Gitarre: Zur Gitarre singen

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Singen kann jeder

Ich weiß nicht, wie gut du schon singen kannst. Es mag sein, dass es für dich das natürlichste der Welt ist. Vielleicht hat schon eure Mutter mit euch gesungen, oder ihr hattet einen guten Musiklehrer oder singt sogar in einem Chor mit.

Euch brauche ich nicht viel zum Singen zu sagen. Man kann zwar immer noch irgendetwas besser machen, aber darum soll es hier nicht gehen. Hier geht es mehr um die grundsätzlichen Tipps für den Anfänger. Man kann seine Stimme auch richtig schulen lassen (was aber nicht in jedem Fall notwendig ist), aber das Thema Gesangsausbildung bietet Stoff genug für ein eigenes Buch.[1] Aber nicht jeder will ein Popstar werden. Vielen genügt es, wenn sie für sich selbst nur so mit Spaß an der Freude singen.

Niemand soll sich zu schnell einreden lassen, er könne nicht singen. Solange er sprechen kann, kann er auch singen.[2] Es fehlt höchstens die Übung. Am besten lernt man das Singen, indem man es immer und immer wieder übt. Die meisten Schauspieler nehmen richtigen Sprechtechnik-Unterricht. Aber nur, weil wir keine Sprechtechnik gelernt haben, lässt sich doch keiner das Reden verbieten. Anders sollte es auch nicht mit dem Singen sein.

[Bearbeiten] Wie kann man zur Gitarre singen?

Wer gleichzeitig singt und Gitarre spielt kommt am Anfang schnell durcheinander. Was kann man da tun?

[Bearbeiten] Bekannte einfache Lieder

Es empfiehlt sich, mit ganz einfachen und vor allem bekannten Liedern zu beginnen. Lieder, bei denen man nicht über Worte und Melodie nachdenken muss. Lieder, die so einfach sind, dass man sie auch ohne Konzentration noch singen kann. Oder Lieder, die man so in- und auswendig kann, dass sie automatisch abspulen. Einfache Lieder, die man aber nicht auswendig kann, sind weniger zu empfehlen, aber allemal besser als sich gleichzeitig mit einem schweren Text, der Akkordfolge und dem Rhythmus gleichzeitig zu beschäftigen. Man sollte für das Üben nicht Kinderlieder und Volks- und Weihnachtslieder verachten, sofern man diese auswendig kann. Sie mögen vielleicht nicht gerade die angestrebte Musikrichtung sein, aber für das Erlernen der reinen Spieltechnik sind sie für den Anfang eine gute Möglichkeit, überhaupt das Singen zur Gitarre zu üben.

[Bearbeiten] Mitsummen

Selbst das bloße Mitsummen der Melodie bringt einen näher dazu, sich selbst mit der Gitarre zu begleiten. Und selbst dann, wenn man den Eindruck hat, die eigene Stimme eigne sich nicht für die Bühne, sollte man dennoch üben, zu der Gitarre zu singen. Man entwickelt viel eher ein natürliches Gefühl für Melodie, Rhythmus, Dynamik und Geschwindigkeit. Und man kann sich leichter in den Sänger hineindenken, den man begleiten möchte.

[Bearbeiten] Einfache Akkordfolge

Eine andere Methode ist es, dass man nur Lieder auswählt, die eine immer gleichbleibende Akkordfolge haben. Diese Akkordfolge übt man zuerst so lange isoliert, bis man diese in- und auswendig kann. Dann, wenn die Akkordfolge fast von alleine abläuft, bleibt genug Konzentration für den Gesang übrig.

[Bearbeiten] Einfache Schlagmuster

Man beginnt mit ganz einfachen Begleitmustern. Bei einem einfachen Schlagmuster bewegt sich der Arm so gleichmäßig auf und ab, dass der Rhythmus so vorgegeben wird, wie ein Dirigent beim Chor den Taktstock schwingt. Erst wenn man mit den einfachen Liedern klar kommt und damit einige Erfahrung gesammelt hat, geht man daran, auch zu schwierigeren Gitarrenbegleitungen zu singen.

[Bearbeiten] Musik mitlaufen lassen

Wenn man Probleme hat, sich an den Text, den Rhythmus, die Melodie und die Akkordfolge zu erinnern, dann hilft es oftmals, einfach das Stück im Hintergrund mitlaufen zu lassen. Dadurch wird das Gehirn wesentlich entlastet, wenn es mal den Faden verloren haben sollte.

Allerdings müssen die Lieder dafür auch in der Tonlage sein, in der man sie spielen möchte, und sie dürfen nicht zu schnell sein. Dazu einige Tipps:

  • Viele Gitarrenlehrbücher haben CDs mit Übungsbeispielen.
  • Einige Musikprogramme können Originalstücke langsamer abspielen lassen und sogar in der Tonart verändern.
  • Midi-Files gibt es oftmals auch als Karaoke-Version, bei denen man sich mit einem geeigneten Programm auch den Text anzeigen lassen kann. Daneben kann man oftmals auch die Geschwindigkeit und die Tonhöhe anpassen. Hier lohnt sich ein Blick in die Freeware für Gitarristen.

[Bearbeiten] Musik hören

Es lohnt sich, die Lieder, die man für ein bestimmtes Gitarrenlevel gebrauchen kann, als Hörbeispiele zu sammeln und bei jeder sich bietenden Gelegenheit anzuhören. Es lohnt sich, dafür geeignete Liedersammlungen zu erstellen und diese auf CD zu brennen oder auf einem MP3-Player zu speichern. Allerdings ist man als Anfänger für die Auswahl der Lieder auf die Empfehlung vom Gitarrenlehrer angewiesen, welcher weiß, welche Lieder für welches Level geeignet ist. Ein paar Vorschläge findest du bei den Liedbeispielen.

Sollte dieses nicht gleich klappen, gilt:

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Merke
Das sollst du nicht können, das sollst du lernen!


[Bearbeiten] Allgemeine Tipps zum Singen

[Bearbeiten] Summe bei jeder sich bietenden Gelegenheit

Man sollte es sich zu einer Angewohnheit machen, regelmäßig eine Melodie zu summen. Gerade wenn man allein ist, kann man die Zeit gut dafür nutzen. Selbst ein leises Mitsummen, wenn das Radio im Hintergrund läuft, bringt einiges.

Die Stimmbänder hängen an Muskeln, und diese können und müssen trainiert werden.

[Bearbeiten] Nimm die Zähne auseinander

Der Ton bildet sich an den Stimmbändern. Aber der Ton muss auch irgendwie raus. Wenn man die Zähne, Lippen und Zunge nicht auseinander bekommt, bleibt jeder Ton im wahrsten Sinne des Wortes im Halse hängen.

[Bearbeiten] Knödel nicht

Viele Anfänger füllen mit ihrer Zunge fast den ganzen Mund aus. Es klingt dann alles sehr gepresst. Die Zunge sollte bei den Vokalen A, O und U ganz locker im Mund liegen, der Kiefer sollte ebenfalls locker sein, so dass die Luft und damit der Ton ungehindert nach außen entweichen kann. Beim I und Ü, etwas weniger beim Ä und Ö, wird die Zunge etwas angehoben. Aber sie muss bei den Vokalen A, O und U wieder locker werden.

[Bearbeiten] Versuche nicht, englisch zu klingen

Verfremde deine Stimme nicht. Das hört sich meist lächerlich und sehr gekünstelt an. Singe mit deiner normalen Stimme. Wenn du bei deinem normalen Englisch keinen Akzent hast, dann mache keinen künstlichen beim Singen, nur um irgendwie wie ein bestimmter Sänger zu klingen. Mache keinen nach, sondern sei ein Original!

[Bearbeiten] Hole Luft

Ohne Luft bekommst du keinen Ton raus. Gerade am Ende einer längeren Zeile muss man noch genug Luft haben, dass auch noch die letzte Silbe voll und rund klingt. Am einfachsten gelingt es mit einer Bauchatmung. Das Zwerchfell sackt nach unten und man hat gleich genug Luft für ein paar Sätze. Achte auf Gesangspausen und nutze sie zum Luftholen.

Viele Anfänger verstümmeln die letzten Silben bei einem Vers oder schaffen die höheren Töne nicht, weil sie einfach nicht genug Luft haben, um bis zum Schluss den Gesangsdruck aufrecht zu halten. Es muss nichts gepresst werden, aber es darf nicht wie ein schlaffer Luftballon sein, dem die Luft ausgeht. Apropos Luftballon: Wenn man den piepsen lässt, hat man einen prima Vergleich. Mann muss den Luftballon nicht zum Bersten aufpusten, aber wenn zu wenig Luft drin ist, klingt es doch recht dünn.

Eine Übung

Um die Bauchatmung zu üben, atmet man langsam und tief ein, wobei sich die Bauchdecke deutlich nach außen wölben sollte. Die Schultern sind nicht angehoben, und der Brustkorb ist nicht extra angehoben. Zwar bekommt man damit noch etwas mehr Luft in die Lungen, aber für das Singen lässt sich mit dem Zuviel an Luft nicht viel anfangen.[3] Wichtig ist, dass man es wirklich langsam übt. Es kann hilfreich sein, anfangs während des Einatmens bis 3, später dann bis 5 zu zählen. Dann die Luft für einen Moment anhalten und langsam und gleichmäßig wieder ausatmen. Man bekommt ein besseres Gefühl für das Ausatmen, wenn man auf ein "f", "s" oder "sch" ausatmet. Später lässt sich das auch mit den Vokalen praktizieren. Man wird feststellen, dass man mit einigen Vokalen besser zurechtkommt als mit anderen. Die Bauchdecke geht während des Ausatmens automatisch wieder zurück und wird so wieder flach. Das Zwerchfell muss sich dafür überhaupt nicht anstrengen. Wichtig ist, dass man sich während dieser Übung völlig entspannt. Die Übung ist prinzipiell in jeder Lage machbar, aber auf dem Rücken liegend mit leicht angewinkelten Beinen fällt das Entspannen erfahrungsgemäß am leichtesten. Auf diese Weise schafft man es, den Zeitraum für das Ausatmen auf einem Zischlaut oder einem Ton immer weiter zu verlängern. Manche schaffen es nach einigen Wochen und Monaten, über 1 Minute langsam und gleichmäßig auszuatmen. Irgendwann hört man dann auf, auf die Uhr zu schauen. Da diese Übung gleichzeitig die Atmung und damit die Sauerstoffversorgung des Körpers (und nicht zuletzt auch des Gehirns) verbessert, kann man diese Übung regelmäßig, nur so aus Spaß weitermachen.

[Bearbeiten] Sing laut

Aus voller Kehle oder aus dem Bauch heraus. Sei mutig und denk nicht immer darüber nach, was die anderen wohl denken. Wenn es zu Hause nicht gelingen sollte, dann suche dir Freiräume, wo du nach Herzenslust herumgröhlen kannst.

[Bearbeiten] Sing dynamisch

Wenn du es schaffst laut zu singen, dann kannst du üben, mit der Lautstärke zu spielen. Ziel sollte es sein, dass du sowohl leise, bei normaler Lautstärke und bei vollem Stimmeinsatz einen guten Ton machst.

[Bearbeiten] Achte auf deine Aussprache

Der Text soll verstanden werden. Auch bei einem Rocksong, bei Punk und Heavy-Metal hat es noch keiner Gruppe geschadet, wenn man verstehen kann, was sie singen. Und dazu gehört auch ein bisschen Training der Aussprache.

[Bearbeiten] Singe auf einem Gesangston

Bei Anfängern reißt der Ton oftmals zu früh ab und ist auch im Einzelnen zu kurz. Versuche dir vorzustellen, du singst ganze Sätze (bis zum Ende des Taktes) mit nur einem Gesangston auf den Vokalen, der nur durch ein paar Konsonanten modelliert wird. Wenn du mal einen Dudelsack gehört hast, dann bekommst du eine Vorstellung von einem Ton, der nicht abreißt. Gerade gegen Ende der Verse muss der Ton oft länger ausgehalten werden und immer noch klar klingen.

[Bearbeiten] Achte auf die Pausen

Pausen gehören wie die Noten zum Lied mit dazu. Einzelne Verse haben oft eine 4er Einteilung. Ist der Satz früher zu Ende, muss manchmal ein ganzer Takt Pause eingehalten werden. Anfänger neigen oft dazu, einen ganzen Takt unter den Tisch fallen zu lassen. Orientiere dich an den Taktstrichen in dem Notenheft (auch wenn du NOCH keine Noten lesen kannst).

Beispiel

Refrain: When you say nothing at all

  • " C Catch me wherever I D fall (C pause D) pause C You say it best D when..."

Über den Wolken

  • G Wind Nord- G ost Startbahn 0- Am 3 Am (Pause) D - bis hier hin D hör ich die Mo- G toren (Pause) G (Pause)</ br>

G (Pause) Wie ein G Pfeil zieht sie vor- Am bei D und es dröhnt in meinen G Ohren G (Pause)...

[Bearbeiten] Finde deine Stimmlage

Jeder Mensch hat eine Stimmlage, bei der er mit minimalem Aufwand die maximale Lautstärke herausholen kann. Meist ist dieses die Tonlage, in der er auch spricht. Von dieser mittleren Tonlage singt man immer tiefer, und versucht den Bereich zu ermitteln, bei dem sich die Stimme noch gerade so brauchbar anhört. Dasselbe versucht man für die Höhen. In diesem Tonspektrum gibt es einen Stimmbereich, bei dem es am einfachsten fällt besonders leise, aber immer noch wohlklingend zu singen, und es gibt einen Bereich, bei dem man besonders laut und immer noch klar und deutlich singen kann. Diese Bereiche sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Diese Kenntnisse können dir helfen, die richtigen Lieder in den richtigen Tonarten für dich herauszufinden.

[Bearbeiten] Finde deine Registergrenzen

Wenn du recht tief singst, dann vibriert dein ganzer Brustkörper. Das kannst du mit der Hand auf der Brust leicht herausfinden. In der mittleren Tonlage vibriert der Hals besonders stark, und bei hohen Tönen vibriert der Kopf besonders stark. Auch dieses lässt sich mit einer Hand am Hals und am Kopf leicht nachprüfen. Beim Übergang der hohen zur mittleren zur tiefen Stimmlage ändert sich meist der ganze Stimmansatz. Wenn man es lernt, diese Übergänge in jedem Register etwas zu erweitern, gelingt es einem irgendwann, einen fließenden Übergang zwischen Brust-, Hals- und Kopfregister zu singen. Weiterhin gelingt es einem nach einiger Übung, die Resonanzräume des eigenen Körpers immer besser auszunutzen, so dass die eigene Stimme viel voller klingt.

[Bearbeiten] Achte auf Resonanzen

Einige Räume hallen wesentlich besser wider als andere. Meist ist es das gekachelte Badezimmer, das eine gute Resonanz hat. Solch ein Raum ist sehr gut geeignet, Tonleiterübungen zu machen. In einem bestimmten Frequenzspektrum klingen alle Töne einer Tonleiter durch die Resonanz des Raumes auch mit geringer Stimme laut und klar. Der Ton wird weiter getragen. Liegt man etwas daneben, versackt der Ton. Dieses kann man selbst gut hören. So bekommt man ein gutes Gefühl für Intervalle und Tonleitern.

[Bearbeiten] Lerne Tonleitern und Intervalle

Mach dich grundlegend mit Tonabständen in einer Tonleiter vertraut und versuche diese zu üben. Dazu muss man auch ein wenig die Harmonielehre lernen. Du brauchst es praktisch bei jedem Lied. Je besser du dich damit auskennst, desto einfacher wird dir das Singen fallen. Um die Töne zu treffen hilft es, einfach mal auf der Gitarre (oder einem Klavier) einen Ton oder die Töne eines Akkordes zu spielen und den Ton auf der gleichen Höhe nachzusingen. Wenn möglich sollte man jemanden mit einem guten Gehör dabei haben, der beurteilen kann, ob man in der Nähe des Tons war.


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Es fehlt ein kurzes Anreißen des Tonika-Do-Systems


[Bearbeiten] Singe in einem Chor mit

Wenn du die Möglichkeit hast, dann singe in einem Chor mit. Oftmals gibt es Projektchöre, die nur für einen bestimmten Anlass gegründet werden, bei denen man aber hinterher keine weiteren Verpflichtungen hat. Wenn der Chorleiter einigermaßen gut ist, wird er dir einiges beibringen können.


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Diese Beiträge müssen dringend überprüft, ergänzt und korrigiert werden.



Fußnoten
  1. Siehe beispielsweise das Buch Gesang, das gerade bei den Wikibooks entsteht.
  2. Nur wirklich sehr wenige Menschen sind nicht in der Lage zu singen. Dieses ist aber zumeist krankheitsbedingt.
  3. Als reine Atemübung für die Lungen darf man natürlich auch mal mit der zusätzlichen Rippenatmung und letztlich mit dem Schulteranheben die Lungen größtmöglich füllen, aber solch eine Atmung ist beim Singen eher hinderlich, da man das Ausatmen nicht mehr so gut steuern kann.
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