LaTeX-Schnellkurs: Die Installation unter Windows

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LaTeX-Kompendium LaTeX-Schnellkurs


[Bearbeiten] Überblick

Für Windows stehen die frei erhältlichen LaTeX-Distributionen TeX-Live, MiKTex und proTeXt bereit. Daneben gibt es auch kommerzielle Distributionen, die ich hier aber außer acht lasse. Mehr Informationen hält das Comprehensive TeX Archive Network (CTAN ) bereit.

TeX-Live ist eine Zusammenstellung eines LaTeX-Systems mit allen wichtigen Erweiterungen plus Zusatz-Software. Die TeX-Live-Distribution wird von Dante (Deutschprachige Anwendervereinigung TeX e.V.) als DVD mit Installer für Windows, Unix und MacOS herausgegeben und kann entweder als ISO-Image vom Dante-Server bezogen oder über Buchhandlungen käuflich erworben werden. Als besonderen Service gibt es auch eine Live-CD, so dass der Anwender LaTeX ausprobieren kann, ohne LaTeX auf der Festplatte installieren zu müssen. Neben dem LaTeX-System selber sind auch verschiedene Zusatz-Programme und spezielle Ausprägung von TeX-Systemen auf der DVD bzw. der CD enthalten.

MiKTeX ist eine von Christian Schenk speziell für Windows zusammengestelltes LaTeX-Paket. Über einen Installer kann man verschiedene Ausprägungen (Basis, Groß, Komplett) von LaTeX von verschiedenen Mirror-Servern herunterladen und danach installieren lassen. Wie für alle LaTeX-Distributionen gilt: eine schnelle DSL-Anbindung ist Pflicht, da ein gut ausgestattes LaTeX-System schnell an die 100 MByte und mehr groß wird.

proTeXt ist eine recht neue Distribution, die auf MiKTeX aufsetzt und als ISO-Image oder als selbstextrahierendes Archiv erhältlich ist. Die Besonderheit an proTeXt ist, dass das man über eine PDF-Datei die zu installierenden Komponenten auswählen kann. Zusätzlich zu MiKTeX enthält proTeXt noch wichtige Zusatzprogramme wie LaTeX-Editoren und Ghostscript/Ghostview zur Anzeige von Postscript-Dateien. Der Anwender erhält so ein komplettes LaTeX-System aus einer Hand.


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[Bearbeiten] Zusatzsoftware

Man kann LaTeX-Dokumente zwar grundsätzlich auch im Windows-Editor bearbeiten, aber komfortabler ist natürlich ein LaTeX-Editor, der neben Syntax-Highlighting auch die Möglichkeit bietet, LaTeX-Dateien zu kompilieren und das umgesetzte Dokument anzuzeigen. Solche Editoren sind beispielsweise die frei erhältlichen Programme TeXnicCenter und WinShell. Diese Editoren sind speziell auf LaTeX zugeschnitten und setzen, sofern man die MikTeX-Distribution verwendet, auch schon alle wichtigen Pfade richtig. Die Verwendung mit anderen Distributionen ist aber grundsätzlich ebenfalls problemlos möglich, da sich die Optionenen-Dialoge komfortabel bedienen lassen.

Die Benutzeroberfläche kann auf verschiedene Sprachen, u.a. auch Deutsch, eingestellt werden. Eine Projektverwaltung und eine aufklappbare Dokumentenhierachie sind implementiert. Shortcuts für verschiedene LaTeX-Symbole, Schriftformatierungen und Zeichensätze sind über Button-Leisten und das Menü erreichbar, so dass man sich nicht alle LaTeX-Befehle merken muss. Weitere Editoren mit LaTeX-Unterstützung sind u.a. der Shareware-Editor WinEdt sowie Emacs bzw. XEmacs mit der AucTeX-Erweiterung und Vim, der für Windows bereits mit Syntax-Highlighting für LaTeX-Dateien ausgerüstet ist. Bei letzterem muss man die Befehle zum kompilieren von LaTeX-Dateien allerdings über die Windows-Eingabeaufforderung per Hand eingeben. (Oder man verwendet gvim und die Menu-Erweiterung von Michael Prokop :-) http://www.michael-prokop.at/computer/latex.html)

Werden LaTeX-Dateien mit dem Befehl latex <Datei> kompiliert, so werden sie in das Device Independent-Dateiformat (DVI) übersetzt. Allen oben beschriebene LaTeX-Distributionen liegt ein DVI-Viewer bei, so dass das Anschauen des Ergebnisses kein Problem ist. Möchte man allerdings ein anderes Format benutzen, ist die Installation von Zusatzsoftware nötig. In wissenschaftlichen Kreisen war das Postscript-Format (PS) lange Zeit weit verbreitet. Um eine von LaTeX erzeugte DVI-Datei in eine PS-Datei umzuwandeln, benutzt man den Befehl divps <Datei>.dvi. Als Anzeige der so entstandenen Postscript-Datei dient das Kommandozeilen-Programm Ghostscript, zu dem es mit Ghostview ein komfortables grafisches Frontend für Windows gibt.

Postscript ist allerdings mittlerweile von PDF als Dateiformat zur Weitergabe von Dokumenten abgelöst worden. Mit Ghostview ist es aber leicht möglich, Postscript-Dateien in PDF-Dateien zu konvertieren. Eine direkte Möglichkeit aus einer LaTeX-Datei eine PDF-Datei zu erzeugen, bietet das Zusatzpaket pdflatex. Mit dem gleichnamigen Befehl kann damit ohne Umwege eine PDF-Datei erzeugt werden.


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