Luzernerdeutsch

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Gnome-applications-office.svg Dieses Buch steht im Regal Sprachen.
Sleep.svg Dieses Buch ist verwaist. Es ist herrenlos und sucht dringend einen neuen Autor! Vielleicht kannst du etwas zum Inhalt beitragen? Wenn du dich traust, kannst du das Buch auch gern als neuer Autor übernehmen.
Es gibt eine Liste von weiteren verwaisten Büchern, vielleicht findest du dort ein Buch, welches du gern weiterschreiben willst?

[Bearbeiten] Zusammenfassung des Projekts

  • Zielgruppe: Alle, die an der Sprache der Schweizer und vielleicht auch speziell am Luzernerdeutschen interessiert sind und dieses "Chuderwälsch" von Grund auf lernen möchten. Keine Vorkenntnisse nötig, da alles von Grund auf aufgebaut wird.
  • Lernziele: Das Erlernen eines alemannischen Dialekts, nämlich des Luzernerdeutschen.


  • Buchpatenschaft / Ansprechperson: Pappageno


  • Sind Co-Autoren gegenwärtig erwünscht? Alle, die bereit sind, mir zu helfen, mögen ihre Vorschläge, sofern es um den Inhalt geht, auf der Diskussionsseite vorbringen. Ich bin immer froh über Hilfe von aussen. Wenn es um das Layout geht, so dürft ihr walten und schalten wie ihr wollt, sofern ihr nichts zerstört. Ich wäre froh, wenn das ganze etwas einheitlich strukturiert wäre. Vielen Dank!


  • Richtlinien für Co-Autoren: steht oben schon...
  • Projektumfang und Abgrenzung zu anderen Wikibooks: Ich möchte mich klar zum Wikibook "Zürichdeutsch" abgrenzen, da, obwohl eng verwandt, doch einige Unterschiede zwischen dem Zürcher Dialekt und dem Luzernerdeutschen besteht.
  • Themenbeschreibung: Das Erlernen und Beschäftigen mit dem Luzernerdeutschen, von Grund auf systematisch aufgebaut.
  • Aufbau des Buches: Dieses Buch fängt mit einfachen Texten an, die mit der Zeit immer schwieriger werden. Die Grammatik und das Vokabular ist der Reihe nach aufgelistet. Die Grammatik wird so eng wie möglich gehalten (nur das Nötigste) und so einfach wie möglich erklärt.


Inhaltsverzeichnis



[Bearbeiten] Lektion 1

Die Aussprache

Allgemein ist zur Aussprache des Luzernerdeutschen zu sagen, dass sehr wenige fremde Laute (wenn man es überhaupt als "fremd bezeichnen kann) auftauchen. Meistens sind es Varianten der bereits im Hochdeutschen existierenden Laute. So wird es nicht sehr schwierig sein, einen Text fliessend und möglichst aussprachefehlerfrei zu lesen. Trotzdem hier noch die "Deklaration" der angewandten Zeichen.

!Hinweis: Für das Luzernerdeutsche gibt es wie für praktisch alle alemannischen Dialekte keine verbindliche Rechtschreiberegelung. Dieses hier verwendete System ist von mir aufgebaut und muss nicht unbedingt so übernommen werden. So kommt es häufig vor, dass die Akzente auf den Vokalen weggelassen und nur die Grundform geschrieben wird (z.B. nur "e" anstatt "é"). Hier werden die Akzente jedoch zur Verdeutlichung der Aussprache mitgeschrieben.

Zeichen

Vokale

  • a
  • ä
  • é
  • è
  • ei
  • i
  • ie
  • o
  • ô
  • ö
  • oe
  • u
  • ü

Konsonanten

  • b
  • c
  • ch
  • d
  • f
  • g
  • h
  • j
  • k
  • l
  • m
  • n
  • p
  • qu
  • r
  • s
  • t
  • v
  • w
  • x
  • y
  • z

Aussprache

  • Das "a" kann lang oder kurz ausgesprochen sein, wie jeder Vokal. Ebenso im Hochdeutschen. Er klingt ziemlich ähnlich - praktisch gleich - wie das deutsche "a" in Sage (lang) bzw. allerdings (kurz)
  • Die Aussprache des "ä" unterscheidet sich von der Aussprache des deutschen "ä". Während es im Deutschen einen Laut widergibt, der eigentlich auch von einem "e" in bestimmten Situationen wiedergegeben werden könnte (vgl. "älter" mit "Eltern), kann man den Klang des luzerndeutschen "ä" gut mit dem anlautenden "e" des Wortes eigentlich vergleichen. Ungefähr so wird es ausgesprochen, also ziemlich weit vom "e" entfernt.
  • Das "é" mit hohem Akzent wird sehr hell ausgesprochen, wie in Esel.
  • Das "è" mit tiefem Akzent wird dunkler ausgesprochen, wie in etwas. Es ist auch vergleichbar mit dem hochdeutschen "ä", wie z.B. ändern
  • Der "ei"-Laut ist zusammengesetzt aus dem "è"-Laut mit einem angehängten "i". Im Unterschied zum Deutschen, wo das "ei" ein bisschen dem "ai" gleicht, wobei das "a" sich gegen das "ä" verfäbt. Es gibt leider kein deutsches Beispiel.
  • Das "i" wird auch im Luzerndeutschen wie im Hochdeutschen ausgesprochen. Igel, Insel usw.
  • Das "o" ohne Akzent wird geschlossen ausgesprochen wie in "Ober".
  • Das "ô" mit dehnendem Akzent wird etwas offener als "o" ausgesprochen, so wie in "offen"
  • Das "ö" wird geschlossen wie in deutsch "Österreich"
  • Das "oe" wird offener ausgesprochen als "ö", so wie in franz. "sœur"
  • Das "u" wird gleich ausgesprochen wie im Deutschen, also z.B. "unter"
  • Das "ü" wird gleich ausgesprochen wie im Deutschen, also z.B. "üben"
  • Die Aussprache der Konsonanten ist gleich wie im Standarddeutschen, mit Ausnahme des
  • "ch" und des "k". Sie werden im Luzernerdeutschen sehr kratzend ausgesprochen. Das Kratzen entsteht weit hinten in der Gaumenregion. Das "ch" wird auch im Standarddeutschen nach den Vokalen a, o, u und au etwas gekratzt. Im Luzernerdeutschen ist das Kratzen noch etwas extremer und ausserdem wird es immer gekratzt. Dieser Umstand macht einigen Deutschschweizern teilweise Mühe beim sauberen Lesen von hochdeutschen Texten ;D.


Textprobe

Hier ist einfach mal zur Einführung ein deutscher Text ins Luzernerdeutsche übersetzt. Es ist hier noch nicht so wichtig, alles zu verstehen. Nur um mal zu sehen, wie das Schriftbild ist usw.


Der Schäfer und der Zwerg

Vor vielen, vielen Jahren lebte einmal ein armer Schäfer. Der hatte sieben Schafe und weidete sie an einem hohen Berg. Er stützte sich auf seinen Stock und dachte an die Kinder daheim, denn es war eine teure Zeit.

Der Schäfer sagte leise vor sich hin: ,,Oh, ihr armen Kindlein, wollte Gott, ich könnte euch alle Tage satt zu essen geben!"


Dè Schoefer ond dé Zwärg

Vor vöunè, vöunè Jôhr hèd èmôu èn armè, armè Schoefer gläbt. Dä hèd sébè Schôf ka ond hèd si amènè höche Bärg lô wèidè. Är hèd séch of sinè Stôck gschtötzt ond hèd a d'Chéndèr dèhèimè dänkt, wöu ès ésch è türi Zit gséh.

Dè Schoefer hed liislig vor séch äne gséid: " Ou, éhr armè Chéndèrli, wènns dè Gôtt wètt, éch choennt öich jédè Tag satt z'ässé gä."

Dialog

Lerntext

  • Sali. Minè Namè ésch Hèiri. Ond wié héissisch du?
  • Hôi. Éch bé d'Ursula. Wiè gôht's dér (auch: dèr)?
  • Mér gôht's séhr guèt. Ond dèr?
  • Mér ôu.
  • Tschüss. Bis schpoeter.
  • Tschau. Bis nôchhär.

Übersetzung

  • Hallo. Mein Name ist Heiri. Und wie heisst du?
  • Hallo. Ich bin Ursula. Wie geht es dir?
  • Mir geht es gut. Und dir?
  • Mir auch.
  • Tschüss. Bis später.
  • Tschüss. Bis nachher.

Vokabeln

Luzernerdeutsch Deutsch
Sali. Hallo.
mine, mini, mis; mini mein, meine, mein; meine (Pl.) [Possessivpronomen 1.P.Sg. Nominativ]
de Name der Name
sii sein (Infinitiv)
är/sie/äs esch er/sie/es ist
Heiri schweizerischer männlicher Vorname
ond und
wie? wie?
heisse heissen (Inf.)
du du
du heissisch du heisst
Hoi. Hallo.
ech ich
éch bé ich bin
Ursula Ursula (wbl. Vorname)
gehen (Inf.)
(är/si/)es goht (er/sie/)es geht (Im Luzernerdeutschen wird unterschieden zwischen "es", das sich auf eine Sache oder ein Lebewesen bezieht (=äs) und dem "es" als Ersatz für das Subjekt (="ès), wie z.B. hier in "es geht"
der dir (Objektpronomen im Dativ, 2.P.Sg.)
Wie goht's (=goht es) der? Wie geht's (=geht es) dir?
mer mir (Objektpron. i. Dativ, 1.P.Sg.)
guet gut
ou auch
Tschüss. Tschüss.
bis bis
schpöter später
Tschau. Tschüss.
nochhär nachher Sorsi Sursee

Lozärn Luzern Zog Zug(Stadt, Kanton und Eisenbahn) Fasnecht Fasnacht Nächti gestern Abend Groseli Urgrossmutter Grossbabeli Urgrossvater Babi Papi Grossbabi Grossvater Grosi Grossmutter Götti Pate Gotti Patin Flogzüg Flugzeug Poscht Postamt Pöschtler Briefträger Bärgä Berge z'bärg go wandern gehen Ueli Ulrich böuig billig e Chotzbrokä ein hässlicher Mann chotze erbrechen Chneublätze Fasnchtsküchlein(süsse, flaches Gebäck) Chneu Knie Deret St. Erhard(Gemeinde in Kanton LU) Chöngu Kaninchen Möischter Beromünster(Gemeinde im Kanton LU) Schtüre Steuern Bummler Regionalzug

[Bearbeiten] Lektion 2

Die Verben

In jeder Sprache ist die Beherrschung der Verben ein Grundbaustein für das Verstehen von Texten. In diesem Fall dürfte dieses Können zwar eher wichtiger sein für die Verständigung, da nicht sehr viele Texte in Luzerndeutsch existieren. Wir fangen gleich an! Ausserdem sieht man sicher Verwandtschaften zwischen der Konjugation der hochdeutschen Verben. Und nicht vergessen: Im Luzerndeutschen ist der Reichtum an Tempora (Zeiten der Verben) stark zurückgeschrumpft: Es existieren im Indikativ nur noch die Zeiten Präsens [ich gebe] und Perfekt [ich habe gegeben] (je nach Definition auch noch Futur I), während im Hochdeutschen noch die Formen Präteritum [ich gab], Plusquamperfekt [ich hatte gegeben] und zwei Futur (I [ich werde geben] und II [ich werde gegeben haben]) ihre Anwendung finden.

Auch im Luzerndeutsch und anderen Schweizer Dialekten können die Verben in starke, schwache und gemischte oder unregelmässige Verben unterteilt werden. Hier ein Beispiel:

  • stark:
  • schwach:
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