Homestudio
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[Bearbeiten] Einleitung und "Werkzeug"
Willkommen im Buch Keyboard & Computer. Ziel dieses Buches ist es, eine kleine Einführung zu geben über das Erstellen von Musik am Computer. In diesem Buch wird also die Funktionsweise von Sequenzern, VST-Instrumenten, Keyboards und anderen weiteren Mitteln beschrieben. Man könnte dieses Buch auch einen Workshop nennen. Fangen wir an!
[Bearbeiten] Was wir brauchen
Schon zu Anfang gesagt: Man muss schon ein paar Hundert Euro für dieses Hobby einsetzen. Jetzt aber zur Liste, später wird alles noch einmal gründlich erklärt:
- Computer (mit entsprechender Hardware): Ist ja klar, dass ein Computer nötig ist...
- Prozessor: Der Prozessor des Homestudio-PCs sollte nicht unterdimensioniert sein. Synthesizer und Effekte benötigen sehr viel Rechenleistung. Bei einem zu schwachen Prozessor kann es beim abspielen des unfertigen Songs zu Tonaussetzern kommen. Um dem Vorzubeugen wird ein Dual-Core Prozessor empfohlen.
- Hauptspeicher (RAM): Werden viele Samples und Audioschnippsel beim erstellen eines Songs verwendet, sollte der RAM möglichst groß sein. Es kann aber im Homerecordingbereich auch mit 512Mb RAM gearbeitet werden.
- Festplatte: Die Größe der Festplatte soll so groß sein, dass Betriebssystem, die Software die eingesetzt wird und alle Audiodaten gespeichert werden können. Wird viel mit Audiodaten gearbeitet sollte die Festplatte nicht zu langsam sein. Um die Performance und/oder Ausfallsicherheit zu steigern, wird ein RAID-System empfohlen.
- Sequenzer: Der Sequenzer ist sozusagen das Herzstück eines Homerecordingstudios. Eine Sequenzersoftware nimmt alle Daten und Musiksignale auf, die von Instrumenten erzeugt werden. Danach kann man die Daten schneiden, mit Effekten versehen, das Projekt speichern und in ein Musikformat exportieren.
- Virtuelle Instrumente: Das sind Plugins, welche in Sequenzersoftware eingebunden werden können und Tonerzeuger und/oder Effekte bereitstellen. Es gibt mehrere Arten von virtuellen Instrumenten:
- Virtual Studio Technology (VST): Dieses Format wurde Steinberg Media Technologies GmbH entwickelt. Wird von sehr vielen Sequenzern unterstützt und ist dadurch sehr weit verbreitet. Die Pluginanzahl wird auf über 3000 geschätzt.
- Audio Unit (AU): Dieses Plugin-Format wird nur auf Apple-Computern eingesetzt da es Core Audio vorraussetzt.
- Lautsprecher: Sind natürlich auch unbedingt erforderlich, damit man den dann fertigen Song auch hören kann. Man kann jede Form von Lautsprechern/Kopfhörern verwenden. Da jeder Lautsprecher aber einen anderen Klang hat, sollte man bei der Produktion sich immer ein fertiges Referenzlied anhören, um den gewünschten Sound zu erhalten. Zu empfehlen wäre auf jeden Fall eine gründliche Beratung in einem Fachgeschäft.
Für eine gute Mischung ist, neben gutem Gehör und einer Stück Arbeit, die richtige Kombination der Lautsprecher von Bedeutung. Üblich sind zwei Studio-Monitore (keinesfalls HIFI-Boxen), ein Subwoofer und als Ergänzung ein Studiokopfhörer.
- Keyboard: Die Wahl eines Keyboard fällt nicht leicht da es auf diesem Sektor eine große Auswahl gibt. Es sollten folgende Faktoren beachtet werden.
- Tasten: Wieviele Tasten (Oktaven) soll das Keyboard haben. Sollen die Tasten gewichtet sein? Wie breit sollen die Tasten sein? Das alle hängt vom eigenen Spiel-Stil ab.
- Zusätzliche Steuerelemente: Wieviele Fader, Regler und frei programmierbare Tasten soll das Keyboard besitzen? Damit können sie z.b. mit einem virtuellen Mischpult mischen, Klänge auf Tastendruck am Keyboard umschalten und Effekt-Parameter verändern.
- MIDI-Interface: Hier geht es darum, wie die Daten vom Keyboard in den PC gelangen. Ursprünglich wurden die Daten über ein Midikabel übertragen. Das Midikabel wird am Keyboard an einen 5-poligen DIN-Stecker und am PC am Gameport angeschlossen. Da Gameports heutzutage nicht mehr (oder nur mehr selten) in PCs verbaut werden, findet man in heutigen Keyboards ein Midi-USB-Interface. Damit kann das Keyboard ganz einfach über ein normales USB-Kabel an den PC angeschlossen werden. Sollte das Keyboard kein eingebautes USB-Midi-Interface besitzen, kann man sich ein externes USB-Midi-Interface kaufen, welches genau den selben Zweck erfüllt.
[Bearbeiten] Optionales
- Mikrofon: Ein Mikrofon benötigen Sie dann, wenn Sie Gesang oder ein echtes Instrument aufnehmen wollen. Bitte beachten Sie, dass jedes Mikrofon einen eigenen Verwendungszweck und Klangcharakteristik hat. Am besten lassen Sie sich in einem Musikgeschäft beraten.
- MIDI-Controller: Ein Midi-Controller ist ein Gerät, mit der Sie Funktionen des Sequenzers ohne Maus steuern können. Es gibt Midi-Controller in verschiedenen Formen. Angefangen von kleinen Fernsteuerungen, mit der das Arbeiten ohne Maus möglich ist, bis hin zu großen Mischpulten ist alles vorhanden.
Achtung! Ich gehe davon aus, dass Ihr Computer bereit ist - mit ASIO-Treibern, dem Betriebssystem, der Hardware und eventuell sonstigen Geräten. In diesem Buch geht es nur um den Kauf der Software! Später werden auch noch einige Tipps für Ihren ersten Song kommen.
[Bearbeiten] Teil I: Der Sequenzer
Einige bekannte Sequenzer wären zum Beispiel:
- Ableton Live
- Apple Logic (ehemals Emagic, davor Notator)
- Cakewalk Sonar
- Digidesign Pro Tools
- Image Line FL Studio (ehemals Fruity Loops)
- Magix Music Maker, Samplitude
- Digital Performer
- Numerology
- Rosegarden
- MusE
- Steinberg Cubase
- Live Step Designer
- Reason
Wenn Sie jetzt den Sequenzer Ihrer Wahl geöffnet haben - und die Bedienungsanleitung gründlich durchgelesen haben -, dann müssen Sie sich jetzt um den Kauf Ihrer VST-Instrumente kümmern (siehe nächstes Kapitel)
[Bearbeiten] Teil II: Die VST-, RTAS, TDM-Instrumente
Virtual Studio Technology (VST) ist eine von der Firma Steinberg Media Technologies GmbH entwickelten Schnittstelle für Software im Audio-Bereich. VST ermöglicht den Dialog zwischen einem VST-Host (z.B. Sequenzer-Programmen wie Cubase) und virtuellen Instrumenten bzw. Effekten, die sich dadurch innerhalb des Sequenzer-Programms als Plug-ins betreiben lassen. RTAS (Real time audio streaming) ist eine von Digidesign entwickelte Schnittstelle, die Softwareinstrumente und Plug-Ins in Pro Tools einbinden kann.
Nun sollten Sie sich um den Stil Ihrer Musik kümmern. Einige Beispiele:
- Rock: Am besten Sie kaufen sich ein E-Gitarren-VST-Instrument (z.B. Steinberg Virtual Guitarist) mit verschiedenen Effekten (z.B. Native Instruments Guitar Rig 2)
- Klassisch: Steinberg's The Grand oder Native Instruments Akoustic Piano zum Beispiel sind perfekt für Piano-Sound... Oder Sie kaufen sich direkt eine Virtuelle Orchester-Library (z.B. Quantum Leap Orchester)
- Modern/Synthesizer: Sie wollen eher was modernes? Dann wären Sie vielleicht mit Native Instruments Reaktor gut bedient. Er bietet sehr interessante Töne.
Kein Fan dieser Musikrichtungen? Kein Problem! Das hier sind ja auch nur Beispiel. Worauf es ankommt, sollten natürlich Sie am besten wissen. Stellen Sie sich vielleicht folgende Fragen:
- Was habe ich schon? Kann ich das benutzen?
- Was brauche ich? Ein VST-Schlagzeug, ein VST-Klavier, etc.?
- Habe ich das Geld?
- Muss ich einen separaten Raum dafür haben?
- Soll das Hobby oder Beruf sein?
Sie wollen jetzt aber wirklich echt klingende Instrumente oder Ihre Stimme aufnehmen? Dann sollten Sie mit einem Mikrofon arbeiten. Vorteil: Jeder Sequenzer kann Audio-Signale aufnehmen und natürlich abspielen. Es gibt aber noch interessantere Methoden, einen richtig guten Song zu bekommen (siehe nächstes Kapitel).

