Gitarre: der Vier-Viertel-Schlag

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lektion 1b
Einführung Schlagmuster

[Bearbeiten] Einstieg in die Rhythmik

Gitarrengriffe sind wichtig. Um die Akkorde kümmert sich die linke Hand. Genau so wichtig ist der Rhythmus. Um den Rhythmus kümmert sich die rechte Hand.

Ein Musiker muss genauso aufmerksam auf die Rhythmik achten wie auf die Harmonie[1]. Du wirst hier im Lagerfeuerdiplom eine Hand voll Schlagmuster kennen lernen. Diese sollst du am Anfang genau so spielen, wie sie notiert sind. Sobald du einige Rhythmen richtig beherrscht, wirst du im Folkdiplom lernen die Rhythmen ein wenig zu variieren.

Um einen ersten Einblick in die Grundlagen eines Rhythmus zu erhalten, empfehle ich an dieser Stelle einen Abstecher in das Kapitel Rhythmik des Buches Musiktheorie zu machen,

Den Themenbereich Rhythmik vertiefen...


[Bearbeiten] Das einfachste Schlagmuster

Takt1234.gif
Schlagmuster.AAAA.jpg

Die hier hell eingezeichneten Pfeile (über die noch gesprochen werden muss) werden nicht angeschlagen. Ebenso werden die hell eingezeichneten "und" nicht ausgesprochen. Sie zeigen hier lediglich an, dass die Schlaghand ja irgendwie wieder nach oben kommen muss.

Obwohl die Pfeile in einigen Büchern auch andersherum gezeichnet werden, sind in dieser Grafik "oben" und "unten" nicht vertauscht! Die Saiten werden wie die Akkorde-Diagramme immer aus der Sicht des Spielers gezeigt! So, wie er von oben auf die Saiten schaut. Später, wenn man eine Tabulatur kennenlernt, wird man sehen, dass "auf dem Kopf stehende" Angaben der allgemeine Standard sind.

Tipp

Tappt mit dem Fuß auf! Zählt dabei 1 2 3 4. Jedes Mal, wenn der Fuß auftappt, habt ihr eine Zahl. Jedes Mal, wenn der Fuß angehoben wird, habt ihr ein "und". Zwar wird in dieser Lektion, wo man nur Abschläge ausführt, noch kein "und" gebraucht doch schon bei den nächsten Schlägen lernen wir auch die Aufschläge kennen.

Bei jeder Zahl schlägst du mit den Fingernägeln deiner rechten Hand (2-3 Finger oder - wenn es etwas leiser sein soll - nur der Zeigefinger) von oben nach unten. Dieses ist die gleiche natürliche Bewegung, als wolle man ein paar Kuchenkrümel vom Hosenbein entfernen.

Daumen und Zeigefinger dürfen sich ruhig berühren, sollten aber beweglich bleiben (fast als hätte man ein Knetkügelchen oder ähnliches zwischen den Fingern).

Alternativ dazu kannst du für den Anfang auch ein weiches Plektrum benutzen. Allerdings würde ich es nur dann empfehlen, wenn man Probleme mit den Fingernägeln haben sollte. Mit den Fingern bekommt man ein besseres Gefühl für das Instrument, während Plektren besser für lautes Spielen einzusetzen sind. Aber letztlich ist es Geschmacksache, ob man mit oder ohne Plektrum spielt. Man sollte jedoch zu beidem in der Lage sein. Probiere also beides aus, mit und ohne.

Down stroke 1.jpg Spacer.gifDown stroke 2.jpg

Ich wiederhole noch einmal: Beachte, dass in einer Tabulatur alles auf dem Kopf gezeichnet ist. Die Schläge werden gleichmäßig ausgeführt, wie das Ticken einer Uhr. Diese Bewegung ist vollkommen unabhängig von der Melodie, die du gerade singst. Du fängst ja auch nicht an schneller oder langsamer zu gehen, wenn du dich bei einem Spaziergang mit jemandem unterhältst und dabei mal schneller und mal langsamer sprichst.

[Bearbeiten] Aus dem Ellenbogen

Bei den einfachen Schlägen kommt die Bewegung nicht aus einer Drehung des Unterarms. Der Schlag kommt auch nicht aus dem Handgelenk (obwohl beides möglich ist). Später, wenn man einmal mit einem Plektrum (kleines Plastikplättchen) einzelne schnelle Melodiefolgen spielt, ist die Bewegung aus dem Handgelenk sinnvoll. Aber jetzt bei den ersten Akkorden verleitet dies nur zu einem unsauberen Takt. Die Bewegung für den Schlag kommt aus dem Ellenbogengelenk. Also hat der Oberarmmuskel relativ viel zu tun. Es ist zwar nicht möglich, extrem schnelle Schläge mit dieser Bewegung zu machen, aber dafür sind die Schläge viel gleichmäßiger. Und in den ersten Stunden ist ein gleichmäßiger Rhythmus das Wichtigste, was es (neben den ersten Akkorden) zu lernen gibt.

Attention green.svg

Anmerkung
Es ist durchaus möglich, dass verschiedene Gitarrenlehrer da anderer Meinung sind.
Aber keine Angst. Ein Umlernen auf eine schnellere Anschlagart wird hinterher,
wenn man einen sicheren Rhythmus hat, keine nennenswerten Probleme bereiten.


[Bearbeiten] Der 4/4 Schlag

Takt1234.gif
Schlagmuster.A-A-A-A.jpg
Noch besser klingt das Schlagmuster, wenn es leicht versetzt gespielt wird. Man versucht, bei der "1" und bei der "3" die oberen drei Bass-Saiten, bei der "2" und bei der "4" die unteren drei Melodie- bzw. Diskant-Saiten zu treffen. (Wenn Du mal vier statt drei Saiten triffst, wird das niemanden stören. Die gleichmäßige Auf- und Abwärtsbewegung ist hier viel wichtiger. )

[Bearbeiten] Beim D-Dur-Akkord die E-Saite freilassen

01.01.D A1.gif Beim D-Dur-Akkord, also dem ersten Akkord, den du hier lernst, gibt es eine Kleinigkeit zu beachten. Die oberste dicke E-Saite darf nicht mitklingen. Du erkennst dieses am (X) im Akkord-Diagramm. Der Grund: Der Ton "E" passt nicht zum D-Dur-Akkord. Wie die übrigen Töne heißen, braucht uns im Moment noch nicht zu interessieren.

Wir merken uns nur, dass die obere dicke E-Saite nicht zum D-Dur-Akkord passt. Dafür schlagen wir die nächsten beiden oder die nächsten drei Saiten an (wie oben schon gesagt, es kommt nicht so genau drauf an...) [2]

Wir schlagen immer "oberhalb", "unterhalb", "oberhalb", "unterhalb". 1,2,3,4.

[Bearbeiten] Liedvorschläge

[Bearbeiten] D-Dur-Akkord und 4/4-Schlag


Fußnoten
  1. Wenn mehr als ein Ton gleichzeitig erklingt (wie bei einem Akkord), spricht man von Harmonie. Folgen die Töne nur nacheinander, dann spricht man von Melodie.
  2. Entgegen einiger falscher Behauptungen ist es beim D-Dur-Akkord nicht verboten, die 2. Saite von oben mit anzuschlagen. Der Ton A (das ist die zweite Saite von oben) gehört mit zum D-Dur-Akkord. Es mag ja sein, dass sich einige Stücke besser anhören, wenn man den Basston D (die dritte Saite von oben) als tiefsten Ton hat und die A-Saite meidet, doch es ist generell nicht verkehrt, wenn das A (versehentlich oder absichtlich) doch mal mitklingt. Und bei der einfachen Liedbegleitung in der Tonart D-Dur fällt es so gut wie keinem Zuhörer auf, dass der Ton A im Bass liegt und nicht, wie es meist bei Zupfmustern angestrebt ist, der Ton D. Beim Folkdiplom werden wir mit den Zupfmustern viel mehr auf die Basstöne eingehen, und dann stellt sich automatisch ein besseres Gefühl für den Basston ein. Ein D-Dur-Akkord mit einem A im Bass kennen Klavierspieler als eine Umkehrung der Grundstellung. In der Tonart G-Dur (die wir ab der 3. Lektion lernen) stört eine solche Umkehrung überhaupt nicht. Bei Zupfmustern mit einem Wechselbass wird meist der Basston D zuerst angeschlagen. Doch der tiefere Basston A wird oftmal beim zweiten Mal als Wechselbass angeschlagen. A als Basston beim D-Dur-Akkord zu meiden ist völlig unnötig und letztlich hinderlich für das Üben der Anschläge.
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