Gitarre: Saiten

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Saiten für die Konzertgitarre

Saiten für die klassische Gitarre haben keine Knoten an ihren Enden. Sie sehen an beiden Enden gleich aus und werden am Steg und gelegentlich am Wirbel verknotet. Für die Konzertgitarre gibt es Saiten aus Kunstseide, die mit Bronzedraht umsponnen sind für die tieferen Töne und Saiten aus Nylon für die höheren Töne. Die Gitarre hat 6 Saiten. Die dickste Saite klingt am tiefsten, die dünnste Saiten am höchsten. von oben gezählt heißen die Saiten E A D G H E. Um sich diese Reihenfolge besser merken zu können, gibts es diverse Merksprüche, z.B.:


- Ein Alter Esel Ging Honig Essen
- Ein Anfänger Der Gitarre Hat Eifer
- Eine Alte Deutsche Gitarre Hält Ewig
- Eine Alte Dumme Gans Holt Eier
- Eine Alte Dame Geht Hering Essen
- Eine Alte Dumme Gans Hat Eier


[Bearbeiten] Nylon-Saiten

Die drei Basssaiten sind aus Nylonseide und mit Kupfer- oder Silberdraht umsponnen, gelegentlich auch die 4. (g-)Saite. Die drei (bzw. zwei) Melodiesaiten (auch Diskantsaiten genannt) sind aus massivem Nylon.

[Bearbeiten] Carbon-Saiten

Seit einiger Zeit wird für sie auch Polyvinylidenfluorid (PVDF) benutzt, ein Material, das eine deutlich höhere Dichte als Nylon aufweist. Die Saiten sind daher bei gleicher Tonhöhe dünner und somit „lebendiger“ und reaktionsfreudiger (unter Gitarristen werden diese die PVDF-Saiten auch „Carbonsaiten“ genannt).

[Bearbeiten] Darmsaiten

Es gibt immer noch alte Konzertgitarren, die mit Darmsaiten bespannt sind. Diese bestehen heutzutage aus Schafsdarm.

[Bearbeiten] Stahlsaiten

(neuerdings) Stahlsaiten werden stärker gespannt und sind nicht so dick wie Nylon-Saiten. Stahlsaiten sind nicht typisch für Konzertgitarren. Der Hals der Gitarre muss im Inneren mit einem Stahlstab verstärkt sein, da ohne diesen das Holz die starken Zugkräfte nicht aushalten könnte. Daher ist es nicht ratsam, Stahlsaiten auf eine "normale" Konzertgitarre aufzuziehen.

[Bearbeiten] Saiten für die Westerngitarre

Westerngitarren verfügen meist über 6 Saiten, die im Kern aus rundem oder sechseckigem Stahldraht gefertigt sind. Die 4 tiefen Saiten (E A D G) sind meist mit rundem Bronzedraht umwickelt.

Für spezielle Anwendungen (z. B. beim Jazz) werden manchmal auch geschliffene Saiten aufgespannt, um die Rutschgeräusche auf den mit Bronzedraht umwickelten Saiten zu minimieren.

Saiten für Westerngitarre sind in der Regel mit einer Rolle an einem Ende versehen (ball end), um sie am Steg befestigen zu können.

Es gibt auch 12-saitige Ausführungen, bei der jeder Saite eine weitere Saite zugeordnet wird. Die jeweils zweite Saite der tieferen vier Töne klingt eine Oktave höher - diese Saiten sind dann auch entsprechend dünner. Die beiden hohen Saiten sind jeweils gleich gestimmt. Hier sind dann die 7 tiefsten Saiten mit Bronzedraht umwickelt. Für solche Gitarren sind spezielle Saitensätze notwendig, da die Saiten andere Durchmesser haben als bei normalen 6er Sätzen.

[Bearbeiten] Saiten für die elektrische Gitarre

Die E-Gitarre wird meist mit Stahlsaiten bespannt, wovon die 3 tiefen Saiten mit Nickeldraht umwickelt sind. Üblich sind Saitenstärken von 0,09 bis 0,12 bei der höchsten Saite. Vereinzelt werden auch geschliffene Saiten aufgezogen, hauptsächlich in der Jazzmusik, um die Rutschgeräusche auf den tiefen Saiten minimieren zu können. Neuerdings gibt es auch Saiten, die mit einem extrem dünnen Überzug versehen sind, damit die Saiten nicht korrodieren und somit länger mit gleichbleibendem Sound bespielbar sind.

Saiten für die E-Gitarre bestehen aus Stahldraht (1. bis 3. Saite) oder aus einem Stahldrahtkern, der mit anderem magnetischem Material umwickelt ist (4. bis 6., vorhandenenfalls 7. Saite, bei Saitensätzen höherer Stärke auch 3. Saite).

Bei der Rock- und Bluesgitarre werden dünne Saiten ("light strings") bevorzugt, da diese weniger stark gespannt werden müssen. So können Bendings mit weniger Kraft ausgeführt werden. Jazzgitarren mit hohlem Korpus und gewölbter Decke werden dagegen mit dickeren Saiten bespannt, da nur deren höhere Spannung die Decke in Schwingung versetzt.

[Bearbeiten] Roundwound-Saiten

Die gebräuchlichsten Saitensätze sind Roundwounds, deren Baßsaiten mit rundem Draht umwickelt sind. Dieser besteht meist aus vernickeltem Stahldraht. Manche Gitarristen bevorzugen "pure nickel wound strings", bei denen die Wicklung aus einer Legierung besteht, deren Hauptbestandteil Nickel ist. Solche Saiten waren bis Anfang der siebziger Jahre Standard und haben durch den etwas geringeren magnetischen Output eine weichere Ansprache.

[Bearbeiten] Stainless Steel-Saiten

Stainless steel strings, die mit reinem Stahldraht umwickelt sind, sind relativ neu auf dem Markt (anders als beim E-Bass, wo sie schon länger populär sind) und klingen hart und aggressiv.

[Bearbeiten] Flatwound-Saiten

Bei der Jazzgitarre sind Flatwounds üblich, was mit Flachdraht umwickelte Saiten oder geschliffene Runddrahtsaiten sind. Die glatte Oberfläche verhindert Nebengeräusche ("Quietschen"), der Klang von Flatwounds ist voll, rund und etwas dumpf.

Sogenannte Ground wounds oder "angeschliffene" Saiten, die oft auch mit angewalzten Draht umwickelt sind, sollen die Vor- und Nachteile beider Grundtypen vereinen.

[Bearbeiten] Siehe auch


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