum herum. Jedoch wollen wir hier nicht einfach irgendwelche Punktbilder vorsetzen.

Image:Pentatonic_xxxxx.svg

Vielleicht hast du schon mal solche Punktbilder gesehen. Vielleicht auch schon Ausschnitte von solchen Skalen rauf und runtergenudelt. Vielleicht hattest du sogar Glück, und es hat irgendwie ganz gut geklungen. So lernen viele den Einstieg in die Improvisation. Doch erfahrungsgemäß dauert es sehr lange bis man weiß, wann und wie und warum man die Pentatoniken irgendwo einsetzen kann.

Es gibt Dur- und Moll- und Blues-Pentatoniken, die alle irgendwie gleich aussehen, aber immer anders heißen. Dazu kann man sich in verschiedenen Büchern auch nie einigen, wie man eine bestimmte Skala richtig bezeichnet. Damit das Improvisieren mit einer Pentatonik nicht nur auf Versuch und Irrtum beruht, holen wir in diesen Workshop etwas weiter aus.

Um mit Pentatoniken sinnvoll arbeiten zu können, sollte man sich grundlegend mit Barré-Akkorden (Rockdiplom) und Intervallen (Gitarre:_Balladendiplom)auskennen, oder man sollte zumindest in nächster Zeit die Wissenslücken schließen. [1]

Eine komplette Übersicht der Pentatoniken findet man im Index des Gitarrenbuches Pentatoniken (Übersicht). Da steht alles was in den Lektionen vorkommt zusammengefasst als Überblick drin. Diese Lektionen schreiten etwas langsamer und ausführlicher voran, so dass sie sich besser zum Lernen und für den Unterricht der Pentatonik-"Anfänger" eignen. Eine Lektion ist etwa für eine Unterrichtsstunde konzepiert.

Bevor es aber ans richtige lernen geht, zuerst eine erfreuliche Nachricht:

Es gibt nur 5 Fingersätze für die Pentatoniken.

       

und man muss sich für alle Pentatoniken nur zwei Grundbausteine zu merken:

Image:Scala 3 5-6 1.svg und Image:Scala 2 3-5 6-1 2.svg

Von diesen Grundbausteinen leiten sich alle Dur-, Moll- und Bluespentatoniken ab. Was es alles damit auf sich hat, das wird Stoff der nächsten Lektionen sein.

Image:Pentatonic 12356.svg

[Bearbeiten] Lektionen

Der Theorieteil ist vom Konzept her fertig. Die Übungsstücke und Anwendungen werden noch folgen. Wer gute Ideen für Übungen, oder passende Lieder kennt, die zu den einzelnen Theorie-Teilen passen, der möge uns doch bitte einen Tipp zukommen lassen.

wie geht es weiter:


Fußnoten
  1. Das Rockdiplom ist noch nicht fertig, und auch beim Balladendiplom fehlt noch einiges.
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen