Linux-Kompendium: Knoppix
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Dieses Buch soll ihnen helfen, sich in Knoppix zurecht zu finden. Dieses Buch wurde mit Knoppix 3.1 erstellt. Aktuell liegt das Betriebssystem in der Version 5.31 vor.
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[Bearbeiten] Was ist Knoppix?
Knoppix ist ein kostenloses Betriebssystem, das unter [1] erhältlich ist. Es basiert auf dem Linux-System Debian/GNU und liegt zeitweilig manchen Computer-Zeitschriften als sogenannte Live-CD bei.
Es wurde und wird von Klaus Knopper – daher leitet sich auch der Name Knoppix ab – und einer Vielzahl freiwilliger Helfer weiter entwickelt und zeichnet sich dadurch aus, dass es als eines der ersten Linux-Distributionen lauffähig war, ohne auf die Festplatte des Computers installiert worden zu sein. Mittlerweile gibt es eine Unmenge von Linux-Distributionen, die sich von Knoppix ableiten.
[Bearbeiten] Bezeichnung
Das Betriebsystem Knoppix hat wie einige Linuxsysteme auch den Desktop "KDE", am meisten ähnelt es aber dem Desktop von Suse Linux. Das Besondere: wenn nicht genug Arbeitsspeicher vorhanden ist, kann es auch im Textmodus (wie DOS bei Windows) gestartet werden. Dafür benötigt es maximal 20 MB RAM - Voraussetzungen, die selbst zehn Jahre alte Computer besitzen.
[Bearbeiten] Möglichkeiten
Als Live-CD erkennt Knoppix fast die ganze Hardware automatisch. Es gibt eine riesige Anzahl an Softwarepaketen, die dank Komprimierung auf die CD bzw. DVD passt. Da es (sei es wegen mangelnder Verbreitung oder seiner Eigenschaft als "Open-Source") für Linux quasi keine "Viren" in dem Sinne, wie man sie unter Windows kennt, gibt, ist Knoppix auch das ideale Rettungssystem für den PC. Die Möglichkeiten von Linux und dessen Applikationen sind derart vielfältig und umfangreich, dass sie hier nicht erschöpfend beschrieben werden können. Durch die Möglichkeit, ein Livesystem direkt von der CD-ROM oder DVD booten zu können, ohne das bestehende Betriebssystem und die sonstigen Installationen zu beeinflussen, ist das Ausprobieren der angebotenen Funktionen durch Knoppix einfach und problemlos möglich.
Leider gibt es auch ein paar Nachteile - zum einen ist die Bedienung für Windows-Benutzer anfangs etwas ungewohnt, vor allem im Konsolenmodus hat kaum jemand eine Chance. Auch hat man in älteren Knoppix-Versionen z.B. nur eingeschränkten Schreibzugriff auf seine Windows-Partitionen, falls man NTFS als Dateisystem benutzt. Das heißt: Man kann Textdateien, die man unter Knoppix verfasst hat, nicht einfach so auf NTFS-Partitionen speichern. Man kann die Dateien jedoch per E-Mail versenden, sodass sie beim Start von Windows heruntergeladen werden können oder auf einen USB-Stick o.ä. abspeichern. Oder man verwendet einfach FAT als Dateisystem. In den neueren Versionen von Knoppix (V 5.x) ist der Schreibzugriff auf das NTFS-Dateisystem, wie es z.B. MS Windows XP (TM) einsetzt, kein Problem mehr.
[Bearbeiten] Booten der Knoppix-CD
Um von der Knoppix-CD booten zu können muss zunächst im BIOS das CD-ROM Laufwerk als erstes Bootmedium festgelegt werden. Wenn der Rechner von der CD bootet, erscheint zunächst der Knoppix Bootprompt. Hier kann im einfachsten Fall mit Betätigen der Returntaste der Bootvorgang gestartet werden. Hierbei werden die Standardwerte für Sprache, Desktopumgebung usw. verwendet. Die Standardsprache ist englisch, der Standarddesktop KDE. Dieses Verhalten kann am Bootprompt beeinflusst werden. Die Tasten F2 und F3 führen zu einer Übersicht einiger möglicher Optionen. Unter F2 findet man u.a. die Bootoptionen die den zu startenden Kernel festlegen. F3 bietet die sogenannten "Cheatcodes" von Knoppix, die es z.B. erlauben die Sprache, die Desktopumgebung, die Bildschirmauflösung sowie das Verhalten der automatischen Hardwareerkennung zu beeinflussen. Um z.B. ein Knoppix mit dem neuen Kernel 2.6, deutscher Sprache und dem Windowmanager xfce mit einer Auflösung von 1280x1024 zu starten, gibt man folgendes am Bootprompt ein: ("boot:" steht schon da, ist also nicht einzugeben)
boot: knoppix lang=de desktop=xfce screen=1280x1024
Nach Bestätigung mit Return sollte der Bootvorgang starten und nach kurzer Zeit der gewählte Windowmanager erscheinen. Falls der Bootvorgang mittendrin stehenbleibt, hilft meistens ein wenig experimentieren mit den Cheatcodes oder die Wahl eines anderen Kernels.
[Bearbeiten] Installation auf das Festplattenlaufwerk
Von der Live-CD kann man problemlos eine lauffähige Installation von Knoppix auf der Festplatte erzeugen.
Sollte bereits ein Betriebssystem auf dem Rechner vorhanden sein (z.B. MS Windows (tm)) und soll es neben dem Knoppix erhalten bleiben, ist die Festplatte zu partitionieren. Wenn Knoppix von der CD/DVD gebootet wurde findet man unter Programme, System den Festplattenpartionierer QTParted. Mit ihm kann eine Verkleinerung der bestehenden Partition (FAT16, FAT32 oder NTFS) durchgeführt werden. Die vorhandene Installation geht dabei nicht verloren, außer wenn der Strom ausfällt. Deshalb ist es angeraten, vorher ein Backup anzulegen. Die aktuelle Version des MBR sollte man ebenfalls auf Diskette oder USB-Stick sichern.
Man sollte der Linux-Systempartition mit dem Typ 83 (EXT2, EXT3 oder REISER FS) mindestens 2,5GB spendieren und auch eine sogenannte Swap-Partition (Type 82) anlegen, die jedoch mit 0,5GB auskommt. Diese neuen Partitionen legt man am Ende der zumeist bestehenden MS Windows(tm)-Partition an.
QTParted arbeitet im Batch-Mode d.h. die gewünschten Änderungen werden nicht sofort wirksam, sondern erst nach dem Betätigen der "Ausführen" Anweisung. (Anm.: Knoppix liefert auch einfachere Partitionierer mit: "fdisk" und "cfdisk"; hier ist Vorsicht geboten, da alle Änderungen sofort wirksam werden; weiters ist zu beachten, dass die oben angegebenen Bezeichnung der Typennummern sich auf diese Programme beziehen).
Sind nun die neuen Partitionen hergestellt, dann wird in einer Root-Shell (geben Sie in einer Konsole "su" und das Passwort ein) das Programm "knoppix-installer" aufgerufen. Ein Fenster mit mehreren Auswahlmöglichkeiten erscheint, aus dem man "1.Installation konfigurieren" wählt. Im nächsten Fenster wird "beginner: Mehrbenutzersystem mit Hardwareerkennung" ausgewählt. Nun ist die Partition auszuwählen, in die Linux installiert werden soll, dabei wird von der Installer-Routine nur jene Partition angeboten, die ein passendes Dateiformat vorsieht. Im nächsten Dialog ist der eigene Name und ein Benutzername einzugeben. Danach das Kennwort für den Administrator, das später das Rootpassword wird. Nach Angabe des Ortes, wohin der Bootloader installiert werden soll, ist der Punkt "konfiguration speichern" auszuwählen. Den Bootloader (lilo) kann man entweder in den Master Boot Record (MBR) schreiben lassen, oder in die Root-Partition, die wir hier auswählen. Nun werden die Dateien kopiert und damit ist die Installation abgeschlossen. Man sollte eine Boot-Diskette erstellen lassen, da damit eine Rettung möglich wird, wenn der Bootvorgang aus irgend welchen Gründen doch nicht klappen sollte.
Man kann auch den Windows-Bootmanager nutzen. Hier muss man die von Linux im Zuge der Installation in das Hauptverzeichnis der ersten Partition der Harddisk angelegte Datei "/linboot.img" auf eine Diskette sichern und den Rechner danach wie üblich mit MS Windows XP (tm) booten. Nun kopiert man die Datei "/linboot.img" in das Hauptverzeichnis C:\.
Man startet nun in der Systemsteuerung "System", wechselt auf "erweitert" und betätigt den untersten der drei Einstellungs-Buttons. Nun erscheint "Starten und Wiederherstellen". Man aktiviert "Bearbeiten" und damit wird die Datei "boot.ini" in einem Editor-Fenster geöffnet. Man muss die Datei zum Schreiben öffnen und hängt als letzte Zeile den Eintrag: C:\linboot.img="knoppix" an. Nach dem Speichern findet man den Eintrag "knoppix" in einem Auswahlmenü für die Betriebssysteme vor.

