MB-Technik/ M103/ M15/ Lichtmaschine überholen
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[Bearbeiten] Einleitung
Mir wurde gesagt, ab 150.000 km könnten die Kohlebürsten dem Ende entgegen gehen. Da zudem einmal im Winter ein schnarrendes Geräusch aus Richtung LiMa kam, entschied ich mir zur Überholung: Kohlebürsten und Lager. Beim Ausbau zeigte sich, dass eine Kohlebürste beschädigt war und recht weit abgenutzt.
[Bearbeiten] Werkzeug / Ersatzteile
Werkzeuge
- Knarrenkasten
- Schraubstock
- manueller Schlagschrauber
- schwerer Hammer
- tief gekröpfter 22er Ringschlüssel oder pneumatischer Schlagschrauber
- Inbus 8
- Abzieher (oder Eigenkonstruktion)
- Alte Stahl-Nüsse zum Einschlagen der Lager 12, 18
- Lötkolben (möglichst 100W) / Lötzinn
- bei kleinerem Lötkolben Bohrmaschine und 3mm-Bohrer
- Feile
- Seitenschneider
- kleine Zange
- Haushaltsfolie (beim R107/M103)
- Klebeband (beim R107/M103)
Ersatzteile
- Rep.satz Kohlebürsten
- Antriebslager (70A / 80A)
- NSK B17-99DG8
- SKF 363226 B
- Rillenlager
- FAG 6201C3 RSR
[Bearbeiten] Ausbau und Zerlegen der LiMa
Zunächst sollte der Riemen entspannt werden.
Die LiMa wird von 2 Bolzen am Motorblock gehalten. Ist Die LiMa abgeschraubt, ist sie zumindest beim R107/M103 noch lange nicht draußen. Zunächst muss das Schlauchstück zum Wärmetauscher der Heizung entfernt und die weiterführende Rohrleitung gelöst werden.
Damit nicht so viel Kühlflüssigkeit austritt, am besten die Rohrenden mit Haushaltsfolie und Klebeband verschließen.
Nach Ausbau der LiMa die beiden Gehäusehälften trennen. Die vier Schrauben sollten mit einem manuellen oder pneumatischen Schlagschrauber gelöst werden, da sie sehr fest sitzen und sie Einfach- bzw. Kreuzschlitzschrauben sind.
Dann mit einem Schonhammer die beiden Gehäusehälften vorsichtig auseinander treiben, dabei abwechselnd gegenüberliegend schlagen, damit sich die Gehäusehälften nicht verkanten. Die Welle verbleibt in der vorderen Hälfte, der Stator in der hinteren. Wahlweise kann die vordere Gehäusehälfte noch von der Welle getrennt werden, was später die Montage des Antriebslagers in meinen Augen vereinfacht.
Als nächstes kommt die Riemenscheibe runter. Wer einen tief gekröpften 22er Ringschlüssel hat, der kann versuchen, die Mutter durch Gegenhalten der Welle mit einer 8er Inbus-Nuss (Inbus-Öffnung ist in der Stirnfläche der Welle) zu öffnen. Auch kann man mit einer Wasserpumpenzange die Riemenscheibe am zum Gehäuse hin gewandten Ende zum Kontern packen. Dies birgt die Gefahr von tiefen Kerben in der Scheibe, was aber "nur" optische Konsequenzen hat. Ansonsten hält die freundliche Werkstatt aber auch mal kurz den Schlagschrauber drauf, was die Mutter in Sekunden entfernt. Beim Abnehmen der Riemenscheibe darauf achten, dass die Nutfeder nicht verloren geht.
[Bearbeiten] Lageraus- / -einbau
Wie schon beim Überholen der Hinterachsschwinge habe ich - zumindest für das kleine Lager - eine Eigenkonstruktion mangels Abzieher (sollte ich wohl wirklich mal kaufen) genommen.
Beim großen Antriebslager wollte mir das nicht gelingen. Vielleicht hätte es mit einem besseren Stahlseil funktioniert, so ist es gerissen (nicht an der Gewindestange, da hatte ich beim Ziehen noch ein Rohrstück drüber).
Daher habe ich es mit einem Abzieher in einer KFZ-Werkstatt abgezogen.
Zum Einbau die Lager und den Ring vor dem Antriebslager in den Backofen bei 100°C legen (irgendwo habe ich gelesen, dass 120°C die Temperaturgrenze für Lager ist). Ich schreibe mal den Standardspruch, den keiner für voll nimmt, bis der Fall eingetreten ist: Wer die inneren Schrauben des vorderen Gehäuses geöffnet hat, der sollte möglichst frühzeitig das abgeschraubte Blech auf die Welle stecken und nicht mehr abnehmen. Denn wenn das Lager erst auf der Welle ist, geht es nicht mehr ab und das Blech nicht mehr drauf.
Bei mir ließ sich nur das Antriebslager aufschieben, der Ring davor und das Rillenlager mussten trotz 100°C aufgeschlagen werden. Dafür habe ich in dem einen Fall eine 18er und im anderen eine 12er Nuss genommen. Die Nuss sollte aus Großvaters Werkzeugkasten kommen und leicht rostig oder ölig sein. Moderne Nüsse, die verchromt oder anderweitig beschichtet sind, lösen sich von ihrer Beschichtung, so dass kleine Metallsplitter an das Lager geraten. Dies ist zu vermeiden. Die Welle auf der Gegenseite am besten so einspannen, dass sie auf ihrer Stirnfläche zusätzlich aufliegt.
Für das Antriebslager wird eine besonders lange Nuss benötigt, falls diese nicht von Hand zum richtigen Sitz führbar ist. Alternativ die Welle mit dem Lager nach unten auf einen Schraubstock stellen und vorsichtig von oben mit einem Holz als Haufläche die Welle in das Lager treiben. Für den Ring, der vor dem Lager sitzt, reicht eine normal lange Nuss.
[Bearbeiten] Kohlebürsten / Regler
So sieht der Regler aus. Die eine Kohle ist schon weit abgenutzt und hat eine Beschädigung an der Seite.
Dem Reparatursatz Kohlebürsten von Bosch (ca. 5€) liegen neben den Bürsten noch neue Federn und Quetschhülsen bei.
Zunächst einmal merken, wie weit die Kohlebürsten rausstehen. (Wer nach deren Entfernung es vergessen hat: Der Kabelanschluss ist gerade noch innerhalb der Führung)
Mit einem starken Lötkolben (100W) die Lötstellen hinter den Kohlebürsten verflüssigen und mit einer kleinen Zange die Quetschhülse abziehen. Dann den Draht zur Kohlebürste durchschneiden. Alternativ (bei kleinerem Lötkolben) die Quetschhülse tief mit Seitenschneider abschneiden und das Loch mit einem 3mm-Bohrer aufbohren. Dann mit dem Lötkolben oder einer Feile die Reste der Quetschhülse entfernen.
Die Quetschhülsen aufstecken und verlöten. Die neuen Kohlebürsten mit den neuen Federn einführen. Die Kohlebürsten dabei so weit aus dem Gehäuse wie die alten stehen lassen. Die Quetschhülse mit kleiner Zange zusammendrücken, so dass der Draht klemmt. Dann die Drähte an die Quetschhülsen löten.
Den überstehenden Teil der Drähte abschneiden.
Sind die Kohlebürsten stark unterschiedlich abgenutzt oder die Schleifringe stark eingelaufen bzw. wellig, sollten die Schleifringe abgedreht werden. Dies muss sehr sauber durchgeführt werden, da die Unrundheit nicht mehr als 0,02mm betragen soll. Eine Bohrmaschine leistet das in aller Regel nicht, so dass schon eine professionelle Drehbank her muss. Mir wurde ein Preis von 40€ dafür genannt.




