Gitarre: Pentatonik und Bluesworkshop
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[Bearbeiten] Wie lernt man eine Pentatonik
Wenn man eine Pentatonik richtig lernen will, dann kommt man um das "büffeln" von Skalen nicht drum herum. Jedoch wollen wir hier nicht einfach irgendwelche Punktbilder vorsetzen.
Vielleicht hast du schon mal solche Punktbilder gesehen. Vielleicht auch schon Ausschnitte von solchen Skalen rauf und runtergenudelt. Vielleicht hattest du sogar Glück, und es hat irgendwie ganz gut geklungen. So lernen viele den Einstieg in die Improvisation. Doch erfahrungsgemäß dauert es sehr lange bis man weiß, wann und wie und warum man die Pentatoniken irgendwo einsetzen kann.
Es gibt Dur- und Moll- und Blues-Pentatoniken, die alle irgendwie gleich aussehen, aber immer anders heißen. Dazu kann man sich in verschiedenen Büchern auch nie einigen, wie man eine bestimmte Skala richtig bezeichnet. Damit das Improvisieren mit einer Pentatonik nicht nur auf Versuch und Irrtum beruht, holen wir in diesem Workshop etwas weiter aus.
Um mit Pentatoniken sinnvoll arbeiten zu können, sollte man sich grundlegend mit Barré-Akkorden (Rockdiplom) und Intervallen (Gitarre:_Balladendiplom) auskennen, oder man sollte zumindest in nächster Zeit die Wissenslücken schließen. [1]
Eine komplette Übersicht der Pentatoniken findet man im Index des Gitarrenbuches Pentatoniken (Übersicht). Da steht alles, was in den Lektionen vorkommt, zusammengefasst als Überblick drin. Diese Lektionen schreiten etwas langsamer und ausführlicher voran, so dass sie sich besser zum Lernen und für den Unterricht der Pentatonik-"Anfänger" eignen. Eine Lektion ist etwa für eine Unterrichtsstunde konzipiert.
Bevor es aber ans richtige Lernen geht, zuerst eine erfreuliche Nachricht:
Es gibt nur 5 Fingersätze für die Pentatoniken.
und man muss sich für alle Pentatoniken nur zwei Grundbausteine merken:
Von diesen Grundbausteinen leiten sich alle Dur-, Moll- und Bluespentatoniken ab. Was es alles damit auf sich hat, das wird Stoff der nächsten Lektionen sein.
[Bearbeiten] Wozu benötigt man eine Pentatonik überhaupt?
Eine Pentatonik wird zur Improvisation benötigt.
Wenn man ein Musikstück begleiten möchte, dann hat man die Möglichkeit eine freie Melodie als zusätzliche Ausschmückung zu dem Stück zu spielen. Diese Melodie muss nicht unbedingt auskomponiert sein, sondern der Spieler kann diese Melodie oft frei dazu erfinden.
Nun hat aber der Musiker das Problem, dass nicht alle Töne gleich gut passen. Als Orientierung steht dem Musiker lediglich die Tonart des Stückes und die verwendeten Akkorde zur Verfügung.
Doch es gibt insgesamt nur 12 verschiedene Töne, die sich in der Oktave wiederholen. (Sie haben dann die gleichen Notennamen).
Dieses entspricht in etwa dem kompletten Griffbrett. Am Anfang einer Improvisation muss man mit allen möglichen Noten auf dem Griffbrett rechnen. Aber für eine Improvisation benötigt man nur eine Auswahl dieser Töne. Sobald man irgendeinen Anhalt gefunden hat, dann lassen sich die Töne voneinander in ihrer Wichtigkeit unterscheiden.
- Töne kann man grob unterteilen in
- Der Grundton einer Tonleiter, Skala oder eines Akkordes
- 3 Akkordtöne aus denen sich ein Dur- oder Moll-Akkord zusammensetzt
- 5 Töne der Pentatonik die so gut wie immer zu einem bestimmten Akkord passen, und die man frei verwenden kann.
- Leit- und Strebetöne sind je 2 Töne einer Dur- oder Molltonleiter, bei denen man immer aufpassen muss, da sie zwar manchmal, aber nicht immer passen
- Tonleiterfremde Töne, passen wiederum meist gar nicht zu dem Stück und sie werden sich so gut wie immer schlecht anhören. Allerdings muss man immer damit rechnen, dass sich doch mal der ein oder andere mit dazumogelt, denn unter gewissen Umständen kann auch mal ein tonleiterfremder Ton passen. Doch dieses würde hier zu weit führen. Das ist ein Thema für fortgeschrittenere Spieler.
- Ein Beispiel wären die Blues-Notes. Das sind Töne, die trotz ihres schrägen Klangs immer noch gut zu Blues oder Jazz passen.
Der Grundton ist gleichzeitig einer der 3 Akkordtöne, und diese 3 Akkordtöne sind wiederum Bestandteil der Pentatonik. Die anderen beiden Töne der Pentatonik kann man "Optionstöne der Pentatonik" nennen. Diese Optionstöne können mit bei einem Akkord auftauchen, müssen es aber nicht.
Eine Pentatonik ergibt zusammen mit dem Leit- und Strebeton die Dur- bzw. die Molltonleiter.
Der Blues mit seinen Tönen fällt hier etwas aus dem Rahmen, und wird daher extra behandelt.
[Bearbeiten] Beispiel am Akkord G-Dur
Eine Methode bei der Improvisation ist es, nur die Töne einer bestimmten Tonleiter zu verwenden. Das sind dann nur 7 der 12 möglichen Töne. Ein Problem dabei ist, dass zu einem bestimmten Akkord mehrere Tonleitern gehören können. G-Dur kann der Grundakkord der Tonart G-Dur sein. Eine typische Akkordfolge ist: G C D7 G. Die einzelnen Töne sind
1 2 3 4 5 6 7 G A H C D E F#
G-Dur kann aber auch die Subdominante der Tonart D-Dur sein. Eine typische Akkordfolge ist: D G A7 D. Die einzelnen Töne sind dort
1 2 3 4# 5 6 7 G A H C# D E F#
G-Dur kann aber ebenfalls die Dominante der Tonart C-Dur sein. Eine typische Akkordfolge ist: C F G7 C. Die einzelnen Töne sind dort
1 2 3 4 5 6 7b G A H C D E F
(4# = übermäßige Quarte; 7b = kleine Septime)
Wir sehen also, dass man über einem Akkord mit verschiedenen Tönen Improvisieren kann. Doch nehmen wir uns diese drei Beispiele mal genauer unter die Lupe:
Die drei Akkordtöne G H und D (schwarz) kommen auf alle Fälle in allen drei Tonarten vor. Diese drei Töne kann man also gefahrlos in allen drei Tonarten verwenden. Weiterhin kommen die Töne A und E in allen drei Tonarten vor. Also kann man diese beiden Töne ebenfalls gefahrlos verwenden.
Nur bei den Leit- und Strebetönen (nur orange) F und C bzw. beim F# und C# muss man vorsichtig sein. Je nach dem in welcher Tonart man über den G-Dur-Akkord improvisieren will, kommt entweder ein Vorzeichen hinzu, oder nicht. Mit den Leit- und Strebetönen ist eine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten Tonart möglich, oder aber eine bestimmte Tonart wird durch den Ton ausgeschlossen.
Die Leit- und Strebetöne F und C bzw. F# und C# können in bestimmten Situationen passen. Jedoch man kann sich bei denen auch vertun. Damit einem dieses nicht passiert, meidet man sie einfach und verwendet nur die übrig 5 Töne, mit denen man fast immer auf der richtigen Seite ist.
Zum G-Dur-Akkord kann man also die 5 Töne G A H - D E - zuordnen. Diese kann man immer verwenden, wenn der G-Dur-Akkord auftaucht (Ausnahme Blues, aber wie gesagt, der wird später behandelt). Das heißt natürlich nicht, das man die Leit- und Strebetöne F und C bzw. F# und C# auf keinen Fall verwenden darf, doch man kann sich bei denen eher mal vertun. Mit den 5 Tönen der Pentatonik (penta steht für 5) kann man aber in jeder Tonart in der G-Dur vorkommt gefahrlos Improvisieren. G-Dur kommt in den Tonarten C- D- und G-Dur sowie deren Mollparallelen Am, Hm und Em vor.
Wie wir noch sehen werden, sind diese 5 Töne immer im gleichen Schema angeordnet, so dass sich die Pentatoniken der einzelnen Akkorde ähneln. Es gibt nur 5 Hauptformen der Pentatonik-Fingersätze, die man (wie Barré-Akkorde) quer über das Griffbrett verschieben kann. Diese 5 Hauptformen gilt es zu lernen, und von diesen muss man wissen, in welchem Bund sie welchem Dur- bzw. Mollakkord zugeordnet werden.
[Bearbeiten] Lektionen
Der Theorieteil ist vom Konzept her fertig. Die Übungsstücke und Anwendungen werden noch folgen. Wer gute Ideen für Übungen, oder passende Lieder kennt, die zu den einzelnen Theorie-Teilen passen, der möge uns doch bitte einen Tipp zukommen lassen.
- Pentatonik G-Dur E-Moll Typ
- Pentatonik F-Dur D-Moll Typ
- Pentatonik D-Dur H-Moll Typ
- Pentatonik C-Dur A-Moll Typ
- Pentatonik Bb-Dur G-Moll Typ
- Pentatonik Zusammenfassungen 1
- Pentatonik Die Töne einer Pentatonik
- Shuffle-Rhythmus mit E6 und E7
- Schuffle-Rhythmus mit Barré-Akkorden
- Ein typischer Rock'n'Roll-Riff
- Das 8-Takt-Blues-Schema
- Basstöne beim Standard-Blues
- Ein zweites Blues-Schema
wie geht es weiter:
- Fußnoten
- ↑ Das Rockdiplom ist noch nicht fertig, und auch beim Balladendiplom fehlt noch einiges.