Gitarre: einfache Variationen der Grundschläge
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[Bearbeiten] Lektion 5a
Einfache Variation der Grundschläge
Es muss hoffentlich nicht mehr erörtert werden, wie wichtig ein gleichmäßiges und exaktes Rhythmusspiel für einen Musiker ist. Die vier hier vorgestellten Schlagmuster reichen natürlich langfristig gesehen nicht aus, da es noch unzählige Rhythmen und Variationen dieser gibt.
Hier geht es aber in erster Linie um eine zahlreiche Anwendungen des Basiswissens aus dem ersten Abschnitt dieses Gitarrenlehrgangs. Diese einfachen Grundschläge werden einem noch ziemlich oft im späteren Gitarristendasein begegnen. Viele Neugitarristen sind stets auf der Suche nach den "göttlichen Harmonien", welche die von ihm bevorzugten Vorbilder so gut klingen lassen. Was diesen Anfängern (und oft auch Fortgeschrittenen) leider entgeht ist die Tatsache, dass es keine "Zaubergriffe" und "Zauberrhytmen" gibt!
Ein Künstler klingt nur deshalb gut, weil er die erlernten Griffe und (was wir später noch lernen werden) Tonleitern clever miteinander verbindet! Der Stein der Weisen liegt nur in der geschickten Kombination von Melodie und Rhythmus. Deshalb klingt ein "Musiker", der eine von beiden Komponenten vernachlässigt, auch ziemlich diletantisch.
Hier folgt eine Wiederholung und Zusammenfassung der Techniken, die man für das Folkdiplom können sollte. Im Folkdiplom wird nur eine kleine Einführung gegeben, was für Techniken es gibt, ein Schlagmuster interessanter zu gestalten. Noch beschränken sich diese Techniken meistens auf die "2" des Anschlages. Dieses muss für das Erste ausreichen. Später wird man noch genügend Gelegenheiten haben diese Techniken zu vertiefen und zu erweitern.
[Bearbeiten] Betonung
Dass man Bass- und Diskantsaiten (Melodiesaiten) unterschiedlich betonen kann, braucht man eigentlich nicht mehr zu erwähnen. Sobald man aber einige Zupfmuster hinter sich gebracht hat, dann kann man auch bei der "1" jeweils den einzelnen Basston betonen. Es wird der gleiche Basston hervorgehoben, wie man es bei den Zupfmustern schon gelernt hat. Bei diesem Anschlag empfiehlt es sich ein Plektrum zu verwenden. Es funktioniert jedoch auch, wenn man die "1" mit dem Daumen anschlägt. Das Betonen des Bass ist eine gute Vorübung für Bassläufe und Hammering.
[Bearbeiten] Dämpfen
Eine sehr einfache Methode den Lagerfeuer- Western- und Eisenbahnschlag zu variieren ist, dass man die "2" abdämpft. Der Abschlag der "2" wird ausgeführt, doch man führt den Schlag so weit aus, das die Hand auf die Saiten zu liegen kommt. Die Hand muss dabei nicht völlig flach sein (funktioniert aber auch); es reicht wenn der Daumen bzw. der Daumenballen die Saiten abdämpft. Der Daumen liegt auch schon gleich günstig, um unmittelbar darauf wieder den Aufschlag auszuführen.
- Beispiel
- Stand By me (Ben E- King) © G- Em- C D G-
- Beispiel
- Beispiel für Variation 1
- Proud Mary (Creedence Clearwater Revival) © G... D - Em C G - (G D) G (evtl. Capo 5. Bund)
[Bearbeiten] Weglassen
Eine zweite einfache Variation ist es, beim Lagerfeuerschlag einfach die "2"auszulassen. Dieses erreicht man am einfachsten dadurch, indem man einfach den Lagerfeuerschlag ausführt, aber bei der "2" ganz bewusst daneben schlägt. Der Schlag wird "schwerer", "rockiger"
- Beispiel
- Knockin' on Heaven's Door (Bob Dylan)© G D Am Am - G D C C
[Bearbeiten] einen hinzufügen
Ebenso gut funktioniert es, einen weiteren Schlag mit hinzuzufügen. Der Schlag selbst klingt eigentlich ganz gut. Dennoch sollte man diesen Schlag mit Bedacht einsetzen. Gerade wenn man eine Gruppe begleitet, dann hat die Gruppe es schwerer den Rhythmus zu halten. Den die "1" tritt bei dieser Variante nicht so klar hervor, wie bei dem reinen Lagerfeuerschlag. Jedoch kann man diese Variante sehr gut einsetzen, um damit Pause ausfüllen. Bei Pausen braucht man die 1 nicht so genau herauszuhören, da man sonst vielleicht zu früh einsetzt.
Der Lagerfeuerschlag mit 4"und"
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Anmerkung: Den zusätzlichen Aufschlag nach der 4 sollte man sparsam einsetzen. Der Takt stimmt zwar, aber die '1' kommt nicht mehr so gut heraus. Wenn es beim Singen (in einer Gruppe z.B.) auf einen sicheren Rhythmus ankommt bleibt man lieber bei dem Original Lagerfeuerschlag und setzt die Verzierung nur dann ein, wenn man eine Pause überbrücken möchte.
- Beispiel (jeweils beim den Akkorden mit ' )
- Über den Wolken (Reinhard Mey) © G G Am' Am' D D G' G'
[Bearbeiten] Harfenartige 2
Wieder eine Variation mit der "2". Jedoch die "2" wird einen Tick vorgezogen, d.h. etwas früher abgeschlagen. Genaugenommen beginnt man den Harfenartigen Abschlag schon bei der "und" kurz nach der "1". Man zieht jedoch diesen Schlag etwas langsamer durch, so dass er fast die Länge einer ganzen Note (also 2 x 1/8) dauert. Trotzdem zählt man nur die "Zwei", aber eben einen Tick früher und einen Tick langsamer. Bei dem "und - und 4 - " ist man dann wieder im gleichen Tempo wie beim Lagerfeuerschlag.
Also: die 1 etwas kürzer nehmen, damit man für die "2" etwas mehr Zeit hat.
Der Anschlag eignet sich gut für etwas langsame Lieder. Und wie man es sieht, kann man sogar, unmittelbar nach dem harfenartigen Abschlag die Saiten abzudämpfen. Dieses ist praktisch eine Kombination aus zwei Techniken. Wenn man das Dämpfen und den harfenartigen Abschlag beherrscht, ist der Schlag ganz leicht. zuerst sollte man aber die einfachen Varianten sicher beherrschen, bevor man sie kombiniert.
- Beispiel
- What a Wonderfull World it would bee © G Em C D (2x) G C G C - D G
- Vorsicht!
Der harfenartige Abschlag verführt dazu, den Takt etwas zu verschmieren. Leider wird die "2" oftmals viel länger auszuhalten, als sie eigentlich dauern dürfte. Auch wenn die "2" vorgezogen wird, darf die erste Takthälfte doch insgesamt nicht länger werden als zwei Viertel-Noten. Das ganze Stück klingt sonst wie ein zäher Kaugummi. Es hilft, wenn man den 4/4-Takt mit dem Fuß tappt.
[Bearbeiten] Hörbeispiel
Gitarre_einfache_Rhythmusvariationen.mid (info)
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