Gitarre: der Vier-Viertel-Schlag

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lektion 1b
Einführung Schlagmuster

[Bearbeiten] Einstieg in die Rhythmik

Um gut Gitarre spielen zu können reicht es bei weitem nicht aus, einfach nur Griffe zu erlernen. Um sie anwenden zu können ist es zwingend erforderlich, die gespielten Akkorde auch in einen entsprechenden Rhythmus einzubetten.

Man fängt nur deshalb mit den Griffen an, weil sie erst sicher beherrscht werden müssen, damit man überhaupt etwas hat, das sich lohnt, rhythmisch gespielt zu werden. Griffe richtig greifen zu können ist also genauso wichtig, wie im Takt spielen zu können. Das schlimmste für einen Musiker ist, wenn er nicht groovt. Diese Tatsache ist unabhängig vom Instrument, wird aber von vielen angehenden Musikern stark unterschätzt.

Es sollte etwa dasselbe Augenmerk auf die Rhythmik gerichtet werden, wie auf die Harmonie. Der Grund dafür ist, dass man mit etwas Kenntnis über verschiedene Rhythmen viel mehr Möglichkeiten hat, seine Begleitung an ein Lied anzupassen. Ist einem Musiker die Rhythmik eines Liedes unbekannt kann er es genauso wenig begleiten, wie wenn ihm die Harmonie des Stückes fremd ist.

Um einen ersten Einblick in die theoretischen Grundlagen der Rhythmik zu erhalten, empfehle ich an dieser Stelle einen Abstecher in das Kapitel Rhythmik des Buches Musiktheorie

Den Themenbereich Rhythmik vertiefen...


[Bearbeiten] Das einfachste Schlagmuster

Bild:Takt1234.gif

Bild:Schlagmuster.AAAA.jpg

Die hier hell eingezeichneten Pfeile (über die noch gesprochen werden muss) werden nicht angeschlagen. Ebenso werden die hell eingezeichneten "und" nicht ausgesprochen. Sie zeigen hier lediglich an, dass die Schlaghand ja irgendwie wieder nach oben kommen muss.
Obwohl es in einigen Büchern auch andersherum gezeigt wird, sind in der Grafik "oben" und "unten" nicht vertauscht, die Saiten werden wie die Akkorde immer aus der Sicht des Spielers gezeigt! So, wie er von oben auf die Saiten schaut. Später, wenn man eine Tabulatur kennenlernt, wird man sehen, das "auf dem stehende" Angaben der allgemeine Standard ist.

Tipp

Tappt mit dem Fuß auf! Zählt dabei 1 2 3 4. Jedes mal wenn der Fuß angehoben wird, habt ihr ein "und". Doch dieses "und" wird hier für den 4/4-Schlag nicht gebraucht und daher auch nicht laut mitgezählt. Nur die Schläge die man tatsächlich ausführt, werden laut gezählt. Aber die folgenden Schläge werden auf diesen 4/4-Schlag aufbauen. Daher sind die "und" schon mit angegeben.

Bei jeder Zahl schlägst du mit den Fingernägeln deiner rechten Hand (2-3 Finger oder wenn es etwas leiser sein soll nur der Zeigefinger) von oben nach unten. Dieses ist die gleiche natürliche Bewegung, als wolle man ein paar Kuchenkrümel vom Hosenbein entfernen.

Daumen und Zeigefinger dürfen sich ruhig berühren, sollten aber beweglich bleiben, (fast als hätte man ein Knetkügelchen oder ähnliches zwischen den Fingern.)

Alternativ dazu kannst du für den Anfang auch ein weiches Plektrum benutzen. Allerdings würde ich es nur dann empfehlen, wenn man Probleme mit den Fingernägeln haben sollte. Mit den Fingern bekommt man ein besseres Gefühl für das Instrument, während Plektren besser für lautes Spielen einzusetzen sind. Aber letztlich ist es Geschmacksache ob man mit oder ohne Plektrum spielt. Man sollte jedoch zu beidem in der Lage sein. Probiere also beides aus; mit und ohne.

Image:Down stroke 1.jpg Image:Down stroke 2.jpg

Beachte, dass in einer Tabulatur alles auf den Kopf gezeichnet ist. Die Schläge werden gleichmäßig ausgeführt, wie das Ticken einer Uhr. Dies ist vollkommen unabhängig von der Melodie die du gerade singst. Du fängst ja auch nicht an schneller oder langsamer zu gehen, wenn du dich bei einem Spaziergang mit jemanden unterhältst, und dabei mal schneller und mal langsamer sprichst.

[Bearbeiten] Aus dem Ellenbogen

Bei den einfachen Schlägen kommt die Bewegung nicht aus einer Drehung des Unterarms. Der Schlag kommt auch nicht aus dem Handgelenk (obwohl beides möglich ist). Später, wenn man einmal mit einem Plektrum (kleines Plastikplättchen) einzelne schnelle Melodiefolgen spielt, ist die Bewegung aus dem Handgelenk sinnvoll. Aber hier bei den einfachen Akkorden verleitet dies nur zu einem unsauberen Takt. Die Bewegung für den Schlag kommt aus dem Ellenbogengelenk. Also hat der Oberarmmuskel relativ viel zu tun. Es ist zwar nicht möglich, extrem schnelle Schläge mit dieser Bewegung zu machen, aber dafür sind die Schläge viel gleichmäßiger. Und in den ersten Stunden ist ein gleichmäßiger Rhythmus das Wichtigste, was es (neben den ersten Akkorden) zu lernen gibt.

Es ist durchaus möglich, dass verschiedene Gitarrenlehrer da anderer Meinung sind.
Aber keine Angst. Ein Umlernen auf eine schnellere Anschlagart wird hinterher,
wenn man einen sicheren Rhythmus hat, keine nennenswerten Probleme bereiten.

[Bearbeiten] Der 4/4 Schlag

Bild:Takt1234.gif
Bild:Schlagmuster.A-A-A-A.jpg
Noch besser klingt das Schlagmuster, wenn es leicht versetzt gespielt wird. Man versucht bei der "1" und bei der "3" die oberen drei Bass-Saiten, bei der "2" und bei der "4" die unteren drei Melodie- bzw. Diskant-Saiten zu treffen. (So genau muss es aber nicht sein. Die gleichmäßige Auf- und Abwärtsbewegung ist hier wichtiger. Wenn Du mal vier statt drei Saiten triffst, wird dieses niemanden stören.)

[Bearbeiten] E-Saite freilassen

Bild:01.01.D A1.gif Beim D-Dur-Akkord, also den ersten Akkord den du hier lernst, gibt es eine Kleinigkeit zu beachten. Die oberste dicke E-Saite darf nicht mitklingen. Du erkennst dieses am (X) im Akkord-Diagramm. Der Grund: Der Ton "E" passt nicht zum D-Dur-Akkord. Wie die übrigen Töne heißen, braucht uns im Moment noch nicht zu interessieren.

Wir merken uns nur, dass die obere dicke E-Saite nicht zum D-Dur-Akkord passt. Dafür schlagen wir die nächsten beiden oder die nächsten drei Saiten an (wie oben schon gesagt, es kommt nicht so genau drauf an...)

Wir schlagen immer "oberhalb", "unterhalb", "oberhalb", "unterhalb". 1,2,3,4.

[Bearbeiten] Dein erstes Lied

Damit weisst gu jetzt genug, um Dein erstes Lied zu spielen: Bruder Jakob aus dem Liederbuch. Viel Spaß!

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