Innere Medizin kk: Metformin

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Wikipedia-logo-v2.svg Metformin ist ein häufig genutztes orales Antidiabetikum. Es führt im allgemeinen nicht zu einem Anstieg des Insulinspiegels und damit auch nicht zu einer Gewichtszunahme. Die Unterzuckergefahr ist gering. Vorsicht ist geboten bei Niereninsuffizienz und bei Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel.

Wirkstoff[Bearbeiten]

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Wirkungsweise[Bearbeiten]

  • die Glucose-Neubildung in der Leber wird gehemmt
  • Hemmung der Glukose Resorption im Darm ( fragllich )
  • schnellere Aufnahme der Glukose in die Muskelzellen ( fraglich )
  • antiartherogen
  • Behandlung des Polyzystischen Ovarialsyndroms
    • es scheint die krankhaft gesteigerte Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron zu hemmen

Indikation[Bearbeiten]

  • Typ 2 Diabetes
  • poyzystischer Ovarsyndrom
  • Gefässprotektion bei alimentärem Diabetes

Art der Anwendung Dosierung[Bearbeiten]

  • 500 mg 1 - 0 - 1
  • 750 mg 1 - 0 - 1
  • 1000 mg 1 - 0 - 1
  • 1000 mg 1 - 1 - 1

Einschleichender Therapiebeginn in niedriger Dosis über circa 2 Wochen. Die maximal empfohlene Tagesdosis beträgt 3 Gramm des Wirkstoffs Metformin pro Tag. Einnahme unzerkaut zu den Mahlzeiten.

Die optimale Dosis-Wirkungs-Beziehung wird mit circa 2000 mg täglich erreicht.

Vorsichtsmaßnahmen für die Verwendung[Bearbeiten]

Gegenanzeigen[Bearbeiten]

  • absoluter Insulinmangel wie bei Typ-I-Diabetes oder pankreoprivem Diabetes
  • Überempfindlichkeit gegenüber Metformin oder einem der Hilfsstoffe
  • diabetische Ketoazidose, diabetisches Koma und Präkoma
  • Nierenfunktionsstörungen oder Niereninsuffizienz
  • akute Zustände mit Beeinträchtigung der Nierenfunktion,
    • wie Dehydratation (Diarrhö, wiederholtes Erbrechen),
    • schwere Infektion,
    • hohes Fieber,
    • schwere hypoxische Zustände (Schock, Septikämie),
    • Harnwegsinfektionen
  • Untersuchungen mit intravaskulärer Anwendung jodhaltiger Kontrastmittel
    • Angiografie, Koronarangiografie, CT mit Kontrastmittel )
  • akute oder chronische Leiden, die eine Gewebshypoxie verursachen können,
    • wie kardiale oder respiratorische Insuffizienz,
    • kürzlich zurückliegender Myokardinfarkt, Schock
  • Leberinsuffizienz
  • akute Alkoholintoxikation, Alkoholismus
  • Schwangerschaft, Stillzeit

Warnhinweise[Bearbeiten]

  • Laktatazidose:
    • Sehr seltene ( ca 3 Fälle pro 100 000 Patientenjahre), aber ernste metabolische Komplikation, die mit einer hohen Mortalität assoziiert ist, wenn keine frühzeitige Behandlung erfolgt. Sie kann als Folge einer Metforminakkumulation auftreten.
      • Meist bei ausgeprägter Niereninsuffizienz.
      • Bei Verdacht auf Laktatazidose muß eine BGA erfolgen, Metformin abgesetzt und der Patient unverzüglich ins Krankenhaus transportiert werden.
  • Nierenfunktion: regelmässigen Kreatinin Kontrolle notwendig
  • Jodhaltige Kontrastmittel: Metformin sollte vor oder zum Zeitpunkt der Untersuchung abgesetzt werden
    • frühestens 48 Stunden nach der Kontrastmittelgabe und nur nach Überprüfung der Nierenfunktion und bei Vorliegen

normaler Werte wiederverwendet werden.

  • Chirurgische Eingriffe: Metformin muß 48 Stunden vor einer geplanten grösseren Operation abgesetzt und kann frühestens 48 Stunden danach wieder eingenommen werden.
  • Bei operativen Eingriffen oder anderen Ursachen für eine Dekompensation des Diabetes sollte die Applikation von Insulin in Erwägung gezogen werden.
  • Metformin alleine führt nicht zu Hypoglykämien. Jedoch Vorsicht bei Kombination mit Insulin, Sulfonylharnstoffen oder anderen

hypoglykämischen Wirkstoffen angewandt wird.

Nebenwirkungen[Bearbeiten]

Wechselwirkungen[Bearbeiten]

Packungsgröße[Bearbeiten]

Verfallsdatum und Lagerung[Bearbeiten]

Kosten[Bearbeiten]

Firma[Bearbeiten]

Fälle[Bearbeiten]

Metforminintoxikation[Bearbeiten]

Siehe NEJM CASE RECORDS OF THE MASSACHUSETTS GENERAL HOSPITAL

  • Case 23-2013
    • July 25, 2013 | K. Kalantar-Zadeh and Others

Fragen[Bearbeiten]

Hypos unter Metformin ?[Bearbeiten]

Können Hypoglykämien durch Metformin verursacht werden ?

Wann muß man an eine Metforminintoxikation als Ursache einer Laktazidose denken ?[Bearbeiten]

  1. Einnahme von Metformin zb bei einem Patienten mit Typ 2 Diabetes
  2. ein erheblich erhöhter Lactatspiegel > 15 mmol / Liter
  3. eine große Anionen Lücke (>20 mmol / l),
  4. eine schwere Azidose pH <7.1
  5. ein sehr niedriger Bikarbonatspiegel < 10 mmol/l
  6. eine Niereninsuffizienz in der Vorgeschichte (eGFR, <45 ml/min/1.73 m2 der KÖF oder eine Serum Kreatininspiegel >2.0 mg/dl (>177 μmol / liter)).

Literatur[Bearbeiten]

Studien[Bearbeiten]

  • Effect of intensive blood-glucose control with metformin on complications in overweight patients with type 2 diabetes (UKPDS 34). UK Prospective Diabetes Study (UKPDS) Group. In: Lancet. 352, Nr. 9131, 1998, S. 854–65. PMID 9742977..

Links[Bearbeiten]