Linux-Kompendium: Installation
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[Bearbeiten] Live-CDs - Linux zum Ausprobieren
Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe guter Live-Linux-Distributionen, die sich direkt von CD/DVD starten lassen (Live-CD) und KDE, OpenOffice.org, Gimp und viele andere Programme beinhalten. Eine der ersten und bewährtesten dieser Distributionen ist das von Klaus Knopper entwickelte Knoppix, welches kostenlos über das Internet heruntergeladen werden kann (siehe unten). Viele Distributionen, die normalerweise zur Installation auf die Festplatte gedacht sind, bieten neben den Installations-CDs eine Live-CD an (zB. SuSe und Ubuntu). Diese Live-CDs verfügen über die gleiche Hardwareunterstützung wie installierte Systeme. So kann man die Live-CD benutzen, um vorab zu testen wie gut die eigene Hardware funktioniert bzw. erkannt wird.
[Bearbeiten] Knoppix
Auf knopper.net finden Sie unter der Rubrik "Downloads" eine Auflistung von Mirrors, von denen iso-CD-Images (etwa 700 MB) bezogen werden können. Alternativ können Knoppix-CDs auch günstig von verschiedenen Versandanbietern bezogen werden (zu empfehlen, wenn man keinen Zugriff auf eine Breitbandverbindung zum Netz hat; Rubrik Knoppix bestellen").
[Bearbeiten] Auswahl der Distribution
Generell sind alle Linux-Distributionen nicht kommerziell, solange keine explizit durch den Hersteller gekennzeichnete kommerzielle Zusatzsoftware enthalten ist (hierzu zählt nicht das Linux-Betriebssystem und eine riesige Anzahl freier Softwarepakete aller Sparten!). Es gibt aber CD/DVD-Distributionen käuflich zu erwerben. Diese unterscheiden sich je nach Anbieter nur in der Menge der auf dem Medium mitgelieferten Softwarepakete. In aller Regel sind aber Softwarepakete, die auf dem Distributionsmedium nicht direkt enthalten sind, bei vorhandenem Netzwerkanschluss und Internetzugang nachinstallierbar – z. B. bei SUSE YaST Online Installation (nicht der Update Service ist hier gemeint). Diese Nachinstallation geht trotz kleiner Installations-CD/Installations-Floppy, die aus dem Internet heruntergeladen werden kann. Es fallen bei der Nachinstallation in aller Regel nur die Netzzugangs- und Download-Kosten an.
Man bezahlt somit in erster Linie die Zusammenstellung der auf dem Installationsmedium bereits vorhandenen Softwarepakete. Nicht die Software selbst! Ausnahme: kommerzielle Zusatzsoftware.
Um einen ersten Eindruck von Linux zu bekommen, sollte man Knoppix (s. o.) oder ein anderes von CD bootbares Linux-System ausprobieren, bevor man Geld für den Kauf einer reinen umfangreicheren CD/DVD-Distribution ausgibt oder eine andere Distribution von einem kostengünstigeren Installationsmedium direkt auf der Festplatte installiert. Wer sich nach gründlichem Ausprobieren einer Live-CD dazu entschieden hat, ein Linux auf die eigene Festplatte zu installieren, findet im Folgenden eine erste Entscheidungshilfe zur Distributionswahl.
Einsteiger sollten sich eine Distribution besorgen, die relativ einfach zu installieren/benutzen und gleichzeitig im deutschsprachigen Raum möglichst weit verbreitet ist. Die Diskussion, welche Distribution nun für wen am besten geeignet ist, kann leicht in einen Glaubenskrieg ausarten. Laut Linux.de sind folgende Distributionen die wichtigsten auf dem deutschen Markt (sortiert nach der Beliebtheit bei der Umfrage von DesktopLinux.com; in Klammern steht die Anzahl der Suchergebnisse auf google.de (Seiten aus Deutschland), Stand Ende August 2007; Links verweisen auf die Distributionsbeschreibungen von linuxwiki.org):
- Ubuntu (2.180.000): Auf Debian basierende Linux Distribution, für Anfänger wegen leichter Installation und Umgang geeignet
- SuSE (2.350.000): Im deutschen Raum meistgenutzte Distribution, für Anfänger geeignet.
- Debian (2.210.000): Distribution, die auf Basis der GPL entwickelt wird.
- Red Hat (2.440.000) bzw. Fedora Projekt (1.330.000): Im amerikanischen Raum meistgenutzte Distribution, für Anfänger geeignet.
- Mandrake (695.000): Auf Red Hat aufbauende Distribution, für Anfänger geeignet.
Im Fachhandel/Buchhandel sind alle oben genannten Distributionen erhältlich und sogar noch mehr! Es bleibt aber der Hinweis auf die online verfügbaren Versionen der Distributionen.
Eine Übersicht vieler gängiger Linux-Distributionen sowie die ISO-Images der Installationsmedien findet man zum freien Download auf LinuxISO.org.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die großen Distributionen auf kommerziell erhältlichen Installationsmedien mit ihren grafischen Installationsroutinen und gut durchdachten Konfigurationstools durchweg für Einsteiger geeignet sind. Für fortgeschrittene Benutzer ist Debian sehr empfehlenswert, obwohl die neue Installation sehr einfach und damit eigentlich auch anfängertauglich ist. Aber Vorsicht! Hier fängt der oben erwähnte Glaubenskrieg bereits an.
Der grundlegende Vorteil von Debian als Einstiegssystem ist, dass man gleich mit einer fortgeschrittenen Distribution beginnt. Man wird nicht mit oberflächlichen Konfigurationprogrammen, die einen doch stark an die Windowskonfiguration erinnern (z. B. YaST2 bei SuSE) "verwöhnt", sondern startet mit einem zu Anfang ordentlich konfiguriertem System, das man mit steigendem Wissen immer besser an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Denn durch grafische und in der Bedienung vereinfachte Konfigurationsoberflächen wird erfahrungsgemäß auch eine Reihe von Konfigurationsmöglichkeiten aus der Verantwortung des Systemadministrators herausgenommen. Gerade erfahrenere Systemadministratoren vermissen diese Konfigurationsmöglichkeiten und haben meist mit grafischen Konfigurationssystemen nicht die Möglichkeit tiefergehende z. B. sicherheitsbetreffende Einstellungen ausreichend zu konfigurieren.
[Bearbeiten] Installationsmedien besorgen
Da Linux Freie Software ist, kann man verschiedene Distributionen kostenlos (bis auf die Onlinekosten) aus dem Internet herunterladen. Aus verständlichen Gründen erhält man für diese Versionen keinen Installations-Support per Hotline. Die folgende Liste enthält die Quellen einiger gängiger Distributionen:
- Suse: Die jeweils aktuelle Version von SUSE LINUX Personal kann von ftp.suse.com heruntergeladen werden SUSE LINUX Downloads. Der FTP-Server enthält auch die Softwarepakete der Professional-Version. Es ist auch möglich sich die Installations-DVD nach der Anleitung von linuxwiki.de zu basteln oder die Dateien vom FTP-Server auf eine Festplatte zu spiegeln und dann von dieser zu installieren (siehe linuxwiki.de für diese Installationsarten)
- Fedora: Fedora kann in der jeweils letzten Version von den zugehörigen Projektseiten bezogen werden.
- Debian: Debian bietet für die aktuelle Stable-Variante ein breites Spektrum an Installationsmedien an. Näheres dazu findet man für Debian 3.0 Woody unter www.debian.org/releases/stable/i386/install.de.html und für das kommende Release Debian 3.1 Sarge unter d-i.alioth.debian.org/manual/en.i386/index.html (engl.).
Siehe hierzu auch die bereits erwähnte Übersicht vieler Distributionen und die zugehörigen ISO-Images im Projekt LinuxISO.org.
Wer keinen Breitbandanschluss mit Flatrate besitzt, kann sich diese Versionen auch zusenden lassen (Liste bitte ergänzen):
[Bearbeiten] Systeminstallation
[Bearbeiten] Datensicherung
Bevor man mit der Partitionierung der Festplatte oder der Verkleinerung von Windowspartitionen anfängt, sollte man unbedingt ALLE WICHTIGEN DATEN EXTERN SICHERN!
[Bearbeiten] Verkleinerung von Windowspartitionen
Um Linux auf einer Festplatte zu installieren braucht man mindestens eine freie Partition (bzw. einen ausreichend großen unpartitionierten Bereich auf der Festplatte). Bei PCs mit vorinstalliertem Windows 2000/XP nehmen dessen Partitionen meist den ganzen Festplattenplatz ein. Auf Partitionen die mit einem Windows Dateisystem (NTFS o. FAT32) formatiert sind lässt sich kein Linux installieren. Also muss man entweder eine Partition löschen, was bei nicht leeren Partitionen mit Datenverlust verbunden ist, oder eine existierende Partition verkleinern. Vor noch nicht allzulanger Zeit konnte keine der gängigen Linuxdistributionen bei der Installation NTFS-Partitionen verkleinern. Hierdurch war man gezwungen, kommerzielle Partitionierungstools wie Partition Magic einzusetzten, wenn man NTFS-Partitionen ohne Datenverlust verkleinern wollte. Das hat sich mittlerweile geändert. Die meisten gängigen Distributionen (z.B. Ubuntu und Suse) unterstützen NTFS-Verkleinerung während der Installation. Wer eine Distribution installieren will, die die Verkleinerung von Windows-Partitionen unterstützt, sollte sich den entsprechenden Abschnitt im Installationshandbuch seiner Distribution durchlesen.
Wem die Möglichkeiten dieser Installationsprogramme nicht ausreicht oder wer sich eine übersichtlichere Benutzeroberfläche wünscht, der findet im folgenden Abschnitt die Beschreibungen von gparted und qtparted, welche eine mit Partition Magic für Windows vergleichbare grafische Oberfläche besitzen, die meist noch ansprechender als die der diversen Installationsroutinen ist.
Intern verwenden die Installationsprogramme der meisten Distributionen das Programm ntfsresize, welches im übernächsten Abschnitt beschrieben wird. Diese Anleitung ist jedoch nur für erfahrene Benutzer gedacht, die den harten weg über die Kommandozeile gehen wollen.
[Bearbeiten] gparted und qtparted - Der bequeme Weg
Hier entsteht eine Beschreibung der Programme gparted u. qtparted (evtl. zusammenfassend) vorübergehend sei hier auf die Hompage des jeweiligen Programms http://gparted.sourceforge.net/ und http://qtparted.sourceforge.net/ (für weitere Informationen) verwiesen.
[Bearbeiten] ntfsresize - Der Weg über die Kommandozeile
ntfsresize ist ein Kommandozeilentool welches es ermöglicht NTFS-Dateisysteme zu verkleinern, ohne die darin gespeicherten Daten zu verlieren. Da ntfsresize erst seit der Version 1.9 fragmentierte Dateien problemlos verschieben kann (noch nicht in Knoppix enthalten), sollte generell zuerst unter Windows die NTFS-Partition defragmentiert werden. Hierfür verwendet man den Windows eigenen Defragmentierer DEFRAG (zu finden unter Windows NT/2000/XP in Start/Programme/Zubehör/Systemtools/).
Hier nochmal der Hinweis: Fehler bei den in diesem Abschnitt beschriebenen Aktionen können zu Datenverlust auf ihrer Festplatte führen. Bitte sichern Sie alle wichtigen Daten (siehe auch Abschnitt über Datensicherung) und lesen Sie diesen Abschnitt gründlich durch bevor Sie etwas an ihrer Festplatte ändern.
[Bearbeiten] Welche Partition?
Falls sie wissen, welchen Device-Namen die Windowspartition hat, können Sie beim nächsten Abschnitt weiterlesen. Sollten Sie noch nichts über Device-Namen wissen, finden Sie in diesem Abschnitt genug Informationen, um den Namen ihrer Windows-Partition zu ermitteln. Alternativ können Sie im Internet alles über Linux Device-Namen nachlesen.
Linux verwendet Device-Namen zum Bezeichnen der Geräte und Partitionen. Sie haben die gleiche Funktion wie die Laufwerksbuchstaben unter Windows, jedoch eine andere Ordnung. Die Partition "C:" unter Windows könnte unter Linux zum Beispiel "/dev/hda1" oder "/dev/hdc1" sein. Das hängt von der inneren Verkabelung Ihres Computers ab. Wir kürzen hier das ganze etwas ab. Sie sollten sich bereits entschieden haben, welche Windowspartition ("Laufwerk") Sie verkleinern wollen. Dementsprechend wissen Sie auch wie groß die Partition ist und welche Daten sich auf ihr befinden. Wir gehen hier davon aus, dass Sie bereits unter Linux (genauer Knoppix (s.o.)) arbeiten.
Wenn auf ihrem Computer nur wenige Partitionen auf einer einzigen Festplatte existieren, können sie die Partition am schnellsten durch Try-and-Error ermitteln. Klicken sie einfach die Laufwerksicons (Hard Disk Partition [hdxy]) der Reihe nach an und überprüfen Sie deren Inhalt. Haben sie die richtige Partition gefunden, notieren Sie sich den Partitionsnamen in der Form /dev/hdxy (auch kurz hdxy genannt).
Sollte ihr Computer mehrere Platten oder viele Partitionen besitzen, wechseln sie mit Strg-Alt-F2 in eine Textkonsole (mit Alt-F5 wechseln sie zur grafischen Oberfläche zurück). Geben sie nun dmesg ein und bestätigen sie mit Return. Eine Unmenge Kernel-Meldungen erscheint auf ihrem Bildschirm. Um hieraus nur das wichtigste herauszufiltern, benutzen sie grep. Geben sie dmesg | grep hd ein (| ist [Alt Gr]+[<>|-Taste]).
root# dmesg | grep hd
Kernel command line: auto BOOT_IMAGE=Linux-2.6.7 ro root=308 pmdisk=/dev/hda7
ide0: BM-DMA at 0x1c20-0x1c27, BIOS settings: hda:DMA, hdb:pio
ide1: BM-DMA at 0x1c28-0x1c2f, BIOS settings: hdc:DMA, hdd:pio
hda: HTS548060M9AT00, ATA DISK drive
hdc: _NEC DVD_RW ND-5500A, ATAPI CD/DVD-ROM drive
hda: max request size: 1024KiB
hda: 117210240 sectors (60011 MB) w/7877KiB Cache, CHS=16383/255/63
hda: hda1 hda2 < hda5 hda6 hda7 hda8 hda9 hda10 >
hdc: ATAPI 24X DVD-ROM DVD-R CD-R/RW drive, 2048kB Cache
hdc: CHECK for good STATUS
Adding 530100k swap on /dev/hda7. Priority:-1 extents:1
EXT3 FS on hda8, internal journal
Dieser Befehl zeigt nur die Zeilen von dmesg an, die etwas mit ihren Festplatten und CD/DVD-ROMs zu tun haben. Im Beispiel oben erkennt man eine Festplatte (Disk Drive) hda und ein CD/DVD-Laufwerk (CD/DVD-ROM Drive) hdc. Sollten sie mehrere Festplatten haben, erkennen sie an der Typenangabe oder Größenangabe in MB (weiter unten) welche Festplatte Sie suchen. "hda" ist also im Beispiel die gesuchte Festplatte. Der Befehl cfdisk /dev/Platte zeigt die Partitionstabelle an (im Beispiel cfdisk /dev/hda). Vorsicht! Mit diesem Befehl können Sie auch Partitionen ändern. Suchen Sie die gewünschte Partition, notieren sich den Namen (zum Beispiel hda5) und beenden sie das Programm ohne speichern mit "q". Falls sie sich noch nicht sicher sind, wechseln sie zurück zur grafischen Oberfläche (Alt-F5), klicken das entsprechende Laufwerkssymbol auf dem Desktop an und überprüfen dessen Inhalt.
Lösen sie alle Laufwerkseinbindungen (Rechtsklick auf Icons mit grüner Ecke / Laufwerk-Einbindung lösen) bevor sie die Partitionsgröße ändern oder starten sie Knoppix einfach neu!
[Bearbeiten] Verkleinern des Dateisystems
Wechseln sie nun in eine Textkonsole (Strg-Alt-F2). Um sicherzustellen dass die Partition, deren Größe verändert werden soll, nicht gerade benutzt wird, sollte man zur Sicherheit hier folgenden Befehl ausführen:
root# umount /dev/hdxy
Wobei hdxy für den Devicenamen der NTFS-Partition steht. Sollte die Partition gerade nicht gebraucht werden, gibt der Befehl eine Meldung aus, die getrost ignoriert werden kann. Als erstes wird nun ntfsresize mit dem Parameter -i aufgerufen, um die theoretisch kleinstmögliche Größe des Dateiensystems herauszufinden.
root# ntfsresize -i /dev/hda9 ntfsresize v1.9.0 NTFS volume version: 3.1 Cluster size : 4096 bytes Current volume size: 15726703104 bytes (15727 MB) Current device size: 15726703104 bytes (15727 MB) Checking filesystem consistency ... 100.00 percent completed Accounting clusters ... Space in use : 183 MB (1,2%) Estimating smallest shrunken size supported ... File feature Last used at By inode $MFT : 1 MB 0 You might resize at 182026240 bytes or 183 MB (freeing 15544 MB). Please make a test run using both the -n and -s options before real resizing!
In unserem Beispiel kann man die Partition /dev/hda9 also bis auf 183 MB verkleinern. Dies ist jedoch nur ein theoretischer Wert. Ein realistischer Wert liegt laut man-Seite etwa bei "benutztem Platz" + (20 bis 200) MB (und für bootbare Partitionen nochmal + (50 bis 100) MB). Unsere Bespielpartition soll auf 3000 MB verkleinert werden. ntfsresize empfiehlt einen Testlauf der mit -n und -s Parametetern ausgeführt werden soll, bei dem nur lesend auf die Platte zugegriffen wird. -s steht für size (Größe) und ntfsresize erwartet dahinter die Angabe der gewünschten Größe in k, M oder G (für kilo-, Mega- oder Gigabyte).
root# ntfsresize -n -s 3000M /dev/hda9 ntfsresize v1.9.0 NTFS volume version: 3.1 Cluster size : 4096 bytes Current volume size: 15726703104 bytes (15727 MB) Current device size: 15726703104 bytes (15727 MB) New volume size : 2999992832 bytes (3000 MB) Checking filesystem consistency ... 100.00 percent completed Accounting clusters ... Space in use : 183 MB (1,2%) Needed relocations : 1025 (5 MB) Schedule chkdsk for NTFS consistency check at Windows boot time ... Resetting $LogFile ... (this might take a while) Relocating needed data ... 100.00 percent completed Updating $BadClust file ... Updating $Bitmap file ... Updating Boot record ... The read-only test run ended successfully.
Der Testlauf war also erfolgreich und wir können das Dateisystem jetzt verkleinern. Wichtig ist hierbei, dass Sie sich die exakte MB-Angabe (hinter dem Parameter -s) notieren da diese Zahl später noch gebraucht wird.
root# ntfsresize -s 3000M /dev/hda9 ntfsresize v1.9.0 NTFS volume version: 3.1 Cluster size : 4096 bytes Current volume size: 15726703104 bytes (15727 MB) Current device size: 15726703104 bytes (15727 MB) New volume size : 2999992832 bytes (3000 MB) Checking filesystem consistency ... 100.00 percent completed Accounting clusters ... Space in use : 183 MB (1,2%) Needed relocations : 1025 (5 MB) WARNING: Every sanity check passed and only the DANGEROUS operations left. Please make sure all your important data had been backed up in case of an unexpected failure! Are you sure you want to proceed (y/[n])? y Schedule chkdsk for NTFS consistency check at Windows boot time ... Resetting $LogFile ... (this might take a while) Relocating needed data ... 100.00 percent completed Updating $BadClust file ... Updating $Bitmap file ... Updating Boot record ... Syncing device ... Successfully resized NTFS on device '/dev/hda9'. You can go on to shrink the device e.g. with 'fdisk'. IMPORTANT: When recreating the partition, make sure you 1) create it with the same starting disk cylinder 2) create it with the same partition type (usually 7, HPFS/NTFS) 3) do not make it smaller than the new NTFS filesystem size 4) set the bootable flag for the partition if it existed before Otherwise you may lose your data or can't boot your computer from the disk!
Nach der Bestätigung verkleinert ntfsresize das Dateisystem auf die gewünschte Größe. ntfsresize markiert die Partition übrigens so, dass Windows beim nächsten Start automatisch die Partition auf Fehler untersucht. Nun muss nur noch die Partition der neuen Dateisystemgröße angepasst werden.
[Bearbeiten] Anpassen der Partitionsgröße mit cfdisk
ntfsresize verändert lediglich die Größe des Dateisystems, nicht jedoch die Größe der NTFS-Partition. Hierzu kann man das Programm cfdisk benutzen. Es besitzt im wesentlich die gleichen Funktionen wie das traditionelle fdisk ist jedoch dank seiner übersichtlichen Textoberfläche viel intuitiver zu bedienen. cfdisk wird mit dem Device-Namen der Festplatte (ohne Partitionsnummer) als Argument aufgerufen.
root# cfdisk /dev/hda
Im Hauptmenü zeigt cfdisk eine Liste mit allen auf der Festplatte vorhandenen Partitionen und deren Größe (hier die Fortsetzung des ntfsresize Beispiels):
cfdisk 2.12
Festplatte: /dev/hda
Size: 60011642880 bytes, 60.0 GB
Heads: 255 Sectors per Track: 63 Cylinders: 7296
Name Flags Part. Typ Dateisystemtyp [Bezeichner] Size (MB)
-----------------------------------------------------------------------------
hda1 Primäre NTFS 3150,29
hda5 Logische NTFS 4194,90
hda6 Logische W95 FAT32 4778,89
hda7 Logische Linux swap 542,87
hda8 Logische Linux ext3 7336,95
hda9 Logische NTFS 15726,74
hda10 Logische W95 FAT32 24272,81
Logische Freier Bereich 8,23
[Bootbar ] [Löschen ] [ Hilfe ] [ Maxim. ] [Ausgabe ]
[ Ende ] [ Typ ] [Einheit.] [Schreib.]
(De)Aktivieren des bootfähig-flags der aktuellen Partition
cfdisk wird mit den Pfeiltasten oder den Tasten der Befehlskürzeln gesteuert.
Pfeil-hoch Den Cursor zur vorherigen Partition bewegen Pfeil-runter Den Cursor zur nächsten Partition bewegen Pfeil-links Den Cursor zum vorigen Befehl bewegen Pfeil-rechts Den Cursor zum vorigen Befehl bewegen h oder ? Hilfe d Partition löschen n neue Partition anlegen t Partitionstyp ändern W alle Änderungen auf die Festplatte schreiben q cfdisk beenden
Wichtig ist hierbei die Hinweise von ntfsresize genau zu beachten:
- Erstellen Sie die neue Partition am Anfang des freien Bereichs.
- Setzen Sie den gleichen Partitionstyp (7 = NTFS).
- Die neue Partitionsgröße darf auf keinen Fall kleiner als die bei ntfsresize angegebene MB-Zahl sein.
- Falls vor ihrer NTFS-Partition unter Flags "Boot" aufgeführt ist, muss dies später unbedigt erneut gesetzt werden.
Wählen sie die NTFS-Partition mit den Pfeiltasten (hoch/runter) aus. Löschen Sie die Partition. Es befindet sich nun dort ein gleich großer freier Bereich. Erstellen Sie hier eine neue Partition. Geben Sie mindestens die bei ntfsresize angegebene Größe ein. Erzeugen Sie die neue Partition am Anfang. Die neue Partition erhält automatisch den Typ "Linux". Das müssen sie nun ändern ("Typ" oder "t-Taste"). Geben Sie auf der nun folgenden Seite "7" für NTFS ein. Jetzt müssen Sie nur noch die neue Partitionstabelle auf die Platte speichern. Jetzt sollten Sie den nötigen Platz für ihre neue Linux-Installation haben.
[Bearbeiten] Anlegen von Swap und Linux Partitionen
An dieser Stelle können sie auch noch weitermachen und ihrem Installationsprogramm die Arbeit etwas erleichtern indem sie mit cfdisk schon mal eine Swap- und eine Linux-Partition erstellen (empfehlenswert zum Beispiel vor einer Debian Installation). Dies ist ganz einfach. Erstellen Sie eine neue Partition. Die Größe sollte sich nach dem in Ihrem System installiertem Arbeitsspeicher (RAM) richten. Mindestens genau soviel wie RAM installiert ist, maximal das doppelte. Als Typ setzen Sie "82". Erstellen Sie nun noch eine Partition, die den restlichen Platz erhält. Der Typ sollte Linux (=83) sein. Schreiben Sie die Änderungen auf ihre Platte und beenden Sie das Programm.
[Bearbeiten] Installationstart
[Bearbeiten] Die Partitionierung
Bitte unbedingt zuerst Abschnitt über Datensicherung durchlesen und alle wichtigen Daten sichern.
Hier sind wir bei dem ersten schwierigen Teil der Installation angelangt. Prinzipiell reichen die vorgewählten Entscheidungen (alles auf eine Partition, Dateisystem ext3, freien Speicherplatz nutzen) aus, jedoch kann man es auch besser machen:
[Bearbeiten] Welche Partitionen sinnvoll sind
Um die Geschwindigkeit zu optimieren, sollte folgendes beachtet werden:
- Eine eigene Swap Partition
- Als Faustregel für den Speicherplatz der Swap-Partition gilt: etwa 200-500MB. Die Regel, dass die Swap doppelt so groß sein soll, wie der Hauptspeicher, ist schon lange nicht mehr aktuell.
- Als Typ "Swap" wählen
- Eine eigene Partition für /home
- Speicherplatz variiert hier sehr. Ihr persönlicher Ordner wird später wahrscheinlich Ihre ganzen persönlichen Daten beherbergen, der Speicherplatz sollte also dafür ausreichen
- Auch das Dateisystem variiert. Ich stelle später einige vor, die Wahl bleibt dann Ihnen überlassen
- Eine eigene Partition für /usr
- In diesen Ordner gelangen alle installierten Programme, Dateisystem und Speicherplatz müssen dementsprechend gewählt werden.
- Eine eigene Partition für /usr/lib, möglichst auf einer anderen Festplatte als die Partition für /usr
- Hier sind die gesamten Bibliotheken gespeichert. Da auf diese häufig zugegriffen wird, ist die Auslagerung auf eine seperate Festplatte sinnvoll.
- Speicherkapazität und Dateisystem nach Bedarf
- Eine eigene /boot Partition
- Hier werden Boot-Informationen gespeichert, 10 MB sind hier eigentlich das benötigte Maximum
- Als Dateisystem ist ext2 ratsam, da jegliche Form von Journaling nur unnötig Speicherplatz verschwendet
- Selbstverständlich eine eigene / Partition
- Hier wir der Rest gespeichert, also sollte man diese Partition zu letzt einrichten und den übrigen Speicherplatz verwenden
- der sollte aber nicht zu knapp ausfallen
- Dateisystem nach Wahl
- Hier wir der Rest gespeichert, also sollte man diese Partition zu letzt einrichten und den übrigen Speicherplatz verwenden
Man könnte noch einige mehr anlegen, aber diese Aufteilung erscheint mir am vernünftigsten, da man immer noch den Überblick behält, jedoch alles sehr schön aufgeteilt ist.
[Bearbeiten] Dateisysteme
Ich fasse nun die Dateisysteme mit den wichtigsten Eigenschaften (und damit ihrem Nutzen) kurz zusammen:
ext2
- wird als das "wahre" Linux-Dateisystem bezeichnet
- unterstützt kein Metadata Journaling
- teilweise lange Überprüfungen beim Hochfahren
- wird von nahezu allen Unix-Betriebssystemen nativ unterstützt
ext3
- kein eigenes Dateisystem, sondern ext2 mit Journaling
- unterstützt daher Metadata Journaling
- leider recht langsam ohne ordentliche (und damit umfangreiche) Konfiguration
XFS
- greift auf große Dateien sehr schnell zu
- die Suche nach einer Datei unter vielen dauert sehr lange
- greift stark auf den RAM zu
- gut für große Rechner mit großen Dateien bzw. großen Partitionen mit großen Dateien
- schießt bei unsachgemäß programmierten Programmen gerne mal die Daten ab
ReiserFS
- greift auf kleine und viele Dateien sehr schnell zu
- klein bedeutet weniger als 4K
- früher instabil, hat sich aber inzwischen gelegt
- mäßige Recovery-Erfolge
JFS
- junges Dateisystem
- steht noch ein wenig in der Testphase
- nicht 100% erprobt
- ziemlich schnell
[Bearbeiten] Auswahl der Pakete bzw. Installationstypen
Die Eingabe von "Standardsystem" oder "Standardsystem mit Office" sollte für den Anfang genügen. Dabei wird eine grundsätzlich brauchbare Auswahl an Paketen geladen. Falls etwas fehlt, kann man es nachinstallieren.
[Bearbeiten] Dateisysteme einrichten, Software installieren
[Bearbeiten] Konfiguration, Benutzer einrichten, kompliziertere Fragen
[Bearbeiten] Reboot, fertig, los!
[Bearbeiten] Debian Installation
Zuerst einmal brauchen Sie die dazugehörigen CD-ROMs bzw. die DVD um Debian zu installieren. Diese erhalten Sie entweder von Debian-Vertreibern oder zum Eigendownload. Die Version 3.0 ("Woody") läuft noch unter der alten und anfängerabstoßenden Installation, 3.1 ("Sarge") dagegen läuft unter der neueren, mit der wir uns hier beschäftigen wollen.
Auf jeden Fall sollte die CD bootfähig gebrannt werden, dann nämlich kann man beim Neustart (und ggf. Änderung der Reihenfolge der Suche für bootfähige Medien im BIOS) die Installation direkt gestartet werden.
Die von der Installation getroffene Selektion ist meistens die anwenderfreundlichste, sprich: Wenn Sie keine Ahnung haben (und sich aus dem nebenstehenden Text auch keine Ahnung ergibt), ganz einfach Enter drücken. Bei der Wahl der Sprache o.ä. sollten Sie die Selektion natürlich auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Wichtig: Englischkenntnisse sind bei der Debianinstallation leider immer noch notwendig, eine umfangreiche Anleitung zur Installation finden Sie hier, die Tipps auf dieser Seite sollten jedoch genügen!
[Bearbeiten] Die Paketauswahl
Die Paketauswahl ist wohl der wichtigste Teil der Installation. Man hat zwar theoretisch die Möglichkeit, die ausführliche Paketinstallation sich für später aufzusparen und vorerst mit tasksel zu installieren, praktisch gesehen tut man dies aber nicht, daher sollte man gleich gründlich installieren.
Dem Anfänger sei von vornhinein von tasksel und dselect abzuraten.
Von tasksel, weil es stupide jedes Paket einer Kategorie installiert (was evtl. zu Widersprüchen o.ä. führt), und von dselect, weil es schlichtweg zu kompliziert ist.
Aptitude dagegen ist durchaus einfach zu bedienen und innerhalb einer halben bis ganzen Stunde ist man mit der eher mühseligen Arbeit fertig.
[Bearbeiten] Paketauswahl mit Aptitude
Der Bildschirm ist von Anfang an in zwei Teile geteilt. Der obere zeigt die aktuelle Position in Baumstruktur, der untere Beschreibungen zu den einzelnen Paketen.
Es ist ratsam, die Beschreibung aller Pakete zu überfliegen und danach auszuwählen (mit dem "+" Zeichen gibt man an, dieses Paket soll installiert werden).
Von Aptitude bereits vorgewählte Pakete (grün hinterlegte) schlichtweg ignorieren - sie geben Pakete an, die installiert werden, um Abhängigkeiten zu erfüllen.
Es gilt jedoch die Regel, dass kein Mensch acht Texteditoren, sechs Webbrowser und vierzehn verschiedene Einwahlprogramme benötigt und verwendet. Dies ist schlichtweg Ressourcenverschwendung.
[Bearbeiten] Kategorien, die hier nicht interessieren
Jedes Paket hat seinen Sinn (zugegeben, über crashme lässt sich da streiten), daher ist es eigentlich sinnvoll, sich jedes Paket anzuschauen und zu überlegen, ob es evtl. einen Nutzen erfüllt.
libdevel und libs jedoch sind für den Anwender eher unüberschaubar und werden von aptitude ausgewählt - sollten die entsprechenden Pakete benötigt werden.
Sobald Sie fertig sind, bestätigen sie durch drücken von "g" und erfreuen sich an der Kopierung der Pakete auf die Festplatte. Danach folgt die Konfiguration, die Sie nach bestem Gewissen ausfüllen.
Wichtig! Sollten Sie bei der Konfiguration eines Paketes nicht wissen, was Sie eingeben sollen, so notieren Sie sich den Paketnamen und suchen im Internet nach einer Anleitung zur Konfiguration!
Mit
dpkg-reconfigure paketname
können Sie das Paket noch einmal konfigurieren!
Herzlichen Glückwunsch!
Nun haben Sie Ihr Debiansystem erfolgreich installliert, mit einigen Programmen Leben eingehaucht und fertig konfiguriert!

