Innere Medizin kk: sm

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AV-Block 3

Herzschrittmachertherapie

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Indikation

[Bearbeiten] Kurz

Sinusknotenerkrankung                            SSS 
Atrioventrikuläre Leitungsstörungen              AV Block 
Bradyarrhythmie bei Vorhofflimmern               BAA 
Bradyarrhythmie / Tachyarrhythmiesyndrom         BAA / TAA 
Karotissinussyndrom                              CSS 
Bradykarde Rhythmusstörungen nach herzchirurgischen Operationen 
Bradykarde Rhythmusstörungen nach Herztransplantation 
Rhythmusstörungen nach Herzinfarkt 
Indikationen für die temporäre Stimulation

[Bearbeiten] Leitlinien

[Bearbeiten] Klasse 1 (Schrittmacherimplantation grundsätzlich indiziert)

  • AV-Block zweiten und dritten Grades
    • mit symptomatischer Bradykardie
    • bei kongestivem Verlauf angeborener Vitien
    • mit eingeschränkter Ventrikelfunktion (low cardiac output)
  • Sinusknotendysfunktion mit symptomatischer Bradykardie
  • Postoperativer AV-Block zweiten bis dritten Grades länger als sieben Tage
  • Angeborener AV-Block dritten Grades - mit breitem QRS-Komplex oder ventrikulärer Dysfunktion
    • bei Kindern unter zwei Jahren mit einer ventrikulären Frequenz < 50 - 55/min
    • bei kongenitalen Herzerkrankungen mit einer Kammerfrequenz < 70/min

[Bearbeiten] Klasse 2 a (Schrittmacherimplantation angeraten)

  • Brady-Tachykardie-Syndrom mit notwendiger antiarrhythmischer Langzeitmedikation
  • Angeborener AV-Block dritten Grades
    • bei Kindern nach dem ersten Lebensjahr mit einer ventrikulären Frequenz < 50/min
    • mit abrupten Pausen von zwei bis drei Zykluslängen der Kammergrundfrequenz
  • Langes QT-Syndrom mit 2:1 Überleitung oder AV-Block dritten Grades
  • Asymptomatische Sinusbradykardie bei Kindern bis zu zwölf Jahren mit komplexen kongenitalen Herzerkrankungen
    • bei Pausen > 3 Sekunden
    • bei einer Ruhefrequenz < 35/min

[Bearbeiten] Klasse 2b (Schrittmacherimplantation vorteilhaft, Effizienz jedoch nicht generell akzeptiert)

  • Vorübergehender postoperativer AV-Block dritten Grades mit wiedererlangtem Sinusrhythmus bei verbleibendem bifaszikulären Block
  • Asymptomatischer angeborener AV-Block dritten Grades bei Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen
    • bei ausreichendem Ersatzrhythmus
    • schmalem QRS-Komplex
    • normaler Ventrikelfunktion
  • Asymptomatische Sinusbradykardie bei Jugendlichen mit kongenitalen Herzerkrankungen
    • bei Pausen > 3 Sekunden
    • bei einer Ruhefrequenz < 35/min

[Bearbeiten] Klasse 3 (Schrittmacherimplantation nicht indiziert):

  • Postoperativer AV-Block zweiten bis dritten Grades mit Rückkehr der normalen AV-Leitung innerhalb von sieben Tagen
  • Asymptomatischer postoperativer bifaszikulärer Block mit oder ohne AV-Block ersten Grades
  • Asymptomatischer AV-Block zweiten Grades Typ I (progressiv verlängertes PR-Intervall bis zur Blockierung)
  • Asymptomatische Sinusbradykardie bei Jugendlichen mit Frequenzen über 40/min und Pausen > 3 Sekunden

[Bearbeiten] Kriterien im LangzeitEKG

Neben den üblichen SM Indikationen , haben sich bei der Beurteilung von LangzeitEKGs folgende Grenzwerte für die Schrittmacherimplantation bei Patienten (Alter > 50 Jahren) bewährt.

mit Symptomatik    ohne Symptomatik,tagsüber      ohne Symptomatik,  nachts 
----------------------------------------------------------------------------
Sinusrhythmus
----------------------------------------------------------------------------
Herzfrequenz<40    Herzfrequenz < 35              Herzfrequenz < 30 
Pause > 2,5 sek    Pause > 4 sek                  Pause > 4 sek 
----------------------------------------------------------------------------
Absoluta   
----------------------------------------------------------------------------
Herzfrequenz<40    Herzfrequenz < 35              Herzfrequenz < 30 
Pause > 4 sek      Pause > 4 sek                  Pause > 5 sek 
  

[Bearbeiten] Zweifelsfälle

Bei eindeutigen Synkopen in der Anamnese sollte man sich im Zweifelsfall für den SM entscheiden.

Bei asymptomatischem Patienten sollte man sich im Zweifelsfall eher gegen die Schrittmacherimplantation entscheiden.

Diagnostik:

  • Mehrfach LangzeitEKG schreiben, Eventrekorder implantieren
  • Belastungsekg , Atropintest , Sinusknotenerholungszeit

[Bearbeiten] Betriebsarten

Einkammerschrittmacher mit Elektrode

[Bearbeiten] Das Wichtigste

Für den Einstieg in die Schrittmacherei ist es am Anfang völlig ausreichend wenn man folgende SM Betriebsarten unterscheidet :

  • EinkammerSM : VVI oder AAI
  • ZweikammerSM : DDD
    • Spezialfälle: DDI oder VDD

Außerdem muß man Pacing und Sensing begriffen haben und unterscheiden können.

[Bearbeiten] Schrittmacher - Code Tabelle

1.Buchstabe          2. Buchstabe           3. Buchstabe             4. Buchstabe  
Stimulierte Kammer   Wahrnehmende Kammer    Reaktion auf Wahrnehmung Frequenzadaptation 
---------------------------------------------------------------------------------------
0 Keine              0 Keine                0 Keine   
A Atrium             A Atrium               T Getriggert             R Rate Response 
V Ventrikel          V Ventrikel            I Inhibiert              Zunahme der SM Frequenz
D Atrium + Ventrikel D Atrium + Ventrikel   D Inhibiert o.getriggert bei Körperaktivität 

[Bearbeiten] Häufigste Einstellungen

  • VVI Stimulation und Wahrnehmung im Ventrikel; durch Eigenaktion inhibiert
  • AAI Stimulation und Wahrnehmung im Vorhof; durch Eigenaktion inhibiert
  • DDI Im Atrium und Ventrikel Stimulation und Wahrnehmung,
  • DDD Im Atrium und Ventrikel Stimulation und Wahrnehmung, inhibiert und getriggert
  • VVIR, AAIR, DDIR, DDDR, wie die vorbeschriebenen Modi mit zusätzlicher Frequenzadaptation = *Zunahme der SM Frequenz bei Körperaktivität des SM Trägers. R = Rate Response
  • VDD Vorhof nur gesenst , Kammer gepact und gesenst.
    • Zweikammerschrittmacher mit nur einem Kabel

[Bearbeiten] Diagnostische Modes und Besonderheiten

  • 0D0 Schrittmacher senst nur, pact aber nicht: bei Implantation wichtig
  • V00 Schrittmacher senst nicht , pact nur: ausgeschaltete Demandfunktion , zB Magnetbetrieb
  • D00 Zwei-Kammerschrittmacher ohne Demandfunktion

Trigger ( zB zur Überprüfung von Sensingproblemen)

  • VVT Jede gesenste Kammereigenaktion wird vom SM markiert
  • AAT Jede gesenste Vorhofeigenaktion wird vom SM markiert
  • DDT Jede gesenste Eigenaktion wird in Vorhof und Kammer vom SM markiert.

Unlogik des SM Codes : Aus dem SM Code kann man nicht logisch ableiten , was zB der Unterschied zwischen DDD und DDI ist.

Der SM Code macht einige ziemlich unsinnige Einstellungen möglich , die praktisch ohne Bedeutung sind zB DVI.

[Bearbeiten] Vorbereitung zur Implantation

[Bearbeiten] Das Wichtigste

  • Die Indikation muß sauber geklärt sein , zb mittels LangzeitEKG
  • Der Patient muß einverstanden sein.
  • Die Gerinnung muß stimmen.
  • Es darf keine Infektion vorliegen
  • Der Patient muß 1-2 Stunden flach liegen können.
    • Pleuraergüße ? ,
    • dekomp Herz- oder Niereninsuff. ?)

Kritische Patienten mit Herzfrequenz < 35 / min und /oder Pausen > 5 sek gehören auf die Intensivstation und werden von dort zur SM Implantation vorbereitet.

[Bearbeiten] Am Implantationstag

  • Die Einverständnis zum Schrittmacher muß unterschrieben sein.
  • Kurve mit Laborwerten , EKG und Echo
  • Gerinnung:
    • 50er Regel:
      • Quick > 50 % ,
      • Thrombos > 50000,
      • PTT < 50 sek
      • kein Marcumar !!
    • iv Heparin 2 Stunden vorher absetzen
    • ASS absetzen
  • falls möglich iv Zugang rechter Arm
  • Anlieferung im Bett , Dauer ca 1 - 2 Stunde
  • 1 Ampulle Gramaxin mitbringen .
  • Sedierung mit Dormicum, Propofol und lokale Betäubung , keine komplette Narkose
2-Kammerschrittmacher, Welche Elektroden wurden verwendet ?

[Bearbeiten] Vor Entlassung:

  • Röntgen-Thorax in 2 Ebenen zur
    • Kontrolle der Lage der Schrittmacherelektrode
    • und zum Ausschluß Pneumothorax
  • EKG 12 Kanal mit und ohne Magnetauflage
    • eventuell LangzeitEKG
    • eventuell BelastungsEKG
  • Untersuchung der Schrittmachertasche auf Hämatombildung oder Entzündung
  • Schrittmacherkontrolle und Vergabe eines Kontrolltermines in ca 6 Wochen
  • Schrittmacherausweis und Schrittmacherpatientenbroschüre dem Patienten mitgeben.
  • Echo: umgehend bei Hinweis auf einen Perikarderguß infolge Sondenperforation

[Bearbeiten] Komplikationen der Schrittmachertherapie

In geübten Händen ist die Schrittmacherthereapie eine sehr sichere und für den Patienten und Arzt erfreulich komplikationsarme Therapiemethode . Trotzdem gibt es immer einmal Probleme.

Im folgenden sind einige Probleme aufgelistet.

  • Fehlfunktionen des SM
  • SM Infektionen
  • Verletzungen des Herzens zb Vorhofperforation der Schraubelektrode
  • Dislokationen der Sonden
  • Schrittmachersyndrom
Eintritt für Schrittmacherpatienten verboten

[Bearbeiten] Das Wichtigste für den Patienten

Daran sollten Sie denken :

  • Tragen Sie Ihren Herzschrittmacherausweis immer bei sich.
  • Vor jeder medizinischen Behandlung sagen Sie bitte dem Behandelnden, daß Sie einen Herzschrittmacher tragen.
  • Tragen Sie keine magnetischen Gegenstände in unmittelbarer Nähe Ihres Herzschrittmachers.
  • Sollten Sie Bedenken haben, bestimmte Geräte oder Elektrowerkzeuge zu benutzen , so wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Benachrichtigen oder suchen Sie Ihren Arzt bei folgenden Vorkommnissen auf:

  • Bei schmerzhaften Rötungen , Schwellungen oder Überwärmungen im Bereich der Implantation .
  • Bei andauerndem niedrigerem Puls als die im Herzschrittmacherausweis angegebene Grundfrequenz des Herzschrittmachers .
  • Bei Herzklopfen oder bei Schwindel- und Bewußtlosigkeitsepisoden.
  • Bei Auftreten von schluckaufähnlichen Symptomen .
  • Bei starker Luftnot

[Bearbeiten] Schrittmacherkontrolle

Bei der Schrittmacherkontrolle wird vor allem der Kontakt des Kabels zum Herzen , sowie der Ladungszustand der Schrittmacherbatterie überprüft.

Neben der Prüfung der Funktion (Reizschwelle, Empfindlichkeit, Ansprechverhalten und weitere typabhängige Funktionen) werden auch die vom Schrittmacher registrierten Daten ausgewertet .

Die Kontrolle, nach Implantation meist im halbjährlichen oder jährlichen Abständen dient ausserdem dazu, die Energieabgabe der chronischen Reizschwelle anzupassen, und so die Lebensdauer des Aggregates zu verlängern.

Die erhobenen Daten werden per EDV erfasst und gespeichert und stehen so bei jeder Nachkontrolle zur Verfügung. Auch ausserhalb der Sprechstunden kann notfallmässig bei Störungen des Schrittmachers darauf zugegriffen werden.

Trotzdem sollte jeder Schrittmacherträger den mit entsprechenden Angaben versehenen Schrittmacherausweis immer bei sich tragen.

[Bearbeiten] Fehlfunktionen

  • Pacing defekt
    • Schrittmacherspike ohne Herzantwort
  • Sensing defekt
    • Schrittmacher erkennt Eigenaktion nicht
    • stimuliert direkt nach einer Eigenaktion des Patienten

[Bearbeiten] Umrechnung RR in Hf

Umrechnung Herzfrequenz Schläge/ Min in den RR Abstand von Schlag zu schlag in ms

Schläge /min   ms 
-------------------
30             2000 
35             1714 
40             1500 
45             1333 
50             1200 
52             1154 
54             1111 
56             1071 
58             1034 
60             1000 
62              968 
64              938 
66              909 
68              882 
70              857 
72              833 
74              811 
76              789 
78              769 
80              750 
82              732 
84              714 
86              698 
88              982 
90              667 
92              652 
94              638 
96              625 
98              612 
100             600 
110             545 
120             500 
130             462 
140             429 
150             400 
160             375 
170             353 
180             333 
190             315 
200             300

Formel : Am einfachsten merken kann man sich folgende Version:

Hf * RR = 60000 ms/min 

Daraus folgt :

Herzfrequenz /min = 60000 ms/min  :  RR ms 
RR ms = 60000 ms/min :  Hf /min

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Wie wird das AV-Delay bei DDD SM mittels Echo am besten eingestellt ?

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