Kdenlive/ Schnellstart

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Nun gut, Sie haben Kdenlive also das erste Mal gestartet und wollen gleich loslegen und Ihr erstes Video erstellen. Diese Schnellstart-Anleitung ist dazu da, Sie von ersten bis zum letzten Schritt dabei zu unterstützen.


Mit der Benutzeroberfläche von Kdenlive zurecht kommen[Bearbeiten]

Wenn Sie Kdenlive das erste Mal starten, werden Sie ein Fenster vor sich haben, das ungefähr so aussieht:


Das Hautpfenster von Kdenlive


Für dieses Tutorial nehmen wir an, dass Sie das Kdenlive-Standardlayout verwenden, d.h. die Anordnung der Fenster so, wie Sie nach der Programminstallation vorgegeben ist. Natürlich können Sie diese Anordnung auch ändern und Ihren eigenen Bedürfnissen anpassen, doch ist davon erst im Kapitel Kdenlive anpassen die Rede.

In der Standardanordnung hat das Hauptfenster 3 Bereiche:

Das Projektfenster[Bearbeiten]

Das Unterfenster links oben enthält verschiedene Registerkarten zur Verwaltung und Bearbeitung des geöffneten Projekts:

Zunächst ist da die Registerkarte Projektliste. Hier scheinen die Videoclips, Bilder, Farb- und Titelclips auf, die zu Ihrem Projekt gehören.

Dann gibt es die Registerkarte Übergänge. Sie zeigt Ihnen die zur Verfügung stehenden Video-Übergänge, die Sie in ihrem Projekt verwenden können, und erlaubt es Ihnen im Bearbeitungsmodus, verschiedene Parameter zu setzen bzw. zu verändern.

Die dritte Registerkarte ist die Effekteliste. Analog zu den Übergängen zeigt sie die für das Projekt zur Verfügung stehenden Audio- und Videoeffekte.

Schließlich gibt es noch die Registerkarte namens Effekte-Magazin. Für den Fall, dass Sie mehrere Effekte auf einen Clip anwenden, können Sie hier die Reihenfolge und andere Anwendungsparameter einstellen.

Das Monitorfenster[Bearbeiten]

Das rechts oben befindliche Unterfenster enthält die verschiedenen Monitore von Kdenlive:

Im Zeitleisten-Monitor wird das fertige Video angezeigt, so, wie es nach Anwendung aller Bearbeitungen aussehen würde.

Der Clipmonitor dient zur Vorschau von einzelnen Clips und dazu, aus einem solchen Clip denjenigen Abschnitt auszuwählen, der der Timeline hinzugefügt werden soll.

Im Aufnahmemonitor schließlich können Sie direkt Videodaten von einer an den Firewire-Port Ihres Computers angeschlossenen DVCam aufnehmen oder "capturen". Wenn die Kamera es unterstützt (und das tun alle neueren DVCams), dann können Sie sie hier auch von Ihrem Computer aus steuern (Vorlauf, Rücklauf, Start, Pause, etc.). Sie können so die auf der Kamera befindlichen Videoaufnahmen durchschauen und die gewünschten Stücke auf ihren Rechner übertragen.

Die Zeitleiste[Bearbeiten]

Das im Hauptfenster unten eingedockte Unterfenster beherbergt die Zeitleiste. Diese Zeitleiste ist eine Darstellung Ihres Projekts auf einen Blick, d.h. nicht wie im fertigen Video zeitlich aufeinander folgend, sondern räumlich neben- und untereinander angeordnet. Sie sehen hier, wo Clips beginnen und enden, welches Clipmaterial im Video erscheinen wird, wenn sie sich überlappen, welche Übergänge und welche Audio-Tracks verwendet werden. Eines der wichtigen Merkmale von Kdenlive ist, dass die Zeitleiste mehrere Spuren enthalten kann (Multitrack- oder Mehrspur-Videobearbeitung). Sie können Video- und Audioclips aus dem Projektfenster hierher ziehen, sie gegeneinander verschieben und - wenn Sie sie in verschiedenen Spuren abgelegt haben - miteinander kombinieren und so allmählich ihr Video produzieren.

Schließlich befindet sich unterhalb der Zeitleiste noch eine Statusleiste. Sie liefert Infos zum gegenwärtig geöffneten Projekt und hat in früheren Kdenlive-Versionen (vor 0.4) außerdem einige nützliche Knöpfe beherbergt, um die Anzeige der Thumbnails für Videoclips, Audioclips, Übergänge und Effekte an- und auszuschalten.

Das erste Video![Bearbeiten]

Sie kennen also nun die einzelnen Bedienfelder der Kdenlive-Oberfläche. Jetzt werden wir die Grundeinstellungen für unser erstes Projekt vornehmen, Video- und Sounddaten einfügen und diese Datenstücke bearbeiten, verschieben und miteinander verbinden.

Programm- und Projekteinstellungen[Bearbeiten]

Bevor es mit dem ersten Projekt losgeht, müssen wir unsere Kdenlive-Installation einstellen. Gehen Sie bitte im Menu Einstellungen zum Menüpunkt Kdenlive einrichten. Hier können Sie das Standard-Arbeitsverzeichnis, die standardmäßig in einem neuen Projekt gesetzten Spuren, die Größe der Vorschaubilder in der Zeitleiste usw. einstellen. Von einiger Bedeutung ist für Sie vielleicht die Einstellung Video-Format unter dem Auswahlpunkt Standardprojekt. Im deutschen Sprachraum (und generell in Europa) ist das normalerweise PAL. Auch die Einstellung Verzeichnis für temporäre Dateien im Auswahlpunkt Misc ist nicht ganz unerheblich: wenn Sie Ihre Festplatte partitioniert haben und das Wurzelverzeichnis auf einer relativ kleinen Partition liegt, macht es Sinn, die vorgegebene Einstellung auf eine Datei zu ändern, die sich im eigenen Home-Verzeichnis befindet.

Für eine genauere Erklärungen der einzelnen Einstellungsoptionen schlagen Sie bitte im Kapitel über Einstellungen nach.

Wie Sie Clips in Ihrem Projekt verwenden[Bearbeiten]

Um anfangen zu können, müssen Sie jetzt selbstverständlich irgendwelche verwendbaren Clips auf Ihrem Rechner haben, oder sie, wenn das noch nicht der Fall ist, direkt von der Kamera capturen. Wie Sie capturen, erfahren Sie im Kapitel Mit Kdenlive capturen. Wir wollen vorerst annehmen, dass Sie schon einige Dateien in einem von Kdenlive unterstützten Format zur Verfügung haben (vgl. Sie zum Thema "unterstützte Formate" auch die Kdenlive-Feature-Liste).

Die Clips liegen also irgendwo auf Ihrer Festplatte, und Sie wollen sie in Ihr Projekt einfügen. Bringen Sie also die Registerkarte Projektliste im Projektfenster in den Vordergrund (wenn sie das nicht ohnehin schon ist) und klicken Sie dann auf den dritten Knopf von rechts, Clip einfügen, und im erscheinenden Aufklappmenü dann auf Clips hinzufügen.

Der Knopf Clip hinzufügen im Projektfenster von Kdenlive


Alternativ können Sie auch mit der rechten Maustaste in das freie Feld klicken, in dem die Projektdateien aufgelistet werden, und aus dem eingeblendeten Kontextmenu dann Clips hinzufügen wählen.

Das Kontextmenü im Projektfenster von Kdenlive


Es öffnet sich der übliche KDE-Öffnen-Dialog. Wählen Sie Ihre Clips aus (mehr als einen Clip können Sie durch Halten der Strg-Taste während der Mausklicks auswählen), und die Clips erschienen dann in der Projektliste.

Die Clips werden mit Vorschaubild, Dateiname und Angabe der Dauer angezeigt. Wenn Sie nun bei einem bestimmten Clip in die Zeile rechts von diesen Angaben doppelklicken (oder die rechte Maustaste klicken und aus dem Kontextmenu Clipeigenschaften bearbeiten) wählen, dann können Sie individuelle Angaben - sinnvollerweise zum Inhalt des Clips - hinzufügen.

Noch ein kleiner Hinweis am Rande: bei komplexen Projekten mit vielen Clips ist es manchmal nützlich, die Clips in Ordnern zu organisieren. Sie können solche Ordner (ab Kdenlive 0.4) über rechte Maustaste -> Verzeichnis erstellen in die Projektliste einfügen, entsprechend benennen und Clips in sie hinein verschieben.

Für diese Schnellstart-Anleitung, in der es darum geht, die grundlegende Arbeitsweise von Kdenlive vorzuführen, empfehlen wir Ihnen, aus Ihren Videodateien zwei zueinander passende Clips auszuwählen und zunächst ins Projekt einzufügen. Wir werden diese beiden Clips im Folgenden aneinander hängen, vor das Ganze einen Titel setzen, Übergänge zwischen den einzelnen Teilen erstellen, auf manche Clipabschnitte Effekte anwenden und schließlich das so entstandene Video rendern, so dass am Schluss eine hübsche DVD herauskommt, die Sie brennen und auf Ihrem Fernseher anschauen können.

Clips in die Zeitleiste ziehen[Bearbeiten]

Sie haben also ein paar Clips in Ihr Projekt importiert (d.h., sie werden in der Projektliste angezeigt), und wir wollen daraus jetzt Ihr erstes Traumvideo machen.

Als erstes gilt es, die Clips von der Projektliste auf die Zeitleiste zu bekommen. Sie können das auf zwei verschiedene Arten machen, die sich im Ergebnis etwas unterscheiden.

Einerseits können Sie einen Clip aus der Liste mit der Maus anfassen und mittels Drag and Drop in die Zeitleiste ziehen. Sobald die Maus sich über der Zeitleiste befindet, erscheint das Clipsymbol, und Sie können den Clip positionieren. Beachten Sie, dass bei dieser Art des Einfügens von Clips der gesamte Clip auf der Zeitleiste plaziert wird, unabhängig von Anfangs- und Enpunkten, die Sie vielleicht vorher schon im Clipmonitor gesetzt haben. Wenn Sie einen solchen Clip bearbeiten wollen, müssen Sie das von der Zeitleiste aus tun.

Der andere Weg besteht darin, einen Clipabschnitt auszuwählen und diesen Abschnitt in die Zeitleiste zu ziehen. Klicken Sie dazu zunächst einmal in der Projektliste auf den Clip - der Clipmonitor im rechten Teil des Hauptfensters kommt automatisch in den Vordergrund und zeigt den Clip an. Mit den Abspieltasten am Clipmonitor (Play/Pause, Vorlauf, Rücklauf usw.) können Sie sich eine Vorstellung vom Verlauf des Clips machen.

Kdenlive Clipmonitor Abspieltasten.png

Sobald Sie ungefähr wissen, wo Sie den Clip beginnen und enden lassen wollen, fassen Sie den Abtastkopf und ziehen ihn über die gewünschte Stelle.

Kdenlive Clipmonitor Abtastkopf.png

Sie können die Position des Abtastkopfes fein justieren, indem Sie die Abspieltasten Ein Frame vorwärts und Ein Frame rückwärts verwenden. Diese befinden sich rechts bzw. links von den Abspieltasten für Play und Stop. (Anmerkung: Die Übersetzung der Kdenlive-Oberfläche verwendet das englische "Frame" für "Kader" oder "Rahmen" - falls Sie die diese älteren Wörter gewohnt sind wissen Sie jetzt, was gemeint ist.) Klicken Sie zum Abschluss die Taste Startpunkt setzen.

Kdenlive Clipmonitor Startpunkt setzen.png

Verfahren Sie analog für Endpunkt setzen (die entsprechende Taste befindet sich gleich neben der für Startpunkt setzen). Zum Abschluss bringen Sie noch den zusammengeschnittenen Teil des Clips in die Zeitleiste. Das geschieht, indem Sie in die Videoanzeige des Clipmonitors klicken und das Bild mit gedrückter Maustaste auf die Zeitleiste und an die gewünschte Position ziehen. Maustaste loslassen, fertig! Der ausgewählte Abschnitt des ursprünglichen Clips zwischen Startpunkt und Endpunkt erscheint jetzt als neuer Clip in der Zeitleiste (genau genommen müsste man von einer neuen Instanz des ursprünglichen Clips sprechen...).

Egal, welchen der beiden Wege zu nun wählen, am Ende sollten Sie zumindest zwei Clips (oder Clipinstanzen) auf der Zeitleiste haben, einen in Spur #1 und einen in Spur #2.

Titel erstellen[Bearbeiten]

Bevor es weitergeht, wollen wir noch einen Titelclip als Vorspann für Ihr Projekt erstellen. Einfache Titel können Sie in Kdenlive direkt erstellen. Für Titel mit komplexerem Layout können sie ein externes Bildbearbeitungsprogramm, z.B. den GIMP, verwenden und die so erzeugte Bilddatei dann als Bildclip in die Projektliste importieren.

Um einen Titelclip zu erstellen, klicken Sie auf den Clip einfügen-Knopf, und im angezeigten Aufklappmenü dann auf Textclip erstellen. Wie immer können Sie alternativ auch mit der rechten Maustaste in die Clipliste klicken und Textclip erstellen aus dem eingeblendeten Kontextmenu auswählen. Ich werde diese alternative Methode in Zukunft in diesem Kapitel nicht mehr erwähnen.

Kdenlive Textclip erstellen.png

Ein neues Fenster wird geöffnet, in dem Sie Ihrem Clip benennen, seine Dauer sowie die Größe, die Farbe und die Schrifttype für den Text festlegen können. Außerdem gibt es folgende Knöpfe:

Kdenlive Textclip erstellen Toolbar.png

1. Objekte auswählen 2. Text hinzufügen 3. Ein Rechteck hinzufügen 4. Auswahl nach vor bringen bzw. nach hinten absenken 5. Transparenter Hintergrund ja/nein. 6. Farbauswahl

Klicken Sie auf den Text hinzufügen-Knopf, schreiben Sie Ihren Titel, und klicken Sie "OK". Der Titeltext erscheint nun im Fenster, und Sie können ihn hin- und herschieben, bis er die gewünschte Position hat. Die Textfarbe ändern Sie durch Klick in das Farbauswahlfeld (6). Wenn Sie dem Titel mehr Layout geben möchten, klicken Sie anschließend auf Rechteck hinzufügen und zeichnen Sie im Bildfeld einen Kasten. Durch Klick in das Farbauswahl-Feld können Sie auch die Hintergrundfarbe des Kastens auswählen. Falls Sie sich nun darüber wundern ,dass jetzt der Text verschwunden ist, müssen Sie den Kasten mit dem rechten Pfeilknopf (4) nach hinten bringen, so dass der Text wieder nach oben und zum zum Vorschein kommt. Wenn der Text dann noch immer nicht da ist, überprüfen Sie, ob Sie etwa für Text und Hintergrund die gleiche Farbe verwendet haben.

Auf diese Weise können Sie mit ein bisschen Herumprobieren recht ansprechende Titel erstellen.

Clips in der Zeitleiste verschieben und in der Größe verändern[Bearbeiten]

Clips können direkt in der Zeitleiste bearbeitet werden. Sie können sie hierhin und dahin schieben --- einfach, indem Sie mit der linken Maustaste auf den Clip klicken und ihn (bei gedrückter Maustaste natürlich) hin und her ziehen. Genau so ist möglich, einen Clip von einer Spur auf eine andere zu ziehen.

Auf die gleiche praktische Art lassen sich Clips aus der Zeitleiste heraus zuschneiden. Bewegen Sie die Maus über die bestehende Clipgrenze (Anfang oder Ende), klicken Sie und verschieben Sie die Grenze. Sie werden bemerken, dass sich die Form des Cursors beim Überfahren mit Maus ändert. So können Sie sicher sein, dass nicht der Clip als ganzes verschoben, sondern die Clipgrenze neu definiert wird.

Beachten Sie dabei einen kleinen Unterschied zwischen Video- und Audioclips einerseits und Farb-, Text, und Standbildclips andererseits.Die Größe eines Video- oder Audioclips verändern bedeutet, seinen Startpunkt und seinen Endpunkt relativ zum Originalclip neu zu setzen. Wenn Sie kurz mal den Clipmonitor in den Vordergrund bringen, können Sie deren neue Positionen sehen. Der Originalclip selbst bleibt dabei unverändert. Es ist deshalb logisch, dass man einen Videoclip (bzw. Audioclip) nicht über seine ursprüngliche Länge hinaus vergrößern kann.

Farb-, Text- und Standbildclips hingegen, die ja nicht aus fertigem Videomaterial bestehen, sondern aus aneindergefügten identischen Einzelbildern, haben keine solche "innere" Zeitachse. Sie lassen sich einfach durch Ziehen mit der Maus über ihre ursprüngliche Grenze hinaus vergrößern.

Sie werden bei der Arbeit bemerken, dass Kdenlive eine recht nützliche Einschnappfunktion hat, so dass verschobene Clips automatisch an bestehende Clipgrenzen oder auch an die aktuelle Position des Abtastkopfes anschließen. Wenn man Clips nahtlos aneinander fügen will, ist das sehr brauchbar, doch bei der Feinarbeit an Übergängen stört diese Funktion manchmal. Sie können sie deshalb ausschalten, und zwar drei Tasten in der Hauptwerkzeugleiste: Clips werden am nächsten Frame ausgerichtet, Clips werden an der nächsten Clipgrenze ausgerichtet und Clips werden an Ausrichtungsmarkierungen ausgerichtet (das ist zumindest die aktuelle Übersetzung der Tooltips dieser Tasten).

Kdenlive Einschnappfunktions-Tasten.png

Clips aus der Zeitleiste entfernen[Bearbeiten]

Clips können auf zwei einfache Arten aus der Zeitleiste entfernt werden: erstens, indem Sie den Clip (oder, mit Hilfe der gedrückten STRG-Taste, mehrere Clips) markieren und anschließend die Entfernen-Taste drücken; zweitens, indem Sie über dem Clip mit der rechten Maustaste klicken und im Kontextmenü Clip entfernen wählen.

Ein dritter Weg, Clips zu entfernen, besteht darin, den Clip aus der Projektliste selbst zu löschen. Falls Sie denselben Clip jedoch mehrmals in der Zeitleiste verwendet haben, müssen Sie dabei beachten, dass auf diese Weise alle Instanzen des Clips in der Zeitleiste entfernt werden. Kdenlive fragt deshalb um eine Bestätigung nach, aber beunruhigen Sie sich nicht: selbstverständlich wird Ihre Datei auf der Festplatte dabei nicht gelöscht. Die originale Datei bleibt von den Vorgängen in Kdenlive unberührt, gelöscht wird lediglich die "Wahrnehmung" der Datei durch Kdenlive.

Clips in der Zeitleiste aufteilen[Bearbeiten]

Manchmal ist es vielleicht auch nötig, ein Stück aus der Mitte eines Clips heraus zu schneiden, oder Sie wollen nur auf einen bestimmten Abschnitt eines Clips einen Effekt anwenden. Für solche Fälle ist es in Kdenlive möglich, den Clip aufzuteilen.

Um einen Clip aufzuteilen, bringen Sie den Abtastkopf der Zeitleiste an die gewünschte Stelle (wieder können Sie mit den Einen-Frame-vorwärts- und Einen-Frame-zurück-Tasten im Zeitleistenmonitor fein justieren). Klicken Sie dann die rechte Maustaste und wählen Sie aus dem Kontextmenü Schneide Clip. Es wird dann nur der Clip in der aktuellen Spur aufgeteilt. Wollen Sie alle Clips an der Abtastkopfposition aufteilen, so wählen Sie aus dem Kontextmenü Schneide alle Clips.

Wenn Sie diese Aktion wiederholen, werden Sie mehrere Unterclips erzeugen, die übrigens alle in der Projektliste aufgeführt werden. Diese Unterclips können Sie nun entfernen, verschieben, in der Länge verändern oder mit einem Effekt versehen.

Einen Übergang hinzufügen[Bearbeiten]

Als nächstes werden wir einen Übergang zwischen zwei Clips erstellen. Im Gegensatz zum harten Schnitt verwendet man Übergänge, um auf sanfte Weise von einer Einstellung zur nächsten zu wechseln. Manche Übergänge enthalten zusätzlich auch eine bestimmte konventionalisierte Bedeutung, z.B. Überblendung = Rückblende in der Realzeit, und einige Übergänge lassen sich auch als veritable Videoeffekte einsetzen (z.B. der Bild-im-Bild-Übergang).

Im einzelnen werden diese wirkmächtigen Mittel im Kapitel über Übergänge beschrieben. Für den Zweck dieser Schnellstart-Anleitung konzentrieren wir uns auf einen häufig gebrauchten Standard-Übergang, die Überblendung.

Überzeugen Sie sich vor dem Start noch einmal, ob Sie Ihre beiden Videoclips jeweils auf einer eigenen Spur haben (Spur #0 für den ersten bzw. Spur #1 für den zweiten Clip). Auch sollte der Titleclip, den wir zuvor erstellt haben, am Anfang von Spur #0 eingefügt sein.

Um einen Übergang anwenden zu können, müssen die beiden beteiligten Clips auf zwei verschiedenen Spuren, aber direkt untereinander liegen und einander außerdem noch etwas überlappen. Klicken Sie also in den zweiten, unteren Clip und ziehen Sie ihn ein bisschen auf der Zeitachse nach vorne, so dass er sich sagen wir 2 Sekunden mit dem ersten, oberen Clip überschneidet.

Um die Überlappung besser zu kontrollieren zu können, bietet sich das Ansichtswerkzeug Zeitleisten-Zoom an. Klicken Sie auf die Lupe und wählen Sie einen kleineren Maßstab, oder ziehen Sie den Schieberegler auf dem Lineal rechts von der Lupe nach links.

Kdenlive Zeitleisten Zoom.png

Wenn Sie mit dem Ausrichten fertig sind, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den oberen Clip und wählen aus dem Kontextmenü Übergang hinzufügen --> Crossfade (die Menüeintrage sind in der aktuellen Kdenlive-Version leider noch nicht alle eingedeutscht). Es wird jetzt zwischen Spur #0 und Spur #1 im Bereich der Überlappung der beiden Tracks ein gelber Balken mit einem Symbol erscheinen, der anzeigt, dass der Übergang zum Projekt hinzugefügt wurde.

Ihr Bildschirm sollte jetzt ungefähr so aussehen:

Transition.png

Übrigens, vergessen Sie nicht, zwischendurch Ihre Arbeit zu speichern. Kdenlive stürzt manchmal noch unerwartet ab, und regelmäßiges Speichern nach jedem wichtigen Bearbeitungsschritt ist ein einfaches Mittel, um Zeit zu sparen.

Um eine Echtzeitvorschau auf Ihren Übergang zu bekommen, fassen Sie den Abtastkopf mit der Maus und ziehen ihn über den gelb gekennzeichneten Bereich des Übergangs.

Datei:Kdenlive Abtastkopf.png

Wenn alles richtig gelaufen ist, können Sie im Zeitleistenmonitor bei gleichzeitigem Verschieben des Abtastkopfes entlang der Zeitachse sehen, wie der Titelclip langsam ausgeblendet und der Clip mit der ersten Einstellung eben so langsam eingeblendet wird.

Natürlich können Sie auch nachträglich noch die Parameter des Übergangs ändern. Doppelklicken Sie dafür in den Übergang (d.h. in den gelben Balken). Der Balken wird rot, und gleichzeitig wird im Projektfenster die Registerkarte Übergänge in den Vordergrund gebracht. Hier werden die für den gewählten Übergang verfügbaren Parameter angezeigt und, wenn nötig, verändert

Im Fall der Überblendung, die ein einfacher Übergang ist, lässt sich lediglich die Richtung des Übergangs und die Spur, auf die er angewendet wird, einstellen. Probieren Sie einfach aus, was bei verschiedenen Einstellungen herauskommt, Sie können alles immer wieder rückgängig machen.

Sie werden bemerken, dass bei Auswahl von Richtung umkehren der obere Clip zuerst erscheint und dann langsam die darunter liegende Spur eingeblendet wird. Wenn Richtung umkehren nicht ausgewählt ist, läuft es umgekehrt ab.

Der Clip, auf den der Übergang angewendet wird, lässt sich mit dem Aufklappmenü oben rechts in der Registerkarte auswählen. Standardeinstellung ist Automatisch nächste Videospur benutzen. Andere Spuren auszuwählen, gibt ein mächtiges Mittel für fortgeschrittene Übergänge an die Hand, doch ist der Ort, das näher zu beschreiben, das Kapitel Übergänge.

Sie können sich nun noch ein bisschen herumspielen und in der gleichen Weise wie oben erklärt einen Übergang zwischen erster und zweiter Einstellung einbauen. Wenn Ihnen das Ergebnis nicht gefällt, klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste in den gelben Balken und dann im Kontextmenü auf Übergang löschen.

Effekte hinzufügen[Bearbeiten]

Neben den Übergängen ist ein weiteres wichtiges Merkmal besserer Videoschnittprogramme die Möglichkeit, Effekte anzuwenden. So auch bei Kdenlive.

Effekte sind vorprogrammierte Methoden, um einen Clip in bestimmter Weise zu verändern. Man kann sowohl über die Bildspur als auch über die Tonspur Effekte legen. Was die Audioeffekte betrifft, so ist deren Anzahl in Kdenlive standardmäßig ziemlich klein. Es können jedoch eine ganze Reihe zusätzlicher Effekte geladen werden, wenn Sie die Ladspa-Plugins verwenden. Wie Sie das machen, steht im Kapitel über Audioeffekte .

Überhaupt finden Sie eine ins Einzelne gehende Präsentation und Diskussion der verschiedenen Effekte und ihrer Wirkungsweise im Kaptitel über Effekte. Hier in der Schnellstart-Anleitung wollen wir nur das Grundprinzip verstehen.

Was wir tun werden, ist, den Graustufen-Effekt auf einen Videoclip anzuwenden. Wie der Name nahelegt, unterdrückt dieser Effekt die Farben eines Clips läßt die Einstellung in "Schwarzweiß" (also genau gesagt in Schwarz, Weiß und den verschiedenen Grautönen) erscheinen

Wie schon weiter oben in diesem Kapitel erwähnt, werden Effekte im Normalfall (es gibt ein paar Ausnahmen) auf die gesamte Länge eines Clips in der Zeitleiste angewendet. Wenn Sie also den Effekt nur über einen Teil eines Clips legen wollen, müssen Sie vorher den Clip aufteilen, wie das im Abschnitt Clips in der Zeitleiste aufteilen oben erklärt wurde.

Fangen wir an! Gehen Sie zu dem Clip in Spur #2 und wählen Sie ihn aus. Klicken Sie dann mit der rechten Maustaste und wählen Sie aus dem Kontextmenü Videoeffekt hinzufügen --> Graustufen. Sie sehen sofort, wie die Farben aus dem Clip verschwinden und durch Grautöne ersetzt werden.

Effektparameter[Bearbeiten]

Auf die gleiche Weise wie bei den Übergängen können Sie auch bei Effekten Parameter einstellen. Im Prinzip bringen Sie dazu die Registerkarte Effekt-Magazin im Projektfentster in den Vordergrund. Der Graustufen-Effekt ist aber leider derart einfach, dass er keine Parameter hat.

Allerdings enthält diese Registerkarte auch einige für die Organisation der Effekte nützliche Bildtasten.

Effektmagazin Kontrolltasten.png

Von unten nach haben wir da also:

Effekt löschen, um die Anwendung des Effekts auf den Clip zu löschen

Parameter zurücksetzen, um alle Parameter auf die Standardwerte zurücksetzen

Effekt nach unten, um den Effekt in der Liste nach unten zu schieben (und damit nach den anderen anzuwenden)

Effekt nach oben, um den Effekt in der Liste nach oben zu schieben (d.h., er wird vor den anderen Clips angewendet)

Aktivierung umschalten, um den Effekt zwar in der Liste zu belassen, seine Anwendung aber ab- bzw. wieder anzuschalten. Der Effekt selbst bleibt dabei inklusive der eingestellten Parameter (falls es welche einzustellen gibt) in der Liste vorhanden, und kann z.B. später im Video wieder verwendet werden

Keyframes[Bearbeiten]

Hinter dem Tab (der Registerkarte) für Parameter werden Sie auch schon den "Keyframes"-Tab bemerkt haben. Für manche Effekte ist es möglich -- oder nötig --, Keyframes zu definieren und für sie Parameter einzustellen. Der Effekt wird dann so angewendet, dass ein Übergang von den Parametern in Keyframe 1 zu den Parametern in Keyframe 2 geschieht.

Ein Beispiel: Sie wollen den Ton einer Einstellung stummschalten. Das geht auf zwei Arten:

  • Sie erzeugen durch Aufteilen des Clips einen Unterclip und wenden auf diesen dann den Audioeffekt Stummschalten an (im Kontextmenü von Kdenlive heißt er einfach nur "Stumm"). Dies hat die -- im Falle des Stumm-Effekts unschöne -- Wirkung, dass der Ton abrupt abbricht und wieder anfängt.
  • Oder aber Sie verwenden den Audioeffekt Lautstärke: Diesen Effekt können Sie auf den ganzen Clip anwenden und dann einige Keyframes definieren, für die Sie im Keyframes-Tab dann jeweils die Lautstärke einstellen. So können Sie z.B. mit normaler Lautstärke beginnen, langsam leiser werden bis der Ton stumm ist, eine Zeitlang so lassen und dann wieder aufmachen bis zur normalen Lautstärke...
  • Ein Keyframe wird mit Hilfe der CTRL-Taste und einem Mausklick auf den Videoclip erstellt, nachdem der Effekt für den aktuellen Videoclip ausgewählt wurde.

Wenn Sie mehr über die Arbeit mit Keyframes wissen wollen, verweisen wir noch einmal auf das Kapitel über Effekte.

Das fertige Video rendern[Bearbeiten]

Als DVD[Bearbeiten]

Wir sind jetzt soweit, unser Projekt zu "rendern", d.h. in eine Videodatei eigenen Rechts umzuwandeln, die man mit einem Videoplayer oder als DVD auf dem Fernseher abspielen kann. Überprüfen wir noch einmal unser bisheriges Ergebnis.

Effects.png


Sie haben einen Titelclip auf Spur #0 mit einer Überblendung in den folgenden Videoclip, der sich auf Spur #1 befindet. Zwischen diesem Clip mit der ersten Einstellung und dem zweiten Clip (mit der zweiten Einstellung), der sich nun auf Spur #2 befindet, gibt es wieder einen Übergang, den Sie aber diesmal nach eigenem Geschmack ausgewählt haben. Und schließlich wurde auf den zweiten Clip (auf Spur #2) ein Graustufen-Effekt angewendet.

Aus diesem Projekt (Sie haben es hoffentlich inzwischen gespeichert) wollen wir jetzt eine DVD produzieren. Mit Kdenlive können Sie auf einfache Weise die notwendige DVD-Dateistruktur erstellen und diese dann brennen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie das Brennprogramm k3b) installiert haben. Das ist in den meisten KDE-basierten Linuxdistributionen entweder von vornherein der Fall oder läßt sich mit dem Paketmanagementsystem leicht bewerkstelligen.

Gehen wir also schrittweise vor, um zu unserer DVD zu kommen.

Wählen Sie aus dem Menüpunkt "Exportieren" Als DVD exportieren. Sie werden von einem Fenster begrüßt, in dem Sie Einzelheiten für den Export einstellen können.

Create DVD 1.png


Geben Sie den Namen für das Verzeichnis ein, in dem das DVD-Abbild (die DVD-Dateistruktur) erzeugt werden soll, und wählen Sie das DVD-Format (im deutschen Sprachraum normalerweise PAL). Beachten Sie, dass auf der Partition, auf der sich das Verzeichnis für das DVD-Abbild befindet, genügend Platz sein muss. Normale DVDs können über 4 GB groß sein! In der aktuellen Version gibt Kdenlive keine Warnung ab, wenn beim Rendern der Platz nicht reicht, sondern erzeugt einfach eine kaputte Datei. Sie müssen das selbst kontrollieren.

Überzeugen Sie sich auch davon, dass die Option Datei jetzt rendern ausgewählt ist.

Wie Sie in diesem Fenster sehen können, lassen sich auch Kapitel für die DVD definieren, und außerdem läßt sich für die DVD auch eine schon bestehende DVD-Videodatei (.VOB) verwenden. Das braucht uns aber für unser erstes kleines Projekt nicht zu kümmern.

Klicken Sie auf den Weiter-Knopf. Der nun folgende Dialog ermöglicht es, ein DVD-Menü zu erstellen. Wählen Sie die Menü erstellen-Option, wenn Sie das wollen. Nun sind die entsprechenden Auswahloptionen, verteilt auf drei Registerkarten (Tabs), aktiv.

Create DVD 2.png

Im ersten Tab können Sie den Menü-Hintergrund auswählen: eine einfache Farbe, eine Bilddatei oder auch eine Videodatei (für die Dateien müssen Sie Name und Pfad eingeben). Außerdem läßt sich in dieser Registerkarte einstellen, ob und wie lange eine Pause zwischen die Kapitel (falls Sie welche erzeugt haben) eingefügt werden soll.

Im Knöpfe-Tab legen Sie die Beschriftungstext, die Textgröße und Textfarbe, sowie die Schrifttype für die Menü-Knöpfe fest. 3 Farben sind es, weil die Knöpfe 3 verschiedene Status haben können: normal (nicht ausgewählt), ausgewählt (überfahren mit der Maus) und aktiviert (Maus gedrückt).

Schließlich der Intro-Tab. Hier können Sie ein Video angeben, das beim Einlegen der DVD vor dem Erscheinen des Menüs gespielt werden soll.

Sobald Sie alles eingestellt haben, klicken Sie nochmals auf Weiter, und im nächsten Dialog auf Erstelle DVD. Kdenlive erzeugt jetzt mit Hilfe des Programms DvdAuthor die DVD-Dateistruktur.

Datei:Create DVD 4.png

Kdenlive wird Sie benachrichtigen, dass Sie nun mit ihrer Arbeit fortfahren können. Die DVD-Struktur wird im Hintergrund erzeugt, allerdings wird in der Statuszeile am unteren Rand des Kdenlive-Hauptfensters ein Fortschrittsbalken angezeigt.

Sobald Kdenlive mit dem Rendern fertig ist, können Sie den DVD-erstellen-Dialog wieder hervorholen (Menüpunkt Exportieren -> Als DVD exportieren). Sie können die erstellte DVD-Struktur direkt aus Kdenlive heraus brennen, betrachten oder nochmals bearbeiten. Alternativ dazu ist es auch möglich, mit der erzeugten DVD-Dateistruktur extern weiter zu arbeiten.

In Datei rendern[Bearbeiten]

Sie können Ihren Film aber auch in eine Datei rendern. Dies ermöglicht es Ihnen z.B., ihn ins Netz zu stellen oder ihn mit Hilfe des Tools Kino verlustfrei wieder zurück auf ein DV-Band zu spielen.

Um Ihr Video in eine Datei zu rendern, gehen Sie auf File -> Zeitleiste rendern und suchen sich das gewünschte Format aus. Achtung: Diese Funktion ist leider noch sehr wacklig. Wenn Sie dazu beitragen möchten, dass diese Funktion verbessert wird, können Sie eventuelle Probleme beim Rendern an den Bug-Tracker melden (leider nur auf englisch, denn die Programmierer von Kdenlive kommen aus der ganzen Welt und verständigen sich über die englische Sprache).

Das war's! Sie haben (hoffentlich) Ihr erstes Video mit Kdenlive geschaffen! Macht Spaß, nicht wahr? Lesen Sie weiter, um mehr über dieses Programm und seine fortgeschrittenen Funktionen zu erfahren.


Wie geht's weiter?[Bearbeiten]

Sie haben nun bereits eine grundlegende Vorstellung von der Funktionsweise von Kdenlive gewonnen und können sicherlich viele seiner fortgeschrittenen Merkmale bei der Bearbeitung Ihrer Videos selbst entdecken. Doch auch intuitives Arbeiten klappt desto besser und führt zu desto spannenderen Ergebnissen, je mehr Hintergrundwissen aus der Geschichte des Films und der digitalen Medien einem zur Verfügung steht und je mehr man mit den verschiedenen Kniffen und Besonderheiten der digitalen Videobearbeitung vertraut ist. Auch diese Informationen werden Ihnen in diesem Handbuch zur Verfügung gestellt.

Wenn Sie sich also in die Arbeit mit Kdenlive weiter vertiefen wollen, können Sie auf verschiedene Weise fortsetzen: